mini|Topographie Europas mini|Europa bei Nacht Europa ist geographisch der bis Island reichende westliche Teil der eurasischen Platte. Europa hat eine Landfläche von 10.532.000 km² und eine Küstenlänge von rund 117.000 km. Seine Nord-Süd-Ausdehnung beträgt inkl. Inseln etwa 3900 Kilometer zwischen dem 35. (Kreta, Griechenland) und dem 71. (Nordkinn, Norwegen) Grad nördlicher Breite. Von Ost nach West erstreckt sich die Landmasse Europas vom Uralgebirge in Russland bis zur Atlantikküste Portugals, was etwa 6000 Kilometer West-Ost-Ausdehnung bedeutet. Der baltische Schild enthält den ältesten Teil Europas.Europa, Entstehung eines Kontinents. Mediathek Arte.tv, Samstag, 26. Juli um 20:15 Uhr (86 Min.), ab Stelle: 1:22:00 Kirkenes im Norden Norwegens: Zirkon-Kristall 3,69 Mrd. Jahre alt – ältestes Mineralkristall Europas, Wiederholung am Sonntag, 27.07. um 15:25 Uhr.
Geologie
Die Geologie Europas weist eine große Vielfalt an Strukturen und Gesteinen auf. Die Erdgeschichte Europas gibt mit Sedimentbecken, rezenten Gebirgen, Überresten alter Gebirge, Konsequenzen aus dem Werden und Vergehen von Ozeanen, dem Kommen und Gehen von Eiszeiten sowie aktiven und passiven Vulkanzonen einen repräsentativen Ausschnitt über wesentliche Entwicklungen der historischen Geologie.Géologie de l‘Europe, Encyclopedia Universalis, 2016, Seite 5Graham Park: Die Geologie Europas. wbg Academic in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG) (Verlag), 3. Auflage 2021, Seite 5, ISBN 978-3-534-27273-0Diercke Weltatlas, Westermann, Seite 88, Abb. 2, Europa – Tektonik, ISBN 978-3-14-100800-5Christiane Villain-Gandossi: L’europe à la recherche de son identité. Comité des Travaux historiques et scientifiques, 2002, Seite 24
Tektonik und geologische Prozesse mini|Vereinfachte tektonische Karte Europas, mit dem Baltischen Schild und der Osteuropäischen Plattform () abgegrenzt von den europäischen Gebirgsgürteln ( kaledonisch; variszisch; alpidisch) durch die Transeuropäische Suturzone (TESZ) Das präkambrische Nordosteuropa besteht aus Resten der Kontinente Baltica im Osten und Laurentia im Nordwesten sowie dem südwestlich davon liegenden Kleinkontinent Ost-Avalonia.Roland Walter: Erdgeschichte – Die Entstehung der Kontinente und Ozeane. 5. Auflage, de Gruyter Berlin & New York 2003. ISBN 3-11-017697-1
Das kaledonische Europa in Teilen Großbritanniens und Skandinaviens entstand im Zeitraum vom Ordovizium bis zum Devon im Rahmen der Kaledonischen Gebirgsbildung.L. Robin M. Cocks, Trond H Torsvik: European geography in a global context from the Vendian to the end of the Palaeozoic. In: David G. Gee, Randell A. Stephenson (Hrsg.): European Lithosphere Dynamics. Memoirs of the Geological Society of London. Band 32, Geological Society, London 2006, ISBN 1-86239-212-9, S. 83–95.
Das variszische oder herzynische Europa resultiert aus der Variszischen Gebirgsbildung der zahlreichen Mittelgebirge, der Entstehung des Urals sowie der Nordsee zwischen Devon und Perm.Eduard Suess: Das Antlitz der Erde. Zweiter Band, Temsky, Prag/Wien; Freytag, Leipzig 1888, Seite 131.
Das Alpeneuropa bildet sich ursprünglich vom Jura ausgehend, indem sich unter Bildung des Tethysmeeres die europäische Platte und die afrikanische Platte zunächst trennen, um dann ab dem Tertiär wieder zu kollidieren, was im Rahmen der alpidischen Gebirgsbildung zur Entstehung u. a. von Pyrenäen, Alpen und Karpaten führt. Das Mittelmeer bildet sich, schließt sich zeitweise zum Teil wieder; im östlichen Teil des Mittelmeeres setzt sich bis heute die Entwicklung fort, die Kollisionszone ist durch Vulkanismus im äolischen und im Kykladenbogen geprägt. Westeuropa wird vom Rhein-Rhone-Graben (siehe Westeuropäisches Riftsystem) durchdrungen.Reinhard Schönenberg und Joachim Neugebauer: Einführung in die Geologie Europas. 7. Auflage. Verlag Rombach, Freiburg 1997, ISBN 3-7930-9147-3.
