Der Bayerische Tischtennis-Verband e. V. (BTTV) ist der Zusammenschluss der Tischtennis-Vereine in Bayern und hat seinen Sitz in der bayerischen Landeshauptstadt München. Er wurde im Jahr 1945 gegründet und ist mit 102.277 Mitgliedern sowie 1.620 Vereinen (Stand 2011) der größte Landesverband innerhalb der Dachorganisation des Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB). Der BTTV gehört außerdem dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) an.
Der BTTV unterteilt sich seit der Strukturreform im Mai 2018 in vier Verbandsbereiche (Nordwest, Nordost, Südwest und Südost), die wiederum aus jeweils vier Bezirken bestehen.https://www.bttv.de/bezirke/ (abgerufen am 23. März 2019) Bis zur Strukturreform unterteilte sich der BTTV in die sieben Bezirke Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und Schwaben, diese Orientierung an den Regierungsbezirken in Bayern wurde mit der Strukturreform aufgegeben.
Das amtliche Organ des BTTV war von 1978 bis Juni 2005 die jeden Monat erscheinende Zeitschrift „bayern tischtennis“ (Nachfolger der Oberpfälzer TischtenniszeitungZeitschrift DTS, 1990/4 regional/Süd Seite 13), anschließend bis Ende 2009 das alle 2 Wochen erscheinende Online-Magazin „bayern tischtennis online“. Seit Ende 2005 veröffentlicht der BTTV im Abstand von meist 2 Wochen einen Newsletter, der auch per Mail an die Fachwarte, Spielleiter, Vereinsvertreter und sonstige Interessierte versendet wird.https://www.bttv.de/service/publikationen/ (abgerufen am 27. November 2017)
Historie und Entwicklung Nach dem Krieg wurde der heutige BTTV am 23. Oktober 1945 durch Siegfried Hoppichler als Landesvorsitzenden ins Leben gerufen. In der völlig zerbombten Turnhalle des MTV München von 1879 waren hier die Gebrüder Siegfried und Wolfgang Hoppichler und Georg Apfelbeck sowie Fritz Rosinus dabei. Alles aktive Spieler, die schon vor dem Krieg den Tischtennissport betrieben und diese Leidenschaft wieder aufleben lassen wollten.
Die Sportart gab es auch schon vor dem Krieg in Bayern. Bei der Gründung des Deutschen Tischtennis Bundes (DTTB) war noch kein bayerischer Verein dabei. Erst 1927 taucht mit dem Ping-Pong-Club Marktredwitz der erste bayerische Verein beim DTTB auf.
Unter Leitung von Hartel wurde in Bayern 1930 ein Tischtennis-Verband gegründet. Doch dieser verlor bereits 1936 seine Eigenständigkeit und wurde unter dem Naziregime dem Sportgau 16 angegliedert. Bis zur Neugründung nach dem Krieg gab es für die Bayern keine nennenswerten sportlichen Erfolge. Dies änderte sich jedoch schnell. So trug sich Walter Than 1951 als erster Deutscher Meister in die Siegerlisten ein. Ihm folgte zwei Jahre später Conny Freundorfer, der neunmal in Folge diesen Titel errang. Zusammen mit ihnen waren Spieler wie Poldi Holusek, Sepp Seiz, Hans Rockmeier, Matthäus Thurmaier, Peter von Pierer und Toni Breumaier ganz vorne in der deutschen Rangliste zu finden.
Ähnlich war auch das Bild bei den Mannschaftswettkämpfen. Der MTV München von 1879 gewann siebenmal die deutsche Meisterschaft und wurde später vom zweimaligen Titelträger TSV Milbertshofen abgelöst. Es dauerte lange, ehe die Rot-Weiß Klettham-Erding bei den Damen in den 1990er-Jahren drei Titel holte. Mit dem TTC Langweid hatte der BTTV eine zweite gute Mannschaft am Start, die ab 1996 insgesamt acht deutsche Meisterschaften einfuhr. Bei den Herren dauerte es bis zum Jahr 2005, ehe die Müller Würzburger Hofbräu nach langer Abstinenz den Titel holte.
