mini|Jennifer Aniston (2012) Jennifer Joanna Aniston (* 11. Februar 1969 in Los Angeles, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Schauspielerin. Sie gehört zu den am besten verdienenden und einflussreichsten Personen in der Unterhaltungsindustrie.

Internationale Bekanntheit erlangte sie durch die Rolle der Rachel Green in der TV-Sitcom Friends (1994–2004), für die sie unter anderem mit dem Emmy, dem Golden Globe und dem Screen Actors Guild Award ausgezeichnet wurde.

Parallel zu ihrer Fernsehkarriere etablierte Aniston sich ab Mitte der 1990er Jahre auch als Filmschauspielerin. Nach ihrem Leinwanddebüt in dem Horrorfilm Leprechaun – Der Killerkobold (1993) war sie in einer Reihe von romantischen Komödien wie Der gebuchte Mann (1997) und Liebe in jeder Beziehung (1998) zu sehen. In den 2000er und 2010er Jahren spielte sie überwiegend die Protagonistin in Blockbuster-Komödien wie Bruce Allmächtig (2003), … und dann kam Polly (2004), Trennung mit Hindernissen (2006), Marley & Ich (2008), Meine erfundene Frau (2011) und Wir sind die Millers (2013).

Besondere Anerkennung bei Kritikern erhielt sie für ihre schauspielerischen Leistungen in den Independent-Filmen The Good Girl (2002), Freunde mit Geld (2006) und Cake (2014). Für ihre Rolle der fiktiven Frühstücksfernsehmoderatorin Alex Levy in der Serie The Morning Show, für die sie seit 2019 vor der Kamera steht, wurde sie 2020 mit dem Screen Actors Guild Award ausgezeichnet.

Mit ihrer im Jahr 2008 gegründeten Produktionsfirma Echo Films betätigt Aniston sich auch als Executive Producerin, so beispielsweise bei den Netflix-Produktionen Dumplin’ (2018) und Murder Mystery (2019).

Frühe Jahre Aniston wurde 1969 in Los Angeles im Stadtteil Sherman Oaks geboren. Ihr Vater, der griechischstämmige Schauspieler John Aniston, war 1933 als Yannis Anastassakis auf Kreta zur Welt gekommen und emigrierte als Kind mit seinen Eltern in die USA, wo die Familie ihren Nachnamen anglisierte und einen Diner in Chester im Bundesstaat Pennsylvania eröffnete.Rachel Lynette: Jennifer Aniston. Lucent Books, Farmington Hills, MI 2010, ISBN 978-1-4205-0235-0, S. 12. In: The National Herald. 26. Mai 2016, abgerufen am 25. Februar 2020.

Ihre Mutter Nancy Dow, deren Vorfahren aus Italien und Schottland stammten,Azar Gat: Nations: The Long History and Deep Roots of Political Ethnicity and Nationalism. Cambridge University Press, Cambridge 2013, ISBN 978-1-107-00785-7, S. 273. wurde in Connecticut geboren und arbeitete in den 1960er Jahren als Model und Schauspielerin in Fernsehserien.Rachel Lynette: Jennifer Aniston. Lucent Books, Farmington Hills, MI 2010, ISBN 978-1-4205-0235-0, S. 13. Anistons älterer Halbbruder stammt aus der ersten Ehe ihrer Mutter, ihr jüngerer Halbbruder ging aus der zweiten Ehe ihres Vaters mit der Schauspielerin Sherry Rooney hervor. Kim Etingoff: Jennifer Aniston: From Friends to Films. Mason Crest, Broomall, PA 2013, ISBN 978-1-4222-2480-9, S. 23. Der Kojak-Darsteller Telly Savalas war Anistons Patenonkel.

Als Aniston fünf Jahre alt war, lebte sie mit ihrer Familie ein Jahr in GriechenlandRachel Lynette: Jennifer Aniston. Lucent Books, Farmington Hills, MI 2010, ISBN 978-1-4205-0235-0, S. 16. und danach einige Zeit in der Kleinstadt Eddystone in Pennsylvania. Ihre Eltern trennten sich, als Aniston neun Jahre alt war. Ihr Vater zog nach Los Angeles, wo er ab 1985 bis zu seinem Tod 2022 in der Fernsehserie Zeit der Sehnsucht die Rolle des Victor Kiriakis spielte, und Aniston wuchs fortan bei ihrer Mutter in New York City auf. Dort besuchte sie die Rudolf-Steiner-Schule, wo sie in der Theatergruppe mitspielte und ihr Interesse für Kunst entdeckte. Als sie neun (nach anderer Quelle elf) Jahre alt war, wurde eines ihrer Gemälde für eine Sonderausstellung im Metropolitan Museum of Art ausgewählt.Rachel Lynette: Jennifer Aniston. Lucent Books, Farmington Hills, MI 2010, ISBN 978-1-4205-0235-0, S. 18.Kim Etingoff: Jennifer Aniston: From Friends to Films. Mason Crest, Broomall, PA 2013, ISBN 978-1-4222-2480-9, S. 27. Später besuchte sie gemeinsam mit Chaz Bono und Andrea Bendewald die Fiorello H. LaGuardia High School of Music & Art and Performing Arts in Manhattan, an der sie 1987 ihren Schulabschluss machte.Rachel Lynette: Jennifer Aniston. Lucent Books, Farmington Hills, MI 2010, ISBN 978-1-4205-0235-0, S. 19 f.

