Der Artikel Kreisreformen in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990 erfasst die seit Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 bis zur Eingliederung der DDR im Jahre 1990 durchgeführten Gebietsreformen auf Kreisebene, also der kreisfreien Städte und Landkreise. Am 2. Oktober 1990 gab es 237 Landkreise (einschließlich des Stadtverbandes Saarbrücken) und 91 kreisfreie Städte in der damaligen Bundesrepublik Deutschland. Wegen der Übersichtlichkeit ist der Artikel nach Ländern geordnet. Bei jedem Land wird in einer Liste gezeigt, wann und wie sich die Anzahl der kreisfreien Städte und Landkreise geändert hat.
Bei Begriffen wie Eingliederung oder Vergrößerung wird nicht auf die rechtliche Situation, sondern auf die allgemein übliche Regelung verwiesen. Oftmals handelt es sich um Zusammenschlüsse, die jedoch von der Mehrheit der Bevölkerung, auch im eingegliederten Kreis, nicht als solche verstanden werden. Deshalb ist hier der Fortbestand oder die Neuvergabe eines Namens das entscheidende Kriterium. Die rechtliche Regelung, ob es sich um einen Zusammenschluss oder um eine Eingliederung/Eingemeindung handelt oder gehandelt hat, ist nur unmittelbar von Bedeutung. Schon nach wenigen Jahren wird sie bedeutungslos. Es wird auf spezielle Artikel verwiesen, in denen weitere Informationen nachgelesen werden können.
Baden
Das Land Baden gehörte seit dem 23. Mai 1949 der Bundesrepublik Deutschland an. Es ging am 25. April 1952 im neugegründeten Land Baden-Württemberg auf.
Während der Dauer des Bestehens des Landes Baden kam es zu Teilfreigaben der Stadt Kehl (s. u.). Weitere Kreisreformen gab es nicht.
Bei der Gründung der Bundesrepublik existierten im Land die folgenden Stadt- und Landkreise: Stadtkreise: Baden-Baden, Freiburg im Breisgau und Konstanz Landkreise: Bühl, Donaueschingen, Emmendingen, Freiburg, Kehl, Konstanz, Lahr, Lörrach, Müllheim, Neustadt, Offenburg, Rastatt, Säckingen, Stockach, Überlingen, Villingen, Waldshut und Wolfach
1949, 29. Juli: Vergrößerung des Landkreises Kehl um Teile der Stadt Kehl (erste Teilfreigabe der Stadt, die von Frankreich annektiert war, weitere Freigaben, insgesamt 42, bis zum 8. April 1953)
+ Anzahl der Stadt- und Landkreise Datum StadtkreiseAnzahl LandkreiseAnzahl 23. Mai 1949 3 18 24. April 1952 3 18
Baden-Württemberg
Das Land Baden-Württemberg ist am 25. April 1952 durch Fusion der Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern entstanden.
Die einzige Kreis(gebiets)reform in Baden-Württemberg fand mit Wirkung vom 1. Januar 1973 statt. Alle weiteren hier aufgeführten Änderungen der Kreisgrenzen sind auf kleinere, nicht grundlegende Reformen zurückzuführen, bei denen es sich hauptsächlich um Gemeindegebietsreformen handelte. Meistens wurden Gemeinden in bestehende Gemeinden eingemeindet, manchmal wurde auch eine neue Gemeinde gebildet.
Bereits zum 1. Januar 1969 waren durch Landesgesetz eine Reihe von Exklaven auf Landkreisebene bereinigt wordenGesetzblatt für Baden-Württemberg 1968, S. 147 (siehe auch: Territoriale Besonderheiten in Südwestdeutschland nach 1810).
