Hengsberg ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der westlichen Südsteiermark.

Geografie Hengsberg liegt südlich von Graz am Ausläufer des Buchkogel im Bezirk Leibnitz im österreichischen Bundesland Steiermark.

Katastralgemeinden Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Fliessing () Hengsberg () Komberg () Kühberg () Schönberg () Schrötten ()

Ortschaften Ortschaften mit weiteren Ortsteilen sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Flüssing () mit Kleinflüssing Hengsberg () Kehlsdorf () Komberg () mit Froschberg und Voregg Kühberg () mit Guglitz Leitersdorf () Matzelsdorf () mit Lippmichl und Schatzmühle Schönberg an der Laßnitz () Schrötten an der Laßnitz () mit Hofbauer, Holzbauer und Wolf

Gemeindezusammenlegungen Mit 1. Jänner 1951 wurden Flüssing und Hengsberg zur neuen Gemeinde Hengsberg zusammengelegt. Mit 1. Jänner 1970 wurden Schönberg an der Laßnitz (mit Kehlsdorf und Matzelsdorf), Schrötten an der Laßnitz (mit Leitersdorf) und Hengsberg zur neuen Gemeinde Hengsberg zusammengelegt.

Nachbargemeinden Je eine der fünf Nachbargemeinden liegt im Bezirk Deutschlandsberg (DL) bzw. im Bezirk Graz-Umgebung (GU).

Geschichte mini|Hengist und Hengesburc um das Jahr 1000 auf einer Karte von 1886 mini|Schloss Freybüchel, um 1820 (lith. J.F. Kaiser) mini|Pfarrhof Hengsberg Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahr 892 (Hengistfeldon). 1045 schenkte König Heinrich III. dem Erzbischof Balduin das königliche Kammergut Leitersdorf an der Laßnitz, gelegen in der Markgrafschaft Gottfrieds und im Forst Sausal „(predium quale visi sumus Liutoldasdorf habere, in comitatu Gotefridi marchionis et foresto Susel iuxta litus Losnicae fluminis situm“).

Der Name „Schrötten“ wird von einer Rodung (mhd. schrôt „abgeschnittenes Stück, Klotz“, auch als Sammelbegriff verwendet für Baumstrünke; mhd. schrôten „(ab)hauen, (ab)schneiden“) abgeleitet.Fritz Lochner von Hüttenbach: Die Rodungsnamen der Steiermark. In: Michaela Ofitsch, Christian Zinko: 125 Jahre Indogermanistik in Graz. Festband anläßlich des 125jährigen Bestehens der Forschungseinrichtung ‚Indogermanistik‘ an der Karl-Franzens-Universität Graz. Verlag Leykam, Graz 2000, ISBN 3-7011-0026-8, S. 251.

Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848, die Ortsgemeinden als autonome Körperschaft entstanden 1850.

Nach der Annexion Österreichs 1938 lag die Gemeinde im Reichsgau Steiermark. Ab 1939 errichtete die in Wildon stationierte Gruppe 365 des Reichsarbeitsdienstes in Leitersdorf, Schrötten, Schönberg und Lang sowie in Lichendorf Lager, deren Bewohner an der Laßnitzregulierung arbeiteten. Diese Lager wurden 1945 aufgelöst, an ihren Standorten sind keine oder nur mehr sehr geringe Reste (Geländestufen, Fundamentreste) zu finden.Gernot Peter Obersteiner: S. 8–13, abgerufen am 11. Juli 2020. Von 1945 bis 1955 war das Gemeindegebiet Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Seit 2009 bildete die Gemeinde zusammen mit den Gemeinden Lang, Lebring-Sankt Margarethen, Stocking, Wildon und Weitendorf die Kleinregion „Kulturpark Hengist“. Bei der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurden der Großteil der Gemeinde Stocking und die Gemeinde Weitendorf ab 2015 mit der Marktgemeinde Wildon zusammengeschlossen, seither sind es statt sechs nur mehr vier Gemeinden in der Kleinregion.

