mini|Wappen des Erzbistums Bamberg mit dem Bamberger Löwen Das Erzbistum Bamberg (lateinisch Archidioecesis Bambergensis) ist eine römisch-katholische Diözese im Norden Bayerns und umfasst große Teile der Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken sowie jeweils einen kleinen Teil der Regierungsbezirke Unterfranken (Iphofen, Eltmann-Roßstadt) und Oberpfalz (Auerbach). Suffraganbistümer sind Eichstätt und Würzburg sowie das in Rheinland-Pfalz und dem Saarland gelegene Bistum Speyer in den Grenzen der bayerischen Pfalz bis 1920.
Gründung Auf der Reichssynode in Frankfurt am Main, die am 1. November 1007 begann und an der 8 Erzbischöfe und 27 Bischöfe teilnahmen, erwirkte König Heinrich, der 1014 die Kaiserwürde erlangte, die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen von Würzburg und Eichstätt. Noch auf der Synode wurde Eberhard, des Königs Kanzler, vom Mainzer Erzbischof Willigis zum Oberhirten des neuen Grenzlandbistums geweiht. Ebenfalls noch auf der Synode wurden dem Bistum reiche Schenkungen verbrieft, um es wirtschaftlich auf eine solide Basis zu stellen. Heinrich wollte in seiner Lieblingsstiftung Bamberg die mönchische Strenge des Hildesheimer Domkapitels – dort war er selbst erzogen worden – und den damals gefeierten Studieneifer der Kirchen von Lüttich miteinander verbunden wissen.
Das Bistum Bamberg war zunächst Mainz und ab 1245 Rom unmittelbar unterstellt (exemt) und erlangte eine besondere Bedeutung bei der Christianisierung der zwischen Main und Regnitz wohnenden Slawen. Suitger, der zweite Bamberger Bischof, wurde 1046 zum Papst gewählt und nahm bei seiner Inthronisation den Namen Clemens II. an. Im Bamberger Dom wurde er auf eigenen Wunsch beigesetzt – es ist das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen.
Bistumsheilige Heinrich Heinrichs Vater, Heinrich der Zänker, war Herzog von Bayern. Im Jahr 1002 wurde Heinrich II. zum König und 1014 zum Kaiser gekrönt. Heinrich setzte bei der Reichssynode am 1. November 1007 die Gründung des Bistums Bamberg durch. Er gründete viele Klöster. Am 13. Juli 1024 starb Heinrich II. Er ist im Bamberger Dom bestattet und wurde von Papst Eugen III. 1146 heiliggesprochen. Gedenktag ist der 13. Juli.
Kunigunde Sie stammte aus Luxemburg und heiratete um 999 Heinrich. Kunigunde wirkte entscheidend bei der Ausstattung des Bistums Bamberg mit. Auch stiftete sie das Benediktinerinnenkloster Kaufungen, in das sie nach dem Tod ihres Mannes eintrat. Sie starb am 3. März 1033 in Kaufungen und ist im Dom zu Bamberg bestattet. Kunigunde wurde von Papst Innozenz III. 1200 heiliggesprochen. Gedenktag ist der 3. März.
Otto Er stammte aus schwäbischem Adel und war zunächst am Hof des Polenherzogs Władysław I. Herman tätig, ehe er in den Dienst von Kaiser Heinrich IV. trat. 1102 wurde Otto zum Bischof von Bamberg ernannt. Er ließ den niedergebrannten Dom wieder aufbauen und wirkte als Missionar in Pommern. 1189 wurde Otto heiliggesprochen. Im Erzbistum Bamberg wird seiner am 30. September gedacht.
Sebald Im 8. Jahrhundert kam Sebald nach der Überlieferung in die Gegend von Nürnberg, wo er sich als Einsiedler niederließ und als Missionar wirkte. Sebald wird vor allem in Nürnberg als Stadtheiliger verehrt. Er wurde im Jahr 1425 heiliggesprochen. Sein Gedenktag ist der 19. August.
