Germering ist eine Große Kreisstadt im Südosten des Landkreises Fürstenfeldbruck (Regierungsbezirk Oberbayern) und liegt westlich von München.

Geographie Lage Germering ist eine Stadt an den Nordwestausläufern der Münchner Schotterebene. Die Stadt befindet sich auf relativ ebenem Niveau und fällt leicht nach Norden ab. Ebenfalls im Norden grenzt Germering über landwirtschaftlich genutzte Felder an Puchheim. Östlich der Stadt befindet sich ein breiter Feldstreifen, der von dem Autobahnring A 99 durchzogen wird. Die freien Flächen am Münchner Stadtrand werden derzeit mit einem neuen Wohngebiet bebaut (Freiham). Im Süden und Südosten liegt ein größeres Waldgebiet, der Kreuzlinger Forst und die Autobahn A 96. Im Nordwesten befinden sich der künstlich angelegte Germeringer See (Baggersee) und der kleine, bewaldete Parsberg. Im Westen schließt sich der Landkreis Starnberg mit der Gemeinde Gilching an.

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Germering (Hauptort) Harthaus (Siedlung) Kleßheim (Einöde) Nebel (Dorf) Streiflach (Einöde) Unterpfaffenhofen (Pfarrdorf) Wandlheim (Einöde)

Neugermering und Schusterhäusl sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.

Geschichte Frühzeitliche Geschichte Bereits in der späten Jungsteinzeit bzw. der frühen Bronzezeit wurden Hügelgräber im Bereich der heutigen Oberen Bahnhofstraße, Ecke Steinbergstraße, angelegt. Aus der Urnenfelderkultur sind ein bronzezeitliches Brandgrab und Siedlungsreste nachweisbar. Aus der Römerzeit stammt eine Villa rustica mit Hypokaustum (Warmluftheizung). Nahe der Augsburger Straße wurde das Grab einer Germanin entdeckt, das durch die Grabbeigaben identifiziert werden konnte. Außerdem wurden mehrere römische Ziegelbrennöfen aufgefunden, von denen einer an der Straße Richtung Alling besichtigt werden kann. Am Krautgartenweg wurde ein Hockergrab freigelegt.

Ersterwähnung einzelner Gemeindeteile Die erste sichere urkundliche Erwähnung von Germering als Kermaringon erfolgte zwischen 859 und 864. Es wird aber vermutet, dass die älteste Urkunde mit der Ortsbezeichnung Germana vel ad monte (etwa „(das Besitztum der) Schwester am Berg“) schon aus dem Jahr 769 stammt. Die Herleitung des Ortsnamens vom Stamm der Germanen oder von einem putativen „Germar, dem Germanen“ gilt dagegen als Volksetymologie. Die erste sichere urkundliche Erwähnung von Unterpfaffenhofen stammt aus dem Jahr 1190. Eine Urkunde, die auf die Zeit zwischen 948 und 957 datiert wird, benennt einen Ort namens Phafinhouna, womit aber auch ein anderes Pfaffenhofen gemeint sein könnte. Nebel ist unter dem Namen Slat.vel.Nebelriet seit 1173 schriftlich bekannt. Gut Streiflach wurde erstmals 1270 erwähnt. Die Einöde Harthof, jetzt der Gemeindeteil Harthaus, wurde erstmals 1422 als Wirtschaftshof des Schlosses Freiham erwähnt.Münchner Merkur: Harthaus wird 100 Jahre alt

Mittelalterliche Geschichte Unter der alten St.-Martin-Kirche befinden sich frühmittelalterliche Reihengräber und vorromanische Kirchenreste. 1422 wurde Germering bei Kämpfen im Umfeld der Schlacht bei Alling zerstört. 1448 wurden die beiden Gemeinden erstmals als Mitglied des Landgerichtsbezirks Starnberg genannt.

In den 1980er-Jahren wurde ein frühmittelalterliches Amulett bei einer Ausgrabung in der heutigen Krippfeldstraße gefunden. Es diente später als Inspiration für das moderne Stadtwappen.

Neuzeitliche Geschichte Mit dem Gemeindeedikt von 1818 wurden die Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen mit den Gemeindeteilen Kleßheim, Nebel, Streiflach und Wandlheim gebildet. 1852 wechselten die beiden Gemeinden als Steuerdistrikt zum Landgericht Bruck.

