mini|Shigeru Miyamoto (2015)rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert|hochkant=0.5|Unterschrift von Shigeru Miyamoto
Shigeru Miyamoto (jap. , Miyamoto Shigeru, * 16. November 1952 in Sonobe (heute: Nantan), Präfektur Kyōto, Japan) ist ein japanischer Entwickler, Designer und Kreativdirektor. Weltweit bekannte Spielreihen wie Super Mario, Donkey Kong, The Legend of Zelda, Star Fox und Pikmin entstammen seiner Schöpfung und prägten die Identität des Nintendo-Konzerns, für den er seit 1977 bis heute tätig ist.
Miyamoto begann sein Werk mit der Herstellung von Automatenspielen für amerikanische Spielhallen, bis Nintendo mit seinem Famicom (im Westen als Nintendo Entertainment System vermarktet) in den Konsolenmarkt einstieg. Im Verlauf des Aufstiegs Nintendos zum Weltkonzern wurde Miyamoto für den Konzern einer der wichtigsten kreativen Mitarbeiter und leitenden Entwickler.
Die Schöpfungen Miyamotos zeichnen sich durch ihre Einflüsse aus Miyamotos Jugenderfahrungen sowie Naturbeobachtungen aus. Sie referenzieren Themen sowohl aus klassischen Heldendramen, europäischer und fernöstlicher Mystik als auch der Popkultur und interpretieren naturwissenschaftliche Beobachtungen für familienfreundliche Unterhaltungsprodukte. Für sein Werk erhielt Miyamoto mehrere Auszeichnungen.
Bis zu ihrer Auflösung im Jahr 2015 war Miyamoto General Manager von Nintendos Hauptentwicklungsabteilung Nintendo Entertainment Analysis & Development. In dieser Position überwachte er den Großteil der internen Spieleentwicklung. Darüber hinaus war er bei vielen Nintendo-Spielen als Produzent oder in beratender Funktion tätig. Nach Satoru Iwatas Tod war er vom 11. Juli 2015 bis zum 16. September 2015 gemeinsam mit Gen’yō Takeda übergangsweise Geschäftsführer von Nintendo.Notification of Death and Personnel Change of a Representative Director (President) – Satoru Iwata. (PDF; 62 kB) In: nintendo.co.jp, 13. Juli 2015 (englisch). Am 16. September 2015 wurde er offizieller Creative Fellow von Nintendo; eine Rolle, die der Konzern für ihn geschaffen hat.Notice Regarding Personnel Change of a Representative Director and Role Changes of Directors. (PDF; 116 kB) In: nintendo.co.jp, 14. September 2015 (englisch).
Miyamoto lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in seiner Geburtsstadt Nantan, wie schon seine Familie seit fünf Generationen zuvor.
Leben mini|Shigeru Miyamoto (Mitte) mit Takashi Tezuka (links) und Kōji Kondō (rechts) am 13. September 2015
Überblick Nach seinem Studium an der Hochschule für Kunsthandwerk Kanazawa trat Miyamoto 1977 in das Unternehmen Nintendo ein. Seine erste Aufgabe war das Gehäuse-Design für zwei TV-Spiele: Racing 112Color TV Racing 112 im Nintendo-Wiki (englisch). (Verkaufsstart 1978, ), eine Autofahrsimulation, und Block Kuzushi bei consollection.de. (1979, ), eine Sammlung verschiedener Breakout-Varianten.
Im Auftrag von Gunpei Yokois Nintendo-Abteilung R&D1 gestaltete Miyamoto Bildschirm-Figuren für Arcade-Automaten. Zunächst für Space Fever (1979), einen Space-Invaders-Klon, und nachfolgend für Sheriff (1979) und Space Firebird (1980). Für Sheriff und einen weiteren Automaten, Radar Scope (1980), gestaltete Miyamoto das Artwork für die Gehäuse.
Nach diesen ersten Pflichtaufgaben begann er mit der Umsetzung eines Popeye-Automaten, der jedoch aufgrund von Lizenzproblemen erst später erschien. Zuvor wurde das Automatenspiel Donkey Kong fertiggestellt, mit dem Miyamoto den Durchbruch schaffte. Seine Figur Mario (damals noch Jumpman genannt) wurde zum weltweit beliebten Klassiker und zum Maskottchen des Nintendo-Konzerns. Mit Mario machte er „Nintendo vom kriselnden Übernahmekandidaten zum zeitweilig größten Computerspielekonzern der Welt“. Auch zahlreiche weitere bekannte Nintendo-Figuren stammen von ihm, z. B. Link aus der Spielserie The Legend of Zelda.
