mini|Blick vom Turm des Bergbaumuseums Bexbach Bexbach () ist eine saarländische Stadt im Saarpfalz-Kreis. Sie hat etwa 19.000 Einwohner und grenzt mit dem Stadtteil Höchen an das Land Rheinland-Pfalz.

Geographie Geographische Lage Bexbach liegt im Saarpfalz-Kreis zwischen den beiden Kreisstädten Homburg und Neunkirchen und etwa 25 km nordöstlich der Landeshauptstadt Saarbrücken. Durchs Stadtgebiet fließt der Bexbach zur Blies. Der Höcherberg, auf dem die Ortsteile Frankenholz und Höchen liegen, ist die höchste Erhebung im südöstlichen Saarland.

Durch die im Stadtteil Höchen gelegene Bergehalde Schacht III als eine von weitem sichtbare Landmarke ist der Höcherberg und somit Bexbach auch aus großer Ferne gut zu erkennen. Diese stellt die höchstgelegene Steinkohlenbergehalde Deutschlands dar mit einer Gipfelhöhe von .

Fläche Wert Gebäude- und Freifläche 23,3 % Betriebsfläche 1,7 % Erholungsfläche 0,9 % Verkehrsfläche 6,4 % Landwirtschaftsfläche 34,1 % Waldfläche 28,9 % Wasserfläche 0,3 % Flächen anderer Nutzung 4,2 % Total 31,09 km² Stand: September 2014Stadt Bexbach: Strukturdaten, abgerufen am 5. März 2026

Klima Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Bexbach beträgt 8–9 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 750–800 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August; die kältesten Januar und Februar.

Nachbargemeinden Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bexbach: Homburg mit den Stadtteilen Jägersburg, Reiskirchen, Altbreitenfelderhof und Websweiler Kirkel mit den Ortsteilen Altstadt und Limbach Neunkirchen mit den Stadtteilen Wellesweiler, Hangard und Münchwies Ottweiler mit dem Stadtteil Lautenbach Waldmohr und Dunzweiler (Rheinland-Pfalz)

Stadtgliederung Die Stadt Bexbach besteht aus der Innenstadt sowie den Stadtteilen Frankenholz, Höchen, Kleinottweiler, Niederbexbach und Oberbexbach.

Einwohnerzahlen Stand 1. Januar 2026: Stadtteil Einwohner Bexbach 8.169 Frankenholz 2.286 Höchen 1.739 Kleinottweiler 1.129 Niederbexbach 1.116 Oberbexbach 4.488 Gesamt 18.830

Geschichte Von den Ortsteilen der heutigen Stadt Bexbach wurde (Mittel-)Bexbach 1219 erstmals urkundlich erwähnt, 1221 Kleinottweiler, 1261 Höchen und 1310 Ober- und Niederbexbach, 1697 Frankenholz.

Seit dem Homburger Austausch von 1755 gehörten Mittelbexbach, Niederbexbach, Oberbexbach und Frankenholz zum nassau-saarbrückischen Oberamt Ottweiler, Höchen und Kleinottweiler gehörten zum pfalz-zweibrückischen Oberamt Homburg.

1789 brachte die Französische Revolution neue Hoffnungen für die unter der Feudalherrschaft leidenden Menschen. Die Revolutionskriege leiteten eine neue gesellschaftliche und staatliche Ordnung ein.

1793 teilte die französische Verwaltung die Mairie (Bürgermeisterei) Mittelbexbach der Mairie Limbach zu. 1797 trat seitens des französischen Staates eine erste Verwaltungsreform in Kraft. Folglich entstand 1798 das Département de la Sarre mit 31 Kantonen. Die 600 Einwohner Bexbachs gehörten größtenteils zu dem Kanton Waldmohr. Als ausnahmslose Amtssprache wurde Französisch eingeführt.

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons bei Waterloo wurde 1816 das Stadtgebiet dem Rheinkreis des Königreichs Bayern zugeordnet. 1848 erhielt Mittelbexbach wieder eine eigene Bürgermeisterei, zu der auch schon damals die Nachbarorte gehörten.