Mit dem Bau der Bahnstrecke Pasing–Herrsching 1902 begann ein grundlegender Strukturwandel. Harthaus und Neugermering entstanden als neue Siedlungen. Während im Kreuzlinger Forst ein militärisches Tanklager entstand, wurde im heutigen Gemeindeteil Unterpfaffenhofen die sogenannte WIFO-Siedlung für die Mitarbeiter der militärischen Anlage errichtet. Während des Zweiten Weltkriegs ließen die Dornier-Werke das KZ-Außenlager Germering des Konzentrationslagers Dachau errichten. Nach 1945 wuchs die Bevölkerung durch die Aufnahme von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen. Die Folge waren erste soziale Wohnungsbauprojekte zwischen 1952 und 1954. Das rapide Wachstum setzte sich in den 1960er und 1970er Jahren – nicht zuletzt durch die Ausweisung neuer Baugebiete – fort. Ab ca. 1978 stabilisierte sich die Entwicklung, und die Stadtplanung konzentrierte sich seitdem auf infrastrukturelle Verbesserungen. Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen im Zuge der Gemeindegebietsreform vereinigt. Bis zur Erhebung zur Stadt am 12. April 1991 war Germering die größte Gemeinde Bayerns ohne Stadt- oder Marktrecht. Nach München, Ingolstadt, Rosenheim, Freising und Dachau wurde Germering die sechstgrößte Stadt Oberbayerns. Am 1. Oktober 2004 wurde Germering zur Großen Kreisstadt erhoben.Verordnung über die Erklärung der Stadt Germering zur Großen Kreisstadt vom 19. August 2004 (GVBl S. 355) Die rasante Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg spiegelt sich in Germerings uneinheitlicher Siedlungsstruktur wider. Neben den dörflichen Ortskernen des alten Germerings und Unterpfaffenhofens gibt es die Hochhaussiedlungen der siebziger Jahre (WWK-Siedlung) sowie die urbane Architektur des neuen Stadtzentrums mit der Stadthalle.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 Unterpfaffenhofen mit Germering zu einer Gemeinde zusammengeschlossen.

Konfessionsstatistik Gemäß der Volkszählung 2011 lag am 9. Mai 2011 der Anteil der katholischen Bürger bei 41,4 %, der evangelischen bei 16,0 %, der Konfessionslosen und anderen Glaubensgemeinschaften bei 42,7 %. Die Zahl der Protestanten und der Katholiken ist seitdem gesunken. Ende 2023 lag der Anteil der katholischen Bürger bei 28,8 %, der evangelischen bei 9,6 %, der Konfessionslosen und der anderen Glaubensgemeinschaften bei ca. 61,6 %Große Kreisstadt Germering: Einwohnerstatistiken, abgerufen am 4. Februar 2026

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 35.238 auf 40.389 um 5273 Einwohner bzw. um etwa 15 %. Quelle: BayLStat mini|400px|Einwohnerentwicklung von Germering von 1840 bis 2016 Jahr Einwohner 1840 625 1925 1322 1939 3032 1950 6355 1961 11.141 1970 25.261 1979 34.262199135.962 Jahr Einwohner 1995 35.751 2005 37.036 2010 38.966 2015 39.387 2016 40.039 2018 40.389 2020Einwohnerstatik 2022 (PDF-Datei) 41.421 2022 42.274

Politik Stadtrat + Sitzverteilung im Stadtrat CSU SPD Grüne FWG /UBG FWG FDP ÖDP / Parteifreie Linke REP AfD Gesamt Wahlbeteiligung2026 16 8 8 n. a. 2 1 1 1 n. a. 3 40 59,23 %202019 6 9 n. a. 3 1 2 0 n. a. n. a. 40 52,04 % 2014Ergebnis der Kommunalwahlen 2014, abgerufen am 19. März 2014 21 8 5 3 n. a. 1 2 0 n. a. n. a. 40 46,03 %2008 17 11 6 3 n. a. 1 2 0 n. a. n. a. 40 53,5 % 2002 18 14 3 2 n. a. 1 1 0 1 n. a. 40 54,2 %

mini|Rathaus Germering

Oberbürgermeister Seit 2026 ist Daniel Liebetruth (SPD) amtierender Oberbürgermeister. Er wurde am 22. März 2026 in der Stichwahl mit 50,27 % der Stimmen ins Amt gewählt.