Karriere Beginn der Karriere Nach Beendigung der High School nahm Aniston Schauspielunterricht bei Anthony Abeson im Musical Works Theatre in New York City. Eines ihrer ersten professionellen Engagements war der Auftritt in einem Werbespot für die US-amerikanische Restaurantkette Big Boy, gefolgt von einer Statistenrolle im Science-Fiction-Abenteuerfilm Mick, mein Freund vom anderen Stern (1988, Regie: Stewart Raffill). Von Dezember 1988 bis Januar 1989 trat Aniston an der Seite von Tony Shalhoub, Christine Estabrook und Laila Robins unter der Regie von Norman René in 46 Vorstellungen der Off-Broadway-Produktion For Dear Life am New Yorker Public Theatre auf. The Internet Off-Broadway Database, abgerufen am 25. Februar 2020. Außerdem wirkte sie in dem Stück Dancing On Checkers’ Grave mit.Rachel Lynette: Jennifer Aniston. Lucent Books, Farmington Hills, MI 2010, ISBN 978-1-4205-0235-0, S. 22. Da ihre Gagen nicht besonders hoch waren, verdiente sie sich zusätzlich ihren Lebensunterhalt als Fahrradkurierin, Telefonverkäuferin und Kellnerin.Kim Etingoff: Jennifer Aniston: From Friends to Films. Mason Crest, Broomall, PA 2013, ISBN 978-1-4222-2480-9, S. 32 f.

Auf der Suche nach lukrativeren Rollenangeboten zog Aniston 1989 nach Los Angeles, wo sie ihre ersten TV-Engagements in der kurzlebigen Familien-Sitcom Molloy (1990) an der Seite von Mayim Bialik und im Fernsehfilm Chaos in Camp Cucamonga (1990) erhielt. Eine Hauptrolle spielte sie anschließend in der Fernsehserie Ferris Bueller (1990–1991), basierend auf dem Kinofilm Ferris macht blau, die nach 13 Folgen eingestellt wurde.

Es folgte ein Gastauftritt in der Fernsehserie Zurück in die Vergangenheit (1992), eine Rolle in der Sketch-Serie The Edge (1992–1993) und schließlich die erste Hauptrolle in einem Kinofilm, dem Horrorstreifen Leprechaun – Der Killerkobold (1993), der jedoch weder bei Kritikern noch beim Publikum ein großer Erfolg wurde.Kim Etingoff: Jennifer Aniston: From Friends to Films. Mason Crest, Broomall, PA 2013, ISBN 978-1-4222-2480-9, S. 38 f. Nachdem ihr nächstes Engagement in der erfolglosen Fernsehserie Muddling Through (1994) nach zehn Folgen geendet hatte, zog Aniston kurzzeitig in Erwägung, die Schauspielerei aufzugeben.Kim Etingoff: Jennifer Aniston: From Friends to Films. Mason Crest, Broomall, PA 2013, ISBN 978-1-4222-2480-9, S. 37–39.

Durchbruch und Fernsehkarriere mini|Mit ihren Friends-Co-Stars Lisa Kudrow, Courteney Cox, David Schwimmer, Matt LeBlanc und Matthew Perry stand Aniston (obere Reihe, Mitte) von 1994 bis 2004 vor der Kamera.

Im Jahr 1994 erhielt Aniston das Angebot, als festes Ensemble-Mitglied bei Saturday Night Live mitzuwirken, welches sie jedoch zugunsten der Rolle der Rachel Green in der NBC-Sitcom Friends ablehnte.Kyle Buchanan: Jennifer Aniston Turned Down Saturday Night Live’s Full-Time Job Offer. In: Vulture. 3. Februar 2011, abgerufen am 13. März 2020. Die Serie über das Leben von sechs Freunden in New York City startete im Herbst 1994 und wurde schnell ein großer Publikumserfolg mit weit über 20 Millionen Zuschauern pro Episode.Bill Carter: $1 million an episode. In: The New York Times. 12. Februar 2002, abgerufen am 14. März 2020.

