Liste der Straßen, Gassen und Plätze des 17. Wiener Gemeindebezirks Hernals.
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A mini|Alsgasse Almweg (Neuwaldegg, Kleingartenanlage „Hügelwiese“), nicht amtliche Bezeichnung. Alsgasse (Dornbach), 1877 benannt nach dem Alser Bach, einem 10,55 Kilometer langen Fluss, der heute großteils als Bachkanal geführt wird. Die erste urkundliche Erwähnung ist aus dem Jahr 1044 überliefert. Für den Namen der Als gibt es verschiedene Herleitungsmöglichkeiten. Oftmals wird der Name vom keltischen Alt abgeleitet, das Bach oder kühler Bach bedeuten kann. Anderen Interpretationen zufolge könnte der Name aber auch vom altkirchenslawischen Wort Olsa stammen, das mit Erle übersetzt wird. Siehe auch die Alser Straße und die Alserbachstraße im 9. Bezirk Alsergrund. Alszeile (Dornbach), 1897 benannt nach der Häuserzeile am Alser Bach; siehe auch Alsgasse. Die Zeile hieß davor teilweise ab 1868 Badgasse. Amundsenstraße (Dornbach, Neuwaldegg), 1930 benannt nach dem norwegischen Polarforscher Roald Amundsen (1872–1928); er ist der mit Abstand erfolgreichste Entdeckungsreisende in Arktis und Antarktis. Er durchfuhr als erster die Nordwest- und nach Adolf Erik Nordenskiöld auch die Nordostpassage. Er erreichte 1911 mit vier Begleitern als erster Mensch den Südpol. Da weder Robert Peary noch Frederick Cook oder Richard Byrd ihre Ansprüche eindeutig geltend machen konnten, ist wahrscheinlich, dass Amundsen während des Fluges im Luftschiff „Norge“ zusammen mit 15 weiteren Expeditionsteilnehmern 1926 auch der erste war, der den Nordpol erreichte. Die Straße hieß vorher Franz-Karl-Straße. Andergasse (Dornbach), 1894 benannt nach dem böhmischen Tenor und Opernsänger Alois Ander (eigentlich Aloys Anderle, 1821–1864); er sang vorwiegend am Kärntnertortheater und war beim Publikum sehr beliebt. Die Gasse hieß ursprünglich Haltergasse und dann bis 1894 Pichlergasse. Angergasse (Dornbach), 1979 benannt nach dem Fabrikanten und Erfinder Josef Anger (1837–1882). Er wanderte nach Amerika aus und arbeitete in der Nähmaschinenfabrik Singer; dort entwickelte er die „Anger-Nähmaschine“. Nach Österreich zurückgekehrt, gründete er in Hernals eine Nähmaschinenfabrik und Eisengießerei. Anger erfand auch eine verbesserte lithografische Presse. Für seine Arbeiter errichtete er Wohnhäuser, und er gründete eine Stiftung für bedürftige Schulkinder.Josef Anger auf austria-lexikon.at, abgerufen am 30. April 2010 Anton-Haidl-Gasse (Dornbach), 1951 benannt nach Anton Haidl (1870–1949), Bezirksvorsteher von Hernals (1919–1934, SDAP). Antonigasse (Hernals), 1894 benannt; Benennung unklar, möglicherweise nach Anton Klettenhofer (1815–1897), Bürgermeister von Währing (1864–1871 und 1873–1882). Nach einer anderen Version bezieht sich die Benennung auf eine Statue des heiligen Antonius von Padua. Die Gasse hieß vorher Antongasse und zwischen 1938 und 1945 Josef-Hackel-Gasse. Artariastraße (Neuwaldegg), 1894 benannt nach dem Verleger Matthias Artaria (1793–1835); er erwarb 1818 die Kunsthandlung seines Schwiegervaters und gründete 1822 den Verlag Matthias Artaria, der bis 1853 bestand. Artaria gehörte zum Beethoven-Freundeskreis, verlegte dessen Streichquartett op. 131 sowie die Quartettfuge op. 133, ferner zahlreiche Werke von Schubert.Artaria, Matthias, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 401 Der Name wird heute vom Verlag Freytag-Berndt u. Artaria KG weitergeführt. Die Straße hieß früher Salmansdorfer Straße und Tiefaustraße. Arzbergergasse (Dornbach), 1907 benannt nach dem Techniker und Erfinder Johann Arzberger (1778–1835), Professor für Mechanik am Polytechnischen Institut. Er konstruierte 1816 die erste größere Anlage für die Erzeugung von Leuchtgas aus Steinkohle und wurde damit zu einem Pionier städtischer Straßenbeleuchtung. 1820 konnte Arzberger der Öffentlichkeit den Prototyp seines Dampfstraßenwagens vorstellen.
