mini|Königliches Dramatisches Theater in Stockholm Das Kungliga Dramatiska Teatern (deutsch Königliches Dramatisches Theater, in der geläufigeren Bezeichnung Dramaten) ist das schwedische Nationaltheater in Stockholm. Auf den acht Bühnen des Hauses werden jährlich um die tausend Aufführungen gegeben.
Das Theater befindet sich seit 1908 am Nybroplan, Stockholm. Das im Jugendstil gehaltene Gebäude wurde vom schwedischen Architekten Fredrik Lilljekvist erbaut und ist seit 1935 als Byggnadsminne unter staatlichen Schutz gestellt. An der kunstvollen Gestaltung des Theaters wirkten renommierte Künstler wie Carl Milles und Carl Larsson mit.
Aus der hausinternen Schauspielschule Dramatens elevskola gingen viele bekannte Schauspieler hervor.
Geschichte miniatur|Diazotypie des Dramaten von 1907 1788 gründete Gustav III, König von Schweden, das Kungliga Dramatiska Teatern als eine Abspaltung vom bereits bestehenden Kungliga Teatern (Königliches Theater); in letzterem wurden neben dramatischen Schauspielen auch Opern aufgeführt. Seit dieser Abspaltung war das neu gegründete Königliche Dramatische Theater ausnahmslos der Aufführungsort von gesprochenem Schauspiel. Das Königliche Theater hingegen blieb als reines Opernhaus bestehen und heißt seit 1997 Kungliga Operan; es ist Schwedens Nationaloper.
Bis 1907 befand sich das Nationaltheater in einem Bau von 1788 gegenüber dem Opernhaus am Kungsträdgården, einer bekannten Parkanlage in Stockholm. Im 19. Jahrhundert wurden viele bekannte Stücke im Königlichen Dramatischen Theater aufgeführt, u. a. Uraufführungen von Henrik Ibsen und Anton Pawlowitsch Tschechow, sowie einige Werke von August Strindberg (z. B.: Till Damaskus).
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts führten die Probleme des Königlichen Dramatischen Theaters zu einer intensiven Diskussion über eine Renovierung. Zum einen galten die Bühnen als alt und unmodern, der gesamten Einrichtung haftete ein altmodischer Eindruck an, zum anderen hatten sich in Stockholm mehrere Konkurrenztheater etabliert, was die bestehenden Defizite des Nationaltheaters in den Vordergrund rücken ließ und schließlich auch wirtschaftliche Konsequenzen hatte. Es wurden verschiedene Vorschläge unterbreitet, die auf eine Renovierung des Gebäudes oder einen Neubau am Kungsträdgården zielten, doch keiner konnte den damaligen König Oskar II überzeugen. Stattdessen ließ er das Gebäude abreißen, um es an einem geeigneteren Ort neu zu errichten, am Nybroplan, einem Platz im neu entstandenen Herzen Stockholms.
Der Architekt Fredrik Lilljekvist war verantwortlich für den Neubau, der am 18. Februar 1908 mit August Strindbergs Stück Mäster Olof eingeweiht wurde und die Kurzbezeichnung Dramaten erhielt. Von hier ging im 20. Jahrhundert der bedeutendste Einfluss des schwedischen Theaters aus. Bedeutende Regisseure wie Olof und Gustaf Molander, Alf Sjöberg und Ingmar Bergman arbeiteten hier.
Die reichhaltig ornamental verzierte Fassade des Gebäudes ist aus dem hellen dolomitischen Ekeberg-Marmor (bei Glanshammar) gefertigt worden. Die vom Stil der Wiener Sezession beeinflusste Fassadenstruktur mit zahlreichen an Jugendstil anklingenden Ornamenten ist eine der wenigen im nördlichen Europa, die aus Marmor erstellt wurde.Herman Hedström: Om Sveriges naturliga byggnads- och ornamentstenar. P.A. Norstedt & Sönner, Stockholm 1908, S. 31.
