Skype () war ein internetbasierter Instant-Messaging-Dienst. Er wurde 2003 eingeführt und war ab 2011 im Besitz von Microsoft. Am 5. Mai 2025 wurde der Betrieb eingestellt.
Der Dienst bot Bildtelefonie, Videokonferenzen, IP-Telefonie, Instant-Messaging, Dateiübertragung und Screen-Sharing. Er konnte mit einem speziellen Anwendungsprogramm oder mit einem Browser über die Website von Skype genutzt werden. Die Datenübertragung basierte auf einem urheberrechtlich geschützten Netzwerkprotokoll. Für die Verschlüsselung von Nachrichten, Anrufen und Videotelefonie stand Anwendern die Nutzung des freien Signal-Protokolls zur Verfügung, das von Sicherheitsexperten als sicher eingestuft wird.
Internettelefonate mit Kunden anderer Onlinedienste waren nicht möglich. Für Verbindungen ins Festnetz und in Mobilnetze wurden Gebühren erhoben. Um Anrufe aus dem herkömmlichen Telefonnetz entgegenzunehmen, musste eine Festnetztelefonnummer erworben werden. Die Einrichtung einer solchen Rufnummer war für rund 25 Länder möglich, ohne physisch in diesen Ländern anwesend zu sein. Für einige Länder (Deutschland, die Schweiz, die Niederlande, Frankreich und Südkorea) war aus rechtlichen Gründen der Nachweis des Wohnsitzes (aber nicht der tatsächlichen Anwesenheit dort) erforderlich. Unter Windows und macOS waren Konferenzschaltungen mit bis zu 50 Gesprächsteilnehmern möglich.
Technische Eigenschaften Die Software arbeitete hinter den meisten Firewalls und NAT-Routern problemlos, da für die Kommunikation unter anderem eine Variante des STUN-Protokolls zur Verbindung verwendet wurde. Darüber hinaus konnte Skype die TCP-Ports 80 und 443 zum Verbindungsaufbau verwenden, die normalerweise für das Surfen im World Wide Web Verwendung finden.
Zur Datenkompression verwendete Skype die Codecs SVOPC (16 kHz), AMR-WB (16 kHz), G.729 (8 kHz), G.711, früher auch ISAC und ILBC. Ab 2009 kam der hauseigene Audio-Codec SILK zum Einsatz, dessen Quelltext im März 2010 bei der IETF eingereicht wurde.
Bei Verbindungen von Gerät zu Gerät wurde laut Skype eine Verschlüsselung mit AES-256 verwendet, die Schlüssel würden mit 1.536 bis 2.048 bit RSA übertragen. Da es sich aber um ein Closed-Source-Programm handelte, konnten diese Angaben nicht von jedermann überprüft werden. Sie sind jedoch durch eine von Skype beauftragte Security Evaluation des renommierten Kryptologieexperten Tom Berson am 18. Oktober 2005 bestätigt worden.Tom Berson: auf skype.com mit Signatur (Binärdatei), 18. Oktober 2005, englisch, PDF Kritik äußerte dagegen der Entwickler von Pretty Good Privacy, Phil Zimmermann, im Zusammenhang mit Plänen für eine eigene VoIP-Software: Zfone. Seit Mitte 2010 sind die Verschlüsselungsmethoden von Skype auch öffentlich enttarnt. Durch Reverse Engineering wurde ermittelt, dass neben AES-256 drei Varianten von RC4 verwendet werden, deren Implementierungen angreifbar sind. Skype konnte schon zuvor durch Ermittlungsbehörden abgehört werden.
Da das IP-Telefonie-Protokoll von Skype proprietär ist, konnte es nur mit der originalen Skype-Software genutzt werden. Über die Skype-Programmierschnittstelle konnten jedoch auch externe Programme auf die Funktionalitäten des Skype-Clients und Teile des Netzwerkes zugreifen. Das wurde unter anderem vom SAM-Anrufbeantworter genutzt. Neben dem Telefonieren war das Haupt-Einsatzgebiet von Skype das Instant Messaging, wobei auch Chats mit mehreren Teilnehmern möglich waren, sowie das Übertragen von Dateien. Weiterhin existierten zum Beispiel Skype-Plug-ins für Adium, Miranda IM, Pidgin und Trillian, die die gemeinsame Nutzung von Skype mit anderen Protokollen in einem einzigen Instant Messenger ermöglichten. Allerdings musste dafür das Skype-Hauptprogramm im Hintergrund laufen.
