mini|Rathausplatz: Rathaus und Perlachturm mit St. Peter

Augsburg (im schwäbischen Dialekt Augschburg, und ) ist eine kreisfreie Großstadt im Südwesten Bayerns und eine der drei Metropolen in diesem Bundesland. Sie ist Universitätsstadt und Sitz der Regierung des Bezirks Schwaben sowie des Landratsamtes des die Stadt im Westen umgebenden Landkreises Augsburg.

Die Stadt wurde 1909 zur Großstadt und ist mit knapp 302.000 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2025) nach München und Nürnberg die drittgrößte Stadt im Bundesland Bayern. Der Ballungsraum Augsburg steht bezüglich Bevölkerung und Wirtschaftskraft in Bayern ebenfalls an dritter Stelle und ist Teil der Planungsregion Augsburg, in der etwa 885.000 Menschen leben. Augsburg hatte im Jahr 2017 unter den deutschen Großstädten über 200.000 Einwohnern die zweitgeringste Rate aller Straftaten.

Augsburg hat einen eigenen, auf das Stadtgebiet beschränkten gesetzlichen Feiertag, das Augsburger Hohe Friedensfest am 8. August. Damit ist Augsburg die Stadt mit der größten Anzahl gesetzlicher Feiertage in Deutschland.

Bekannt ist Augsburg vor allem für die Fuggerei, die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt, die Jakob Fugger im Jahr 1521 gegründet hat. Weitere wichtige Sehenswürdigkeiten sind der Augsburger Dom, das prachtvolle Rathaus mit dem Goldenen Saal, und die Augsburger Puppenkiste, ein berühmtes Marionettentheater.

Das Augsburger Wassermanagement-System ist seit 2019 ein Weltkulturerbe der UNESCO.

Geographie mini|Orthophoto von Augsburg mini|Augsburg von Norden gesehen

Die Stadt liegt an den Flüssen Lech, Wertach und Singold. Der älteste Teil der Stadt sowie die südlichen Viertel liegen auf dem nördlichen Ausläufer einer Hochterrasse, die zwischen dem steilen Hügelrand von Friedberg im Osten und den hohen Riedeln des westlichen Hügelrandes entstanden ist.

Im Süden erstreckt sich das Lechfeld, eine nacheiszeitliche Schotterebene zwischen den beiden großen Flüssen Lech und Wertach, in der sich seltene Urlandschaften erhalten konnten. Der Augsburger Stadtwald und die Lechtalheiden zählen zu den artenreichsten mitteleuropäischen Lebensräumen.

An Augsburg grenzt der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder, ein großes Waldgebiet. Daneben ist aber auch das Stadtgebiet selbst stark begrünt, weshalb die Stadt im europaweiten Wettbewerb Entente Florale Europe 1997 als erste deutsche Stadt als grünste und lebenswerteste Stadt ausgezeichnet wurde. Die Stadt ist der größte kommunale Waldbesitzer in Bayern und der drittgrößte in Deutschland.

Nachbargemeinden Die Stadt wird im Osten vom Landkreis Aichach-Friedberg und im Westen vom Landkreis Augsburg umgeben. Durch das in Nord-Süd-Richtung langgestreckte Stadtgebiet grenzen viele Städte und Gemeinden an Augsburger Flur.

Den Ballungsraum bilden im Osten beginnend und dem Uhrzeigersinn folgend Friedberg (Landkreis Aichach-Friedberg), Königsbrunn, Stadtbergen, Neusäß und Gersthofen (alle Landkreis Augsburg), die alle mit ihrem Siedlungskern direkt an die bebaute Fläche Augsburgs angrenzen.

Daneben grenzen die Gemeinden Rehling, Affing, Kissing, Mering und Merching (alle Landkreis Aichach-Friedberg) sowie Bobingen, Gessertshausen und Diedorf (alle Landkreis Augsburg) an die Stadt (von Norden im Uhrzeigersinn).

Stadtgliederung

mini|Planungsräume und Stadtbezirke

Das Stadtgebiet besteht aus 42 Stadtbezirken, die 17 Planungsräume bilden. Diese Art der Stadtgliederung besteht seit 1938. Die Gesamtfläche beträgt 147 Quadratkilometer (Platz 39 der deutschen Großstädte).

Die Stadtteile sind teilweise ehemals selbstständige Gemeinden, teilweise neu gegründete Wohngebiete. Einige Stadtteile haben räumlich getrennte Siedlungen (Wohnplätze) mit eigenem Namen. Nicht in der Verwaltungsgliederung genannte Stadtviertel sind die Augsburger Altstadt als Teil der Innenstadt und das Augsburger Textilviertel, das teilweise in Spickel-Herrenbach, teilweise in der Innenstadt liegt.

