Gaisthal ist ein Gemeindeteil der Stadt Schönsee im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf in Bayern.
Geografie Das Kirchdorf Gaisthal liegt an der Nordwestseite des Frauensteins am Fluss AschaAlois Köppl: Altlandkreis Oberviechtach. Verlag Katzenstein-Gleiritsch, Gleiritsch 2018, Seite 271.. Die Hauptstraßen des Ortes sind die Staatsstraßen 2159 und 2152. Schönsee liegt rund 4,7 Kilometer Luftlinie entfernt.Eigene Messung beim BayernViewer Gaisthal liegt auf einer Höhe von rund .Nach Höhenlinienbild in interpoliert.
Geschichte Hofmark Der 1553 verstorbene Lehensherr Hanns Fuchs vermachte testamentarisch seinen Besitz den beiden Töchtern Anna und Maria Magdalena sowie deren Ehegatten David Fuchs von Wallburg zu Arnschwang und Georg von Murach auf Stamsried. Der böhmische Lehenhof widersetzte sich dieser Regelung, da die Lehen Reichenstein-Schönsee und Frauenstein Mannlehen warenEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 128. und die weiblichen Linien damit im Widerspruch standen. 1580 konnte der Lehensstreit beigelegt werden und Lehen sollten in Zukunft auch an weibliche Nachkommen vererbbar seinEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 129. Zum Lehen gehörten die zwei öden Schlösser Reichenstein und Frauenstein, die Stadt Schönsee und die Dörfer Weiding, Pondorf, Gaisthal, Schönau, Stadlern und Schwand mit dem Eisenhammer und die „ReicheMühl vunderm Schönsee gelegen“ mit allen ZugehörungenEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 129. Hanns Christoph Fuchs erwarb am 7. April 1587 für 12000 Gulden den halben Besitzanteil des verstorbenen Georg von Murach und wurde so Alleinbesitzer der Herrschaft Reichenstein-Schönsee. Dem 1603 verstorbenen Hanns Christoph Fuchs folgte dessen Sohn Hanns Friedrich Fuchs nach. Am 26. November 1605 erhielt dieser den kaiserlichen Lehenbrief über die Schlösser Frauenstein und Reichenstein, die Stadt Schönsee und die Dörfer Gaisthal, Pondorf, Stadlern, Schwand mit dem Eisenhammer und Weiding.Emma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 129. Ein weiterer Lehensbrief aus dem Jahre 1673 für Wenzel, Herzog von Sagan, Fürst von LobkowitzEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 132., nennt neben anderen Lehensbestandteilen das Dorf Gaisthal. Weitere Lehensherrn folgten. Am 21. Oktober 1790 erhielt laut Lehensbrief Maximilian Joseph Freiherr Karg von Bebenburg die beiden Schlösser Reichenstein und Frauenstein, Schönsee und mehrere Dörfer, darunter Gaisthal und die Eisenhämmer in Dietersberg und Obergaisthal zum LehenEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 135. Gaisthal unterstand 1792 neben Pondorf, Schönau und Weiding dem Herrschaftsgerichtsbezirk Frauenstein. Der Ort zählte 27 Anwesen in verschiedenen Größen. Dazu zählte auch die Einöde „Obergaisthal (Eisenhammer und Mühle)“Emma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 107.
Pfarrbezirk Gaisthal Josef Heckenstaller nennt in seinem Verzeichnis der Pfarreien, das in den Jahren 1780 bis 1787 entstanden ist, die Seelsorgeeinheiten mit den zugehörigen Orten. Das halbe Dorf Gaisthal diesseits der Ascha gehörte zu OberviechtachEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 65., während das halbe Dorf Gaisthal jenseits der Ascha von Schönsee aus seelsorgerisch betreut wurdeEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 67. 1882 entstand die Expositur Gaisthal.Emma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 228.
Gemeindegliederung 1818 entstand die Gemeinde Gaisthal, bestehend aus Gaisthal und dem Gaisthalerhammer. In den Jahren 1945/46 wurden die Gemeindeteile Rackenthal und RosenhofEmma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 211. von der aufgelösten Gemeinde Pirkhof in die Gemeinde Gaisthal eingegliedert. Am 1. Januar 1975 kam die Gemeinde Gaisthal zur Stadt Schönsee.
Einwohnerentwicklung Die ehemals eigenständige Gemeinde Gaisthal wurde im Jahre 1975 aufgelöst. + Einwohnerentwicklung in der Gemeinde Gaisthal (1840 bis 1961)Emma Mages: Oberviechtach. In: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Reihe I, Heft 61, S. 224. Jahr 1840 1861 1880 1900 1910 1919 1939 1946Eingemeindung von Rackenthal und Rosenhof 1952 1961 Einwohner 383 452 495 425 420 369 336 623 602 411
Sehenswürdigkeiten Katholische Expositurkirche St. Laurentius Frauenstein Reste der Burgruine Frauenstein siehe auch Gaisthaler Hammer
Bilder
Baudenkmäler
Literatur
Teresa Guggenmoos: Stadt Schönsee. Verlag der Stadt Schönsee, Schönsee 1981. Heribert Batzl (Hrsg.): Der Landkreis Oberviechtach in Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft R. Alfred Hoeppner, Aßling/Obb. und München 1970. Alois Köppl: Altlandkreis Oberviechtach. Verlag Katzenstein-Gleiritsch, Gleiritsch 2018, ISBN 978-3-9819712-0-0 Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1 Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7.
Weblinks
Homepage der Ortschaft Gaisthal
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Schönsee) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schwandorf) Kategorie:Gemeindeauflösung 1975