mini|Carei (rotes Viereck) – Rumänien – Nachbarorte: Satu Mare, Zalău, Cluj-Napoca, Oradea, Debrecen (Ungarn) Carei (veraltet Careii Mari; , , (Krole), ) ist eine Stadt im Nordwesten Rumäniens im Rang eines Munizipiums.

Etymologie Der Namensursprung der Stadt lässt sich auf das altungarische Wort karulyi (im modernen Ungarischen karvaly; dt. Sperber) zurückführen. Der Sperber ist das Wappentier des Adelsgeschlechts Károlyi, deren Stammsitz lange Zeit das Schloss Károlyi in Carei war.

Lage der Ortschaft Die Stadt liegt im Kreis Satu Mare, etwa hundert Kilometer nordöstlich von Oradea (Großwardein) unweit der ungarischen Staatsgrenze. Die Entfernung zur Kreishauptstadt Satu Mare (Sathmar) beträgt 35 Kilometer.

Geschichte Carei wurde 1213 erstmals urkundlich erwähnt und erlangte 1346 das Recht auf einen Wochenmarkt. 1428 trennte sich die Siedlung Karol von der Puszta Karol und wurde seitdem Großkarol genannt. László Károlyi Lancz begann 1482 mit dem Bau seines Schlosses. Die Bevölkerung konvertierte 1554 zum calvinistischen Glauben. 1592 verstärkte Mihály Károlyi die Burg mit vier Verteidigungsbastionen gegen die Türken. 1703 verschanzte sich Franz II. Rákóczi mit seinen Kuruzen hier bei seinem Unterstützer Alexander Károlyi. Dieser rief anschließend neue Siedler in den Ort, darunter schwäbische (Sathmarer Schwaben), rumänische, slowakische, ruthenische und jüdische Familien.

Nach dem Vertrag von Trianon wurde es 1920 Teil von Rumänien. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges war die Stadt als Folge des Zweiten Wiener Schiedsspruchs erneut Teil Ungarns, seit Kriegsende gehört es wieder zu Rumänien, wo es 1968 dem Kreis Satu Mare zugeordnet wurde.

Bevölkerung mini|alternativtext=Mehrsprachiges Ortseingangsschild|Ortseingangsschild mit dem rumänischen, ungarischen und deutschen Namen der Stadt (2016) Die Volkszählung von 2011 ergab folgendes Resultat: 10.950 Ungarn, 8077 Rumänen, 479 Rumäniendeutsche, 462 Roma, 17 Ukrainer sowie Angehörige anderer Volksgruppen.Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB).

Verkehr In Carei kreuzen sich die Nationalstraßen 1F und 19. Zudem verknüpft eine Umgehungsstraße südlich der Stadt die beiden Nationalstraßen.

Der Bahnhof Carei liegt an der Bahnstrecke Debrecen–Sighetu Marmației sowie an den hier beginnenden Strecken nach Zalău und nach Záhony. Es verkehren Personenzüge nach Satu Mare, Valea lui Mihai, Oradea, Zalău und Mátészalka in Ungarn, außerdem drei Fernzüge von Püspökladány, Bukarest und Timișoara.

Sehenswürdigkeiten In Carei befindet sich das Schloss Károlyi aus dem 13. Jahrhundert (Stammsitz der Károlyi, Umbau im neugotischen Stil des 19. Jahrhunderts) mit sehenswerter Parkanlage von 120.000 m² Größe mit ausgedehntem Arboretum. In dem Schloss befindet sich ein Museum mit Ausstellungen zur Stadtgeschichte, lokaler Archäologie (unter anderem Funde aus dem Tell Bobald und Cauas), der Geschichte der Károlyi-Familie und eine Sammlung ausgestopfter Wildtiere.

In Carei befindet sich eine gut erhaltene Synagoge aus dem Jahr 1870.

Jedes Jahr findet in der letzten Juliwoche ein Stadtfest statt, zu dem unter anderem ein Mittelaltermarkt gehört. mini|Schloss Károlyi

Sport In Carei gibt es zwei Fußballvereine (Victoria Carei und FC Kaizer Carei) sowie einen Fußball-Junioren-Verein – den C.S.S. Carei. In Carei gibt es vier Freizeit-Fußballplätze (teilweise aus Betonboden) und zwei Vereins-Plätze, die Victoria und FC Kaizer Carei gehören.

Persönlichkeiten

Gáspár Károlyi (um 1529–1592), protestantischer Theologe und Bibelübersetzer Alexander Károlyi (1669–1743), Feldherr Adalbert Schäffer, auch Béla Schäffer (1815–1871), Maler Oszkár Jászi (1875–1957), Schriftsteller, Politiker und Soziologe Margit Kaffka (1880–1918), Schriftstellerin und Feministin Susanne Barth (* 1944), Schauspielerin Robert Scheer (* 1973), deutscher Schriftsteller Adrian Sălăgeanu (* 1983), Fußballspieler István Kovács (* 1984), Fußballschiedsrichter Eric Bicfalvi (* 1988), Fußballspieler

Partnerstädte Carei pflegt Städtepartnerschaften mit den ungarischen Städten Orosháza, Nyírbátor und Mátészalka.Angaben auf der Website von Carei Orașe înfrățite, abgerufen am 10. Januar 2025 (rumänisch).

Literatur Nagykároly, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009, ISBN 978-965-308-345-5, S. 513.

Weblinks

Carei bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Region Sathmar