Der Andreas-Gryphius-Preis ist ein deutscher Literaturpreis.

Geschichte Der Andreas-Gryphius-Preis, der in erster Linie das Gesamtwerk würdigt, wurde erstmals 1957 in Düsseldorf verliehen. Seit 1990 wird er von der Künstlergilde Esslingen in Glogau vergeben, wo Andreas Gryphius 1616 geboren wurde und bis zum Tod im Jahre 1664 lebte.

Mit dem Literaturpreis werden Autoren und Übersetzer ausgezeichnet, deren Publikationen deutsche Kultur in Mittel-, Ost- und Südosteuropa reflektieren und die zur Verständigung zwischen Deutschen und ihren östlichen Nachbarn beitragen., abgerufen am 13. April 2016.

Der Preis war anfangs mit 25.000 DM dotiert. Zusätzlich wurde ein mit 7.000 DM dotierter Sonderpreis verliehen, der auch als Stipendium vergeben werden konnte. Aufgrund von Sparmaßnahmen wurde 2000 die finanzielle Unterstützung der Künstlergilde durch das Bundesministerium des Innern bzw. den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien eingestellt. Der Preis wurde daher bis 2008 nicht mehr vergeben.

Nachdem ein Preisgeld durch eine private Stiftung finanziert werden konnte, wird der Preis seit 2009 wieder jährlich verliehen. Preisträger (Auswahl) 1957–1970 (summarisch): Edzard Schaper, Horst Lange, Jean Gebser, Siegfried von Vegesack, Sigismund von RadeckiWolfgang Schwarz: Kann es den „gültigen Roman“ geben? Keine Angst vor dem Thema Deutscher Osten – die Problematik sitzt tiefer. In: Ostpreußenblatt. Jahrgang 22 / Folge 31, 9. Januar 1971, S. 5, Sp. 2–4 (PDF; 10 MB) (Preisträger in Auswahl). 1957: Heinz Piontek (Hauptpreis), Gerhart Pohl 1958: Edzard Schaper 1959: August Scholtis (Hauptpreis) 1960: Horst Lange 1961: Getrud Fussenegger (Hauptpreis) 1962: Karl Dedecius (Förderpreis), Jean Gebser 1963: Wolfgang Schwarz (Ehrengabe), Siegfried von Vegesack 1964: Sigismund von Radecki 1965: Josef Mühlberger, Peter Jokostra 1966: Johannes Urzidil (Hauptpreis), Hans Lipinsky-Gottersdorf, Ernst Günther Bleisch (Förderpreis) 1967: Arnold Ulitz, Horst Bienek (Ehrengabe) 1968: Rudolf Pannwitz 1969: Manfred Bieler, Oskar Pastior (Förderpreis) 1970: Kurt Heynicke, Dagmar Nick (Ehrengabe), Barbara König (Ehrengabe) 1971: Wolfgang Koeppen (Hauptpreis), Horst Wolff (Förderungspreis) 1972: Günter Eich, Walter Kempowski (Ehrengabe), Ilse Tielsch (Ehrengabe), Georg Hermanowski (Ehrengabe), Gertrud Fussenegger 1973: Wolfgang Weyrauch, Elisabeth Kottmeier (Ehrengabe), Hans-Jürgen Heise (Ehrengabe), Zenta Mauriņa (Ehrengabe) 1974: Peter Huchel, Annemarie in der Au (Ehrengabe) 1974: Franz Liebl (Ehrengabe) 1975: Frank Thiess, Walter Richter-Ruhland (Ehrengabe)KULTURNOTIZEN Preußische Allgemeine Zeitung, 7. Juni 1975 — Folge 23 — Seite 18 1976: Karin Struck (Hauptpreis), Carl Guesmer (Förderpreis), Tamara Ehlert (Förderpreis) 1977: Reiner Kunze (Hauptpreis), Rose Ausländer, Rudolf Günter Langer 1978: Hanns Gottschalk, Arno Surminski 1979: Siegfried Lenz (Hauptpreis), Gertrud von den Brincken (Ehrengabe), Harald Kaas (Förderungspreis)Kaas, Harald. In: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender. 