Der Bahnhof Bexbach, der älteste Bahnhof des heutigen Saarlandes, wurde als bayerisch-pfälzischer Endbahnhof der Pfälzischen Ludwigsbahn errichtet. Heutzutage wird er als Station der Strecke Homburg–Neunkirchen betrieben. 1849 stellte die Eröffnung der Ludwigsbahn durch die gleichnamige Gesellschaft neue Perspektiven für die Einwohner dar. Somit zeichnete sich von einem auf den anderen Tag eine bedeutende Verbesserung der Infrastruktur auch für Homburg und Neunkirchen ab. Die Lebensumstände verbesserten sich deutlich. Neben der Arbeit im Bergwerk arbeiteten viele Bewohner zusätzlich auf eigenen Bauernhöfen. So entstand der Begriff „Bergmannsbauer“. Die einzelnen Viertel wurden größtenteils an die Wasser- und Elektrizitätsversorgung angeschlossen. Als erste Schule entstand die Pestalozzischule und etwa zeitgleich das Rathaus.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden das Saargebiet am 1. Oktober 1920 vom Deutschen Reich abgetrennt und der Landkreis Homburg verkleinert. Jener Landkreis war von nun an Grenzkreis des Saargebietes, das am 1. März 1935 wieder zu Deutschland zurückkehrte. Die kommunalpolitischen Verhältnisse wurden neu geordnet. So entstand am 1. April 1937 die neue Gemeinde Höcherberg durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Höchen, Oberbexbach (mit Frankenholz) und Mittelbexbach (mit Ludwigsthal). Diese Gemeinde wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg am 1. Mai 1947 aufgelöst. Es wurden die Gemeinden Frankenholz, Höchen, Mittelbexbach und Oberbexbach (wieder)errichtet.Amtsblatt der Verwaltungskommission des Saarlandes Nr. 29/1947 (PDF; 536 kB) Die wiedergewonnene Autonomie stärkte die Wirtschaft in den Gemeinden. Mittelbexbach erhielt 1951 ein eigenes Wappen und wurde 1955 in Bexbach umbenannt. Da das Saarland zwischen 1945 und 1956 erneut unter französischer Verwaltung stand, fand 1955 wiederum eine Saarabstimmung statt. Dem Ergebnis zufolge wurde das Saarland als zehntes Bundesland in die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Am 29. Mai 1970 wurden Bexbach vom saarländischen Innenminister Ludwig Schnur die Stadtrechte verliehen.

Namensgebung Den Namen erhielten sowohl die Stadt als auch der durch sie fließende Fluss von dem Ritter von Beckensbach. Die Einwohner werden Bexbacher genannt. In Saarländischer Mundart nennen sich die Bexbacher Betschbacher und die Stadt entsprechend Betschbach.

Eingemeindungen Die neue Stadt Bexbach entstand am 1. Januar 1974 im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform aus der Stadt Bexbach sowie den Gemeinden Frankenholz, Höchen, Kleinottweiler, Niederbexbach und Oberbexbach.

Ausgliederung Der ehemals zu Bexbach gehörende Ortsteil Ludwigsthal wurde am 1. Januar 1974 der Kreisstadt Neunkirchen zugeordnet.

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2011 waren 49,6 % römisch-katholisch, 32,7 % der Einwohner evangelisch und 17,7 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Stadt Bexbach Religion, Zensus 2011 Der Anteil der katholischen und evangelischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Am 1. Januar 2026 waren von den 18.892 Einwohnern 36,2 % (6822) katholisch, 23,8 % (4489) evangelisch und 40,3 % (7581) waren konfessionslos oder gehörten einen anderen Glaubensgemeinschaft an.

Bevölkerung Von den 18.088 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024, nur Hauptwohnsitz) waren 8.966 männlich und 9.122 weiblich. Der Ausländeranteil betrug 10 %.

Politik

mini|Rathaus I

Stadtrat Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024Stadtratswahl Bexbach 2024 Auf: www.wahlergebnis.saarland.de, abgerufen am 16. Juni 2024 und Vergleich zur Kommunalwahl 2019:Stadtratswahl Bexbach 2019 Auf: www.wahlergebnis.saarland.de, abgerufen am 19. Juni 2024 Parteien und Wählergemeinschaften Sitze +/− Anteil +/− %p CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 13* ± 036,9 % – 0,5 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 10 ± 0 29,6 % + 0,1 FWG FWG Bexbach 6 + 2 18,5 % + 6,6 LINKE Die Linke 2 ± 0 6,5 % – 1,3 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 1 – 2 4,9 % – 4,2 FDP Freie Demokratische Partei 1* ± 0 3,6 % – 0,7 Gesamt 33 100 %

Nach der Stadtratswahl haben CDU und FDP eine gemeinsame Fraktion gebildet. Die CDU-Fraktion verfügt daher über 14 Sitze.

Bürgermeister

Bei der Direktwahl des Bürgermeisters am 26. Mai 2019 konnte sich Christian Prech (CDU) mit 53,42 % der abgegebenen Stimmen gegen Amtsinhaber Thomas Leis (SPD) durchsetzen, auf den 46,6 % der abgegebenen Stimmen entfielen.