Diözesankalender Im Erzbistum Bamberg wird der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet um die folgenden Eigenfeiern ergänzt (dahinter jeweils der Rang):
Abkürzungen: H = Hochfest, F = Fest, G = gebotener Gedenktag, g = nicht gebotener Gedenktag
5. Januar: Hl. Johannes Nepomuk Neumann († 1860), Bischof – g 16. Januar: Sel. Teresio Olivelli († 1945), Märtyrer – g 3. März: Hl. Kunigunde – († 1033), Gemahlin Kaiser Heinrichs II., Bistumspatronin – H 23. April: Hl. Georg († um 303), Märtyrer, Zweiter Patron der Domkirche – im Bamberger Dom F, in der Erzdiözese G Freitag der Zweiten Osterwoche: Gedenktag der hl. Lanze und der hll. Nägel unseres Herrn – im Bamberger Dom und in der Frauenkirche (Nürnberg) G, in der Erzdiözese g 1. Mai Maria, Schutzpatronin von Bayern – H 6. Mai: Weihetag der Domkirche – in der Dompfarrei H, in der Erzdiözese F 11. Mai: Hl. Gangolf († um 760), Märtyrer – g Samstag der Vierten Osterwoche Hll. Vierzehn Nothelfer in der Basilika Vierzehnheiligen H, in der Erzdiözese G 6. Juni: Sel. Odoardo Focherini († 1944), Märtyrer – g 13. Juli: Hl. Heinrich († 1024), Kaiser und Bistumspatron – H 15. Juli: Hl. Gumbert († 795) Abtbischof, Glaubensbote in Franken – in Ansbach und Umgebung G, in der Erzdiözese g 15. Juli: Hl. Bonaventura († 1274) Bischof, Kirchenlehrer – g (im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet G) 19. August: Hl. Sebald Einsiedler bei Nürnberg – in Nürnberg und Umgebung F, in der Erzdiözese G 30. September: Hl. Otto († 1139), Bischof von Bamberg, Glaubensbote in Pommern – F (im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet 30. Juni) 3. Oktober: Hl. Hieronymus († 420), Priester, Kirchenlehrer G (im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet 30. September) 5. Oktober: Sel. Josef Mayr-Nusser († 1945), Familienvater, Märtyrer – g 14. Oktober: Hl. Burkhard († 755), Bischof von Würzburg – g 5. November: Sel. Bernhard Lichtenberg († 1943 in Hof), Märtyrer, Gerechter unter den Völkern – g
Mittelalter Unter Bischof Otto I., dem Heiligen, 1102–1139, erlebte die Domschule eine neue Blütezeit. Er gründete oder erneuerte 27 Klöster in sieben Diözesen von Kärnten bis Halberstadt. Mit der Einrichtung des Aegidienspitals und des Gertrudenhospitals begann Bischof Otto I. die karitative Tätigkeit der mittelalterlichen Kirche auch in Bamberg, sie ist noch in den Spitälern alter Städte erkennbar. Gottesdienste und Seelsorge, Bildung und Kultur, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Aktivitäten, Glaubensverbreitung und Friedensförderung waren Aufgaben und Ziele der Bamberger Kirche im Mittelalter. mini|Diözese Bamberg um 1500
Reformation Die Reformation hat im fränkischen Land tiefe Spuren hinterlassen: So fielen damals beispielsweise von 190 Pfarrkirchen im Laufe des 16. Jahrhunderts 105 mit den meisten Filialkirchen dem Protestantismus zu; 1648 standen für 110 Pfarreien noch 64 Priester zur Verfügung.
Neuzeit Die Bischöfe der Barockzeit, zugleich Landesherren des Hochstiftes mit über 200 000 Einwohnern, waren Freunde und Förderer der Künste und Wissenschaften. Die Nachwelt verdankt ihnen bedeutende Kirchenbauten, Schlossanlagen, eine allgemeine kulturelle Hochblüte. Zugleich widmeten sie sich den pastoralen Aufgaben (Neuordnung der Pfarreien, Förderung der Klöster, Berufung der Jesuiten).
So führte Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779–1795) den barocken Lebensstil bewusst nicht weiter. Er wollte als „Fürst für das Volk“ dessen Wohl. Er sorgte für die Kranken und Armen durch Gesetze und Einrichtungen, die dem modernen Sozial- und Versicherungswesen den Weg bereiteten. So schuf er das Armeninstitut, das sich in Form einer ständigen Kommission systematisch in Bamberg, Forchheim, Kronach, Lichtenfels und Weismain der Notleidenden annahm. Im Jahre 1789 errichtete er das Allgemeine Krankenhaus in Bamberg und förderte die Einführung einer Krankenkasse.
Bamberger Löwe Der Bamberger Löwe, als Wappentier und gemeine Figur in der Heraldik, hat einen Eigennamen und war im Wappen des Hochstiftes Bamberg. Er reihte sich in die Liste der Wappenlöwen ein. In vielen Wappen ist seine Hauptrichtung aufsteigend und heraldisch rechtsgewendet. Er ist gewöhnlich in Gold ein rechtsgewandter, mit einer silbernen Schrägrechtsleiste überdeckter, rot bewehrter schwarzer Löwe. Am Spalt im Wappen steht er seit dem 16. Jahrhundert.
Der Bamberger Löwe ist in vielen Wappen nachzuweisen, wenn der Einfluss des Hochstiftes bedeutend war, so in den Wappen von Weisendorf (linksgewendet), Scheßlitz (rechtsgewendet), Litzendorf (rechtsgewendet), Oberscheinfeld (rechtsgewendet), Bezirk Oberfranken, Landkreis Bamberg, Landkreis Erlangen-Höchstadt, Landkreis Haßberge, Landkreis Forchheim. Auch der Erzbischof von Bamberg führt den Löwen im Wappen.