60. Jg. Gruyter, Berlin 1988, S. 566. 1980: Saul Friedländer, Esther Knorr-Anders (Ehrengabe), Heinz Georg Podehl (Ehrengabe) 1981: Ernst Vasovec, Ulrich Schacht (Förderpreis) 1982: Franz Tumler 1983: Horst Bienek, Ulla Berkéwicz (Förderpreis), Heddy Pross-Weerth (Ehrengabe) 1984: Hans Sahl 1985: Ernst Günther Bleisch (Der Philosoph Günther Anders hatte den Preis aus politischen Gründen abgelehnt.) 1986: Hans Werner Richter, Frieder Schuller (Förderpreis) 1987: Otfried Preußler für sein Gesamtwerk, Helga Lippelt (Förderpreis), Utz Rachowski (Förderpreis) 1988: Martin Gregor-Dellin 1989: Ilse Tielsch (Hauptpreis für ihr Gesamtwerk), Michael Wieck (Ehrengabe für Zeugnis vom Untergang Königsbergs) 1990: Peter Härtling (Hauptpreis), Christian Saalberg (Ehrengabe) 1991: Ota Filip (Hauptpreis), Helga Schütz (Ehrengabe), Franz Hodjak (Ehrengabe), Ernest Wichner (Förderpreis) 1992: Janosch (Horst Eckert; Hauptpreis), Paweł Huelle (Förderpreis) 1993: Dagmar Nick 1994: Hans-Jürgen Heise 1995: Andrzej Szczypiorski (Hauptpreis), Hanns Cibulka (Ehrengabe) 1996: Jiří Gruša, Olly Komenda-Soentgerath (Ehrengabe) 1997: Karl Dedecius (Hauptpreis), Uwe Grüning (Förderpreis) 1998: Milo Dor 1999: Stefan Chwin für sein Gesamtwerk, insbesondere für den Roman Tod in Danzig 2009: Arno Surminski 2010: Renata Schumann 2011: Michael Zeller 2012: Monika TaubitzMonika Taubitz erhält Andreas-Gryphius-Preis. In: Eßlinger Zeitung. esslinger-zeitung.de, Online-Meldung vom 18. September 2012 (Artikelanfang; Artikel nur im Abonnement). In: Neisse Verlag. neisseverlag.de, „Aktuelles“ vom 17. August 2012. Online vom 30. September 2015. 2013: Hans BergelAndreas Gryphius-Preis an Hans Bergel. In: Siebenbürgische Zeitung. siebenbuerger.de/zeitung, Online-Meldung vom 10. Oktober 2013.Ich schrieb über Europa, wenn ich über Siebenbürgen schrieb. In: Siebenbürgische Zeitung. siebenbuerger.de/zeitung, Online-Meldung vom 15. Dezember 2013 (Preisrede Bergels). 2014: Therese Chromik, Leonie Ossowski 2015: Erich PawluIn einer Reihe mit Siegfried Lenz und Ottfried Preußler. Erich Pawlu im Interview mit Berthold Veh. In: Augsburger Allgemeine. augsburger-allgemeine.de/dillingen, Online-Meldung vom 20. November 2015. 2016: Jenny SchonLyrikzeitung 10. Oktober 2016 2017: Tina Stroheker 2018: Catalin Dorian Florescu 2019: Benedikt Dyrlich 2020: Traian Pop 2022: Bernd Kebelmann, Jörg BernigSusanne Habel: Poesie und Sinn für Geschichte: Andreas-Gryphius-Preis für SL-Kulturpreisträger Jörg Bernig. In: Sudetendeutsche Zeitung 22. Juli 2022, S. 8. 2023: Ilse Hehn 2024: Edward Białek 2025: Ursula Haas (Ehrenpreis)

Weblinks kuenstlergilde.eu Informationen der Künstlergilde zum Andreas-Gryphius-Preis , abgerufen am 13. April 2016.

Einzelnachweise

Kategorie:Literaturpreis (Baden-Württemberg) Kategorie:Andreas Gryphius Kategorie:Vertriebenenthematik Kategorie:Erstverleihung 1957