B Bachzeile (Neuwaldegg, Kleingartenanlage „Hügelwiese“), 2008 benannt. Balderichgasse (Dornbach), 1894 benannt nach dem Geistlichen Balderich von Salzburg († 1147), Abt des Stiftes Sankt Peter in Salzburg (1125–1147); er ließ am Nordfuß des Mönchsberges 1130–1143 an der Stelle einer zerstörten ersten Abteikirche die Stiftskirche Sankt Peter neu errichten.Balderich von Salzburg auf www.salzburg.com, abgerufen am 1. Mai 2010 Balderich erwarb für das Stift umfangreiche Besitzungen in Dornbach und ließ 1139 eine Kapelle errichten. auf www.stiftstpeter.at, abgerufen am 4. Mai 2010 Siehe auch Frauenfelderstraße und St.-Peter-Gasse. Die Gasse hieß davor Stiftsgasse. Beheimgasse (Hernals), 1894 benannt nach Michael Beheim (auch Behaim, Beham oder Behm, 1416–1474), einem reisenden Dichter, der an vielen Höfen Europas wirkte. 1457 kam er nach Wien an den Hof von Kaiser Friedrich III. Er verfasste hier 1462–1465 „Das Buch von den Wienern“, eine Reimchronik in 13.000 Versen. Die Gasse hieß zuvor Josefigasse. Bergsteiggasse (Hernals), ca. 1864 benannt; die Gasse ist ein ehemaliger steiler Hauersteig durch die dortigen Weingärten. Sie hieß vorher Obere Bergsteiggasse und Untere Bergsteiggasse. Bergweg (Dornbach, Kleingartenanlage „Schafberg C“), nicht amtliche Bezeichnung nach dem bergigen Gelände am Schafberg. Bergzeile (Neuwaldegg, Kleingartenanlage „Hügelwiese“), nicht amtliche Bezeichnung. Beringgasse (Dornbach), 1904 benannt nach dem Geistlichen Gottfried Bering (1700–1777), Pfarrer von Hernals. Betty-Fischer-Weg (Dornbach), 1999 benannt nach Operettensängerin Betty Fischer (1887–1969); die Sopranistin war als „Lercherl von Hernals“ bekannt. Sie sang am Raimundtheater, im Ronacher und im Theater an der Wien; ihr Partner war oft Hubert Marischka. Bienenweg (Neuwaldegg), 1993 benannt nach einer ortsüblichen Bezeichnung, die sich wahrscheinlich auf früher hier befindliche Bienenstöcke bezieht. Blumengasse (Hernals), benannt (Datum unbekannt) nach der einst blumenreichen Umgebung. Hieß 1938–1945 Wohlrabgasse. Braumüllergasse (Dornbach), 1966 benannt nach dem Buchhändler und Verleger Wilhelm von Braumüller (1807–1884); er übernahm 1836 eine Verlagsbuchhandlung, die er „Ritter von Mösles Witwe & Braumüller“ nannte und die bis heute als Wilhelm Braumüller Universitäts-Verlagsbuchhandlung besteht. Sie ist einer der ältesten Privatverlage Österreichs. Das Verlagsprogramm umfasst heute Schulbücher und wissenschaftliche Titel, vornehmlich zu geisteswissenschaftlichen und politischen Themen. Braungasse (Dornbach), 1877 benannt nach dem Gynäkologen Carl Braun von Fernwald (1822–1891), Professor an der Universität Wien (ab 1856), Vorstand der I. Geburtshilflichen Universitätsklinik, Dekan (1866–1867 und 1870–1871), Rektor (1868–1869). Im Jahr 1872 wurde er zu Carl Braun Ritter von Fernwald nobilitiert. Brückenweg (Neuwaldegg), 2008 benannt nach einer vorher schon üblichen Bezeichnung, die sich auf eine Brücke im Gebiet „Waldandacht“ bezieht. Brunnenstubengasse (Dornbach, Kleingartenanlage „Geistiger Arbeiter“), nicht amtliche Bezeichnung. Brunnenweg (Dornbach, Kleingartenanlage „Schafberg C“), nicht amtliche Bezeichnung. Buchenweg (Dornbach, Kleingartenanlage „Geistiger Arbeiter“), nicht amtliche Bezeichnung. Buchfinkweg (Dornbach), 1965 benannt nach der Vogelart Buchfink.