Ursprünglich war die Struktur von Skype als dezentrales Peer-to-Peer-Rechnernetz (FastTrack) angelegt. So wurden früher Verbindungen von Gerät zu Gerät teilweise über Rechner anderer Skype-Teilnehmer weitergeleitet, die dabei als supernode agierten. Aus Gründen der Fehleranfälligkeit und da mobile Geräte dafür schlecht geeignet sind, hat sich Microsoft entschieden, die Architektur zu ändern und eigene dedizierte Server einzusetzen. Gespräche ins Festnetz wurden über speziell dafür vorgesehene Rechner abgewickelt. Bei Telefongesprächen in das Fest- oder Mobilfunknetz konnten die SIP-Dienste anderer Provider nur über die „SkypeOut“-Funktion genutzt werden. Später migrierte Microsoft von dedizierten Servern komplett auf die hauseigene Cloud-Plattform Windows Azure.
Der Skype Translator ermöglichte es, simultan Videochats und Telefonate mittels maschineller Übersetzung in Echtzeit zu übersetzen. Verfügbar waren acht Sprachen für Sprachanrufe und über 50 Sprachen für den Textchat. Später konnten sich Nutzer für eine Testversion registrieren. Mitte Mai 2015 wurde die Funktion für jeden Nutzer freigeschaltet und es standen die vier Sprachen Englisch, Mandarin, Italienisch und Spanisch zur Verfügung. Anfangs war die Funktion nur auf den neueren Windowsversionen nach Windows 7 verfügbar, wurde aber später auch in die Windows-App integriert und später für Handy- und Festnetztelefonate freigeschaltet. Ab September 2018 konnten mit Call Recording Skype-Anrufe in den Apps und dem Desktop-Tool aufgenommen, abgespeichert und geteilt werden.
Geschichte Skype Technologies wurde im Juli 2003 von dem schwedischen Unternehmer Niklas Zennström und dem dänischen Unternehmer Janus Friis in Luxemburg gegründet. Sie erhielten Unterstützung durch die Draper Investment Company. Die Software selbst (in der Entwicklung noch als Skyper 1.0 bezeichnet) wurde von den Esten Ahti Heinla, Priit Kasesalu und Jaan Tallinn erstellt. Dieselben Entwickler haben mit Niklas Zennström und Janus Friis bei der Filesharing-Software Kazaa mitgewirkt.
Einer der ersten Namen für das Projekt war „Sky peer-to-peer“, was zu „Skyper“ verkürzt wurde. Da diese Domain bereits vom Inhaber des gleichnamigen Pagerdienstes belegt war, wurde das „r“ weggelassen, und am 24. April 2003 wurden die Domains skype.com und skype.net reserviert.
Bis zum 3. Dezember 2003 gab es von der Website bereits 3.355.593 Downloads der Software und die Anzahl stieg bis zum 31. Dezember 2004 auf 46.843.528 Downloads. Im September 2005 kaufte eBay Skype für 3,1 Milliarden US-Dollar. Davon wurden 2,6 Milliarden Dollar gezahlt, der Rest wurde nach Erreichen vereinbarter Ziele in den Jahren 2008 und 2009 in Form von Aktien übertragen. Im September 2009 bestätigte eBay den Verkauf von 65 % seiner Anteile für 1,9 Mrd. Dollar an die Investmentgesellschaft Silver Lake.
Im Mai 2011 bekundeten Facebook, Google und Microsoft Interesse an einer Übernahme von Skype. Den Zuschlag erhielt Microsoft mit einem Kaufpreis von 8,5 Milliarden Dollar, dem Zehnfachen des damaligen Jahresumsatzes von Skype. Das war die bis dahin teuerste Übernahme durch Microsoft, Im August 2011 hat Skype wiederum den Dienstleister GroupMe übernommen, der sich auf Konferenzgespräche über Skype spezialisiert hatte. Am 14. Oktober 2011 war die Übernahme von Skype vollständig abgeschlossen und der Dienst wurde zunehmend in das Microsoft-Ökosystem integriert. Skype ersetzte daraufhin den Windows Live Messenger und wurde dadurch deutlich stärker genutzt. 2013 wurde Skype in die Microsoft Office-Suite integriert, was die Zusammenarbeit und Kommunikation in Unternehmen verbesserte.
Trotz dieser Entwicklungen verlor Skype zwischen 2020 und 2023 erheblich an Nutzern.
Am 28. Februar 2025 berichteten Medien, Skype werde im Mai 2025 eingestellt. Kurz darauf verkündete Microsoft offiziell die Einstellung von Skype zum 5. Mai 2025. Als Ersatzprodukt wurde gleichzeitig der Wechsel zu Microsoft Teams empfohlen. Ab dem Zeitpunkt war es bis zur Abschaltung von Skype möglich, Chats zwischen Skype und Teams zu führen.
