Tyrannosaurus (Latinisierung von [„Herrscher, Despot“] sowie [„Echse“]) ist eine Gattung bipeder, fleischfressender Dinosaurier aus der Gruppe der Theropoda.

Die Typusart ist Tyrannosaurus rex, nach Duden Tyrannosaurus Rex, häufig mit T. rex, auch T-Rex, abgekürzt. Diese Art ist als bekanntester Dinosaurier ein fester Bestandteil der Populärkultur. Eine 2022 veröffentlichte und in Fachkreisen kontrovers diskutierte Studie stellte aufgrund der hohen anatomischen Variabilität von Tyrannosaurus-Funden die zwei weiteren Arten Tyrannosaurus imperator und Tyrannosaurus regina auf. Im Jahr 2024 wurde mit Tyrannosaurus mcraeensis eine weitere Art beschrieben.

Fossilien des Tyrannosaurus rex fanden sich in verschiedenen Gesteinsformationen im westlichen Nordamerika, die auf die letzten drei Millionen Jahre der Kreidezeit datiert werden, also vor etwa 68 bis 66 Millionen Jahren (spätes Maastrichtium). Tyrannosaurus rex gehörte damit zu den letzten Nichtvogeldinosauriern, die bis zum Kreide-Tertiär-Massenaussterben existierten. Tyrannosaurus mcraeensis lebte 5–7 Millionen Jahre vor Tyrannosaurus rex.

Wie andere Tyrannosauriden auch war Tyrannosaurus ein bipeder (zweibeiniger) Fleischfresser mit einem massigen Schädel, welcher durch einen langen, schweren Schwanz ausbalanciert wurde. Im Verhältnis zu den langen und kräftigen Hinterbeinen waren die Arme von Tyrannosaurus klein, aber für ihre Größe ungewöhnlich kräftig. Sie zeigten lediglich zwei Finger, obwohl über einen möglichen rudimentären (zurückgebildeten) dritten Finger berichtet wurde. Mit einer Länge von bis zu 13 Metern, einer Hüfthöhe von vier Metern und einem Gewicht von 8,8 Tonnen war er der größte bekannte Tyrannosauride und einer der größten landlebenden Fleischfresser überhaupt, obwohl einige andere Theropoden ähnlich groß oder noch größer (allerdings zumeist graziler und leichter) waren.Christopher A. Brochu, Richard A. Ketcham: Osteology of Tyrannosaurus rex. Insights from a nearly complete skeleton and high-resolution computed tomographic analysis of the skull (= Society of Vertebrate Paleontology. Memoir. 7, = Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 22, Nr. 4, Supplement). Society of Vertebrate Paleontology, Northbrook IL 2002.Gregory M. Erickson, Peter J. Makovicky, Philip J. Currie, Mark A. Norell, Scott A. Yerby, Christopher A. Brochu: Gigantism and comparative life-history parameters of tyrannosaurid dinosaurs. In: Nature. Bd. 430, Nr. 7001, 2004, S. 772–775, doi:10.1038/nature02699. Als der bei weitem größte Fleischfresser seines Lebensraums stand Tyrannosaurus vielleicht als Spitzenprädator an der Spitze der Nahrungskette und jagte Hadrosaurier und Ceratopsier; allerdings vermuten einige Experten, dass es sich primär um einen Aasfresser handelte.

Bisher wurden mehr als 30 Exemplare von Tyrannosaurus identifiziert, darunter sind einige fast vollständige Skelette. Weiches Gewebe und Proteine wurden von mindestens einem dieser Funde beschrieben. Die vergleichsweise zahlreichen Funde erlaubten Studien über die Biologie dieses Tieres, einschließlich der Individualentwicklung und der Biomechanik. Zur Diskussion stehen des Weiteren die Fressgewohnheiten, die Physiologie und die mögliche Geschwindigkeit von Tyrannosaurus. Die Gesamtzahl aller jemals gelebt habenden Exemplare wird auf 2,5 Milliarden geschätzt.