Im Jahr 1998 wurde Miyamoto als erstes Mitglied in die Academy of Interactive Arts and Sciences’ Hall of Fame aufgenommen und im März 2006 erhielt er den französischen Kulturorden Ordre des Arts et des Lettres für seine Verdienste um die Spieleprogrammierung. Im Rahmen der Game Developers Conference 2007 wurde ihm der Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk verliehen. Die Internetplattform IGN setzte Miyamoto auf Platz 1 der Top 100 Game Creators of all Time.IGN UK Edition: . Abgerufen am 1. Juni 2010 (englisch). Die Plattform GameTrailers wählte Miyamoto auf Platz 1 der Top Ten Game Creators.GT Top Ten Game Creators auf youtube.com, abgerufen am 29. Mai 2017. Anfang 2010 wurde er im Rahmen des 13. Japan Media Arts Festivals ein weiteres Mal für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er zudem den BAFTA Fellowship Award der British Academy of Film and Television Arts für sein Lebenswerk.
Heute entwickelt er nicht mehr selbst, sondern ist leitender Verantwortlicher bei vielen großen Projekten von Nintendo. Auch in dieser Position schuf er neue Spiele für Nintendo, wie beispielsweise Pikmin. Es ist bekannt, dass Miyamoto in der Entwicklung von Pikmin 3 und Splatoon für die Wii U sowie Luigi’s Mansion 2 für den Nintendo 3DS involviert war.
Miyamoto wurde der Prinz-von-Asturien-Preis 2012 in der Rubrik „Kommunikation und Humanwissenschaften“ (comunicación y humanidades) zugesprochen. 2019 wurde er vom japanischen Kultusministerium zur Person mit besonderen kulturellen Verdiensten ernannt.
1952–1980 Shigeru Miyamoto wurde am 16. November 1952 in der Stadt Sonobe (heute Nantan) in Kyoto in Japan geboren. Seine Familie lebte dort seit fünf Generationen. Als Kind erkundete er gern die Umgebung seiner Stadt. Viele seiner Kindheitserfahrungen aus dieser Zeit beeinflussten sein Werk und die Übersetzung von Naturbeobachtungen in interaktive Erfahrungen und Produkte sollte später seinen kreativen Stil prägen. In Kyoto gab es eine Höhle, die Miyamoto zwar häufig besuchte, aber lange nicht den Mut aufbrachte, sie zu betreten. Als er die Höhle eines Tages mit einer Laterne in der Hand doch betreten hatte, wurde diese Erfahrung später zu einem bestimmenden Einfluss für die The-Legend-of-Zelda-Reihe.
Als Kind übte er sich im Zeichnen, Malen, Baseballspielen und Puppenspielen. Miyamotos Familie hatte weder Auto noch Fernseher. Nur selten im Jahr fuhr er mit seiner Familie mit dem Zug in die Stadt Kyoto, um ins Kino zu gehen, wo er auch Filme von Walt Disney sah. 1963, als Miyamoto elf Jahre alt war, kaufte sein Vater schließlich einen Fernseher. Bald darauf wurde Miyamoto ein großer Fan japanischer Zeichentrickfilme. In der Mittelschule begann er, sich mit Manga zu beschäftigen und trat in der High School einem Manga-Club bei. Nach einer Weile zog seine Familie in die Stadt Kyoto.
Miyamoto strebte seitdem an, ein Künstler zu werden. Er besuchte das Kanazawa Munici College of Industrial Art & Design, eine Kunstschule in Kanazawa. Er war wohl kein sehr guter Schüler, interessierte sich für das Banjo, gründete mit Klassenkameraden eine Band und trat an zahlreichen Orten in Japan auf. Einige seiner musikalischen Inspirationen waren The Beatles, The Nitty Gritty Dirt Band und Doc Watson.
Nach fünf Jahren schloss Miyamoto schließlich die Kunstschule mit einem Bachelor-Abschluss in industrieller Kunst und Design ab und wurde 1977 von Nintendo zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Hiroshi Yamauchi, der Präsident von Nintendo, war ein Freund von Miyamotos Vater. Deswegen konnte Miyamoto bei ihm vorsprechen und präsentierte bei dieser Gelegenheit einige einfache Spielzeugideen, wie eine dreiseitige Wippe, Kleiderbügel für Kinder mit Tiermotiven (in Form von Vögeln und Elefanten) und eine für den Einsatz in einem Vergnügungspark konzipierte Uhr.
Miyamoto wurde als Konzeptkünstler eingestellt und sollte neue Produkte entwickeln. Ihn überzeugte die große Auswahl der Produkte, das Stellenangebot bei Nintendo anzunehmen. Er dachte, dass „sie mich tun lassen, was ich will“.