C Carl-Reichert-Gasse (Dornbach), 1951 benannt nach dem Unternehmer Carl Reichert (1851–1922); er gründete 1876 in der Josefstadt ein Unternehmen zur Herstellung von Mikroskopen und anderen optischen Präzisionsgeräten. 1900 übersiedelten die „Reichert-Werke“ nach Währing. 1922 wurden 400 Arbeiter beschäftigt, für die Carl Reichert vorbildliche soziale Einrichtungen schuf. Das Unternehmen existierte eigenständig bis 1963 und gehört seit 1989 zur deutsch-amerikanischen Leica-Microsystems-Gruppe.Reichert-Werke auf www.aeiou.at, abgerufen am 2. Mai 2010 Charlotte-Bühler-Weg (Dornbach), 2008 benannt nach der deutschen Psychologin Charlotte Bühler (1893–1974); sie war eine ausgebildete Kinderpsychologin, arbeitete wissenschaftlich und auch therapeutisch aber hauptsächlich mit Erwachsenen. Sie entdeckte die vier „Grundtendenzen“, aus denen sie zusammen mit Carl Rogers und Abraham Maslow die Humanistische Psychologie entwickelte. Clemens-Hofbauer-Platz (Hernals), 1894 benannt nach dem Priester Klemens Maria Hofbauer (eigentlich Johannes Dvořák, 1751–1820); als Kaplan und Rektor bei den Ursulinen beschäftigte er sich mit der religiösen Erneuerung in Wien. In der Sankt-Ursula-Kirche wurde er durch seine Predigten so bekannt, dass ihm der Beiname Apostel von Wien gegeben wurde. Er galt als engagierter Gegner der Aufklärung. 1909 wurde er heiliggesprochen. Der Platz hieß vorher Parhamerplatz. Clerfaytgasse (Hernals), 1894 benannt nach dem Feldmarschall Charles Joseph de Croix, comte de Clerfait (1733–1798), Befehlshaber österreichischer Armeen und zeitweise auch der Reichsarmee im Rahmen der Koalitionskriege. Bekannt wurde er vor allem durch seinen Sieg gegen französische Truppen in der Schlacht bei Höchst am Main 1795. Comeniusgasse (Hernals), 1872 benannt nach dem Philosophen, Theologen und Pädagogen Johann Amos Comenius (eigentlich Jan Ámos Komenský, 1592–1670); er kann als der große Pädagoge des 17. Jahrhunderts angesehen werden. Er richtete als einer der Ersten die Pädagogik methodisch, didaktisch und inhaltlich nach den unterschiedlichen Kindheitsphasen aus und wurde zum Begründer der Didaktik sowie der Mathetik. Zahlreiche Schulen in Österreich unterrichteten nach seinen Lehren. Ein Teil der Gasse hieß vorher Ferchergasse. Curlandgasse (Dornbach), 1892 benannt nach Fürstin Wilhelmine Montléart-Sachsen-Curland (1820–1895), Eigentümerin von Schloss Wilhelminenberg; im Jahr 1888 spendete sie 150.000 Gulden (300.000 Kronen) zum Bau des Wilhelminenspitals. Dieses Krankenhaus ist nach ihr benannt, ebenso wie der Wilhelminenberg, die Wilhelminenstraße und die Montleartstraße in Ottakring. Nach ihrer Erzieherin sind der Paulinensteig und die Effingergasse in Ottakring und die Paulinengasse in Währing benannt, nach ihrer Schwiegermutter die Savoyenstraße in Hernals. Czartoryskigasse (Hernals, Dornbach), 1894 benannt nach dem polnischen Offizier und Kunstsammler Fürst Konstantin Adam Czartoryski (1773–1860); er nahm am Feldzug Napoleons gegen Russland teil und zeichnete sich in der Schlacht bei Moskau aus. 1816 wurde er Generaladjutant des russischen Kaisers Alexander I.; bald zog er sich dann vom öffentlichen Leben zurück. Er ließ sich 1828 in Wien nieder, wo er sich als Mäzen betätigte und in seinem Czartoryski-Schlössel im Währinger Bezirksteil Weinhaus eine wertvolle Gemäldesammlung anlegte. Die Gasse hieß früher Mandelgasse.
D De-Quer-Gasse (Neuwaldegg), 1885 benannt nach dem aus Paris stammenden Louis Maximilien de Quer (1801–1862), Grundbesitzer in Dornbach, Gründer des Dornbacher Verschönerungsvereins. Diepoldplatz (Hernals), 1905 benannt nach einem Diepold (auch Diepoldus, Lebensdaten unbekannt); er wird in einer Urkunde von 1135 gemeinsam mit seinem Bruder Neudingus (auch Heudingus) als Besitzer von Als genannt.Diepold auf www.aeiou.at, abgerufen am 3. Mai 2010 Die beiden waren Angehörige des angesehenen Rittergeschlechts der „Herren von Als“, von dem sich der Name „Hernals“ ableitet. Die Als ist wiederum, nach dem Wienfluss, der längste Wienerwaldbach. Der Diepoldpark ist ebenfalls nach diesem Diepold benannt. Dittersdorfgasse (Hernals), 1913 benannt nach dem Komponisten und Violinvirtuosen sowie Forstmeister Carl Ditters von Dittersdorf (1739–1799); er war ein äußerst produktiver Komponist der Wiener Klassik, schrieb 32 Opern und Singspiele, bei denen er teilweise die Libretti selbst verfasste. Heute noch bekannt ist neben einigen Instrumentalwerken vor allem sein Singspiel Doktor und Apotheker. Dornbacher Straße (Dornbach), 1894 benannt nach der ehemals selbstständigen Gemeinde Dornbach, die 1115 erstmals urkundlich als Doringinpach erwähnt und 1892 eingemeindet wurde. Die Straße hieß um 1880 Wiener Straße und dann Hauptstraße.