mini|hochkant|Alberto Burri, fotografiert von Nanda Lanfranco Alberto Burri (* 12. März 1915 in Città di Castello; † 13. Februar 1995 in Nizza) war ein italienischer Künstler, der mit Materialbildern international bekannt wurde.
Leben und Werk Alberto Burri wurde 1915 in Città di Castello in Italien geboren. Er studierte zunächst Medizin und spezialisierte sich auf Tropenmedizin, da er die Absicht hatte, nach Afrika auszuwandern. Er promovierte im Jahr 1940 an der Universität Perugia. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er als Arzt. Als Kriegsgefangener kam er in das Lager in Hereford (Texas), in dem er zum Zeitvertreib zu malen begann. Nach dem Ende des Kriegs und angesichts seiner Erlebnisse mit Verwundungen, Verletzten und Sterbenden gab er den Arztberuf auf und wurde Künstler. mini|Grande Ferro Celle im Skulpturenpark Villa Celle Die Themen seiner Kunst waren seine Kriegserlebnisse. Er verwendete Materialien, die dies widerspiegelten. Burri war berühmt für seine Collagen und Materialassemblagen aus Stoff- und Sackfetzen, rostigen Nägeln und angesengtem Holz. Er verwendete angeschmolzenes Plastik, verschweißten Kunststoff, Leinenfetzen und andere Materialien und fügte diese zu immer neuen Kompositionen zueinander. Seine Bilder und Collagen spiegelten subjektive Empfindungen wider und waren eine eigene Interpretation im Stil des Informel.
Alberto Burri lebte und arbeitete ab 1945 in Rom. Eine erste Einzelausstellung fand 1947 in der Galleria La Margherita in Rom statt. Im Jahre 1954 wurden seine Arbeiten im Solomon R. Guggenheim Museum in New York gezeigt, 1955 war er Teilnehmer der VII. Quadriennale von Rom. Seine Kunst fand nationale und internationale Anerkennung und wurde im In- und Ausland gezeigt. Burri nahm zwischen 1958 und 1995 siebenmal an der Biennale von Venedig und dreimal an der documenta in Kassel teil. 1973 wurde er mit einem Antonio-Feltrinelli-Preis ausgezeichnet. 1994 wurde er als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt.
mini|Monument in Gibellina Vecchia Alberto Burri schuf im Jahr 1981 über Gibellina Vecchia, den Ruinen des alten historischen Teils der italienischen Stadt Gibellina in Sizilien das Monument Cretto di Burri: Die Ruinen wurden unter einer dicken Schicht Beton begraben, der begehbare Einschnitte aufweist, um die alten Gassen mit ihrer Enge noch nachvollziehen zu können.
Alberto Burri starb im Alter von 79 Jahren am 13. Februar 1995 im südfranzösischen Nizza.
Ausstellungen (Auswahl) 1947: Galleria La Margherita, Rom 1954: Solomon R. Guggenheim Museum, New York 1955: VII. Quadriennale Rom 1957: Carnegie Institute, Pittsburgh 1958: 29. Biennale von Venedig 1959: documenta II, Kassel 1960: 30. Biennale von Venedig 1964: documenta III, Kassel 1966: 33. Biennale von Venedig 1968: 34. Biennale von Venedig 1982: documenta 7, Kassel 1984: 41. Biennale von Venedig 1988: 43. Biennale von Venedig 1990: Galerie Salvatore Ala, New York 1991: Retrospektive Pinacoteca Nazionale di Bologna / Palazzo Pepoli Campogrande, Bologna; Castello di Rivoli, Turin; Mixografia Gallery, Los Angeles 1992: Galleria delle Arti, Città di Castello; Moderna Galerija, Ljubljana/Laibach 1993: Museo Internazionale della Ceramica, Faenza; Museo delle Genti d’Abruzzo, Pescara 1994: Solomon R. Guggenheim Museum, New York 1995: 46. Biennale von Venedig 1998: Alberto Burri, Museion, Bozen 2000: Against Nature, Sperone Westwater, New York 2001: Belvedere Italiano Centre for Contemporary Art Ujazdowski Castle, Warschau 2003: The Spirit of White, Galerie Beyeler, Basel / Alberto Burri, Fondazione Albizzini, Citta di Castello 2005: INFORMEL, Fondazione Cassa di Risparmio, Modena / Burri. Gli artisti e la materia, Scuderie del Quirinale, Rom / WAR IS OVER, Galleria d’Arte Moderna, Bergamo / Big Bang, Centre Georges Pompidou, Paris 2006: Italia Nova, Grand Palais, Paris / artparis 2006 Art Paris / Alberto Burri, Museo Reina Sofía, Madrid 2015: Alberto Burri. The Trauma of Painting, Solomon R. Guggenheim Museum, New York 2016: Alberto Burri. Das Trauma der Malerei, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
Werke in Museen Galleria d’Arte Moderna, Bologna Fondazione Albizzini, Città di Castello Uffizien, Florenz Tate Gallery, London Tate Modern, London Solomon R. Guggenheim Museum, New York Centro Luigi Pecci, Prato Galleria Nazionale d’Arte Moderna, Rom MART Trento e Rovereto Museum of Contemporary Art, Skopje Les Abattoirs - Frac Midi-Pyrénées, Toulouse Pinakothek der Moderne - München Kunstsammlung NRW - Düsseldorf MAGI ’900, Pieve di Cento (Bologna)
Literatur Burri, Alberto. In: Enciclopedia Italiana, Appendice III, Band 1, Rom 1961, S. 274. Massimo De Sabbata: Burri, Alberto. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2013. Rosalba Zuccaro: Burri, Alberto. In: Enciclopedia Italiana, Appendice V, Rom 1991.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Italien) Kategorie:Informel Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Letters Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 1995 Kategorie:Mann