Das Margot-Friedländer-Gymnasium (kurz: MFG) ist ein Gymnasium in der Straße Am Landschaftspark Gatow 40 im Berliner Ortsteil Kladow des Bezirks Spandau. An der Schule werden rund 1120 Schüler unterrichtet. Bis 2026 hieß die Schule Hans-Carossa-Gymnasium.
Geschichte Die Schule ist seit dem Jahr 2000 in Kladow ansässig. Davor hatte sie ihren Standort in Hakenfelde. Im Jahr 2014 wurde der Schulkomplex des damaligen Hans-Carossa-Gymnasiums um einen eigenen Mensa-Neubau erweitert.
Das Gymnasium war bis 2026 nach dem Arzt und Schriftsteller Hans Carossa benannt. Der Schulname sollte bereits 2022 geändert werden, da sich Hans Carossa von den Nationalsozialisten instrumentalisieren ließ und in die „Gottbegnadeten-Liste“ des NS-Regimes aufgenommen wurde.Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 94. Der Antrag scheiterte in den zuständigen Gremien der Schulgemeinde. Während die Lehrerschaft mit einer Mehrheit von 83 % für die Umbenennung votierte, lehnten 64 % der Schüler und 57 % der Eltern den Antrag auf Umbenennung ab.vgl. Brief des Rektors auf der Homepage der Schule, ferner Kladow: Hans-Carossa-Gymnasium soll umbenannt werden. In: Berliner Morgenpost, 11. Februar 2022, Auszüge aus dem Interview des Schulleiters Henning Rußbült. In: Tagesspiegel, 1. März 2022; das vollständige Interview des Schulleiters im Tagesspiegel, 1. März 2022; sowie
Im September 2025 beantragte die Schule bei der Margot Friedländer Stiftung ihre Umbenennung zu ‚Margot-Friedländer-Gymnasium‘. Die am 9. Mai 2025 gestorbene Holocaust-Überlebende Margot Friedländer hatte die Schule mehrfach zu Gesprächen mit Schülern besucht und der Benennung der Schule zugestimmt.André Görke: „Margot-Friedländer-Gymnasium“: Berliner Oberschule will sich umbenennen. Bei: Tagesspiegel Online, 16. September 2025, abgerufen am 23. September 2023. Die Schulkonferenz beschloss eine Umbenennung nach Margot Friedländer zum Schuljahr 2026/27, woraufhin die Zustimmung des Bezirksamtes Spandau am 17. Februar 2026 erfolgte. Die Umbenennung trat zum 1. August 2026 in Kraft.
Schulprofil Das Margot-Friedländer-Gymnasium wurde von der Stiftung für Umwelterziehung als Umweltschule in Europa ausgezeichnet. Folgende Projekte haben zur Auszeichnung beigetragen: Die Teilnehmer der Mikrokosmos-AG haben eine Dauerausstellung für den Verwaltungstrakt der Schule erarbeitet. Mit der Teilnahme am GEO-Tag der Artenvielfalt haben die Schüler gelernt, mit Bestimmungsbüchern umzugehen. Mit dem Bau einer Trockenmauer am Projekttag haben die Schüler die Bedeutung von selten gewordenen Biotopen kennengelernt. Seit 2011 wird an dem Gymnasium eine Debating AG angeboten, die in den letzten Jahren sehr erfolgreich an mehreren Wettbewerben teilgenommen hat. Es werden verschiedene Arbeitsgruppen wie beispielsweise Englisch Theater AG, Tennis, Chor angeboten. Die Klassen gehen seit 2018 von a bis f.
Die Schule zeichnet sich durch zwei spezialisierte Zweige ab Klasse 5 aus. In der a-Klasse wird bilingual unterrichtet (d. h. ab Klasse 5 verstärkt Englisch und Französisch, ab Klasse 7 Geografie auf Englisch; ab Klasse 9 Geschichte auf Englisch). Die b-Klassen erhalten verstärkten naturwissenschaftlichen Unterricht (d. h. mehr Naturwissenschaftliche Unterrichtsstunden als andere Klassen; in Klasse 8 Biologie auf Englisch). Ab der Klasse 8 werden zusätzlich Spanisch und Latein als Wahlpflichtfächer angeboten.Wahlpflichtfächer bei hcg-berlin.de
Das Gymnasium wurde mehrfach als MINT-freundliche Schule ausgezeichnet. Ebenfalls gilt es als Erasmus+ Schule.
Das Margot-Friedländer-Gymnasium beteiligt sich am Schulversuch „Hybride Formen des Lehrens und Lernens“, der von der Senatsverwaltung für Bildung initiiert und der Humboldt-Universität evaluiert wird und auf die Entwicklung und Erprobung neuer digitaler Lernformen abzielt.
Weblinks
Website des Margot-Friedländer-Gymnasiums Informationen über Umweltschulen in Europa The first showcase debate in Berlin (englisch)
Einzelnachweise
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