Sein erstes Projekt war die Gestaltung der Gehäuse für Color TV Racing 112 und ein Blockbuster Color TV-Spiel. Miyamoto wollte ein besseres Gehäuse machen als das, was in Color TV Game 6 und Color TV Game 15 verfügbar war. Er baute ein Lenkrad in das Rennspiel ein und machte die Hardware für den Blockbuster-Titel zugänglicher. Danach erstellte Miyamoto die Charakterdesigns für das Arcade-Spiel Space Fever, einen Klon von Space Invaders. In Japan war der Arcade-Automat Space Invaders sehr beliebt und die Nachfrage hoch, so dass Nintendo eine eigene, nahezu identische Version des Spiels entwickelte. Ähnlich ging Nintendo bei den Spielen Sheriff (1979) und Space Firebird (1980) vor.
1980–1984 Nintendo interessierte sich schon seit einiger Zeit für den Videospielmarkt und hatte mit mäßigem Erfolg mittelmäßige Spiele geschaffen, meist Klone anderer Titel. Nintendo wollte nach Nordamerika expandieren und eröffnete eine Niederlassung, Nintendo of America in New York, die später nach Redmond, nahe Seattle in Washington, umzog, wo auch Microsoft seinen Sitz hatte. Am Anfang waren es weniger als zehn Mitarbeiter. Nintendo in Japan beauftragte eine seiner Abteilungen, ein Spiel zu entwickeln, das in Nordamerika erfolgreich sein würde. Das Ergebnis war Radar Scope, ein Arcade-Titel. Miyamoto arbeitete am Gehäuse der Arcade-Einheit und den Designs, die auf der Hardware erschienen.
In Nordamerika traf eine Lieferung von dreitausend Radar Scope-Geräten nach etwa vier Monaten auf See ein. Doch das Spiel galt schon als veraltet, und es wurden nur eintausend Stück verkauft. Minoru Arakawa, der Präsident der amerikanischen Niederlassung, bat deshalb Hiroshi Yamauchi, ein Spiel zu entwickeln, das in den übrig gebliebenen Radar Scope-Geräten installiert werden könnte.
Yamauchi beauftragte Shigeru Miyamoto, der keinerlei Erfahrung im Bereich Spieledesign hatte. Er brauchte Hilfe und wandte sich an den Nintendo-Veteranen Gunpei Yokoi, einen sachkundigen Mann, der im Videospieldesign versiert war und das Game-&-Watch-Franchise fast im Alleingang kreierte und später den Game Boy erfinden würde, der zum ikonischen Sinnbild der 90er Jahre werden sollte. Yokoi brachte Miyamoto alles bei, was er wusste. Die Absicht von Yamauchi war lediglich, dass Miyamoto Radar Scope verbessern sollte, damit die übrig gebliebene, damals sehr teure Hardware in Amerika doch noch verkauft werden konnte.
Miyamoto, beeinflusst von seinen früheren Aktivitäten im Puppentheater, hatte sich immer gefragt, warum Videospiele keine Handlung haben, und hatte das Gefühl, dass es hier ein Potenzial für fesselnde Geschichten gab. Er sah sich einige seiner Lieblingsfilme als Inspiration an und wollte unbedingt ein Popeye-Spiel kreieren. Nintendo bekam jedoch keine Lizenz vom Rechteinhaber, also erstellte Miyamoto seine eigenen Charaktere.
Die in seinem Spiel enthaltenen Charaktere orientierten sich an Popeye, ebenso die Beziehungen zwischen ihnen. Olive wurde durch Lady ersetzt, die spätere Pauline; Bluto durch Donkey Kong und Popeye durch Mario, den ursprünglichen Jumpman. Als Nächstes entwickelte Miyamoto die Handlung des Spiels, die zum Teil an King Kong angelehnt ist.
In der endgültigen Version entkommt Donkey Kong den Fängen seines Meisters, entführt seine Freundin und klettert auf einer Baustelle auf die Spitze einer Reihe von Trägern. Mario zieht los, um seine Freundin zu retten und wird mit einer Reihe von Fässern beworfen, die Donkey Kong die Träger hinunter wirft. Mario hüpft mit seinen fantastischen Sprungkräften über die Fässer und benutzt Hämmer, um sie zu zerstören. Im Laufe des Spiels stellen sich Mario neue Hindernisse in den Weg. Nachdem Mario ganz oben angekommen ist, lässt er die Plattform von Donkey Kong einstürzen und rettet Pauline.
Donkey Kong gehört zu den ersten Titeln, die mehrere Phasen umfassten und einige aufwändige Zwischensequenzen enthielten. Miyamoto komponierte den Soundtrack.