Skopin () ist eine russische Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der zentralrussischen Oblast Rjasan. Sie liegt 109 Kilometer südwestlich der Gebietshauptstadt Rjasan am Fluss Wjorda, in der von der Oka durchflossenen Ebene. Nächstgelegene Stadt ist Nowomitschurinsk, die 27 km nordöstlich von Skopin liegt.
Geschichte Skopin ist eine der ältesten Städte in der Oblast Rjasan. Im 12. Jahrhundert wurde unter dem Namen Licharewskoje Gorodischtsche (russisch: Лихаревское городище) eine Siedlung in der Nähe des heutigen Stadtgebietes gegründet. Im 16. Jahrhundert entstand ein Wachtposten an der südlichen Grenze des Moskauer Gebietes mit dem Namen Ostroschek (russisch: Острожек). Im ausgehenden 16. Jahrhundert hieß die Stadt zunächst Skopinskaja Sloboda, der Name Skopin ist dann für die Zeit um 1595 bis 1597 zum ersten Mal belegt. Dort ließ 1663 der Zar eine hölzerne Zitadelle (Kreml) errichten. Im 18. Jahrhundert verlor der Ort seine militärische Bedeutung.
Skopin war während der Schlacht um Moskau im Deutsch-Sowjetischen Krieg (1941–45) kurzzeitig von der deutschen Wehrmacht besetzt.
In den 1960er-Jahren erfolgte die Eingemeindung der in den 1940er-Jahren entstandenen Siedlung städtischen Typs Metallurg. 2004 wurden die gut 10 km südlich gelegene, 1927 als Pobedinski gegründete und 1963 in Saretschny umbenannte Siedlung städtischen Typs sowie die 6 km südwestlich gelegene, 1934 ebenfalls zur Siedlung städtischen Typs erhobene Bergarbeitersiedlung Oktjabrski (das Kohlebergwerk ist mittlerweile geschlossen) nach Skopin eingemeindet, nachdem sie bereits zuvor der Stadtverwaltung unterstanden hatten.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Skopin Oktjabrski Pobedinski,ab 1963 Saretschny Metallurg gesamt 1897 13.247 13.247 1939 13.250 2.481 1.165 16.896 1959 17.957 5.599 4.305 3.036 30.897 1970 24.429 5.563 4.837 34.829 1979 26.608 5.227 4.302 36.137 1989 28.912 5.599 3.798 38.309 2002 25.092 4.936 3.147 33.175 2010 30.376 30.376 Anmerkung: Volkszählungsdaten
Wirtschaft Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde im Randgebiet von Skopin Braunkohle gewonnen, die Förderung wurde 1989 eingestellt. Heute sind die Wirtschaftszweige der Stadt Maschinenbau, Leichtindustrie, Baumaterialien und Nahrungsmittelindustrie. Skopin ist außerdem für seine keramischen Produkte und feuerfeste Tonminerale bekannt.
Söhne und Töchter der Stadt Ioann Dobroljubow (1838–1905), Lokalhistoriker, Priester Pawel Sytin (1870–1938), russischer und sowjetischer Offizier, Generalmajor der Zarenarmee Anatoli Nowikow (1896–1984), Komponist Wassili Orlow (1896–1974), sowjetischer Theater- und Filmschauspieler, Pädagoge Pawel Makarow (1897–1970), russischer und sowjetischer Militär, während des Bürgerkriegs – Saboteur und Spion für die Rote Armee Ksenija Serbina (1903–1990), Historikerin Alexander Afinogenow (1904–1941), Dramatiker Sergei Birjusow (1904–1964), Marschall der Sowjetunion Iwan Lukinski (1906–1986), sowjetischer Filmregisseur Wladimir Bunin (1908–1970), Komponist Anatoli Jegorow (1920–1997), Philosoph Nina Tamarina (1926–2018), Entomologin Sergei Choruschi (* 1941), Physiker, Philosoph, Übersetzer der Werke Joyces Klawdija Nowikowa (* 1957), Soziologin und Politikerin
Einzelnachweise
Weblinks
Website der Stadt (russisch) Skopin auf mojgorod.ru (russisch)
Kategorie:Ort in der Oblast Rjasan