Aniston und ihre Co-Stars Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer wurden durch die Sitcom weltberühmt und gehörten während ihrer Laufzeit zu den am besten verdienenden Schauspielern im US-Fernsehen. Für die erste Staffel erhielten alle sechs Hauptdarsteller pro Episode eine Gage von 22.500 US-Dollar, die sich über die Jahre kontinuierlich steigerte. Später handelten sie eine zusätzliche Gewinnbeteiligung und für die letzten beiden Staffeln eine Gage von einer Million US-Dollar pro Episode für jeden von ihnen aus. Laut dem Guinness-Buch der Rekorde von 2005 standen sie damit an der Spitze der bestbezahlten Serienstars.

Für ihre Rolle in Friends erhielt Aniston viele Kritikerpreise, darunter 1996 den Screen Actors Guild Award, 2002 den Emmy und 2003 den Golden Globe. In ihrem Ungeschminkt-Interview mit James Lipton im Juli 2011 sagte Aniston rückblickend über die Serie: „Es war einer der großartigsten Jobs, die ich je hatte. Er hat mir alles gegeben. Er hat mir dieses lächerlich gesegnete Leben und diese Karriere ermöglicht, und er hat mich so viel gelehrt, und es war die beste Zeit, die ich je hatte.“Original: “It’s one of the greatest jobs I ever had. It gave me everything. It gave me this ridiculously blessed life and career and it taught me so much, and it’s the best time I ever had.” Zitiert nach Aly Semigran: Jennifer Aniston Inside the Actors’ Studio. In: Entertainment Weekly. 7. Juli 2011, abgerufen am 14. März 2020.

Im Jahr 2004 wurde die Sitcom nach zehn erfolgreichen Jahren eingestellt. Das Serienfinale am 6. Mai 2004 wurde in den USA von 52,5 Mio. Zuschauern verfolgt.Scott Collins: A respectable sitcom send-off. In: The Los Angeles Times. 8. Mai 2004, abgerufen am 14. März 2020. Obwohl Aniston seit dem Ende von Friends überwiegend auf der Kinoleinwand zu sehen ist, kehrte sie gelegentlich auf den Fernsehbildschirm zurück und übernahm Gastrollen in Serien wie 30 Rock (2008) und Cougar Town (2010). Für ihren Gastauftritt bei 30 Rock wurde Aniston 2009 für einen Emmy nominiert.Kim Etingoff: Jennifer Aniston: From Friends to Films. Mason Crest, Broomall, PA 2013, ISBN 978-1-4222-2480-9, S. 58, 64.

Seit 2019 spielt sie an der Seite von Reese Witherspoon, Steve Carell und Billy Crudup in der Drama-Serie The Morning Show von Apple TV+ die fiktive Frühstücksfernsehmoderatorin Alex Levy, deren langjähriger Co-Moderator der sexuellen Nötigung und des Machtmissbrauchs am Arbeitsplatz bezichtigt wird. Für ihre darstellerische Leistung erhielt sie Lob von Kritikern, je eine Golden-Globe- und Emmy-Nominierung sowie die Auszeichnung mit dem Screen Actors Guild Award 2020 als beste Darstellerin in einer Dramaserie.

Filmkarriere 1990er Jahre Parallel zu den Dreharbeiten von Friends trieb Aniston ihre Kinokarriere voran. In der romantischen Komödie Café Blue Eyes – Schlafloses Verlangen (1996) spielte sie in einer Nebenrolle an der Seite von Ione Skye die Kellnerin Allison, die von einer Karriere in Hollywood träumt. Der San Francisco Chronicle schrieb über ihre Darstellung: „[Aniston] tut nichts außer alle paar Minuten anzutanzen, um ihren Charme zu versprühen und sehr, sehr, sehr hübsch auszusehen. Wer beschwert sich?“Original: “[Aniston] does nothing but waltz in every few minutes to throw her charm around and look very, very, very pretty. Who’s complaining?” Zitiert nach: Mick LaSalle: Talk Keeps `Insomniac' Up / DeBartolo's dialogue lively. In: San Francisco Chronicle. 26. Juni 1998, abgerufen am 14. März 2020. Im selben Jahr spielte sie neben Cameron Diaz und Edward Burns in dem Film She’s the One eine verlassene Ehefrau. Die New York Times lobte ihre Darstellung als „professionell“ und „wundervoll komisch“.Janet Maslin: A 2d Movie Is a Reprise Of a Debut, With Cash. In: The New York Times. 23. August 1996, abgerufen am 14. März 2020.