Emmen ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Hochdorf des Kantons Luzern in der Schweiz. Die Ortschaft liegt an der Mündung der Kleinen Emme in die Reuss und an der Grenze zwischen dem Schweizer Mittelland und den Luzerner Voralpen.
Geographie Die Gemeinde Emmen ist ein nördlicher Vorort in der Agglomeration von Luzern. Im Süden und im Südwesten grenzt sie an das Gebiet der Stadt Luzern, im Osten an Ebikon, Buchrain und Eschenbach, im Norden an Rothenburg und im Nordwesten an Neuenkirch.
Die Gemeinde Emmen besteht aus den beiden Ortsteilen Emmen und Emmenbrücke. Der erstere liegt im Reusstal, der letztere grossteils in einer welligen Hochebene (ca. 460 m) und minderheitlich (die unteren Quartiere) ebenfalls im Reusstal. Emmen-Dorf besteht aus den Teilen (Ober-)Dorf und Unterdorf (im Nordosten anschliessend). Zum Ortsteil Emmen, dem historischen Siedlungsschwerpunkt, gehören die Weiler Rottertswil (; 2,6 km nördlich des Dorfs), Waltwil (; 3 km nordöstlich) und Waldibrücke (; 3,9 km nordöstlich) – sowie das Industriegebiet Emmenfeld/Hasli/Buholz zwischen Emmen-Dorf und Waltwil. Wegen des Flugplatzes ist die Ebene Emmenfeld/Haslifeld, ausser den Industriezonen, unverbaut. Zwischen Buholz und der Reuss liegt ein grösseres Waldgebiet – der Ober Schiltwald – und zwischen Waldibrücke und der Reuss der Under Schiltwald. Durch die industrielle Ansiedlung entstanden im Ortsteil Emmenbrücke die ersten grösseren Wohngebiete. Mittlerweile hat die Siedlung von Emmenbrücke den Ortsteil Emmen, was die Einwohnerzahl betrifft, weit hinter sich gelassen, breitet sich weiter aus und erstreckt sich über ehemalige landwirtschaftliche Zonen. Vor allem in den Gebieten westlich von Gerliswil entstanden am südwärts gerichteten Hang neue Wohnsiedlungen, die noch immer erweitert werden (Erlen, Neuhof).
Die Kleine Emme, die im Gebiet Ibach von links in die Reuss mündet, bildet die Grenze zwischen Emmenbrücke und dem Luzerner Quartier Reussbühl. Einziges grösseres Waldgebiet im Ortsteil Emmenbrücke ist der Riffigwald. Der gesamte Nordwesten der Gemeinde ist ländlich geprägt mit zahlreichen Häusergruppen und Einzelgehöften. Durch dieses Gebiet fliesst von West nach Ost der Hellbühler Rotbach, der über mehrere Kilometer die Nordgrenze zwischen Emmen und Rothenburg bildet.
Von der Gemeindefläche mit über 20 Quadratkilometern wurden (Stand 2015/2016) 40,1 Prozent landwirtschaftlich genutzt. Wald und Gehölz bedeckten 18 Prozent der Gemeindefläche und 40 Prozent war Siedlungsfläche.
Der höchste Punkt der Gemeinde befindet sich im Geisselermoos auf , der tiefste am Rotbach auf
Bevölkerung Bis 1870 wuchs die Einwohnerzahl zwar stetig, aber nicht in Riesenschritten (1798–1850: + 46,5 %). Danach folgte ein hundertjähriger starker Wachstumsschub. Bereits 1950 wurde die Marke von 10'000 Einwohnern überschritten (1870–1970: + 1031,4 %). Von 1970 bis 1980 stagnierte die Einwohnerzahl (1970–1980: + 1,6 %). Diese Entwicklung erfolgte aufgrund der Rückwanderung ausländischer Arbeitskräfte in ihre Ursprungsländer, da aufgrund der Wirtschaftskrise nach dem Erdölschock viele industrielle Betriebe Stellen abbauten. Bis zur Jahrtausendwende wuchs die Gemeinde mässig weiter, 1991 wohnten erstmals mehr als 25'000 Einwohner in der Gemeinde (1980–2000: + 18,5 %). Dieses mässige Wachstum hält bis heute an (2000–2020: + 17,0 %).
Emmen ist nach der Stadt Luzern die Gemeinde mit der zweithöchsten Einwohnerzahl im Kanton Luzern und der gesamten Zentralschweiz. Am 2. Dezember 2015 überschritt die Gemeinde erstmals die 30'000-Einwohnermarke.
