mini|Simon Hantaï (1974) Simon Hantaï (* 8. Dezember 1922 in Biatorbágy, Ungarn; † 12. September 2008 in Paris) war ein ungarischer, seit 1966 französischer Maler und einer der wichtigsten Vertreter der Strömung Support/Surface (wörtlich „Unterlage/Fläche“), die er 1959 um die Technik des (Leinwand-)Faltens (pliage) bereicherte.

Leben und Werk Simon Hantaï studierte an der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste in Budapest. Mit seiner Frau, der Malerin Zsuzsa Biró, ließ sich im Herbst 1948 in Paris nieder.

Dort befreundete er sich mit Christian d’Orgeix, der ihn in die Pariser Kunstwelt einführte. Nach einer Begegnung mit Joan Mitchel im Jahr 1950, wurde er mit Gabriel Kohn und İlhan Koman zur Teilnahme an der ersten Pariser Gemeinschaftsausstellung der Galerie Huit eingeladen.

Hantaï fühlte sich zunächst vom Surrealismus angezogen und wurde 1952 von André Breton in den surrealistischen Kreis aufgenommen. In der Folge experimentierte er mit verschiedenen Techniken wie Collage, Reiben oder Falten. Unter dem Einfluss der amerikanischen Expressionisten um Jackson Pollock wendete sich Hantaï der Abstraktion zu. Die Surrealisten versuchte er von den Vorzügen der Abstraktion zu überzeugen.

1954 bezog er ein Atelier in der Cité des Fleurs, das Ellsworth Kelly verlassen hatte. 1955 brach er mit den Surrealisten, nachdem es zu heftigen Streitereien um den Ausschluss von Max Ernst gekommen war. Der Einfluss von Pollock und Georges Mathieu wurde in seiner zweiten Einzelausstellung, die im Mai 1956 unter dem Titel Sexe-Prime in der Galerie Kléber eröffnete und eine Hommage an Jean-Pierre Brisset darstellte, offensichtlich. Im Werbeplakat zeigte Hantaï auf einem Foto auch, wie er arbeitete: in der Methode der auf dem Boden liegenden Leinwand nach Art von Jackson Pollock.

Der Galerist Jean Fournier nahm ihn auch für weitere Gruppenausstellungen unter Vertrag, so 1957 für „L’exemplaire dans l’aventure picturale des dix dernières années“ und 1964 für „Dix tableaux“. Simon Hantaï war Teilnehmer der documenta II (1959) in Kassel. 1982 vertrat er Frankreich an der Biennale in Venedig und wurde 2007 Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique.

Hantaï ist der Vater der Musiker Marc Hantaï (* 1960), Jérôme Hantaï (* 1961) und Pierre Hantaï (* 1964), die alle im Bereich der historischen Aufführungspraxis wirken und mitunter auch als Trio Hantaï auftreten.

Werke in öffentlichen Museen und Sammlungen Münster, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte: „Étude“ (erworben 2009)

Literatur José Pierre: DuMonts kleines Lexikon des Surrealismus („Le surréalisme“). DuMont, Köln 1976, ISBN 3-7701-0766-7 (DuMonts-Kunst-Taschenbücher, Band 12). Georges Didi-Huberman: L’étoilement. Conversation avec Hantaï, Minuit, Paris 1998 Molly Warnock: Simon Hantaï and the Reserves of Painting. Pennsylvania State University Press, University Park 2020, ISBN 978-0-271-08502-9. Molly Warnock: Penser la peinture: Simon Hantaï. Gallimard, Paris 2012. Molly Warnock: Engendering Pliage: Simon Hantaï's Meuns. nonsite.org, Juli 2012. Molly Warnock: Manifold Address: Simon Hantaï's Etude. Artforum, Oktober 2012. Molly Warnock, Karim Ghaddab: Simon Hantaï. Panses 1964–65. Galerie Jean Fournier, Paris 2012.

Weblinks

Molly Warnock: Artikel. nonsite.org

Einzelnachweise

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