Religionen Hengsberg war eine Urpfarre seit etwa der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts, Mutterpfarre seit etwa dem 13. Jahrhundert mit den Pfarren Wundschuh, Wildon, Preding, Lang und St. Margarethen. Das Gebiet der Pfarre Hengsberg umfasst heute: alle Ortschaften der Gemeinde Hengsberg die Ortschaft Lichendorf der Gemeinde Wildon die Ortschaft Lamberg der Gemeinde Dobl-Zwaring (Bezirk Graz-Umgebung) zwei Bauernhöfe der Gemeinde Preding (Bezirk Deutschlandsberg), die bis zur Gründung der Ortsgemeinden 1850 zu Leitersdorf gehörten

Die evangelische Predigtstation wurde 1926 gegründet. Nach der Schaffung des evangelischen Friedhofes und dem Bau eines Totenhauses mit Glockenturm kam es 1932 zur Errichtung des evangelischen Christus-Kirchleins und dessen Einweihung am 5. Juni 1933. Zum Einzugsgebiet der Predigtstation gehören auch die Gemeinde Sankt Nikolai im Sausal und die Ortschaften Lamberg und Pöls an der Wieserbahn der Gemeinde Dobl-Zwaring (siehe auch: #Weblinks).

Archäologische Fundplätze Urgeschichtliche Siedlung Koglfuchs Prähistorische Siedlung beim Lippmichl Die römerzeitliche Siedlung Laßnitztal erstreckte sich über die Katastralgemeinden Schönberg und Schrötten. Römerzeitliche Gräber und Siedlung im Laßnitztal / Gamsäcker Römerzeitliche Hügelgräber bei Schrötten Frühmittelalterliche Siedlung Komberg

Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten schon 1578 Menschen in Hengsberg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche Hengsberg mini|Evangelische Filialkirche Hengsberg

Schloss Freibühel: Schloss der belgisch-österreichischen Adelsfamilie des Enffans d’Avernas.Hengist-Magazin 1/2004: „Geschichte der Grafen des Enffans 'd Avernas“, S. 21–27 (PDF; 3,3 MB). Artikel „Dat virtus in armis“ von Peter Wiesflecker. Die Familie zählt zum Uradel des einstigen Herzogtums Brabant und ihre Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Katholische Pfarrkirche Hengsberg hl. Laurentius: Die Kirche ist ringförmig von der Mauer des einstigen Friedhofes umgeben und hat einen mächtigen, viergeschoßigen Turm mit der beachtlichen Höhe von 72 Metern. Der quadratische Turm mit Spitzhelm trägt fünf Glocken, die 1924 angeschafft wurden. Im Jahre 1976 wurden bei der Renovierung der Pfarrkirche Reste der Burgfundamente und eine Gruft entdeckt. Diese Funde sind gemeinsam mit anderen aus der Umgebung (Römerzeit) in dem unter der Kirche befindlichen „Hengistburg-Museum“ ausgestellt. Evangelische Filialkirche Hengsberg Gemeindeamt in der ehemaligen Knaben-Volksschule Volksschule im ehemaligen Klostergebäude der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul

Naturschutzgebiet: Das Waldgebiet am Buchkogel im Grenzbereich des Murfeldes und des Leibnitzerfeldes in den Gemeinden Wildon, Lebring-St. Margarethen, Lang und Hengsberg wurde zum „Naturschutzgebiet Wildoner Buchkogel“ erklärt. Damit sollen die naturnahen Buchenwaldbestände und die artenreichen Pflanzenvorkommen dieses Gebietes geschützt werden. Zu diesen Pflanzen gehören Rotbuche, Wolfs-Eisenhut, Breitblatt-, Schmalblatt- und Purpur-Waldvöglein, Maiglöckchen, Alpenzyklame, Illyrisch-Krokus, Seidelbast, Ständelwurz, Hundszahnlilie, Hecken-Nieswurz, Frühlingsknotenblume, Türkenbund-Lilie, Groß-Zweiblatt, Vogelnestwurz, Weiß-Waldhyazinthe, Erd-Primel, Wald-Veilchen, Hain-Veilchen.Bezirkshauptmannschaft Leibnitz: „Verordnung des Bezirkshauptmannes von Leibnitz vom 16. Dezember 2013 über die Erklärung des Waldbestandes am Wildoner Buchkogel zum Pflanzenschutzgebiet.“ In: Grazer Zeitung. Amtsblatt für die Steiermark, 20. Dezember 2013, Jahrgang 2013, 51./52. Stück. , S. 722–723.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|hochkant|Der im Jahr 2010 eröffnete Bahnhof Hengsberg der Koralmbahn

Verkehr Straße: Die Gemeinde wird von der Schröttenstraße L 601 durchzogen, wegen der starken Frequenz wird diese von einem Rad-/Gehweg begleitet. Die Pyhrn Autobahn A 9 tangiert die Gemeinde im Nordosten, 2018 wurde am Kehlsberg eine Halbanschlussstelle von und nach Richtung Graz fertiggestellt.

