mini|300px|Schloss Lütetsburg mini|Zweisprachiges Ortsschild Die Gemeinde Lütetsburg (ostfriesisch-plattdeutsch Lütsbörg) ist Mitglied des Gemeindeverbandes Samtgemeinde Hage im Landkreis Aurich im nördlichen Ostfriesland und liegt zwischen der Stadt Norden und dem Flecken Hage. Besondere Sehenswürdigkeit des Ortes ist ein Wasserschloss mit angrenzendem Landschaftsgarten.

Geologie und Geografie Die Gemeinde befindet sich größtenteils auf Gley-Podsol-Böden mit Plaggenauflage, die in Lütetsburg bis auf Höhen von bis zu 2,3 Meter über Normalnull (NN) ansteigen. Im Osten und Westen grenzt ein Gebiet mit Plaggenesch (unterlagert von Podsol-Gley) an, im Norden ein Areal mit Gley-Grund.Ortschronisten der Ostfriesischen Landschaft: Lütetsburg, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich (PDF; 686 kB), eingesehen am 23. Mai 2013. Insgesamt bedeckt die Gemarkung eine Fläche von 16,73 Quadratkilometern.Samtgemeinde Hage: Gemeinde Lütetsburg, abgerufen am 29. April 2019. Die Streusiedlung befindet sich etwa zwei Kilometer westlich von Hage und rund drei Kilometer östlich von Norden. Zur Gemeinde Lütetsburg gehören neben dem namensgebenden Hauptort noch die Nebenorte, Kolonien und Wohnplätze Hilgenbur, Moorriege, Sandhöchte, Tidofeld und Westekelbur. Insgesamt hat die Gemeinde 782 Einwohner. Lütetsburg liegt an der Bahnstrecke Emden–Jever, auf der zwischen Norden und Dornum eine Museumsbahn verkehrt.

Geschichte In Lütetsburg stand schon vor 1373 ein „Uthof“ (=Außenhof) des Häuptlingsgeschlechtes Manninga. Diesen baute Lütet Manninga um 1400 zur Burg aus. Er wurde damit zum Namensgeber der sich um das Anwesen entwickelnden Ortschaft. Diese wird 1433 erstmals als Lützborch, Lutzborch oder Lutetzborch urkundlich erwähnt. Der heutige Name ist seit 1852 amtlich. Lütetsburg ist seit 1588 der Stammsitz der Grafen von Inn- und Knyphausen.

Im Jahre 1965 schlossen sich die Gemeinden Berum, Blandorf-Wichte, Hage, Lütetsburg und Westdorf zu einer Samtgemeinde zusammen. Am 3. Mai 1965 erklärte der Rat des Fleckens Hage seinen Beitritt. Zur Gemeinde Lütetsburg gehörte damals noch der Ortsteil Bargebur, der 1972 im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform an die Stadt Norden abgetreten wurde.

Lütetsburg wurde durch einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Emden–Jever erschlossen. Auf dem Abschnitt Norden-Lütesburg-Dornum verkehrt in der Sommersaison eine Museumseisenbahn.

Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Lütetsburg besteht aus neun Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 501 und 1000 Einwohnern.Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 1. November 2011; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 17. August 2024. Die neun Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2026 und endet am 31. Oktober 2031.

Die letzte Kommunalwahl vom 12. September 2026 ergab das folgende Ergebnis:

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Vereinigte Bürgerliste Lütetsburg (VBL) 51,61 % 5 CDU 14,32 % 1 AfD 14,15 % 1 SPD 11,10 % 1 Bündnis 90/Die Grünen 8,81 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2026 lag mit 64,04 % geringfügig über dem niedersächsischen Landesdurchschnitt von 64,6 %.

Bei der Kommunalwahl 2021 lag sie mit 63,61 % ebenfalls über dem niedersächsischen Durchschnitt von 57,1 %. Zum Vergleich – die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 62,71 % über dem niedersächsischen Durchschnitt.hna.de: Kommunalwahlen: Alle Infos, alle Ergebnisse, abgerufen am 31. Dezember 2016. Bei der vorherigen Kommunalwahl vom 11. September 2011 lag die Wahlbeteiligung bei 56,06 %.Gemeinde Lütetsburg – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 31. Dezember 2016

Bürgermeister Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Gerd Mammen (Vereinigte Bürgerliste Lütetsburg (VBL)) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.Samtgemeinde Hage – Gemeindeorgane, abgerufen am 22. Januar 2017

Wappen 95px|links|mini|Wappenversion lt. SG Hage

Flagge 100px Hissflagge:„Die Flagge ist weiß-grün geteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte.“Flagge der Gemeinde Lütetsburg

Sehenswürdigkeiten Das Schloss Lütetsburg, namensgebend für die Gemeinde, ist ein Wasserschloss mit Vorburg und bedeutendem Park.Schlosspark Lütetsburg: Ein Landschaftsgarten als Kunstwerk und als Lebensform, abgerufen am 29. April 2019.Der Parkgründer: Reichsfreiherr Edzard Mauritz zu Inn- und Knyphausen (1748 – 1824), abgerufen am 29. April 2019.

Der 1790–1813 von Edzard Moritz Freiherr von Inn- und Knyphausen angelegte Landschaftsgarten am Schloss gilt als außergewöhnliches Gartenkunstwerk. Mit 30 Hektar altem Baumbestand, seltenen Exoten, Rhododendren und Azaleen ist er einer der größten in Norddeutschland. Der Lütetsburger Park zählt zu den wenigen auf dem Kontinent erhaltenen frühromantischen Schlossparks.

Söhne und Töchter (Auswahl) Dodo zu Innhausen und Knyphausen (1583–1636), Feldherr im Dreißigjährigen Krieg Philipp Wilhelm von Innhausen und Knyphausen (1591–1652), Edelherr und Großgrundbesitzer Carl Philipp zu Innhausen und Knyphausen (1711–1784), Edelherr und Großgrundbesitzer Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen (1716–1800), General der Subsidientruppen Hessen-Kassels unter britischem Oberbefehl im nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen George Washington Edzard Moritz zu Innhausen und Knyphausen (1748–1824), Edelherr, Großgrundbesitzer und Präsident der Ostfriesischen Landschaft Carl Wilhelm Georg zu Innhausen und Knyphausen (1784–1860), Kammerherr, Gesandter des Königreichs Hannover Dodo Fürst zu Innhausen und Knyphausen (1876–1931), Edelherr, Großgrundbesitzer und Politiker Gretje Ahlrichs (1917–2012), Angestellte der Stadt Mannheim, entscheidend beteiligt an der telefonischen Übergabe der Stadt an die Alliierten Streitkräfte 1945

Literatur

Wolfgang Kehn (Hrsg.): Der Schloßgarten zu Lütetsburg. Mit Beiträgen von Wolfgang Kehn und Birgit Alberts, (Worms 1998) [= Die Gartenkunst 1998, H. 1, S. 1–73]. Gerhard Canzler: Schloss Lütetsburg, Verlag H. Risius KG, Weener (Ems), 2007, ISBN 978-3-88761-105-7, 176 Seiten

Weblinks

Beschreibung von Lütetsburg in der Historischen Ortsdatenbank der Ostfriesischen Landschaft Luftkurort Hage Alte Fotos aus Lütetsburg

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Aurich

Kategorie:Staatlich anerkannter Luftkurort in Niedersachsen Kategorie:Ersterwähnung 1433