Bühnen miniatur|Die Hauptbühne Zum Königlichen Dramatischen Theater gehören momentan acht Bühnen:
Stora scenen – Die Hauptbühne, seit 1908 (720 Plätze) Lilla scenen – Die Zweitbühne, seit 1945; renoviert und wiedereröffnet 2000 (340 Plätze) Målarsalen – Seit 1971; eine ehemalige Bühnenwerkstatt (160 Plätze) Tornrummet – Eine kleine Bühne; ehemalige Bühne der Schauspielschule (60 Plätze) Lejonkulan – Junge Dramaten; Bühne für Schulaufführungen Stora Elverket – Bühne für neue, zeitgenössische Stücke Lilla Elverket – Eine kleinere Bühne am Elverket Intima teatern – August Strindbergs 1907 in einem separaten Gebäude gegründete und vom Dramaten 2002 wiedereröffnete Bühne
Leiter miniatur|Haupteingang des Dramaten, 2008
des alten Königlich Dramatischen Theaters: 1788–1792: Gustaf Mauritz Armfelt 1792–1798: Klaes Rålamb 1798–1804: J. Hugo Hamilton 1804–1810: Abraham Niklas Clewberg-Edelcrantz 1810–1812: Anders Fredrik Skjöldebrand 1812–1818: Gustav Löwenhielm 1818–1818: J.P. Törner 1818–1818: Kronprinz Oskar 1818–1823: Gustav Fredrik Åkerhielm 1823–1827: Gustaf Lagerbjelke 1827–1831: Karl Johan Puke 1831–1832: Bernhard von Beskow 1832–1838: Per Westerstrand 1838–1840: Karl David Forsberg 1838–1844: Alexis Baeckman 1840–1844: Svante Gustaf Schyberg 1844–1848: Hugo Adolf Hamilton 1848–1852: Svante Gustaf Schyberg 1852–1856: Knut Bonde 1856–1860: Gunnar Olof Hyltén-Cavallius 1860–1860: Daniel Hwasser 1861–1866: Eugène von Stedingk 1866–1881: Erik Vilhelm af Edholm 1881–1883: Henrik Westin 1883–1888: Anders Willman 1888–1898: Gustaf Fredriksson 1898–1904: Nils Personne 1904–1907: Gustaf Fredriksson
des Königlich Dramatischen Theaters (Dramaten):
1908–1910: Knut Michaelson 1910–1922: Tor Hedberg 1922–1928: Tore Svennberg 1928–1934: Erik Wettergren 1934–1938: Olof Molander 1938–1948: Pauline Brunius 1948–1961: Ragnar Josephson 1951–1963: Karl Ragnar Gierow 1963–1966: Ingmar Bergman 1966–1975: Erland Josephson 1975–1981: Jan-Olof Strandberg 1981–1985: Lasse Pöysti 1985–1985: Ingvar Kjellson 1986–1996: Lars Löfgren 1996–2002: Ingrid Dahlberg 2002–2008: Staffan Valdemar Holm 2008–2014: Marie-Louise Ekman 2014–2019: Eirik Stubø seit 2019: Maria Groop Russel
Schauspieler
des Königlich Dramatischen Theaters:
Samuel Ahlgren (1764–1816) Lars Hjortsberg (1772–1843) Gustav Åbergsson (1775–1852) Carolina Kuhlman (1778–1866) Isaac de Broen (1783–1814) Jeanette Wässelius (1784–1853) Christina Elisabeth Frösslind (1793–1861) Charlotta Eriksson (1794–1862) Sara Torsslow (1795–1859) Henriette Widerberg (1796–1872) Ulrik Torsslow (1801–1881) Emilie Sofia Högquist (1812–1846) Charlotta Almlöf (1813–1882) Knut Almlöf (1829–1899) Elise Hwasser (1831–1894) Viktor Hartman (1839–1899) Ellen Hartman (1860–1945) Anders de Wahl (1869–1956) Gerda Lundequist (1871–1959) Olof Winnerstrand (1875–1956) Lars Hanson (1886–1965) Tora Teje (1893–1970) Uno Henning (1895–1970) Anders Henrikson (1896–1965) Märta Ekström (1899–1952) Inga Tidblad (1901–1975) Georg Rydeberg (1907–1983) Gunn Wållgren (1913–1983) Anders Ek (1916–1979) Anita Björk (1923–2012) Margaretha Krook (1925–2001) Jarl Kulle (1927–1997) Krister Henriksson (* 1946)
Weblinks
Dramaten – Offizielle Homepage Eintrag im bebyggelseregistret des Riksantikvarieämbetet (schwedisch)
Einzelnachweise
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