Kainach bei Voitsberg ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Voitsberg in der Steiermark. Am 1. Jänner 2015 wurden im Zuge der Gemeindestrukturreform in der Steiermark die Gemeinden Gallmannsegg und Kohlschwarz eingemeindet.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 24. Oktober 2013 über die Vereinigung der Gemeinden Gallmannsegg, Kainach bei Voitsberg und Kohlschwarz, alle politischer Bezirk Voitsberg. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013. Nr. 126, 32. Stück. . S. 633. mini|Die nördliche Grenze des Gemeindegebietes, der Roßbachkogel,
Geografie Die Gemeinde Kainach bei Voitsberg liegt westlich von Graz, nördlich von Voitsberg im oberen Tal der Kainach. Der tiefste Punkt im Süden liegt rund 500 Meter über dem Meer. Von dort steigt das Land nach Osten und Westen bewaldet bis 1000 Meter, im Norden auf Almen bis 1800 Meter an. Mehr als drei Viertel der Gemeindefläche von achtzig Quadratkilometer sind bewaldet, sechzehn Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, fünf Prozent sind Almen.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (Einwohner Stand ): Breitenbach () Gallmannsegg () Hadergasse () Hemmerberg () Kainach bei Voitsberg () Kohlschwarz () Oswaldgraben ()
Die Gemeinde besteht aus vier Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Gallmannsegg () Kainach () Kohlschwarz () Oswaldgraben ()
Nachbargemeinden
Geschichte Funde im Oswaldgraben zeigen, dass die Römer schon 150 vor Christus hier einen Steinbruch betrieben haben.
Das früheste Schriftzeugnis von Kainach entstand um 1075 und lautet „Cheinahc“. Der Name geht auf altslawisch choja (Nadelbaum) zurück. Im Jahr 1138 wird ein Gumhold von Kainach erwähnt.
Aufzeichnungen im Babenberger Urbar von 1240 und im Urbar von St. Lambrecht von 1392 zeigen, dass die bajuwarische Besiedlung bereits um 1200 abgeschlossen war. Die heute noch bestehenden Anwesen vlg. Weißmann, vlg. Schitting und vlg. Winckler im Dorf Kainach werden in diesen Urbaren genannt. Im Jahr 1392 wird auch bereits der Pfarrhof erwähnt.
Grundherren waren das Stift St. Lambrecht und die Familie der Greienegger. Nach verschiedenen Besitzerwechsel hatten auch die Babenberger Besitzungen in Kainach.
Die erste Aufzeichnung der Burg Hauenstein (Hanstein) stammt aus dem Jahr 1222, als sie im Besitz des Wulfing von Hanau war. Im Jahr 1376 ging sie in den Besitz von Herzog Albrecht über, der sie der Familie zwei Jahre später wieder als Lehen übergab. In der Folge gab es mehrere Wechsel der Besitzer. Nach einem Feuer am Ende des 16. Jahrhunderts wurde die Burg aufgegeben. Die Ruine befindet sich wie die umliegenden Wälder im Besitz der Österreichischen Bundesforste.
Im ersten erhaltenen Taufbuch der Pfarre findet sich im Jahr 1630 die Taufe eines Kindes des „ludi magistri“, eines Lehrers. Das bedeutet, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Schule gab.
Nachdem es seit Mitte des 20. Jahrhunderts eine Verwaltungsgemeinschaft gegeben hatte, wurden die drei Gemeinden Gallmannsegg, Kainach und Kohlschwarz im Jahr 2015 vereint.
Bevölkerungsentwicklung
mini|Pfarrkirche mini|Der Innenraum der Pfarrkirche mini|Bergfried der Burgruine Hauenstein
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Kainach bei Voitsberg Burg Hauenstein Filialkirche St. Radegund am heiligen Wasser Storchenschlössel
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Kainach bei Voitsberg ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Daneben wird in Kainach seit der Zeitenwende weißer Marmor abgebaut. 22 der 56 Erwerbstätigen des Produktionssektors sind im Bergbau beschäftigt (Stand 2011). Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)76134131869170Produktion231511585652Dienstleistung514536878865 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Berufspendler Im Jahr 2011 lebten 842 Erwerbstätige in Kainach bei Voitsberg. Davon arbeiteten 182 in der Gemeinde, mehr als drei Viertel pendelten aus.
Politik Gemeinderat In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt: Partei2025202020152010ProzentMandate%Mandate%Mandate%MandateSPÖ78,0913 81,35 1367,031156,71ÖVP10,82116,06222,71340,20FPÖ11,0912,5907,6512,47GRÜNEnicht kandidiertnicht kandidiert2,600nicht kandidiert
Bürgermeister bis 2024 Viktor Schriebl (SPÖ) seit 2024 Bernd Gratzer (SPÖ)
Wappen Wegen der Gemeindezusammenlegung verlor das Wappen mit 1. Jänner 2015 seine offizielle Gültigkeit. 80px|links Die Wiederverleihung erfolgte mit Wirkung vom 20. März 2016.39. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. März 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Gemeinde Kainach bei Voitsberg (politischer Bezirk Voitsberg), abgerufen am 19. März 2016. Die neue Blasonierung lautet: „Im von einem schrägrechten silbernen, schwarz gefluteten Wellenbalken geteilten Schild oben in Rot silbern gekreuzt Schlägel und Eisen, unten in Grün eine silberne Kirche, deren rechtsgestellter spitzbehelmter Turm samt aufgestecktem Kreuz mit vier schwarz durchbrochenen hochrechteckigen Fenstern übereinander, das Langhaus mit je schwarz durchbrochener Pforte und vier rechteckigen Fenstern darüber.“ mini|Lipizzanerweide Brendlalm
Sonstiges Die Sommerweide der Lipizzaner der Spanischen Hofreitschule in Wien befindet sich in Gallmannsegg auf der Brendlalm.
Im Gemeindegebiet gibt es zahlreiche Wanderwege, entlang der nordwestlichen Gemeindegrenze verlaufen der Nord-Süd-Weitwanderweg und der Zentralalpenweg.
Literatur Ernst Lasnik: Das obere Kainachtal. Aus der Geschichte der Gemeinden Kainach, Gallmannsegg und Kohlschwarz. Kainach 2006.
Weblinks
Freiwillige Feuerwehr Kainach
Einzelnachweise
Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Voitsberg Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Kainach (Mur) Kategorie:Gleinalpe