Im Quartär erfolgen schließlich durch die Kaltzeiten und Gletscherzonen zahlreiche Umformungen der betreffenden Landstriche.Hansjürgen Müller-Beck: Die Eiszeiten. Naturgeschichte und Menschheitsgeschichte. Beck, München 2005. ISBN 3-406-50863-4. Zwischen der skandinavischen und der alpinen Gletscherzone besteht zeitweise eine Mammutsteppe. Die infolge der Eiszeiten entstehende Löss-Zone von der Picardie bis zur Ukraine wird später zu einer der Hauptachsen der Urbanisierung Europas.Christian Vandermotten und Bernard Dézert: L’identité de l’Europe – histoire et géographie d’une quéte d’unité. Albin Colin, 2008, Seite 41.
Physische Geographie Topographische Beschreibung mini|Vorschlag des Ständigen Ausschusses für geographische Namen zur Abgrenzung europäischer Regionen
Insgesamt ist Europa stark zergliedert, wodurch es von allen Kontinenten das größte Verhältnis von Küstenlänge zur Fläche hat. Es beinhaltet einige größere Halbinseln wie die Iberische Halbinsel, die Apenninhalbinsel, die Skandinavische Halbinsel und die Balkanhalbinsel, sowie viele weitere, kleinere Halbinseln wie die Kimbrische Halbinsel. Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von Inseln; die größten sind die Britischen Inseln, Island, Sizilien und Sardinien.
Im Norden grenzt Europa an einzelne Randmeere des Nordpolarmeeres wie die Barentssee und das Europäische Nordmeer. Obwohl sich die Nebenmeere Nord- und Ostsee streng genommen innerhalb des Kontinents befinden, wird die Nordsee auch als seewärtige Grenze angesehen. Im Südosten grenzt Europa an das Kaspische Meer, im Süden an das Schwarze Meer und an das Mittelmeer, und im Westen an den Atlantischen Ozean.
Der höchste Punkt des Kontinents liegt nach der üblichen Definition der „Grenzen“ Europas in den Alpen zwischen Frankreich und Italien (Mont Blanc – 4810 Meter). Weniger anerkannt ist es, den nördlichen Kaukasus in Russland zu Europa zu zählen. Dann wäre der Elbrus mit 5642 m die höchste Erhebung des Kontinents. Der niedrigste Punkt Europas liegt mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres. Im westlichen Europa liegt die niederländische Gemeinde Nieuwerkerk aan den IJssel knapp 7 Meter unter dem Meeresspiegel.
Die topographische Gliederung Europas erfolgt entsprechend einem Vorschlag des Ständigen Ausschusses für geographische Namen. Eine alternative Gliederung ist beispielsweise die der UN-Behörde UNSD, die Europa in Nordeuropa, Westeuropa, Osteuropa und Südeuropa unterteilt.siehe auch Regionale Gliederungen, dort findet sich auch eine Gegenüberstellung unterschiedlicher Gliederungen Europas
Siehe auch: Mittelpunkt Europas
Nordeuropa Das Skandinavische Gebirge ist das größte Gebirge Nordeuropas. Es gibt dort große Gletscher wie den Jostedalsbreen, den Svartisen oder den Folgefonna. Im Süden Finnlands gibt es ein System von Endmoränen, die Salpausselkä-Moränen und die Suomenselkä-Moränen, die zwar keine hundert Meter hoch, aber mehrere hundert Kilometer lang sind. Die Inselgruppe Spitzbergen und die Insel Island im Nordatlantik sind vom Meeresgrund aus hoch aufragende Gebirge. Auf Island ist der größte Gletscher Europas, der Vatnajökull, zu finden, wo auch der größte Vulkan der Insel, der Hvannadalshnúkur, ist. Das isländische Hochland ist der innere Teil Islands, es ist dort sehr trocken, windig und fast menschenleer. Gebirge gibt es in Dänemark nicht, die höchste Erhebung ist eine Endmoräne, die die Halbinsel Jütland in Nord-Süd-Richtung durchzieht und bei Møllehøj gipfelt. Sie ist der westliche Endpunkt des baltischen Landrückens.
Vor der Südwestküste Finnlands liegt in der Ostsee die Inselgruppe Åland und das Schärenmeer, welches aus 20.000 bis 50.000 meist kleinen Felsen besteht. Auch vor der Atlantikküste Norwegens finden sich etwa 150.000 kleine und kleinste Inseln. Vor der Südostküste Schwedens liegen die großen Inseln Öland und Gotland. Etwa ein Drittel des Staatsgebietes von Dänemark besteht aus Inseln, die größten sind Seeland, die Nordjütische Insel und Fünen.