Die ehemaligen Kasernen- und Wohngebiete der US-Armee haben nach dem Truppenabzug 1998 ihre Namen behalten, darunter Centerville, Cramerton, Reese, Sheridan, Sullivan Heights und Supply-Center. Viele dieser Kasernen sind heute Wohngebiete.

Gewässer Die Stadt liegt an drei Flüssen: Der Lech ist das größte fließende Gewässer und wird durch den Zufluss der Wertach, die nördlich des Landschaftsschutzgebietes Wolfzahnau einmündet, verbreitert. Der dritte Augsburger Fluss, die Singold, entspringt im Ostallgäu und mündet in der Stadt in das weit verzweigte künstliche Bach- und Kanalsystem. Die zahlreichen Kanäle in Augsburg – die meisten fließen durch das Lechviertel in der Altstadt – werden von 500 Brückenbauwerken überspannt. Sie sind Teil der am 6. Juli 2019 ins UNESCO-Welterbe aufgenommenen Stätte „Das Augsburger Wassermanagement-System“.

mini|Der Lech am Hochablasswehr

Fluss Flusslängeim Stadtgebiet Lech 19,9 km Wertach 13,1 km Singold 6,2 km 29 Lechkanäle 77,7 km 4 Wertachkanäle 11,6 km 19 Bäche 45,6 km Länge insgesamt 174,1 km

Der Fabrikkanal, in den die Singold mündet, wird in Göggingen von der Wertach abgeleitet, fließt als Wertachkanal, Holz- bzw. Senkelbach nach Norden und gelangt nach der Ballonfabrik Augsburg zurück in die Wertach.

Am Hochablass werden der Hauptstadtbach und der Neubach vom Lech abgeleitet, die sich nach wenigen hundert Metern wieder vereinigen, um kurz flussabwärts in den nach Norden fließenden Herrenbach (flussabwärts Proviantbach mit seinen Ab- und Zuleitungen Hanreibach und Fichtelbach) und den nach Westen geleiteten Kaufbach zu gabeln. Der Kaufbach speist den Schäfflerbach und die Stadtgräben und Innenstadtkanäle, die sich nach Norden fließend auf dem Gelände der UPM-Kymmene wieder vereinen und als Stadtbach im westlichen Bereich der Wolfzahnau wieder mit dem Proviantbach zusammenfließen, um wenige Meter vor der Wertachmündung in den Lech zu gelangen. Der Mühlbach fließt durch den Stadtteil Pfersee.

Der Brunnenbach, der Reichskanal und der Lochbach (ein Lechkanal) durchströmen den Stadtwald. Dabei verzweigen sie sich in weitere kleine Bäche, um sich kurz vor der Innenstadt wieder zu vereinen.

In dem Auwald, den der Lech durchfließt, befinden sich der Kuhsee und der kleinere Stempflesee. Im Norden Augsburgs befinden sich der Autobahnsee, der Kaisersee und der Europaweiher am Augsburger Müllberg. Im Süden Augsburgs befinden sich der Wertach-Stausee, der Lautersee und der Ilsesee (Naherholungsgebiet).

Die Naturschutzgebiete im Süden Augsburgs dienen der Augsburger Trinkwasserversorgung. Der Stadtwald und der Lechauwald bei Unterbergen sind daher als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen. Das von dort bezogene Wasser mit Härtegrad 13,5 °dH (mittelhart) versorgt die Städte Augsburg, Neusäß, Friedberg und Stadtbergen.

Natur und Umwelt mini|hochkant|Fliegen-Ragwurz in der Schießplatzheide

Die Stadt gehört nach den großflächigen Eingemeindungen der 1970er Jahre mit ungefähr einem Drittel Grün- und Waldfläche zu den grünsten Großstädten in Deutschland.

Der Augsburger Stadtwald – mit etwa 21,5 Quadratkilometern der größte bayerische Auwald – bildet eine geschlossene Waldfläche im Südosten und besitzt einen hohen regionalen Stellenwert für den Naturschutz sowie als Naherholungs- und Freizeitgebiet. Auf dem Stadtgebiet befinden sich sieben Landschaftsschutz-, vier FFH- und zwei Naturschutzgebiete (Stand Mai 2016).