Merkmale mini|Größenvergleich ausgewählter Großtheropoden, Tyrannosaurus rex ist blau dargestellt mini|Verschiedene Exemplare von Tyrannosaurus rex und ein Nanotyrannus im Vergleich mit einem Menschen mini|Lebendrekonstruktion Tyrannosaurus gehörte zu den größten landlebenden Fleischfressern aller Zeiten. Das größte und schwerste bekannte Exemplar ist der kanadische Fund „Scotty“ (Katalognummer RSM P2523.8), der Ausmaße von gut 13 Metern und ein Gewicht von 8,8 Tonnen erreichte. Damit übertrifft der Fund das bisher größte nahezu vollständige Exemplar „Sue“ (Katalognummer FMNH PR2081), welches in der Länge zwischen 12,3John R. Hutchinson, Karl T. Bates, Julia Molnar, Vivian Allen, Peter J. Makovicky: A Computational Analysis of Limb and Body Dimensions in Tyrannosaurus rex with Implications for Locomotion, Ontogeny, and Growth. In: PLoS ONE. Bd. 6, Nr. 10, 2011, e26037, doi:10.1371/journal.pone.0026037. Dazu: Corrections. In: PLoS ONE. Bd. 9, Nr. 5, 2014, e97055, doi:10.1371/journal.pone.0097055. und 12,4Thomas R. Holtz Jr.: Winter 2011 Appendix. 2012. zu: Thomas R. Holtz jr.: Dinosaurs. The most complete, up-to-date Encyclopedia for Dinosaur Lovers of all Ages. Random House, New York NY 2007, ISBN 978-0-375-82419-7 (PDF; 704 kB). Meter misst und eine Hüfthöhe von 4 Metern hat. Gewichtsschätzungen verschiedener Wissenschaftler variieren beträchtlich und reichen von weniger als 4,5John F. Anderson, Anthony Hall-Martin, Dale A. Russell: Long-bone circumference and weight in mammals, birds and dinosaurs. In: Journal of Zoology. Bd. 207, Nr. 1, 1985, S. 53–61, doi:10.1111/j.1469-7998.1985.tb04915.x.Robert T. Bakker: The dinosaur Heresies. New Theories unlocking the Mystery of the Dinosaurs and their Extinction. Morrow, New York NY 1986, ISBN 0-688-04287-2. bis über 7,2 Tonnen,Donald M. Henderson: Estimating the masses and centers of mass of extinct animals by 3-D mathematical slicing Paleobiology. In: Paleobiology. Bd. 25, Nr. 1, 1999, , S. 88–106, Abstract. wobei die neuesten Schätzungen zwischen 5,4 und 6,8 Tonnen liegen.James O. Farlow, Matt B. Smith, John M. Robinson: Body mass, bone „strength indicator“, and cursorial potential of Tyrannosaurus rex. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 15, Nr. 4, 1995, S. 713–725, doi:10.1080/02724634.1995.10011257.Frank Seebacher: A new method to calculate allometric length-mass relationships of dinosaurs. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 21, Nr. 1, 2001, S. 51–60, .Per Christiansen, Richard A. Fariña: Mass prediction in theropod dinosaurs. In: Historical Biology. Bd. 16, Nr. 2/4, 2004, S. 85–92, doi:10.1080/08912960412331284313. Eine neue Methode hat jedoch das Volumen einiger Individuen gemessen und führte zu einem Minimum von 8,4 t für „Sue“. Greg Paul schätzt „Sue“ auf 6,1 t.Gregory S. Paul: Tyrannosaurus, the Lean Killing Machine. 2011, online.

Tyrannosaurus war größer als der gut bekannte Allosaurus aus dem Oberjura und etwas kleiner als Spinosaurus aus der frühen Oberkreide.Cristiano Dal Sasso, Simone Maganuco, Eric Buffetaut, Marco A. Mendez: New information on the skull of the enigmatic theropod Spinosaurus, with remarks on its size and affinities. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 25, Nr. 4, 2005, S. 888–896, , online.Jorge O. Calvo, Rodolfo Coria: New specimen of Giganotosaurus carolinii (Coria & Salgado, 1995), supports it as the as the largest theropod ever found. In: Gaia. Revista de Geociências. Bd. 15, 1998, S. 117–122, . Sein Gewicht übertrifft das aller anderen terrestrischen Theropoden – nur Spinosaurus könnte ein ähnliches Gewicht erreicht haben.

Der S-förmig gebogene Hals von Tyrannosaurus war kurz und muskulös, um den schweren Kopf zu unterstützen. Die Beine gehörten zu den im Verhältnis zum Körper längsten aller Theropoden und stehen im Kontrast zu den winzigen, aber kräftigen Armen. Lange wurde angenommen, dass die Arme lediglich zwei Finger besaßen – in einem noch nicht veröffentlichten Bericht wird allerdings ein dritter, rudimentärer Finger beschrieben.Brent H. Breithaupt, Elizabeth H. Southwell, Neffra A. Matthews: In Celebration of 100 years of Tyrannosaurus Rex: Manospondylus Gigas, Ornithomimus Grandis, and Dynamosaurus Imperiosus, the Earliest Discoveries of Tyrannosaurus Rex in the West. (2005 Salt Lake City Annual Meeting (October 16–19, 2005)). In: The Geological Society of America. Abstracts with Programs. Bd. 37, Nr. 7, S. 406, . Der Schwanz war schwer und lang, um den massiven Rumpf und Kopf auszubalancieren, und zeigte manchmal über vierzig Wirbel. Um die enorme Masse des Tieres zu kompensieren, waren viele Knochen hohl.