Große Seen in Skandinavien sind die im Süden von Schweden gelegenen Seen Vänern, Vättern und Mälaren. Der Vänern und der Vättern bilden zusammen mit dem Trollhätte-Kanal und dem Göta-Kanal eine Wasserstraße quer durch Schweden von der Nordsee bis zur Ostsee. Das Gebiet wird als mittelschwedische Senke bezeichnet und es ist dank der äußerst fruchtbaren Böden das landwirtschaftliche Zentrum Schwedens. Die größten Seen der Finnischen Seenplatte sind der Saimaa und der Päijänne, der größte See im finnischen Teil Lapplands ist der Inarijärvi. Große Fjorde an der Atlantikküste sind der Sognefjord, der Hardangerfjord und der Trondheimfjord, große Flüsse in Nordeuropa sind der Glomma, der Kemijoki, der Paatsjoki und der Gudenå.
+ Listen zur Geographie Nordeuropas Flüsse in Finnland Flüsse in Island Flüsse in Norwegen Flüsse in Schweden Seen in Dänemark Seen in Island Seen in Norwegen Seen auf den Färöern Seen in Finnland Fjorde Islands Dänische Inseln Isländische Inseln Färöische Inseln und Holme Norwegische Inseln Schwedische Inseln Berge auf den Färöern Berge in Finnland Berge in Norwegen Norwegische Gletscher Berge in Island
Westeuropa Die großen Gebirge in Westeuropa sind in Frankreich das Zentralmassiv, die nördlichen Pyrenäen, der französische Jura und die Westalpen. In den französischen Alpen gibt es mehrere Gletscher, beispielsweise das Mer de Glace und der Glacier des Bossons. Nicht ganz so hohe Gebirge sind die Vogesen und die in Frankreich, Belgien und Luxemburg liegenden Ardennen. Gebirge auf den Britischen Inseln sind die Pennines, die Südenglische Kreideformation, der Lake District, die Grampian Mountains, die Northwest Highlands, die Cheviot Hills, die Cambrian Mountains, die Mourne Mountains, die Macgillycuddy’s Reeks und die Wicklow Mountains. An der französischen Atlantikküste findet sich die höchste Düne Europas, die Dune du Pyla.
Große Flüsse sind die Loire, die Seine, die Garonne, die Rhone, die Maas, der Rhein, die Schelde, der Shannon, der Severn, die Themse und der Trent.
Die größten Seen sind der Windermere, der Lough Neagh, der Lough Corrib, Teile des Genfersees, das IJsselmeer und das Markermeer.
+ Listen zur Geographie Westeuropas Flüsse in Frankreich Flüsse in Luxemburg Flüsse im Vereinigten Königreich Seen in Frankreich Seen im Vereinigten Königreich Britische Inseln Französische Inseln Niederländische Inseln Berge in Belgien Berge in Frankreich Berge in Irland Berge in den Niederlanden Berge im Vereinigten Königreich
Mitteleuropa Große Gebirge in Mitteleuropa sind die Alpen, die deutsche Mittelgebirgsschwelle, die Sudeten und in Ostmitteleuropa Teile des Dinarischen Gebirges und der Karpaten. Der Baltische Landrücken ist ebenfalls groß, aber nicht sehr hoch.
Der längste Fluss ist die Donau, die die erste Hälfte ihres Weges durch Mitteleuropa fließt. Die großen Nebenflüsse der Donau sind der Inn, die March, die Drau, die Theiß und die Save. Weitere große Flüsse sind der Rhein, die Elbe mit den großen Nebenflüssen Moldau und Saale, die Oder mit dem Nebenfluss Warthe, sowie die Weichsel und die Gauja.
Große Seen sind der Plattensee, Teile des Genfersee, der Bodensee, der Neusiedler See, Teile des Peipussee, der Võrtsjärv, der Neuenburgersee
+ Listen zur Geographie Mitteleuropas Flüsse in Deutschland Flüsse in Estland Flüsse in Lettland Flüsse in Österreich Flüsse in der Schweiz Flüsse in der Slowakei Flüsse in Tschechien Seen in Deutschland Seen in Estland Seen in Lettland Seen in Österreich Seen in Polen Seen in der Schweiz Deutsche Inseln Estnische Inseln Kroatische Inseln Polnische Inseln Schweizer Inseln Gebirge in Deutschland Berge in Kroatien Berge in Österreich Berge in der Schweiz Schweizer Gletscher Berge in der Slowakei Berge in Slowenien
Osteuropa Das Oberflächenrelief Osteuropas ist in großen Teilen der Osteuropäischen Ebene eben bis wellig. Gebirgig sind besonders die Halbinseln Krim mit dem Krimgebirge und Kola mit den Chibinen. An der Grenze zu Asien befinden sich der Ural und der Kaukasus (sofern der Grenzverlauf durch dieses Gebirge gezogen wird).