Der Südwesten der Stadt wird von Teilen des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder bedeckt. Dieser 1.175 Quadratkilometer große Naturpark ist der einzige in Bayerisch-Schwaben. Begrenzt wird er im Norden von der Donau, im Osten von den Abhängen zur Wertach und Schmutter und im Westen von der Mindel. Im Süden reicht er bis an den Rand des Unterallgäus.

Die Stadt gilt bundesweit als Modellstadt für umweltfreundliche Beleuchtung.. Bayerisches Landesamt für Umwelt. Durch Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung im Bereich der öffentlichen Beleuchtung konnte der Stromverbrauch und somit der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 20 Prozent gesenkt werden, was zu einer jährlichen Ersparnis von 250.000 Euro führte.. Westdeutscher Rundfunk.

Bei einer Studie der Geers-Stiftung von 2011 wies Augsburg nach Münster den zweitniedrigsten Lärmpegel aller deutschen Städte über 250.000 Einwohnern auf – lediglich 17,0 Prozent der Stadtfläche waren im Tagesmittel einer Belastung von mehr als 55 Dezibel ausgesetzt.. Geers-Stiftung.

Augsburg wurde im November 2013 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis als „nachhaltigste Großstadt 2013“ ausgezeichnet.. Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis.

Klima Die Stadt liegt im Übergang zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima auf der Ebene des Lechfeldes in leichter Tallage. Weitere wetterbestimmende Faktoren sind die Alpen als mitteleuropäische und die Donau als regionale Wetterscheide. Daher ist das Wetter relativ wechselhaft. Im Zeitraum 1950–2010 wurde für Augsburg ein Anstieg der Temperatur, eine Abnahme der Niederschläge sowie die Zunahme des Auftretens von Extremwerten gemessen. Dies hat sich in der letzten Dekade nochmals verstärkt.

Die Witterungsperioden variieren zwischen gemäßigten, nicht zu kalten Wintern und warmen, nicht übermäßig heißen Sommern. Große Schneemengen, welche die Vegetation über die Frostperioden hinweg schützen, fallen meist erst ab Januar und halten sich bis Mitte März. Größere Niederschlagsmengen sind im Frühsommer zu verzeichnen, größtenteils bei Westwindlage. Längere Trockenperioden treten im Hochsommer und Frühherbst auf.

Der Föhn bringt das ganze Jahr hindurch aus südlicher Richtung warme und trockene Luftströmungen aus dem Alpenvorland nach Augsburg. Damit verbunden ist eine gute Fernsicht, so dass die Bayerischen und Allgäuer Alpen oftmals deutlich zu sehen sind.

Die Temperatur beträgt im Jahresmittel etwa 8,4 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge etwa 850 Millimeter. Im Zuge des Hitzesommers 2003 wurde am 13. August eine Temperatur von 36,0 Grad gemessen, der Höchstwert seit Beginn der Temperaturbeobachtungen beträgt 37,1 Grad vom 27. Juli 1983. Die niedrigste registrierte Temperatur betrug −28,2 Grad, gemessen am 12. Februar 1929.

Augsburg ist durch seine Lage im gewitterintensivsten Bundesland Bayern des Öfteren von heftigen Unwettern betroffen, die zu enormen Lech- und Wertachhochwassern führen können. Die stärksten Auswirkungen hatte dies 1999, als ein Stauwehr an der Wertach brach und ganze Stadtteile unter Wasser standen.

An Herbsttagen ist es in Augsburg wegen der Lage im Lech- und Wertachtal häufig neblig. Nach München ist Augsburg die schneereichste Großstadt Deutschlands.

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Zur Zeit des Römischen Reiches lebten über 10.000 Menschen in Augsburg.Lothar Bakker: In: Stadtlexikon Augsburg. Die Einwohnerzahl wuchs in den folgenden Jahrhunderten kaum an. Um 1500 war Augsburg mit einer Bevölkerung von etwa 30.000 Menschen nach Köln und mit Prag eine der größten Städte des Heiligen Römischen Reiches.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Augsburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1806 etwa 26.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1895 über 80.000 und 180.000 Einwohner im Jahr 1939. 1910 erreichte die Bevölkerungszahl erstmals die Marke von 100.000, wodurch Augsburg zur Großstadt wurde.Augsburgs Einwohnerzahl wird sechsstellig, augsburg.de, abgerufen am 25. August 2023 Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt etwa 20 Prozent ihrer Bevölkerung (38.958 Personen), so dass 1945 146.000 Menschen in Augsburg lebten. Ihren Vorkriegsstand erreichte die Einwohnerzahl fünf Jahre später, unter anderem durch die große Zahl an deutschen Flüchtlingen und Vertriebenen aus Mittel- und Osteuropa.