Sportlich erlebten viele Vereine des BTTV ein Auf und Ab. Dies drückt sich auch in den Mitgliederzahlen aus. So wurden nach 25 Jahren Verbandsbestehen von den 1145 Mitgliedsvereinen ca. 50.000 Sportler für den Spielbetrieb gemeldet. Dies steigerte sich bis Ende der 1980er bzw. Anfang der 1990er Jahre auf ca. 2000 Vereine mit 120.000 Sportlern. Seither sind die Sportlerzahlen leicht rückgängig. Wie bei anderen Fachverbänden auch, so dürfte hier die demographische Entwicklung und die gesellschaftliche Individualisierung ein Stück dazu beitragen.
Aktuell gliedert sich das Verbandsgebiet in 7 Bezirke und 63 Kreise, wo sich über 1.200 ehrenamtliche Mitarbeiter als Fachwarte, Spielleiter und Schiedsrichter für den Verband einsetzen. Mit dem neuen Leitbild, einer dezentralen Kassenführung und Umstrukturierung der Finanzen sowie einem TÜV-Zertifikat für das Qualitätsmanagement der BTTV-Geschäftsstelle wurden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.Zeitschrift Bayern Tischtennis zum 50-jährigen Jubiläum, Seite 1–3
Im Juli 2017 wurde auf einem außerordentlichen Verbandstag eine Strukturreform beschlossen. Diese neue Struktur trat zum 1. Mai 2018 in Kraft,https://www.bttv.de/news/data/2017/07/09/bttv-delegierte-beschliessen-strukturreform/ (abgerufen am 27. November 2017) im Rahmen der Strukturreform wurden die bis dahin bestehenden 7 Bezirke und 63 Kreise aufgelöst und es entstanden 16 neue Bezirke aus im Schnitt 4 zuvor bestehenden Kreisen.
Einzelheiten 1958: Einführung einer Damenoberliga, bestehend aus acht VereinenZeitschrift DTS, 1958/15 Ausgabe West Seite 12 1958: Der Jugoslawe Tibor Harangozo wurde für 40 Tage als Trainer verpflichtet.Zeitschrift DTS, 1958/19 Ausgabe West Seite 3
Präsidium mini|Präsidium des Bayerischen Tischtennisverbands nach der Neuwahl beim Verbandstag 2011 in Bad Kissingen
Zum Präsidium gehören:https://www.bttv.de/ueber-uns/verband/praesidium/ (abgerufen am 27. November 2017) Präsident: Wolfgang Popp Vizepräsident: Gunther Czepera Vizepräsident: Konrad Grillmeyer Vizepräsident: Christoph Schmidt Vizepräsident Jugend: Marcus Nikolei
Zum Vorstand gehören:
Vorstandsvorsitzender: Carsten Matthias Vorstand: Nils Rack Vorstand: Martin Brugger
Vereine in der 1. Bundesliga In der 1. Bundesliga der Damen spielen ab der Saison 2011/12 der TSV Schwabhausen und der TTC Langweid. Der mehrfache Deutsche Meister und Champions-League-Sieger aus Langweid spielt nun wieder in der höchsten Klasse.
In der höchsten Spielklasse der Herren, der 1. Bundesliga, spielte nach dem Abstieg des TSV Gräfelfing kein bayerischer Verein. Gräfelfing hat seine 1. Herrenmannschaft in die Bayernliga zurückgezogen. Zuletzt hatte es in der Saison 2007/08 mit Müller Würzburger Hofbräu einen „rein bayerischen“ DTTL-Teilnehmer gegeben, während in der Saison 2008/09 mit dem TTC Müller Frickenhausen/Würzburg ein aus dem TTC Frickenhausen und Müller Würzburger Hofbräu gebildeter „Fusionsverein“ angetreten war.