Beigeordnete

Ortsräte und Ortsvorsteher Sitzverteilung in den einzelnen Ortsräten (Stand: 1. Oktober 2025):Ergebnisse Kommunalwahlen im Saarland; Veröffentlichung beim Zweckverband eGo-Saar, 9. Juni 2024 Stadtteil CDU SPD FWG Total Ortsvorsteher Partei Bexbach-Mitte 4 3 2 9 Alexander Neumann CDU Oberbexbach 3 2 2 7 Dominik Feldner CDU Frankenholz 2 3 2 7 Helene Guth FWG Höchen 4 1 2 7 Eva-Maria Scherer CDU Niederbexbach 2 5 — 7 Norbert Schuth SPD Kleinottweiler 2 5 — 7 Daniel Heintz SPD

Stadtfarben Bexbach führt seit der Genehmigung des saarländischen Innenministeriums seit 1974 als Stadtfarben gelb und grün. Diese finden sich auch auf der Flagge wieder, die beispielsweise auf dem Hindenburgturm gehisst ist.

Städtepartnerschaften Edenkoben (Deutschland, Weinpatenschaft, gegründet 1936) Goshen (Vereinigte Staaten, Indiana, gegründet 1979) Pornichet (Frankreich, Bretagne, gegründet 1985)

Wirtschaft und Infrastruktur Ortsansässige Unternehmen Der französische Industriekonzern Alstom S.A. betrieb bis Ende 2017 im Industriegebiet „In der Kolling“ ein Werk. Die Druckerei Kern GmbH hat im Bexbacher Industriegebiet „In der Kolling“ ihren Firmensitz. Die 1862 gegründete Druckerei gehört zu den ältesten Unternehmen in Bexbach. Die Steag Power Saar GmbH betreibt bei Bexbach ein Steinkohlekraftwerk (Kraftwerk Bexbach). Fuchs & Hoffmann produziert Schokoladen-Halbfabrikate. Die weltweit agierende KD-Pharma-Gruppe ist einer der führenden Produzenten von Omega-3-Fettsäuren.

Bildung mini|hochkant|Waldorfschule in Bexbach Grundschulen Goetheschule in Bexbach Grundschule Oberbexbach Grundschule Frankenholz Bis 2004 gab es auch in den Stadtteilen Höchen und Niederbexbach Grundschulen.

Weiterführende Schulen Gesamtschule Bexbach Freie Waldorfschule Saar-Pfalz Bexbach mit Kindergarten von 1975

Volkshochschule VHS Höcherberg

Behörden Bundespolizeiinspektion Bexbach im Gewerbegebiet Saarpfalz-Park Diensthundestaffel des Saarpfalz-Kreises im Gewerbegebiet Saarpfalz-Park

Gewerbegebiete Bexbacher Industrie und Gewerbegebiet Ost (BIG), 40 Hektar An der Homburger Straße Saarpfalz-Park (44 Hektar) In der Kolling (10 Hektar) Streitweg (3,4 Hektar) Stockwäldchen (5 Hektar) Stockwäldchen Nördlich des Fasanenweges

Bundeswehr Seit 1967 war Bexbach Heimat des Fallschirmjägerbataillons 262. 1969 wurde die Reserve-Lazarettgruppe 959 in Bexbach stationiert. Ab 1972 war das Jägerbataillon 471 und die Fallschirmjäger-Ausbildungskompanie 7/9 in Bexbach. Ab April 1976 beheimatete die Saarpfalzkaserne das Jägerbataillon 541 (Mob-Stützpunkt), das Jägerbataillon 542 und die Instandsetzungsausbildungskompanie 9/III.

Der Standort Bexbach, einschließlich der Sportfördergruppe Bexbach wurde 1996 aufgelöst. Das Gelände der ehemaligen Saar-Pfalz-Kaserne wurde zu einem Gewerbegebiet (Saarpfalz-Park) umgewidmet.

Der über 100 ha große ehemalige Standortübungsplatz war bis 2008 Übungsgelände des Technischen Hilfswerks. Seit 2008 wird er von einem Investor als naturnahes Veranstaltungsgelände unter anderem für Liverollenspiele vermarktet.

mini|hochkant|Bahnhof Bexbach Verkehr Bexbach ist durch Autobahnanschlüsse zur A 6 und A 8 an das deutsche Fernstraßennetz angebunden. Zudem verläuft die B 423 (Bundesgrenze Frankreich Mandelbachtal–Altenglan) durch den Bexbacher Stadtteil Kleinottweiler.

Vom Bahnhof Bexbach verkehren auf der Strecke Homburg–Neunkirchen ganztägig Regionalzüge nach Homburg sowie in Gegenrichtung nach Neunkirchen (Saar), Illingen (Saar) und zeitweise auch umsteigefrei nach Saarbrücken. Sie ermöglichen so eine Anbindung an den Fernverkehr der Deutschen Bahn. Von 1903 bis 1905 verkehrte die ausschließlich dem Güterverkehr dienende Nordfeldbahn vom Bahnhof Jägersburg an der Glantalbahn bis zur Grube Nordfeld.

Flugverkehr