mini|300px|Dillenburg mit Wilhelmsturm und Altstadt, rechts die Autobahn 45, links hinten das Wohngebiet „Hof Feldbach“
Dillenburg ist eine Mittelstadt im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. Sie ist ein Mittelzentrum und war Kreisstadt des ehemaligen Dillkreises. Die Stadt ist Endpunkt des Fernwanderwegs Rothaarsteig und liegt an der deutsch-niederländischen Ferienstraße Oranier-Route sowie der Deutschen Fachwerkstraße. Sie trägt seit dem 2. November 2017 die amtliche Zusatzbezeichnung Oranienstadt.
Geografie mini|Dill mit Dillturm
Geografische Lage Dillenburg liegt im Dilltal längs der Dill und der im Norden der Stadt mündenden Dietzhölze, im Süden der Stadt münden die aus dem Schelder Wald kommenden Zuflüsse Nanzenbach und Schelde. Die Dill stellt dabei die Nahtstelle vom Westerwald im Westen und Gladenbacher Bergland im Osten dar, zu welchem unter anderem auch der Schelder Wald gehört. Nordwestlich der Stadt, zwischen Dill und Dietzhölze, erhebt sich die Struth als Ausläufer des Rothaargebirges. Der auf Dillenburger Stadtgebiet, zwischen der Kernstadt und dem Ortsteil Manderbach, liegende Galgenberg kann dabei als die südlichste Erhebung des Rothaargebirges angesehen werden.
Nachbargemeinden Dillenburg grenzt im Norden an die Gemeinde Eschenburg, im Osten an die Gemeinde Siegbach, im Süden an die Stadt Herborn und die Gemeinde Breitscheid sowie im Westen an die Stadt Haiger. Alle Nachbargemeinden befinden sich im Lahn-Dill-Kreis im Land Hessen.
Stadtgliederung OrtsteilWappenLuftaufnahmeBeschreibungEinwohnerzahlUrkundliche ErstnennungDillenburgzentriert|rahmenlos|54x54pxrahmenlos|150x150pxDie Kernstadt Dillenburg befindet sich im Dilltal zwischen Niederscheld und Sechshelden. Durch den Ort führt die Bundesstraße 277. Im südlichen und im nordwestlichen Teil des Ortes befinden sich Industriegebiete. Über dem Ort thront der Wilhelmsturm.96251254Donsbachzentriert|rahmenlos|54x54pxrahmenlos|150x150pxDonsbach liegt im Tal des gleichnamigen Bachs zwischen Haiger, Uckersdorf und der Kernstadt, von welcher der Ort rund 4 km entfernt liegt. Die Kreisstraße 39 verbindet den Ort mit Dillenburg und Burg bzw. Uckersdorf und die K 40 mit Haiger.14531048Eibachzentriert|rahmenlos|58x58pxrahmenlos|150x150pxEibach liegt im Tal des Eibachs, nordöstlich der Kernstadt. Mit dieser ist der Ort über die Kreisstraße 38 verbunden, mit Niederscheld über die K 52.11151313Frohnhausenzentriert|rahmenlos|50x50pxrahmenlos|150x150pxFrohnhausen liegt an der Bundesstraße 253 zwischen Wissenbach und Dillenburg. Über die Kreisstraßen 50 und 48 ist der Ort noch mit Manderbach und Oberroßbach bzw. Weidelbach verbunden. Am Ort vorbei fließt die Dietzhölze.38521340Manderbachzentriert|rahmenlos|55x55pxrahmenlos|150x150pxManderbach liegt zwischen Sechshelden, Frohnhausen und der Kernstadt. Verbunden mit diesen Orten ist Manderbach über die Kreisstraßen 49, 50 und 3624591225Nanzenbachzentriert|rahmenlos|56x56pxrahmenlos|150x150pxNanzenbach liegt im Tal des gleichnamigen Baches zwischen Dillenburg und Hirzenhain. Mit diesen Orten ist Nanzenbach über die Landesstraße 3362 verbunden.10341255Niederscheldzentriert|rahmenlos|54x54pxrahmenlos|150x150pxNiederscheld liegt zwischen Burg und Dillenburg an der Dill und der Bundesstraße 277. Durch den Ort verläuft die Schelde und die Landesstraße 3042, welche den Ort mit Oberscheld verbindet. Außerdem zweigt hier die K 52 nach Eibach ab.19451274Oberscheldzentriert|rahmenlos|61x61pxrahmenlos|150x150pxOberscheld liegt im Scheldetal. Mit Niederscheld und Hirzenhain ist der Ort über die L 3042 verbunden und mit Siegbach über die L 3363.19871444
Geschichte mini|Dillenburg – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655 mini|Dillenburg 1840 mini|Dillenburg um 1900 mini|In der Dillenburger Innenstadt mini|Stadtansicht nach Norden vom Wilhelmsturm mini|Stadtansicht nach Süden vom gleichen Standort
Stadtgeschichte Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung war im Jahr 1254. Nur 90 Jahre später, im Jahr 1344, erhielt Dillenburg durch Kaiser Ludwig IV. den Bayern die Stadtrechte.
Dillenburg war Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau. Auf dem heutigen Schlossberg wurde Ende des 13. Jahrhunderts bzw. Anfang des 14. Jahrhunderts die Dillenburg erbaut. Diese Burg hatte für das Haus Nassau eine hohe Bedeutung, da sie im Gegensatz zur Burg Herborn kein Lehen der Landgrafen von Hessen, sondern eine Eigenburg war. Es gibt keine Abbildungen von dieser Burg, da sie vermutlich aus Holz gebaut war und in der Dernbacher Fehde um das Jahr 1323 zerstört wurde.