Seit der Saison 2017/18 spielt die 1. Herrenmannschaft des TSV Bad Königshofen in der Tischtennis-Bundesliga, nachdem man im Jahr davor auf den Aufstieg verzichtete.
Ausbildung Der Verband bietet für seine Mitgliedsvereine und Spieler eine Vielzahl von Ausbildungsangebotenhttps://www.bttv.de/lehre/ (abgerufen am 27. November 2017) an. Im Mittelpunkt steht dabei die Traineraus- und Fortbildung:
Co-Trainer C-Trainer B-Trainer P-Trainer (Tischtennis-Präventions-Trainer = Tischtennis-Gesundheitssport)
Aber auch die Vereinsmanagerausbildung ist für den BTTV wichtig. So werden folgende Seminare angeboten:
Mannschaftsführerausbildung Jugendleiterausbildung Führungskräfte im Tischtennis-Verein und Verband
Mit Spielerlehrgängen für Kaderspieler sowie Tischtennis-Camps für ambitionierte Sportler wird das Ausbildungsangebot abgerundet.
Die Ausbildung von Spielern und Trainern findet in der Sportschule Oberhaching sowie dem im Jahr 1972 gegründeten Landesleistungszentrum Burglengenfeld statt.Claus Wagner: Geburtstag im Landesleistungszentrum, Zeitschrift DTS, 1992/12 regional/Süd Seite 1–2 -- Rudi Hirsch: 35 Jahre Landesleistungszentrum, Zeitschrift tischtennis, 2008/1 regional/Süd Seite 6 Auf Wunsch von Lehrgangsteilnehmern wurden die Ausbildungsorte sogar noch kundengerechter gestaltet. So besteht die Möglichkeit, die einzelnen Co-Trainermodule und den Aufbaulehrgang für die C-Trainerlizenz, an Wochenenden dezentral – also quasi vor Ort – zu absolvieren.
Als erster Mitgliedsverband begann der BTTV 1954 mit der Ausbildung von Schiedsrichtern.Zeitschrift DTS, 1954/17 Seite 11
Mitgliederentwicklung Jahr Vereine Mitglieder Mannschaften 1960Zeitschrift tischtennis, 2008/4 regional/Nord Seite 6 583 22.858 1987Zeitschrift DTS, 1988/9 dts regional/Süd Seite 10 2.001 117.197 1990Zeitschrift DTS, 1990/7 Seite 27 2.029 8.679 1995Zeitschrift DTS, 1995/4 Seite 26 1.745 8.618 2000 1.708 114.047 2006Zeitschrift DTS, 2007/1 Seite 42 1.660 108.004 2011 1.620 102.277
Bisherige Präsidenten (bis 1969 1. Vorsitzender) Siegfried Hoppichler (1945–1947) Fritz Rosinus (1947–1948) Walter Durst (1948–1951) Georg Apfelbeck (1951–1973) Rudi Gruber (1973–1988) Peter KuhnPaul Link: Ein Diener des Sports, Zeitschrift DTS, 1990/1 Seite 41 (1988–1994) Claus Wagner (1994–2016) (* 1946; † 2016)Bis 1990 Vorsitzender des Bezirks Mittelfranken, danach Vizepräsident des BTTV. Zeitschrift DTS, 1990/8 regional/Süd Seite 19 Konrad Grillmeyer (2016-–2024) Wolfgang Popp (seit 2025)
Alterspräsident Hermann Haagen (1969–1981) (* 24. Dezember 1910;Hermann Haagen wird 65, Zeitschrift DTS, 1975/24 S. 34 † 26. Mai 1981bayern tischtennis, Amtliche Mitteilungen des Bayerischen Tischtennis-Verbandes, 1995/10 50 Jahre BTTV, S. 68)
Landesmeisterschaften von Bayern In den Einzel- und Doppelwettbewerben gab es bisher folgende Sieger: