Platoon ist ein Antikriegsfilm des Regisseurs Oliver Stone und startete am 19. Dezember 1986 in den US-Kinos. Veteran Stone verarbeitete darin eigene Erlebnisse über die Auswüchse des Vietnamkrieges und seine Wirkung auf Infanteriesoldaten. Der Film wurde ein großer Erfolg bei Publikum wie Kritik und mit vier Oscars ausgezeichnet bei acht Nominierungen. Platoon ist der Beginn einer Trilogie zu diesem Thema, gefolgt von Geboren am 4. Juli und Zwischen Himmel und Hölle.
Handlung Die Handlung beginnt im September 1967 nahe der kambodschanischen Grenze. Der Infanteriesoldat und College-Abbrecher Chris Taylor meldet sich freiwillig zum Militäreinsatz in Vietnam. Schon bald stellt er fest, dass das Soldatenleben anders ist, als er es sich vorgestellt hat. Von Kameradschaft ist anfangs gar nichts zu spüren, stattdessen wird kräftig nach unten getreten. Ist man ein Neuling und hat noch seine 365 Tage vor sich, zählt man zum Kanonenfutter. Soldaten unter 100 Tagen restlicher Dienstzeit zählen zu den alten Hasen und dürfen in der Schützenreihe nach ganz hinten gehen.
Taylor befindet sich mit einem Platoon im Dschungel, um als Vorposten einen Hinterhalt für den Vietcong vorzubereiten. Taylor übernimmt die Wache und soll dann von Junior abgelöst werden. Dieser kann sich aber nicht wachhalten. So gelingt es den feindlichen Truppen, sich unbemerkt zu nähern. Der Soldat Gardner stirbt, Taylor wird leicht am Hals verwundet. Schließlich können die Angreifer abgewehrt werden. Junior versucht die Schuld auf Taylor zu schieben, was jedoch nicht von allen Mitgliedern der Gruppe akzeptiert wird. Taylor wird abtransportiert und ins Lazarett gebracht.
Nach seiner Rückkehr zu seinem Zug bei der 25. US-Infanteriedivision wird er am Abend in den Bunker von Rhah eingeladen. Er trifft dort auch auf Sergeant Elias, einen erfahrenen Veteranen. Nach seinem Einstand, einem Marihuana-Shot von Elias durch den Lauf einer Pumpgun, wird Taylor in die Gruppe der Potheads aufgenommen. Diese Gruppe verbringt ihre Freizeit mit einem Hippie-ähnlichen Lebensstil aus Drogen, Musik und Partys, um die Schrecken des Krieges zu vergessen. Sie kämpfen, um zu überleben und um unversehrt nach Hause zu kommen. Parallel spielt eine Gruppe um Sergeant Barnes in der großen Baracke Karten und konsumiert große Mengen Alkohol.
Bei einer der nächsten Patrouillen kommt es zu einem Vorfall, der die zwei Lager zusätzlich spaltet. Eine Gruppe stößt auf eine erst vor kurzer Zeit verlassene Bunkeranlage über einem Tunnelsystem, das von Sergeant Elias als Tunnelratte gesäubert wird. Bei der Durchsuchung des Lagers werden zwei Soldaten durch eine Sprengfalle getötet. Außerdem ist der Soldat Manny, der die linke Flanke decken sollte, unauffindbar. Elias und weitere vier Mann bleiben zurück, um die Tunnelanlagen zu erkunden. Barnes macht sich mit dem Rest in ein nahe gelegenes Dorf auf. Auf dem Weg finden sie Manny tot an einen Baum gebunden vor. Im Dorf finden die Soldaten versteckte Personen, ein Waffenarsenal und große Mengen an Reis. Der Verdacht, das Dorf unterstütze den Vietcong, kommt auf. Bei der darauffolgenden Säuberungsaktion lassen die Soldaten ihrer Wut über Mannys Tod an der Zivilbevölkerung aus. Es kommt zu mehreren Morden. Bei einem Verhör ermordet Barnes eine Frau. Als er auch androht, bei diesem Verhör ein Kind zu ermorden, stoppt ihn Elias, der mit seinen Männern im Dorf eintrifft. Es kommt zu einer hasserfüllten Prügelei zwischen den beiden. Der Lieutenant geht dazwischen und befiehlt auf Anweisung des Captains, die gefundenen Waffen zu vernichten und das Dorf einzuäschern. Das wird getan. Die als Vietcong verdächtigten Personen werden abgeführt und der Rest der Dorfbewohner evakuiert. Taylor beobachtet, wie seine Kameraden zwei Mädchen vergewaltigen wollen und geht dazwischen.
Elias berichtet Captain Harris nach der Rückkehr zur Basis von dem Vorfall im Dorf. Harris kann Barnes jedoch wegen Personalmangels für die Dauer einer Untersuchung nicht freistellen, befiehlt deshalb beiden eine „Feuerpause“ und kündigt ein Kriegsgericht für den Fall illegaler Tötungen an. Barnes gibt sich relativ unbesorgt, seine Gefolgsleute Bunny und O’Neill jedoch sind nervös und wollen, dass Elias getötet wird. Nun ist das Platoon endgültig gespalten, eine Hälfte hält zu Barnes, die andere zu Elias. Das Platoon wird erneut auf Kampfpatrouille geschickt und gerät in ein schweres Feuergefecht mit der angreifenden Vietnamesischen Volksarmee. Auf Grund von durch Lieutenant Wolfe fehlgeleiteter eigener Artillerie erleiden die Männer schwere Verluste. Dank des überlegten Einsatzes von Elias gelingt es aber, den Gegner längere Zeit aufzuhalten. Schließlich zieht sich das Platoon zurück. Barnes, der dazu den Befehl gibt, behauptet, den noch allein kämpfenden Elias suchen zu wollen. Als die beiden Männer aufeinander treffen, schießt Barnes auf Elias. Er verletzt ihn schwer, denkt aber, Elias sei tot. Gegenüber Taylor behauptet Barnes kurz darauf, Elias sei vom Feind getötet worden. Das Platoon wird mit Hueys ausgeflogen. Beim Verlassen des Kampfortes wird aus der Luft plötzlich Elias entdeckt. Er flüchtet mit letzter Kraft vor der feindlichen Infanterie und wird von ihr, trotz Feuerunterstützung aus den Hubschraubern, getötet.
Taylor wird klar, dass Barnes auf Elias geschossen hat. Er spricht in der Basis darüber, aber keiner der Anhänger von Elias will Barnes damit konfrontieren. Barnes hört mit und tritt der Gruppe um Taylor entgegen. Er fordert sie auf, ihn, der allein ist, zu töten. Doch nur Taylor attackiert ihn, hat jedoch gegen den hartgesottenen Barnes keine Chance. Rhah kann Barnes davon abhalten, Taylor zu töten. Stattdessen verletzt Barnes Taylor mit einem Faustmesser.
In der Folgezeit wird ein Großangriff der Vietnamesischen Volksarmee erwartet. Die Soldaten des stark dezimierten Platoon werden zu einem Punkt nahe der Grenze zu Kambodscha geflogen, wo sie Verteidigungsstellungen ausheben. Kurz vor dem Angriff wird King ausgeflogen, er hat den Marschbefehl zum Ende seiner Dienstzeit erhalten. Er verabschiedet sich von seinem Freund Taylor mit der Empfehlung, Vietnam wegen der Situation innerhalb des Platoons so schnell wie möglich zu verlassen. Der ansonsten großmäulige O’Neill bettelt darum, auch ausgeflogen zu werden, jedoch macht Barnes bei ihm keine Ausnahmen.
In dieser Nacht kommt es zum Großangriff. Die weit auseinandergezogenen Stellungen der U.S. Army werden überrannt. Unter anderem kommen Lieutenant Wolfe, Bunny und Junior ums Leben, während sich O’Neill in einem Schützenloch zwischen Leichen versteckt. Die Nordvietnamesen stürmen die letzten Verteidigungslinien der Basis. In der zunehmend ausweglosen Situation entschließt sich Captain Harris, einen Luftschlag auf die eigenen Positionen anzuordnen. Die Air Force bombardiert auf seinen Befehl hin das gesamte Areal mit Napalm. Während des Gefechts versucht Barnes erfolglos, Taylor im Blutrausch zu erschlagen.
Am nächsten Morgen ist das Schlachtfeld von Leichen und Verwundeten übersät. Mindestens 22 US-Soldaten sind gefallen, über 100 wurden verwundet. Von den nordvietnamesischen Angreifern wurden etwa 500 getötet. Taylor hat verletzt überlebt. Er nimmt ein Typ-56-Sturmgewehr auf, geht zum schwer verwundeten Barnes und erschießt ihn. Kurz danach trifft Verstärkung ein. Sgt. O’Neill kriecht unverletzt aus seinem Versteck. Er wird von Captain Harris mit der Führung des Platoon beauftragt. Francis, der auch unverletzt blieb, fügt sich mit einem Bajonett eine Verletzung zu, um ausgeflogen zu werden. Für Taylor ist der Krieg nun vorbei. Er wird in einen Hubschrauber verladen und ins Lazarett geflogen, begleitet von einem inneren Monolog: „Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …“
Entstehung Chris Taylor Charlie Sheen Ulrich Matthes Staff Sgt. Robert E. Lee Barnes Tom Berenger Uwe Friedrichsen Sgt. Elias Grodin Willem Dafoe Christian Brückner Sgt. O’Neill John C. McGinley Hans-Werner Bussinger Big Harold Forest Whitaker Helmut Krauss King Keith David Joachim Tennstedt Bunny Kevin Dillon Sylvester Groth Lt. Wolfe Mark Moses Hans-Jürgen Dittberner Lerner Johnny Depp Helmut Gauß Warren Tony Todd Kurt Goldstein Capt. Harris Dale Dye Lothar Blumhagen Rhah Francesco Quinn Wolfgang Kühne Junior Reggie Johnson Wolfgang Condrus Francis Corey Glover Uwe Paulsen Crawford Chris Pedersen Oliver Rohrbeck Gardner Bob Orwig Tobias Meister Tex David Neidorf Axel Lutter
Nachdem Oliver Stone für sein Filmprojekt gut neun Jahre keinen Geldgeber gefunden hatte – der desillusionierte Rückblick auf den Alltag des Vietnamkrieges verhieß kein gutes Geschäft zu werden – war das unabhängige, britische Produktionsunternehmen Hemdale 1986 bereit, die Finanzierung zu übernehmen. Die Produktionskosten von 6 Millionen US-Dollar waren nur halb so hoch wie für vergleichbare Hollywood-Filme dieser Zeit.
Stone wollte Platoon ursprünglich in Vietnam drehen, doch erhielt er von den dortigen Behörden aufgrund des Drehbuchs bzw. aufgrund der Art der Darstellung der vietnamesischen Truppen in dem Drehbuch keine Drehgenehmigung. Stone fand schließlich geeignete Drehorte auf den Philippinen. Drehorten waren am Mount Makiling in der Provinz Laguna (für die Waldszenen), in der Provinz Cavite (für die Fluss- und Dorfszenen) sowie die Villamor Air Base bei Manila. Da es an den Drehorten jedoch an roter Erde fehlte, die Stone aus seinen Vietnam-Kriegseinsätzen kannte, ließ Stone diese aus Vietnam importieren und über manche Kulissen verteilen. Da sich das US-Verteidigungsministerium u. a. aufgrund der Darstellung US-amerikanischer Kriegsverbrechen nicht an der Finanzierung des Films beteiligen wollte und sich weigerte, historisch korrekte Ausrüstung und Uniformen zu liefern, verwendete der Film stattdessen Ausrüstung der philippinischen Streitkräfte.