Die Hintere Schwärze () ist mit 3624 MeternNach der Österreichischen Karte 1:50.000, Blatt 2109 der vierthöchste Gipfel der Ötztaler Alpen. Er liegt im Schnalskamm genau auf der Staatsgrenze zwischen dem österreichischen Bundesland Tirol und der italienischen Provinz Südtirol. Die Hintere Schwärze ist teilweise vergletschert und sendet nach Norden, Osten und Südwesten ausgeprägte Grate aus.

Lage und Umgebung mini|links|Gipfel der Hinteren Schwärze in Blickrichtung Similaun. Die Schwärze liegt etwa 10 Kilometer Luftlinie südlich von Vent im Ötztal und 8 Kilometer nördlich von Karthaus im Schnalstal. Benachbarte Gipfel sind im Norden, durch das Hintere-Schwärzen-Joch (3390 m) getrennt, die Mutmalspitze mit 3528 Metern Höhe, im Osten, getrennt durch das Roßbergjoch (3400 m) im Verlauf des Hauptkammes, die 3443 Meter hohe Pfasserspitze. Im Südwesten entlang des Hauptkammes liegt die Östliche Marzellspitze mit 3550 Metern Höhe. Die Hintere Schwärze ist fast vollständig von Gletschern umgeben. Im Nordosten liegt der Schalfferner, im Süden der durch die globale Erwärmung stark schwindende Roßbergferner und im Nordwesten der Marzellferner. Die zur Südtiroler Seite abfallenden Flanken sind Teil des Naturparks Texelgruppe.

Erstbesteigungen Zuerst begangen wurde der Berg am 10. September 1867 von Ernst Pfeiffer aus Wien mit den Bergführern Benedict Klotz und Josef Scheiber. Von Vent aus ging man in südlicher Richtung durch das Niedertal über den Marzellferner und erreichte über den brüchigen Südwestgrat nach neun Stunden Gehzeit den Gipfel. 1868 bestiegen Franz Senn und Cyprian Granbichler die Schwärze über den Schalfferner und den Ostgrat. Der heutige Normalweg (leichtester Anstieg) wurde am 30. September 1870 durch den Wiener Arzt Moritz von Statzer und die Bergführer Alois Ennemoser und Gabriel Spechtenhauser zuerst begangen. 1877 erstiegen Heinrich Heß und Ludwig Purtscheller erstmals den Nordgrat.Heinrich Hess in Eduard Richter: Die Erschliessung der Ostalpen, II. Band, Berlin 1894, S. 334 ff.

Stützpunkt und Normalweg Die Hintere Schwärze ist nur über zum Teil spaltenreiche Gletscher als alpine Hochtour mit entsprechender Ausrüstung und Erfahrung zu erreichen. Als Ausgangspunkt für eine Besteigung dient die Martin-Busch-Hütte auf 2501 Metern Höhe. Der Normalweg, der leichteste Anstieg auf den Gipfel, führt von der Hütte zunächst auf einem Steig hinauf auf den Marzellkamm und zweigt dort ab schräg abwärts zum Marzellferner und weiter zunächst in südlicher Richtung über den spaltenreichen Gletscher, den man in einem großen Linksbogen aufwärts folgt, bis er sich in mehrere Arme teilt. Man folgt dem halb rechten zunehmend aufsteilenden Gletscherteil Richtung Östliches Marzelljoch (3535 m), das jedoch nicht betreten wird, da man bereits unterhalb vom Gletscher linkerhand eine steile Felsrippe zum Grat aufsteigt, von dort links nordöstlich über den Gipfelgrat zum Gipfelkreuz. Gletscherausrüstung, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung sind erforderlich, die Kletterschwierigkeiten im Schlussteil liegen im Schwierigkeitsgrad I-II. Dauer der Tour, laut Literatur, etwa 4½ Stunden.Walter Klier: Alpenvereinsführer Ötztaler Alpen, München 2006, S. 388 f., Rz 3440 ff.

Alternativ ist auch ein Aufstieg von Südtirol aus über das Pfossental via Mitterkaseralm und das Rossbergjoch möglich (Pfassergrat > Pfasseregg > Pfasserspitze > Rossbergjoch > Hintere Schwärze), wobei ab der Pfasserspitze, vor allem aber ab dem Joch teils dezidiert steile, ausgesetzte und mitunter sehr brüchige Passagen im unteren Schwierigkeitsbereich (bis II+ UIAA) zu bewältigen sind. Der gesamte Aufstieg erfolgt weglos querfeldein und erfordert Orientierungssinn. mini|links|Rossbergferner im Sommer 2026 Von einzelnen, im Internet auffindbaren Beschreibungen zum direkten Anstieg über die Reste des Rossbergferners (Steilheit bis ca. 45°) ist im Hochsommer wegen gänzlicher Ausaperung und korrelierendem starken Steinschlags (Stand 2026) unbedingt abzuraten. Diese Route ist allenfalls bis in den Frühsommer hinein bei genügender Schneeauflage machbar.

Den anspruchsvollsten Aufstieg stellt die Nordwand dar (Eistour).

Literatur und Karte

Alpenvereinskarte 1:25.000, Blatt 30/1 Ötztaler Alpen, Gurgl

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Einzelnachweise

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