Die größten bekannten Tyrannosaurus-Schädel waren bis zu 1,5 Meter lang. Im Gegensatz zu den Schädeln anderer nicht-tyrannosauroider Theropoden war der hintere Teil des Schädels extrem breit, während die Schnauze schmal war. Durch diese Anpassung waren die Augen mehr nach vorne gerichtet, was ein ungewöhnlich gutes räumliches Sehen ermöglichte.Kent A. Stevens: Binocular vision in theropod dinosaurs. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 26, Nr. 2, 2006, S. 321–330, , .Eric Jaffe: Sight for 'saur eyes: T. rex vision was among nature’s best. In: Science News. Bd. 170, Nr. 1, 2006, S. 3–4, doi:10.2307/4017288. Die Schädelknochen waren massiv und einige Knochen, wie das paarige Nasenbein, waren miteinander verschmolzen, was den Schädel stabilisierte. Viele Knochen waren jedoch pneumatisch, zeigten also Aushöhlungen, welche die Knochen flexibler, aber auch leichter machten. Diese und andere Merkmale, die den Schädel verstärkten, gehörten zu einem Trend innerhalb der Tyrannosauroiden, der zu einem zunehmend kräftigen Biss führte, der andere Nicht-Tyrannosauriden bei weitem übertraf.Eric Snively, Donald M. Henderson, Doug S. Phillips: Fused and vaulted nasals of tyrannosaurid dinosaurs: Implications for cranial strength and feeding mechanics. In: Acta Palaeontologica Polonica. bd. 51, Nr. 3, 2006, S. 435–454, (PDF; 683 KB).Gregory M. Erickson, Samuel D. Van Kirk, Jinntung Su, Marc E. Levenston, William E. Caler, Dennis R. Carter: Bite-force estimation for Tyrannosaurus rex from tooth-marked bones. In: Nature. Bd. 382, Nr. 6593, 1996, S. 706–708, doi:10.1038/382706a0.Mason B. Meers: Maximum bite force and prey size of Tyrannosaurus rex and their relationships to the inference of feeding behavior. In: Historical Biology. Bd. 16, Nr. 1, 2002, S. 1–12, doi:10.1080/0891296021000050755, Abstract. Die Oberkiefer waren von oben betrachtet U-förmig angeordnet, und nicht V-förmig wie bei den meisten anderen nicht-tyrannosauroiden Theropoden. Dies vergrößerte zwar die Menge an Gewebe, die ein Tyrannosaurier mit einem Biss aus der Beute herausreißen konnte, steigerte allerdings auch die Belastung der vorderen Zähne.

Die Zähne von Tyrannosaurus und anderen Tyrannosauroiden zeigten eine Heterodontie (Unterschiede in der Form).Joshua B. Smith: Heterodonty in Tyrannosaurus rex: implications for the taxonomic and systematic utility of theropod dentitions. In: Journal of Vertebrate Paleontology. Bd. 25, Nr. 4, 2005, S. 865–887, , . So waren die Zähne des Zwischenkieferbeins am vorderen Ende des Oberkiefers eng gepackt, im Querschnitt D-förmig, hatten verstärkende Kämme auf der Rückseite, waren incisiform (die Spitzen waren meißelähnlich geformt) und nach hinten gekrümmt. Der D-förmige Querschnitt, die verstärkenden Kämme und die Krümmung nach hinten verminderten das Risiko, dass die Zähne während des Bisses umknickten. Die restlichen Zähne waren robust, bananenförmig und hatten mehr Abstand zueinander; auch sie hatten verstärkende Kämme.Kate Douglas, Stephen Young: The dinosaur detectives. In: New Scientist. Bd. 158, Nr. 2130, 18. April 1998, S. 24, online, One palaeontologist memorably described the huge, curved teeth of T. rex as ‚lethal bananas‘. Die Zähne des Oberkiefers waren größer als die Zähne des Unterkiefers, mit Ausnahme der Zähne am hinteren Ende des Unterkiefers. Der größte gefundene Zahn wird inklusive Zahnwurzel auf 30 cm Länge geschätzt; damit ist er der größte Zahn, der bisher von einem fleischfressenden Dinosaurier bekannt ist.

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