Quellen: 1798–1837: Helvetische und kantonale VolkszählungenRobert Gubler, Bevölkerungsentwicklung und wirtschaftliche Wandlungen im Kanton Luzern. Tabelle I. n. S. 112; 1850–1980 Volkszählungsergebnisse, 1981–2010 ESPOP, seit 2011 STATPOP
Sprachen Die Bewohner benutzen als Umgangssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 81,57 % Deutsch, 5,01 % serbokroatisch und 3,91 % Italienisch als Hauptsprache an. Weiter gibt es zahlreiche Personen, die Spanisch, Portugiesisch, Türkisch, Tamilisch und Kurdisch besser oder gleich gut wie Deutsch beherrschen. Grosse Teile der Secondos (Kinder der Einwanderer) sind zweisprachig (Muttersprache der Eltern und Deutsch).
Konfessionsstatistik Von der Wohnbevölkerung ab 15 Jahren waren Ende 2024 41,2 % Mitglied der römisch-katholischen Kirche und 6,1 % Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche. Der Anteil der Bevölkerung (52,7 %), der keiner oder einer anderen Glaubensgemeinschaft angehört, ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen.Wohnbevölkerung nach Konfessionen Kanton Luzern, abgerufen am 31. Januar 2026
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sah die religiöse Situation folgendermassen aus: Es waren 64,17 % römisch-katholische, 12,71 % evangelisch-reformierte und 4,60 % orthodoxe Christen. Daneben gab es 6,87 % Muslime, 6,52 % Konfessionslose und 0,85 % Mitglieder anderer nichtchristlicher Glaubensgemeinschaften. Orthodoxe: meist Serben, Montenegriner und Mazedonier; daneben Griechen Muslime: mehrheitlich Albaner; viele Bosnier, Türken und Kurden; einige Araber und Berber übrige Nichtchristen: fast ausschliesslich Hindus (Tamilen aus Sri Lanka)
Herkunft – Nationalität Ende 2022 waren von den 31'573 Einwohnern 19'790 Schweizer und 11'783 Ausländer. Die Einwohnerschaft bestand aus 62,7 % Schweizer Staatsbürgern und 37,3 % Ausländern. Somit ist Emmen die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil im Kanton Luzern. Ende 2022 stammten die ausländischen Einwohner aus Italien (1'785 Personen), dem Kosovo (1'538), Portugal (1'407), Deutschland (936), Serbien (761), Kroatien (728), Nordmazedonien (642), Bosnien und Herzegowina (618), Spanien (321) und der Türkei (216). 1'480 Personen stammten aus dem übrigen Europa, und 1'341 waren aussereuropäischer Herkunft.
Immigration In Emmen siedelten sich zahlreiche kleinere und grössere Industriebetriebe an. Bereits um die Jahrhundertwende entstand so ein bedeutendes Industriezentrum, dessen Wachstum einen immer grösseren Bedarf an Arbeitskräften erforderte, der erst durch Abwanderung der Landbevölkerung und später durch Emigranten gedeckt wurde. Da vor allem Einbürgerungswilligen aus dem früheren Jugoslawien in Volksabstimmungen das Schweizer Bürgerrecht verweigert wurde, verurteilte das Bundesgericht diese Einbürgerungspraxis im Jahr 2003 als diskriminierend. Im Februar 2005 entschieden die Stimmberechtigten mit 68,4 % Ja-Stimmen, dass in Zukunft eine Kommission über Einbürgerungsgesuche entscheiden soll.
Ortsteile mini|Emmenbrücke LU Da die Quartiere in Emmen keine statistische Bedeutung haben, sind ihre Begrenzungen nicht klar, und nicht alle Strassen sind einem Quartier zugeordnet. Jedoch haben sich mehrere Quartiervereine gebildet, welche die folgenden Quartiere umfassen: mini|Gemeinde Emmen
Emmenbrücke Erlen/Neuhof: Befindet sich im Nordwesten von Emmenbrücke und umfasst die Teile Erlen, Neuhof und Schönbühl. Hier befindet sich das Primar- und Oberstufenschulhaus Erlen. Das Quartier grenzt an den Stadtluzerner Ortsteil Reussbühl. Alp: Südlich der Erlenstrasse, westlich der Gerliswilstrasse bis südlich vom Industriequartier Emmenweid begrenzt befindet sich das Quartier Alp. Im Quartier befindet sich das Altersheim Alp; die Bebauung ist einerseits geprägt von grösseren Überbauungen (Obere/Untere Wiese sowie Haldenstrasse), die nach 1970 errichtet wurden, andererseits kleinere Mehrfamilienhäuser im Bereich Brisen-/Alp- und Landenbergstrasse, welche mehrheitlich vor 1970 errichtet wurden. Sonnenhof: Das Quartier Sonnenhof ist geprägt durch die Gartenhaussiedlung Sonnenhof, die