Bei der Gründung des Landes existierten die folgenden Stadt- und Landkreise: Stadtkreise: Baden-Baden, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Pforzheim, Stuttgart und Ulm Landkreise: Aalen, Backnang, Balingen, Biberach, Böblingen, Bruchsal, Buchen, Bühl, Calw, Crailsheim, Donaueschingen, Ehingen, Emmendingen, Eßlingen, Freiburg, Freudenstadt, Göppingen, Hechingen, Heidelberg, Heidenheim, Heilbronn, Horb, Karlsruhe, Kehl, Konstanz, Künzelsau, Lahr, Leonberg, Lörrach, Ludwigsburg, Mannheim, Mergentheim, Mosbach, Müllheim, Münsingen, Neustadt, Nürtingen, Offenburg, Öhringen, Pforzheim, Rastatt, Ravensburg, Reutlingen, Rottweil, Saulgau, Säckingen, Schwäbisch Gmünd, Schwäbisch Hall, Sigmaringen, Sinsheim, Stockach, Tauberbischofsheim, Tettnang, Tübingen, Tuttlingen, Überlingen, Ulm, Vaihingen, Villingen, Waiblingen, Waldshut, Wangen und Wolfach
1952, 1. Mai: Vergrößerung des Landkreises Heilbronn um die Gemeinde Bad Wimpfen des Landkreises Sinsheim
1953, 8. April: Vergrößerung des Landkreises Kehl um Teile der Stadt Kehl (letzte [42.] Teilfreigabe der Stadt, die französisch besetzt war, weitere Freigaben ab dem 29. Juli 1949)
1953, 1. Oktober: Eingliederung des Stadtkreises Konstanz in den Landkreis Konstanz
1956, 10. November: Umbenennung des Landkreises Neustadt in Landkreis Hochschwarzwald
1964, 16. Oktober: Änderung der Schreibweise des Landkreises Eßlingen in Landkreis Esslingen
1969, 1. Januar: Gebietsaustausch zwischen den Landkreisen Sigmaringen und Überlingen Vergrößerung des Landkreises Saulgau um die Gemeinde Burgau des Landkreises Sigmaringen (Eingemeindung nach Dürmentingen) des Landkreises Ravensburg um die Gemeinde Adelsreute des Landkreises Überlingen des Landkreises Rottweil um die Gemeinde Wilflingen des Landkreises Hechingen des Landkreises Wangen um die Gemeinde Achberg des Landkreises Sigmaringen
1970, 1. Januar: Vergrößerung des Stadtkreises Heilbronn um die Gemeinde Klingenberg des Landkreises Heilbronn
1971, 1. Januar: Vergrößerung des Landkreises Donaueschingen um die Gemeinde Nordhalden des Landkreises Konstanz (Eingemeindung nach Blumberg) des Landkreises Freudenstadt um die Gemeinde Reutin des Landkreises Rottweil (Eingemeindung nach Alpirsbach) des Landkreises Göppingen um die Gemeinde Türkheim des Landkreises Ulm (Eingemeindung nach Geislingen an der Steige) des Landkreises Heilbronn um die Gemeinde Korb des Landkreises Buchen (Eingemeindung nach Möckmühl) des Landkreises Waldshut um die Gemeinde Schlageten des Landkreises Säckingen (Zusammenschluss mit Immeneich [Landkreis Waldshut] zur neuen Gemeinde Albtal, jetzt St. Blasien)
1971, 1. September: Vergrößerung des Stadtkreises Freiburg im Breisgau um die Gemeinde Lehen des Landkreises Freiburg des Stadtkreises Pforzheim um die Gemeinde Würm des Landkreises Pforzheim des Stadtkreises Ulm um die Gemeinde Jungingen des Landkreises Ulm des Landkreises Aalen um die Gemeinde Untergröningen des Landkreises Schwäbisch Gmünd (Eingemeindung nach Abtsgmünd) des Landkreises Balingen um die Gemeinde Heinstetten des Landkreises Stockach (Eingemeindung nach Meßstetten) des Landkreises Böblingen um die Gemeinde Dachtel des Landkreises Calw (Eingemeindung nach Aidlingen) des Landkreises Bruchsal um die Gemeinde Landshausen des Landkreises Sinsheim (Zusammenschluss mit acht Gemeinden des Landkreises Bruchsal zur neuen Stadt Kraichtal) des Landkreises Heilbronn um die Gemeinde Unterkessach des Landkreises Buchen (Eingemeindung nach Widdern) des Landkreises Karlsruhe um die Gemeinde Ittersbach des Landkreises Pforzheim (Zusammenschluss mit vier Gemeinden des Landkreises Karlsruhe zur neuen Gemeinde Karlsbad) des Landkreises Reutlingen um Gemeinden des Landkreises Münsingen des Landkreises Villingen um Gemeinden des Landkreises Donaueschingen
1971, 1. Dezember: Gebietsaustausch zwischen den Landkreisen Hechingen und Horb Vergrößerung des Stadtkreises Freiburg im Breisgau um die Gemeinde Opfingen des Landkreises Freiburg des Landkreises Calw um Gemeinden des Landkreises Horb des Landkreises Donaueschingen um die Gemeinde Urach des Landkreises Hochschwarzwald (Eingemeindung nach Vöhrenbach) des Landkreises Kehl um die Gemeinde Nesselried des Landkreises Offenburg (Eingemeindung nach Appenweier) des Landkreises Müllheim um die Gemeinde Biengen des Landkreises Freiburg (Eingemeindung nach Bad Krozingen) des Landkreises Sigmaringen um die Gemeinde Wangen des Landkreises Überlingen (Eingemeindung nach Ostrach) des Landkreises Sinsheim um die Gemeinde Kleingartach des Landkreises Heilbronn (Eingemeindung nach Eppingen) des Landkreises Stockach um Gemeinden des Landkreises Sigmaringen des Landkreises Tettnang um die Gemeinde Raderach des Landkreises Überlingen (Eingemeindung nach Friedrichshafen)