Im 16. Jahrhundert entstand an der Stelle der alten Burg mit dem Dillenburger Schloss die Hauptresidenz der Grafen von Nassau-Dillenburg, die ab 1536 gleichzeitig zu einer modernen Festung ausgebaut wurde. Aus dem Exil im Schloss organisierte der in Dillenburg geborene Wilhelm von Oranien den Widerstand der Niederlande gegen Spanien (1567–1572), was heute noch das niederländische Königshaus mit der Stadt verbindet. Das Land wurde durch einen Präsidenten der Regierung des Hauses Nassau-Dillenburg verwaltet. Einer der letzten Präsidenten war Freiherr Georg Ernst Ludwig von Preuschen von und zu Liebenstein.
Ein Stadtbrand verheerte im Jahr 1723 große Teile der Stadt. Mehr als 200 Gebäude fielen den Flammen zum Opfer. Viele der Fachwerkhäuser, die nach dem Brand aufgebaut wurden, stehen noch heute.
Im Siebenjährigen Krieg wurde das Dillenburger Schloss 1760 zerstört. Aus den Resten des Schlosses wurden die Gebäude an der Wilhelmstraße erbaut. Am 8. Juni 2010 wurde bekannt, dass die Wilhelmstraße – wie beispielsweise auch der Wilhelmsturm – fortan dem Schutz der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten unterliegt.Druckausgabe der Dill-Zeitung vom 8. Juni 2011 In der Wilhelmstraße befindet sich das Hessische Landgestüt.
Die Kasematten unter dem ehemaligen Schloss aus dem 16. Jahrhundert sind zum Teil erhalten und gehören zu den größten unterirdischen Verteidigungsanlagen in Europa. Die Kasematten boten in Kriegszeiten Quartier für über 2000 Soldaten. Sie sind teilweise wieder freigelegt und in einem Rundgang begehbar. Auch sie – wie auch die „Villa Grün“ – unterliegen fortan der Haager Konvention.
Im Herzogtum Nassau war Dillenburg Sitz des Amtes Dillenburg und des Hofgerichtes Dillenburg.
Im Jahr 1875 wurde der Wilhelmsturm, heute Wahrzeichen Dillenburgs, auf dem Schlossberg vollendet. Der Turm soll an Wilhelm von Oranien erinnern.
Im 19. Jahrhundert hielt mit dem Bau der Sieg-Dill-Strecke als Teil der Eisenbahnlinie von Gießen nach Köln die industrielle Revolution Einzug. Einen Aufschwung erlebte die Region durch die Nutzung der an Lahn, Dill und Sieg gefundenen Eisenerze. Zahlreiche Betriebe des Berg- und Hüttenwesens und der Metallverarbeitung entstanden. In dieser Zeit wurden viele von Dillenburg ausgehende Nebenstrecken gebaut, unter anderem nach Gönnern und Ewersbach. Diese Strecken sind mittlerweile wieder stillgelegt worden. Die Strecke nach Gönnern wurde bereits 1987 stillgelegt und komplett zurückgebaut. Das in der Dampflokzeit für die vielen Nebenstrecken notwendige Bahnbetriebswerk wurde 1983 geschlossen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Dillenburg mit seinem heute stillgelegten Rangierbahnhof Ziel alliierter Bombenangriffe. Die Erzförderung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend unrentabel. 1968 stellte der letzte Hochofen im Stadtteil Oberscheld seinen Betrieb ein.
Bei einem Unwetter am 17. September 2006 gingen 103 Liter Regen auf dem Quadratmeter nieder. Die Dill und ihr Nebenfluss Schelde traten über die Ufer und überschwemmten insbesondere die Stadtteile Ober- und Niederscheld. Über 1000 Keller liefen voll, auch das Kreiskrankenhaus wurde beschädigt und musste teilweise evakuiert werden. Der Gesamtschaden belief sich auf weit über 20 Millionen Euro. Im Jahr 2007 wurde als Ortsumgehung der B 277 der Schlossbergtunnel eröffnet. Dieser verläuft unterhalb des Schlossberges und umgeht so die historische Fachwerkaltstadt.
Im November 2017 verlieh der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, der Stadt die Stadtnamensergänzung „Oranienstadt“. In: Webauftritt der Stadt Dillenburg. Die neue Bezeichnung ist nach Paragraph 13 Absatz 2 der Hessischen Gemeindeordnung fester Bestandteil des Gemeindenamens (zu vergleichen mit „am Main“ bei Frankfurt am Main). Damit wird auf die herausragende historische Stellung Dillenburgs als Stammsitz des oranischen Zweiges des Hauses Nassau Bezug genommen. Wilhelm von Oranien, der „Vater“ der Niederlande, wurde in Dillenburg geboren.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Dillenburg angehört(e):
vor 1739: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft/Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Dillenburg ab 1739: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Diez, Amt Dillenburg 1806–1813: Großherzogtum Berg, Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Dillenburg 1813–1815: Fürstentum Dillenburg, Amt Dillenburg ab 1816: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HerbornAbtrennung der Justiz (Justizamt Dillenburg) bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Dillenburg ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, DillkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Dillenburg) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Dillenburg ab 1933: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Dillkreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Dillkreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Dillkreis ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden auf freiwilliger Basis am 1. Oktober 1971 die selbständige Gemeinde Eibach, am 31. Dezember 1971 die Gemeinde Manderbach und am 1. April 1972 die Gemeinde Nanzenbach nach Dillenburg eingemeindet. Es folgten am 1. Januar 1977 die Gemeinden Donsbach, Frohnhausen, Niederscheld und Oberscheld durch das Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Landkreis Wetzlar und der Städte Gießen und Wetzlar. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt von Dillenburg wurden je ein Ortsbezirk gebildet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011