Die Dill ist ein 55 km langer, nördlicher und orographisch rechter Nebenfluss der Lahn im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Name Die ersten urkundlichen Erwähnungen der Dill waren Filina (790), ubi ipsa influit Dillenam (1048) und Dilna (1225 1248). Das F- im Erstbeleg wird allgemein als Verschreibung angesehen. Bei dem Namen handelt es sich um eine n-Ableitung zur germanischen Wurzel *þeli- 'Grund, Boden, Brett'.

Geographie Quelle mini|links|Die Quelle der Dill Die Dill entspringt etwa 1,8 km nordwestlich von Offdilln am Südosthang der Haincher Höhe auf einer Höhe von . Da sie hoch am hier gratartigen Rothaarkamm entspringt, hat die Quelle, vermutlich eine Schichtquelle, ein sehr kleines Wassereinzugsgebiet und nur geringe Schüttung. Sie ist großzügig in eine Mauer aus Sandsteinen gefasst, neben ihr ist ein Stein mit der Aufschrift ‚Dill-Quelle‘ in den Boden eingelassen.

Verlauf

Die Dill durchfließt den mit einem Namensteil nach ihr benannten Lahn-Dill-Kreis über Dillenburg und Herborn in südlicher Richtung. Nach 55 km mündet sie auf in Wetzlar in die Lahn. Das dabei durchlaufene Höhenintervall von 420 m entspricht einem mittleren Sohlgefälle von 7,6 ‰.

Die Dill hat vielen Orten an ihrem Lauf ihren Namen gegeben; so gibt es am Oberlauf die Orte Offdilln, Dillbrecht und Fellerdilln. Bei Rodenbach mündet der dort ähnlich große Roßbach in die Dill, die sich dann an der Stadt Haiger vorbei in Richtung Dillenburg wendet; letztere war Kreisstadt des einstigen Dillkreises und ehemalige Residenzstadt des Hauses Nassau-Oranien. Der weitere Verlauf der Dill führt über Herborn und Ehringshausen (mit nach dem Fluss benannten Ortsteil Dillheim) nach Wetzlar, wo sie in die Lahn mündet.

Flusslänge Für die Dill wird vielfach als Länge 68 km angegeben, so im Meyers Konversationslexikon von 1885 bis 1892Meyers Konversationslexikon von 1885 bis 1892 wie auch in zahlreichen neueren Lexika. Hierbei handelt es sich jedoch um eine falsche Angabe, wie sich anhand der Stationierungspunkte des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie nachvollziehen lässt.

Einzugsgebiet und Nebenflüsse

Die Dill entwässert ein 717 km² großes Gebiet, das die östlichen Ausläufer des Westerwaldes und die südlichen Ausläufer des Rothaargebirges umfasst.

Der Dill, dem zweitlängsten und mit 9513,9 l/s wasserreichsten Nebenfluss der Lahn, fließen zahlreiche, teils sehr kurze Nebenflüsse zu. Längster Nebenfluss ist die Dietzhölze mit einer Länge von 23,8 km. Die Aar hat mit 148,756 km² jedoch das deutlich größere Einzugsgebiet und eine knapp größere durchschnittliche Abflussmenge.

Im Folgenden werden die größeren Nebenflüsse mit der orographischen Lage und Höhe der Mündung, der Flusslänge, der Größe des Einzugsgebiets, dem jahresdurchschnittlichen Abfluss und der Gewässerkennzahl genannt. Die Reihenfolge der Nennung erfolgt von der Quelle zur Mündung. (Zur besseren Übersicht bzw. zur Sortierung flussabwärts sind in die DGKZ-Ziffern nach der 2584 - Dill - Bindestriche eingefügt!)

Name Lage Länge[km] Einzugsgebiet[km²] Abfluss(MQ) [l/s] Mündungshöhe[m. ü. NHN] DGKZ Ortsbach* links 1,6 1,5 399 2584-11192 Roßbach links 10,1 21,970 391,6 286 2584-12 Treisbach rechts 4,7 13,134 201,1 274 2584-14 Haigerbach (Ketzerbach) rechts 15,5 52,009 1013,7 262 2584-2 Aubach rechts 15,8 31,322 620,3 262 2584-32 Hengstbach links 4,5 8,525 99,1 242 2584-34 Dietzhölze links 23,8 88,440 1431,4 235 2584-4 Nanzenbach links 10,8 11,510 146,4 226 2584-54 Schelde links 12,0 35,028 425,9 221 2584-56 Aar links 20,6 148,756 1602,2 210 2584-6 Amdorfbach rechts 15,9 54,371 781,5 210 2584-72 Rehbach rechts 20,3 48,659 828,3 196 2584-8 Stippbach links 6,2 5,501 48,6 190 2584-912 Lemp links 11,7 34,966 274,3 170 2584-92 Mühlbach rechts 3,1 5,810 49,3 170 2584-94 Bechlinger Bach links 6,5 9,874 81,0 163 2584-96 Bombach links 6,3 6,2 159 2584-9712 Blasbach links 7,7 15,560 114,7 152 2584-98 (*: Einzugsgebiet grob abgeschätzt)

Hochwasserkatastrophe von 1984 Anfang Februar 1984 kam es im Dilltal zu einer Hochwasserkatastrophe. Das Ereignis kann nach Betrachtung der historischen Wasserstandsaufzeichnungen und Quellen als Jahrhunderthochwasser bezeichnet werden. In der Folge wurden die Ursachen untersucht, so der Wandel der Landnutzung (Zunahme von Monokulturen) und Eingriffe am natürlichen Flusslauf (Begradigungen seit Mitte des 19. Jahrhunderts), Verringerung der Rückhalteräume durch Landnutzung und die Flächenversiegelung.

Dies führte letztlich zu einer nachhaltigen Hochwasserschutzplanung für das Dilltal und benachbarte Gebiete mit den entsprechenden Gegenmaßnahmen wie Flächenentsiegelung und Renaturierung. Die ergriffenen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen helfen, die Hochwassergefahr im Dilltal zu vermindern. Zu diesen gehört die Haigerbachtalsperre an einem Nebenfluss der Dill, ein sogenanntes grünes Becken. Eine weitere weitgehend naturverträgliche Lösung ist auch die 1984–1991 erbaute Aartalsperre bei Bischoffen, deren Vorbecken nun zugleich ein Feuchtgebiet ist.

Verkehr Parallel zum Dilltal laufen wichtige Verkehrsadern, darunter die BAB 45, die Bundesstraße 277 und die Dillstrecke der Bahn.

Einzelnachweise

Weblinks

(alter Steckbrief mit Abflussdaten)

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