1972, 1. Januar: Eingliederung des Landkreises Villingen in den Landkreis Villingen-Schwenningen Neubildung des Landkreises Villingen-Schwenningen aus dem Landkreis Villingen, Gemeinden des Landkreises Donaueschingen und der Gemeinde Schwenningen am Neckar des Landkreises Rottweil (Zusammenschluss mit Villingen im Schwarzwald zur Gemeinde Villingen-Schwenningen) Vergrößerung des Stadtkreises Baden-Baden um die Gemeinde Ebersteinburg des Landkreises Rastatt des Stadtkreises Karlsruhe um die Gemeinden Hohenwettersbach und Stupferich des Landkreises Karlsruhe des Stadtkreises Ulm um die Gemeinde Unterweiler des Landkreises Ulm des Landkreises Bruchsal um Gemeinden des Landkreises Sinsheim bei Abtretung der Gemeinde Neudorf an den Landkreis Karlsruhe (Zusammenschluss mit Graben zur Gemeinde Graben-Neudorf) des Landkreises Karlsruhe um die Gemeinde Neudorf des Landkreises Bruchsal (Zusammenschluss mit Graben [Landkreis Karlsruhe] zur neuen Gemeinde Graben-Neudorf) bei Abtretung von Gemeinden an den Stadtkreis Karlsruhe des Landkreises Ludwigsburg um die Gemeinde Gronau des Landkreises Heilbronn (Eingemeindung nach Oberstenfeld) des Landkreises Mannheim um die Gemeinde Altenbach des Landkreises Heidelberg (Eingemeindung nach Schriesheim) des Landkreises Münsingen um die Gemeinde Suppingen des Landkreises Ulm (Eingemeindung nach Laichingen) des Landkreises Öhringen um Gemeinden des Landkreises Schwäbisch Hall und um die Gemeinde Muthof des Landkreises Künzelsau (Eingemeindung nach Forchtenberg) des Landkreises Reutlingen um die Gemeinde Trochtelfingen des Landkreises Sigmaringen des Landkreises Säckingen um die Gemeinde Degerfelden des Landkreises Lörrach (Eingemeindung nach Rheinfelden (Baden)) des Landkreises Stockach um die Gemeinde Storzingen des Landkreises Sigmaringen (Eingemeindung nach Stetten am kalten Markt) des Landkreises Tauberbischofsheim um die Gemeinde Deubach des Landkreises Mergentheim (Eingemeindung nach Königshofen, jetzt Lauda-Königshofen) des Landkreises Ulm um die Gemeinde Ringingen des Landkreises Ehingen (Eingemeindung nach Erbach (Donau))
1972, 1. Februar: Vergrößerung des Stadtkreises Ulm um die Gemeinde Mähringen des Landkreises Ulm des Landkreises Mosbach um die Gemeinde Kleineicholzheim des Landkreises Buchen (Eingemeindung nach Schefflenz) des Landkreises Sigmaringen um die Gemeinde Egelfingen des Landkreises Saulgau (Eingemeindung nach Langenenslingen)
1972, 1. März: Vergrößerung des Landkreises Ehingen um die Gemeinde Justingen des Landkreises Münsingen (Eingemeindung nach Schelklingen) des Landkreises Göppingen um die Gemeinde Waldhausen des Landkreises Ulm (Eingemeindung nach Geislingen an der Steige) des Landkreises Heilbronn um die Gemeinde Ruchsen des Landkreises Buchen (Eingemeindung nach Möckmühl) des Landkreises Horb um die Gemeinde Fischingen des Landkreises Hechingen (Eingemeindung nach Sulz am Neckar) des Landkreises Karlsruhe um die Gemeinde Neibsheim des Landkreises Bruchsal (Eingemeindung nach Bretten) des Landkreises Sinsheim um die Gemeinde Heinsheim des Landkreises Mosbach (Eingemeindung nach Bad Rappenau)
1972, 1. April: Vergrößerung des Stadtkreises Pforzheim um die Gemeinde Hohenwart des Landkreises Pforzheim des Landkreises Ehingen um Gemeinden des Landkreises Münsingen des Landkreises Göppingen um die Gemeinde Maitis des Landkreises Schwäbisch Gmünd (Eingemeindung nach Göppingen) des Landkreises Karlsruhe um die Gemeinde Waldprechtsweier des Landkreises Rastatt (Eingemeindung nach Malsch) des Landkreises Konstanz um die Gemeinde Beuren an der Aach des Landkreises Stockach (Eingemeindung nach Singen am Hohentwiel) des Landkreises Künzelsau um die Gemeinde Gaisbach des Landkreises Öhringen (Eingemeindung nach Künzelsau) des Landkreises Pforzheim um die Gemeinde Niebelsbach des Landkreises Calw (Zusammenschluss mit drei Gemeinden des Landkreises Pforzheim zur neuen Gemeinde Keltern) des Landkreises Tettnang um die Gemeinde Kluftern des Landkreises Überlingen (Eingemeindung nach Friedrichshafen)