Das Dorf Sulsdorf gehört zur Gemeinde Gremersdorf. Es liegt zwischen Oldenburg in Holstein und Heiligenhafen nahe der Autobahn 1.

Namensbedeutung

Der Name Sulsdorf leitet sich von Suldestdorpe, Sulstorpe ab. Es bedeutet Dorf des Sul, welches ein slawischer Personenname ist.

Geschichte

Erstmals schriftlich erwähnt wird Zoldesdorpe am 12. Mai 1267 bei einem Gebietstausch zwischen dem Ritter Ludolf Scorlemer, dem Grafen Gerhard von Holstein und dem St.-Johannis-KlosterSchleswig-Holsteinische Regesten und Urkunden Band 1 (1250 — 1300) Seite 285. Am 27. Oktober 1302 wird Sulsdorf vom Grafen Gerhard II. (Holstein-Plön) mit 10 Hufen für 700 Lübsche Mark an das Lübecker St.-Johannis-Kloster verkauftJohann Friedrich Böhmer, Friedrich Techen Urkundenbuch der Stadt Lübeck, Band 1, Lübeck 1843, Seite 226. Ab diesem Zeitpunkt gehörte Sulsdorf privatrechtlich aber auch hoheitsrechtlich dem reichsunmittelbaren St.Johannis-Jungfrauenkloster in Lübeck. Im Lübecker Zehntregister von 1433 ist Sulsdorf als Suldestorpe vermerktWolfgang Prange Lübecker Zehntregister von 1433, 1972 Seite 57. Im Zuge eines Vergleiches zwischen Dänemark-Holstein und Lübeck zu Beginn des Jahres 1802 und des Reichsdeputationshauptschlusses kam Sulsdorf um 1806 hoheitrechtlich zum Herzogtum Holstein und wurde als sogenanntes Lübsches Stadtstiftsdorf verwaltet. Nach dem Deutschen Krieg 1866 wurde Sulsdorf 1867 Teil der neu gegründeten preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Seit 1. April 1937 ist Sulsdorf Teil der Gemeinde Gremersdorf.

Höfe Das St.Johannis-Jungfrauenkloster war ab 27. Oktober 1302 bis 1806 Eigentümer des Dorfes und somit Lehnsherr, die Bauern waren lehnsabhängige Bewohner des Dorfes, sie besaßen keinerlei Grundeigentum, ihnen gehörten nur die Gebäude (Haus, Ställe), die beweglichen Sachen und das Vieh. Sie waren an den von ihnen bewirtschafteten Grund gebunden, sie waren aber keine Leibeigenen. Ihr Eigentum konnten die Lehnsnehmer vererben. Witwen, die nicht neu geheiratet haben, mussten den Grund innerhalb eines Jahres verlassen.https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11008800_00026.html Georg Wilhelm Dittmer Das Sassen- und Holsten-Recht : in practischer Anwendung auf einige im 16ten Jahrhunderte vorgekommene Civil- und Criminalfälle ; nach den im Archive des St.-Johannis-Klosters zu Lübeck aufbewahrten Protokollen des vormaligen klösterlichen Vogteigerichts ; nebst einer tabellarischen Uebersicht der im ganzen klösterlichen Gerichtsbezirke, in dem ferneren Zeitraume vom Jahre 1601 bis zum Jahre 1730, vorgekommenen erheblicheren Criminalfälle, und deren Erledigung, 1843 Seite 22 ff. §XV

mini|rechts|hochkant|Sulsdorf in der Vahrendorf’schen Karte 1796

Höfe (Stellen), Lehnsnehmer und deren Abgaben im Laufe der ZeitGeorg Wilhelm Dittmer Das Hufen-Areal und die Hufen-Häuer in den theils zum Lübeckischen Staatsgebiete gehörigen, theils in Holstein belegenen Dörfern des St. Johannis-Klosters zu Lübeck, während des 16. und 17. Jahrhunderts, 1856 Seite 36 Stelle Lehnsnehmer Hufen 1600 1636 1647 1700 1 Jasper Wegner Jochim Albers Jochim Albers Timm Stück 2 9 Lübsche Mark 6 Schilling - - - - 18 Mark 12 Schilling - - - - 25 Mark 2 Schilling - - - - 43 Mark 3 Schilling 2 Claus Flügge Hans Flügge Claus Storm Olof Andersen 2 9 Mark 6 Schilling - - - - 18 Mark 12 Schilling - - - - 24 Mark 12 Schilling - - - - 38 Mark 1 Schilling 3 Jürgen Kloke Jürgen Kloke Hans Klock Jürgen Albers 2, 10 Mark - - - - 20 Mark - - - - 26 Mark - - - - 43 Mark 4 Schilling 4 Jürgen Albrech Jürgen Albers Jürgen Albers Jürgen Albers 2,5 12 Mark 8 Schilling - - - - 25 Mark - - - - 32 Mark 8 Schilling - - - - 48 Mark 11 Schilling 5 Marcus Lampe Claus Albers Claus Albers Jochim Albers 1,5 7 Mark 8 Schilling - - - - 15 Mark - - - - 19 Mark 8 Schilling - - - - 30 Mark 6 Schilling Gesamt 10 48 Mark 12 Schilling 97 Mark 8 Schilling 127 Mark 14 Schilling 203 Mark 9 Schilling

Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung Jahr Haushalte / Hufen Einwohner 1433Wolfgang Prange: Lübecker Zehntregister von 1433, 1972 Seite 57 10 mansi (Hufen) 1700 10 Hufen 1841Johannes v. Schröder und Hermann Biernazki: Topographie des Herzogthums Holstein, des Fürstenthums Lübeck und der freien und Hanse-Städte Hamburg und Lübeck I - Z Band 2, 1855 5 Hufen 2 Kathen 67 1925 58 1987https://www.destatis.de/GPStatistik/servlets/MCRFileNodeServlet/SHAusgabe_derivate_00000136/1226-12-1987.pdf Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987 16 Haushalte 56

Geister gebannt (Sage) Einer Sage zufolge ängstigten zwei Geister auf einem Feld bei Heiligenhafen nachts die Vorübergehenden. Die Heiligenhafener beriefen einen Mann aus Oldenburg, der das Geisterbannen verstand. Am hellen Mittag hütete ein Mädchen Schafe auf dem Sulsdorfer Felde beim Heiligenhafener Weg, als der Geisteerbanner angeritten kam und ihr sagte, es würden gleich zwei Menschen kommen; sie sollte nicht auf ihre Fragen antworten. Bald kamen zwei nackte Menschen, deren Haare zusammengeknotet waren. Das Mädchen erschrak und lief davon, die Geister aber mussten den Geisterbanner nacheilen. Er brachte sie über dem Oldenburger Brook nach oben auf den Bungsberg, denn dort sollen noch manche Verbannte gewesen sein.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Ostholstein Kategorie:Gremersdorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Ostholstein) Kategorie:Gemeindeauflösung 1937