Geld senden Ab August 2017 war es möglich, mit der Funktion „Geld senden“ während eines Chats Geld mit PayPal zu überweisen. Sowohl der Absender als auch der Empfänger mussten aus einem der Länder stammen, in denen „Geld senden“ unterstützt wird. Dieser Dienst wurde in den USA, Kanada, Großbritannien, Österreich, Belgien, Zypern, Estland, Spanien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Malta, Niederlande, Portugal, San Marino, Slowakei und Slowenien angeboten. Es konnte Geld in den Währungen US-Dollar, kanadischer Dollar, britisches Pfund und Euro gesendet werden.Skype bietet gemeinsam mit PayPal die neue Funktion „Geld senden“. In: Skype Blog. 25. August 2017, abgerufen am 29. Oktober 2017.
Chat Der Skype-Chat diente in erster Linie dem Schreiben von formatierbaren Textnachrichten. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, Emoticons, GIFs oder Dateien zu versenden. Dabei war es, wie auch beim Telefonieren über Skype möglich, einer Einzelperson oder einer Konversation eine Text-, Datei- oder Kontaktnachricht zukommen zu lassen.
Emoticons In Skype konnte man animierte Emoticons verschicken. Man konnte sie entweder per Klick im Emoticon-Menü einfügen, oder den dazugehörigen Code einfügen (bei dem Emoticon „Grinsen“ zum Beispiel „(smile)“). Einige Kurzschreibweisen wurden ebenfalls übernommen, die nicht in Klammern geschrieben werden.
Um zu verhindern, dass fälschlicherweise aus Sonderzeichenkombinationen Emoticons interpretiert werden, ließ sich der Text in einer Monospace-Formatierung darstellen: Dazu musste entweder ein doppeltes Ausrufezeichen (!!) in Verbindung mit einem Zeilenumbruch oder einem Leerzeichen an den Beginn der Nachricht oder jeweils das Wort code in geschweiften Klammern ({code}) an den Beginn und das Ende des zu entformatierenden Bereichs geschrieben werden. Dies ermöglichte zum Beispiel das Übermitteln von Programmcode, da unter anderem Laufwerksbezeichner wie D: unter Windows in der ursprünglichen Darstellung erhalten blieben.
Es wurden laufend neue Emoticons hinzugefügt. Dabei handelte es sich nicht mehr nur um Gesichter, sondern auch um Handgesten, Tiere und Gegenstände. Es war auch möglich, kleine, durch Skype vorgeschlagene Videos zu versenden (sogenannte Mojis). Dabei handelte es sich in den meisten Fällen um sehr kurze Ausschnitte aus Kinofilmen, Fernsehsendungen oder kurze Musikvideos. Die ersten Audio-Emojis für Skype, sogenannte „Love Mojis“, welche von Skype zum Übermitteln im Chat mit Animationen verknüpft wurden, nahm der Musiker Paul McCartney einige Jahre vor 2020Paul McCartney: Lyrics. 1956 bis heute. Hrsg. mit einer Einleitung von Paul Muldoon. Aus dem Englischen übersetzt von Conny Lösche. C. H. Beck, München 2021, ISBN 978-3-406-77650-2, S. 705. auf.
Formatierungszeichen Skype unterstützte einige besondere Formatierungszeichen, um beispielsweise kursiven oder fettgedruckten Text darzustellen. Emoticons wurden dabei nicht verändert.
Dazu hier eine kleine Auswahl: FormatierungszeichenBeispielEntspricht~~Durchgestrichener Text~Durchgestrichener Text__Kursiver Text_Kursiver Text**Fettgedruckter Text*Fettgedruckter Text{code}{code}Monospace-Text{code}Monospace-Text Durch die Verwendung der Monospace-Darstellung wurden sämtliche andere Formatierungen ignoriert. Der Text innerhalb des in Monospace dargestellten Bereichs konnte nicht durch umgebende Formatierungszeichen verändert werden. Die Formatierung konnte unabhängig von den Emoticons durch das Schreiben von @@ und einem Leerzeichen oder Zeilenumbruch vor den Text verhindert werden. Dabei wurde keine Monospace-Darstellung erzeugt und Emoticons wurden weiterhin dargestellt.
Links Hyperlinks der Protokolle HTTP und HTTPS wurden automatisch erkannt und von Skype im klassischen Blau angezeigt. Die Links wurden dabei nicht auf ihre Gültigkeit geprüft. War im HTML-Code ein entsprechendes Bild zur Anzeige hinterlegt, wurde dieses Bild mit der Adresse des Links zusammen angezeigt. Wurde der Link dabei innerhalb eines Textes eingefügt, so wurde er einmal in Textform im Text selbst und einmal als Bild unterhalb des Textes angezeigt.
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