für die Arbeiter der Industriebetriebe Emmens errichtet wurde. Mit den Projekten Sonnenhof Nord der Pax-Versicherung und Sonnenhof Süd von Romano & Christen wurde das Quartier verdichtet und so seine bisherige aufgelockerte Struktur verändert. Sprengi/Riffig: Erschliesst das Gebiet nördlich des Sonnenplatzes bis zur Autobahneinfahrt A2 Emmen Nord sowie das südlich der Neuenkirchstrasse gelegene Riffig-Quartier. Im Quartier befinden sich die Primarschulhäuser Sprengi und Riffig. Bösfeld/Kapf: Der nördliche Teil innerhalb der Eisenbahnschlaufe ist das Kapf-Quartier, ein hauptsächliches Wohnquartier. Benziwil: Der südliche Teil innerhalb der Eisenbahnschlaufe in Emmenbrücke ist das Quartier Benziwil, das aus der Wohnüberbauung Benziwil aus den 1970er-Jahren, der Waldstrasse und der Überbauung Schaubhus besteht. Hier ist besonders die moderne evangelisch-reformierte Kirche erwähnenswert.Homepage der Kirchengemeinde Berliswil, abgerufen am 16. April 2023. Meierhöfli: Das Meierhöfliquartier befindet sich zwischen der SBB-Bahnstrecke Olten–Luzern und der Autobahn A2 nördlich der Reuss. Eine klare Abgrenzung zum Quartier Herdschwand gibt es nicht. Neben den beiden Einkaufszentren Emmen Center und Wohncenter Emmen wird das Quartier von einer Mischnutzung von Gewerbe und Wohnnutzung geprägt. Das Quartier wird durch die Seetalstrasse zweigeteilt, da nur sehr wenige Übergänge bestehen. Mit dem Quartier Feldbreite befindet sich eine der Emmer Entwicklungsflächen im Quartier. Herdschwand: Die Herdschwand schliesst nördlich an das Meierhöfli-Quartier an; vor allem Einfamilien- und kleine Mehrfamilienhausbebauung herrschen im Quartier vor, das ausschliesslich zum Wohnen genutzt wird. Im Norden wird das Quartier vom Gersagzentrum und den weitflächigen Sportanlagen im Bereich Gersag bis Mooshüsli begrenzt. Chörbli: Liegt nördlich vom Quartier Sprengi an der Grenze von Rothenburg und Neuenkirch.Quartiervereinsverzeichnis der Gemeinde Emmen Bahnhof: Befindet sich beim Bahnhof Emmenbrücke zwischen den Quartieren Central und Seetalplatz. Central: Liegt entlang der Gerliswilstrasse zwischen dem Sonnenplatz und dem Quartier Bahnhof und schliesst auch das Industriegebiet Emmenweid mit ein. Seetalplatz: Liegt direkt anschliessend an die Quartiere Bahnhof und Meierhöfli und grenzt an die Stadt Luzern (Reussbühl). Viscosistadt: Dieses Quartier dient beinahe ausschliesslich der Industrie und ist nach der ehemaligen Viscosuisse benannt. Seit Ende 2019 befindet sich die Hochschule Luzern – Design & Kunst in diesem Quartier. Die Viscosistadt befindet sich zwischen den Quartieren Alp und Meierhöfli und trägt auf dem Bild Quartiervereine Emmen die weisse Farbe.
Emmen Rüeggisingen: Im Südwesten des Militärflugplatzes Emmen und nördlich der Autobahn A2 befindet sich das Quartier Rüeggisingen langgestreckt an der Rüeggisingerstrasse. Ausser dem Militärflugplatz und der Militärkaserne wird das Quartier zum Wohnen genutzt, sowohl Einfamilienhäuser (Abend-/Heimat- und Tulpenweg) wie auch Mehrfamilienhäuser sind im Quartier. Emmen-Dorf: Südlich des Militärflugplatzes liegt Emmen-Dorf, das aus den Teilen Dorf und Unter-Spitalhof besteht, welche hauptsächlich Wohnungen aufweisen. Mehrere Industriegebiete befinden sich in Emmen-Dorf. Von Westen nach Osten der Seetalstrasse entlang sind dies Meierhof (ALSO), Flugzeugwerke (RUAG) und Hasli (4B AG, Emmi AG, Gemü). Das Gebiet Buholz befindet sich südlich der Seetalstrasse und beherbergt die ARA Buholz von REAL (Recycling Entsorgung Abwasser Luzern) und das Ausbildungszentrum des TCS. Waldibrücke: Nordöstlich vom Militärflugplatz befindet sich Waldibrücke. Dieses Quartier ist ein Wohnquartier und grenzt an die Gemeinde Eschenbach. Rathausen: Das Kraftwerk Rathausen befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Emmen und das Kloster Rathausen auf demjenigen von Ebikon. Es ist eines der kleineren, ruhigeren Quartiere und wird, neben der SSBL Stiftung für selbstbestimmtes und begleitetes Leben im Kloster, hauptsächlich als Wohnquartier genutzt.
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