Eisenbahn: Durch den Bau der Koralmbahn wurde Hengsberg an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Dezember 2010 wurde der Bahnhof Hengsberg am bereits eröffneten Teilabschnitt eröffnet. Richtung Graz oder Wies-Eibiswald (über Deutschlandsberg) bestehen dadurch mit den Zügen der Schnellbahnverbindungen, die bis zur Aufnahme des Vollbetriebes der Koralmbahn (14. Dezember 2025) mit Dieseltriebwagen der Graz-Köflacher Bahn (GKB) durchgeführt wurden.

Politik mini|Gemeindeamt

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2025 setzt sich dieser wie folgt zusammen: 9 ÖVP, 2 SPÖ, 2 FPÖ, 1 GRÜNE und 1 Liste für ein lebenswertes Hengsberg. + Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse: Partei 2025 2020 2015 2010 2005 2000 Stim­men % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP 514 54 9 431 54 9 455 51 8 500 55 9 460 52 8 486 57 9 SPÖ 140 15 2 211 26 4 172 19 3 302 33 5 300 34 5 256 30 4 FPÖ 115 15 2 203 23 3 109 12 1 120 14 2 112 13 2 Bürgerliste für Hengsbergnicht kandidiert 42 5 0 61 7 1nicht kandidiert GRÜNE 64 7 1nicht kandidiert Liste für ein lebenswertes Hengsberg 75 8 1nicht kandidiert Wahl­berechtigte 1.276 1.224 1.182 1.135 1.119 1.032 Wahl­beteiligung 76 % 66 % 77 % 82 % 81 % 84 %

Bürgermeister seit 1908 1908–1923 Franz Taucher 1923–1931 Florian Harl 1931–1938 Leopold Haar 1938–1941 Karl Schuchlenz 1941–1945 Johann Thomann 1945 Anton Peutler 1945–1946 Gustav Petti 1947–1949 Alois Garber 1949–1960 Franz Beuchler 1960–1972 Karl Schuchlenz 1972–1990 Anton Lienhart 1990–2007 Robert Baumann 2007–2023 Johann Mayer seit 2023 Manfred Rechberger

Wappen rechts|80px Das Gemeindewappen wurde von der Steiermärkischen Landesregierung am 11. September 1961 verliehen.LGBl. 1961, 30. Stück, Nr. 92. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautet: „In goldenem Schild auf grünem Dreiberg, ein steigender Rappenhengst.“

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1968: Paul Ofner (1908–1991), Volksschuldirektor, Chronist 1972: Karl Schuchlenz (1910–1999), Altbürgermeister 1994: Anna Riha (1914–2008), Volksschuldirektorin 2014: Leopold Wögerbauer, Pfarrer von HengsbergGoldenes Priesterjubiläum in Hengsberg gefeiert. In: meinbezirk.at am 5. August 2014, abgerufen am 16. Mai 2019. Anton Lienhart (1939–2026), Altbürgermeister

Weblinks

www.hengsberg.at, Website der Gemeinde www.hengist.at, Internetpräsenz des Kulturparks Hengist Pfarren und Kirchen Kirchenführer Pfarrkirche Hengsberg. In: graz-seckau.at, 1982. Baugeschichte der Pfarrkirche, des Pfarramtes und des ev. Christuskirchleins, sowie Geschichte der Pfarre Das evangelische Christuskirchlein in Hengsberg in: Der Hengist. Informationsblatt der Gemeinde Hengsberg, 117. Ausgabe, Dezember 2018.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Laßnitz (Sulm) Kategorie:Ersterwähnung 892 Kategorie:Gemeindegründung 1970 Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark Kategorie:Weststeirisches Riedelland Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Österreich