Säkularisation und Neubeginn Die Säkularisation des Jahres 1802/1803 beendete die weltlichen Regierungsaufgaben der Kirchenfürsten: Das Hochstift Bamberg fiel an das Königreich Bayern. Nach dem im Jahr 1817 geschlossenen Bayerischen Konkordat veranlasste Papst Pius VII. am 1. April 1818 in einer Zirkumskriptionsbulle die Neueinteilung der bayerischen Diözesen. Bamberg wurde Sitz eines Erzbischofs mit den Suffraganbistümern Eichstätt, Speyer und Würzburg. 1826 kamen per päpstlichem Dekret die Katholiken des Herzogtums Sachsen-Coburg unter die geistliche Leitung und Jurisdiktionsgewalt der Erzdiözese Bamberg.Frank Altrichter und Isolde Kalter: Glaube und Gemeinschaft unter dem Patrozinium der hl. Ottilia. Neustadt bei Coburg 2012, ISBN 978-3-00-039714-1, S. 16.
Bistumsgliederung – Dekanate und Seelsorgebereiche
Das Erzbistum Bamberg gliedert sich in zehn Dekanate und 35 Seelsorgebereiche. Für jeden Seelsorgebereich wurde jeweils ein Leitender Pfarrer ernannt.
Dekanat Ansbach Seelsorgebereich Dreifrankenland im Steigerwald Seelsorgebereich Oberer Aischgrund Seelsorgebereich Ansbach Stadt und Land
Dekanat Bamberg Seelsorgebereich Gügel Seelsorgebereich Main-Itz Seelsorgebereich Bamberger Osten Seelsorgebereich Bamberger Westen Seelsorgebereich Geisberg-Regnitztal Seelsorgebereich Main-Aurach Seelsorgebereich Steigerwald
Dekanat Bayreuth Seelsorgebereich Bayreuth Seelsorgebereich Fränkische Schweiz Nord Seelsorgebereich Auerbach-Pegnitz
Dekanat Coburg Seelsorgebereich Coburg Stadt und Land Seelsorgebereich Gottesgarten Seelsorgebereich Lichtenfels-Obermain Seelsorgebereich Obermain-Jura
Dekanat Erlangen Seelsorgebereich Aurachtal-Seebachgrund Seelsorgebereich Erlangen-Süd Seelsorgebereich Erlangen-Nordwest Seelsorgebereich Erlangen-Nordost Seelsorgebereich Erlangen-West
Dekanat Forchheim Seelsorgebereich Jura-Aisch Seelsorgebereich Fränkische Schweiz Seelsorgebereich Neubau Seelsorgebereich Forchheim Seelsorgebereich Höchstadt
Dekanat Fürth Seelsorgebereich Fürth Stadt Seelsorgebereich Fürth Land
Dekanat Hof Seelsorgebereich Hofer Land Seelsorgebereich Kulmbach
Dekanat Kronach Seelsorgebereich Frankenwald Seelsorgebereich Kronach
Dekanat Nürnberg Seelsorgebereich Pegnitztal Seelsorgebereich Nürnberg Mitte-Nord-West Seelsorgebereich Nürnberg Nord-Ost Seelsorgebereich Nürnberg Südstadt-West
Erzbischöfe mini|180x180px|Herwig Gössl nach seiner Ernennung 2023
Von 2002 bis 2022 hatte Ludwig Schick das Amt des Erzbischofs von Bamberg als 13. in der Reihe der Bamberger Erzbischöfe inne. Sein Vorgänger war Karl Braun. Seit dem 2. März 2024 ist Herwig Gössl als Erzbischof im Amt.
Kathedrale, Basiliken, Kirchen (Auswahl) mini|Bamberger Dom mini|Altarraum mit Kathedra Die Kathedrale (Bischofskirche) des Erzbistums ist der Kaiserdom St. Peter und St. Georg in Bamberg.
Wallfahrtsbasiliken Basilika Gößweinstein Basilika Marienweiher Basilika Vierzehnheiligen Weitere bedeutende Kirchen Ansbach, St. Ludwig, in der Altstadt Bamberg, St. Gangolf, im Bamberger Gärtnerviertel Bamberg, St. Jakob, auf dem Jakobsberg Bamberg, St. Kunigund, in der Gartenstadt Bamberg, St. Martin, innerhalb des Weltkulturerbes der Altstadt Bamberg Bamberg, St. Michael, auf dem Michelsberg, ehemaliges Benediktinerkloster Bamberg, Obere Pfarre, auf dem Kaulberg Bad Staffelstein, Kloster Banz, ehemaliges Benediktinerkloster Bayreuth, Schlosskirche, im Stadtzentrum Coburg, St. Augustin, unterhalb der Veste Coburg Hof, St. Marien, in der Altstadt Kronach, St. Johannes d. T., im Stadtzentrum Nürnberg, St. Elisabeth, am Jakobsplatz Nürnberg, Frauenkirche, am Nürnberger Hauptmarkt Nürnberg, St. Klara, in der Altstadt, heute Meditationskirche
Siehe auch: Kirchengebäude im Erzbistum Bamberg
Konsolidierungsprozess