Ehemalige Gemeindevorsteher der Gemeinde Germering AmtsinhabervonbisAmtszeitJosef Kellerer181818246 JahreAdam Mayr182418306 JahreKaspar Hohenleitner183018333 JahreJosef Kellerer183318396 JahrePhillip Strobl183918423 JahreJosef Kellerer184218453 JahreUrban Kirmair184518516 JahreJohann Strobl185118543 JahreUrban Kirmair185418573 JahreKaspar Keller185718603 JahreAndreas Strobl186018699 Jahre Ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Germering AmtsinhabervonbisAmtszeitStanislaus Kirmair186918767 JahreJosef Widmann187618826 JahreAndreas Strobl1882189210 JahreSimon Fruth1892190614 JahreJohann Drexler1906193327 JahreMartin Keller1933194513 JahreLuitpold Pollinger194519461 JahrLukas Stefani194619482 JahreQuirin Wörl194819524 JahreMartin Keller195219564 JahreQuirin Wörl195619604 JahreJosef Kistler1960197414 JahrePeter Braun197419784 Jahre Ehemalige Bürgermeister der Großgemeinde Germering (zusammengeführte Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen), ab 2004 Oberbürgermeister AmtsinhabervonbisAmtszeitRudolf Bay1978199113 JahrePeter Braun1991200817 JahreAndreas Haas2008202618 JahreDaniel Liebetruth2026

Wappen

Der Germeringer Teil des Wappens besteht aus der alten Dorfkirche St. Martin (weiß auf rotem Grund), die gewählt wurde, weil sich diese durch ihre Form wesentlich von anderen oberbayerischen Landkirchen unterscheidet. Der Unterpfaffenhofener Teil ist ein roter Löwe auf weißem Grund. Er wurde vom Wappen derer von Hufnagel und Chlingensperg entnommen, die im 17. und 18. Jahrhundert u. a. mit dem Gut Wandlheim über größeren Grundbesitz verfügten. Als verbindendes Element wurde der Dreiberg verwendet, der den Parsberg symbolisiert.

Städtepartnerschaften Domont in Frankreich Balatonfüred in Ungarn

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr mini|Schema der wichtigsten Germeringer Verkehrswege (Stand 2013). Inzwischen wird die B 2 östlich um den Ort geführt. mini|Empfangsgebäude des Bahnhofs Germering-Unterpfaffenhofen

Germering liegt direkt nördlich der A 96 Lindau–München.

Im Osten der Stadt befindet sich der Autobahnring A 99, der die A 96 unter anderem mit den Autobahnen A 8 und A 9 verbindet. Das Teilstück zwischen der A 96 Lindau–München und der A 8 München-Stuttgart ist seit dem 19. Februar 2006 vollständig befahrbar. Germering ist über die Autobahnausfahrten Gilching, Germering Süd (beide A 96), sowie Freiham Mitte und Germering Nord (beide A 99) erreichbar.

2017 wurde damit begonnen, die A 96 auf 6 Spuren auszubauen. Zusätzlich wurde über der Fahrbahn Richtung Lindau eine Lärmschutzgalerie errichtet sowie ein Rastplatz mit Toiletten südwestlich von Germering gebaut. Alle Baumaßnahmen wurde im Dezember 2020 abgeschlossen.

Die B 2 führte, aus München kommend, Richtung Fürstenfeldbruck durch den Ort. Sie wurde im Zuge der Autobahnbauarbeiten in den Osten der Stadt verlegt (Ortsumgehung) und bekam eine eigene Anschlussstelle (Germering Nord).

ÖPNV Germering liegt seit 1903 an der Bahnstrecke Pasing–Herrsching. Innerhalb des Germeringer Ortsgebietes sind mit dem Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen und dem 1947 eröffneten Haltepunkt Harthaus zwei Bahnstationen vorhanden. Seit 1972 ist Germering an das Netz der S-Bahn München angeschlossen. Es verkehrt die Linie S8 von Herrsching nach München Flughafen Terminal, die Linie verkehrt von 5 Uhr früh bis etwa Mitternacht (am Wochenende bis 1 Uhr nachts) dreimal pro Stunde. In der Hauptverkehrszeit ergänzt die Linie S5, die bis Germering (vereinzelt bis Weßling) verlängert wird, den Takt auf dem Westast, sodass ein 10-Minuten-Takt entsteht. Die Fahrzeit bis ins Zentrum Münchens (Marienplatz) beträgt unabhängig von der Linie 25 bis 28 Minuten.

Linie Linienverlauf

Bemerkenswert ist, dass der Haltepunkt Harthaus aufgrund seiner Lage direkt an der Grenze zu München als einziger in Zone M und 1 des MVV liegt, der Bahnhof Germering-Unterpfaffenhofen und alle weiteren Bushaltestellen im Stadtgebiet jedoch nicht mehr Zone M angehören. Fahrten in die Innenstadt Münchens sind dadurch direkt ab Harthaus günstiger als der Einstieg in Germering-Unterpfaffenhofen oder die Nutzung der Linienbusse als Zubringer.

Germering wird durch mehrere Regionalbuslinien des MVV erschlossen.