Die Polizei Sachsen ist die Landespolizei des Freistaates Sachsen.
Geschichte mini|Königlich Sächsische Landgendarmerie
Am 31. Januar 1765 begründete Prinz Franz Xaver von Sachsen durch eine Verordnung des kurfürstlichen Hofes die „Kurfürstliche Polizeikommission“ für den Raum der Landeshauptstadt Dresden. Im Jahr 1809 erfolgt die Schaffung einer nach Kreisen unterteilten „Gendarmerie“. Das nachher daraus entstandene Königlich Sächsische Landesgendarmeriekorps war, im Gegensatz zu anderen Ländern, nicht militärisch organisiert, was einen großen Schritt in Richtung eines eigenständigen volksnahen Polizeikörpers bedeutete. Am 1. November 1810 wurde, unter Leitung zweier Ratsmitglieder der Stadt Leipzig ein „besonders Polizey-Amt“ geschaffen, welches erstmals auf kommununaler Ebene agierte. Nach den Napoleonischen Kriegen fiel Sachsen unter Preußens Hegemonie. Infolgedessen wurde die kurfürstliche Polizeikommission 1814 aufgelöst. Abgelöst wird diese durch das „Stadtpolizei-Kollegium“. Durch Wirken des Königs Friedrich August wird am 2. Dezember 1817 ein königlicher Präsident eingesetzt, was die Geburtsstunde einer Landespolizei darstellt. Als am 1. Mai 1853 die Verwaltung der Sicherheitspolizei vom Staat übernommen wurde, erfolgte die Aufstellung der „Königlichen Polizeidirektion Dresden“.
Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte eine Umgestaltung des sächsischen Staates. 1919 wurde die „Landessicherheitspolizei“ ins Leben gerufen. Während des Kapp-Putsches erweist sich die Polizei als wertvolles Mittel. Dennoch wurde am 22. September 1920 die Landessicherheitspolizei durch die „Landespolizei“ ersetzt. Die Polizeiämter der Städte Leipzig, Plauen und Chemnitz wurden ebenfalls verstaatlicht. Im Krisenjahr 1923, bedingt durch starke Aktionen seitens von Extremisten (s. z. B. Hitler-Putsch), wurde der allgemeine Notstand in Sachsen ausgerufen. Dabei unterstand die Polizei einer militärischen Leitung unter Generalleutnant Müller. Durch das Schutzpolizeigesetz vom 15. März 1928 erfolgte eine Umorganisation der sächsischen Polizeikräfte. Aus den einzelnen Direktionen wird eine einheitliche Organisation. Am 20. September 1928 wurde die Staatspolizeiverwaltung aufgelöst, sodass das Innenministerium die Verwaltung übernahm. Ein Gesetz der Reichsregierung vom 30. Januar 1934 übertrug die Hoheitsrechte der einzelnen Länder an den NS-Staat, worauf ab 1. April 1934 die Landespolizei der Leitung des Reiches unterstand.
Nach der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 und dem Zusammenbruch der bisherigen Polizeistrukturen erhielt die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (kurz SMAD) die Kontrolle über diesen Apparat. Im Juni 1945 entstand die Deutsche Volkspolizei. Am 30. Juni 1946 wurde durch Befehl der SMA die „Deutsche Verwaltung des Inneren“ gegründet, welche polizeiliche Organe übernahm. Durch das „Gesetz über Veränderungen im Staatsaufbau der DDR“ am 23. Juli 1952 wurde die DDR in Bezirke unterteilt, denen nun auch polizeiliche Führungsstrukturen unterlagen.
Die Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 löste eine Umstrukturierung der sächsischen Landespolizei nach Vorbild der Polizeien der alten Bundesländer aus. Es wurden die gleichen Uniformen, Fahrzeuge, Bewaffnungen und Strukturen übernommen. Die Verwaltung obliegt seitdem dem Ministerium des Inneren des Freistaates Sachsen.
Auftrag Aufgaben Auftrag ist die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Als Strafverfolgungsbehörde geht sie gegen ordnungswidrige und strafbare Handlungen vor, ermittelt Täter und analysiert Tatmuster. Eine weitere Aufgabe ist die Gefahrenabwehr im Bereich der inneren Sicherheit, das heißt, die Verhütung oder Unterbindung von rechtswidrigen Handlungen jeder Art. Im Rahmen der Verkehrsüberwachung regelt sie Verkehrsströme und hat eine tragende Rolle in der Notfallhilfe (Notruf). Ferner sorgt die Polizei in enger Kooperation mit Behörden für die Verbrechensprävention, um bereits im Vorfeld mögliche Straftaten zu erkennen und zu verhindern.
Rechtsgrundlagen Für den Bereich der Gefahrenabwehr ergeben sich die Eingriffsbefugnisse der Polizei aus dem Sächsischen Polizeivollzugsdienstgesetz (SächsPVDG).
Die Ermächtigung für das Einschreiten zur Strafverfolgung ergibt sich aus der Strafprozessordnung (StPO).
Organisation Organisation bis 2004 Bis 2004 gliederte sich der Polizeivollzugsdienst wie folgt: Landespolizeipräsidium im Staatsministerium des Innern (Landespolizeipräsidium), Polizeipräsidium Chemnitz (Polizeidirektionen Aue, Chemnitz, Freiberg, Plauen und Zwickau) Polizeipräsidium Dresden (Polizeidirektionen Bautzen, Dresden, Görlitz, Pirna und Riesa) Polizeipräsidium Leipzig (Polizeidirektionen Grimma, Leipzig und Torgau) Landespolizeidirektion Zentrale Dienste Landeskriminalamt Präsidium der Bereitschaftspolizei (Bereitschaftspolizeiabteilungen Chemnitz, Dresden und Leipzig)
Organisation ab 2005 Das Landespolizeipräsidium (LPP) ist die Abteilung 3 des Sächsischen Staatsministeriums des Innern.
Die Organisationsstruktur der Sächsischen Polizei wurde in einer Verwaltungsvorschrift festgelegt. und im Rahmen der Verschlankung der Verwaltung zum Jahr 2013 geändert. Durch die 2013 erfolgte Veränderung wurde die Landespolizeidirektion Zentrale Dienste in das Polizeiverwaltungsamt umorganisiert sowie die Bereitschaftspolizeiabteilungen in Chemnitz, Dresden und Leipzig aufgegeben.
Somit sind derzeit dem Landespolizeipräsidium die fünf Polizeidirektionen, mit Namen und Sitz in Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig und Zwickau, dazu das Präsidium der Bereitschaftspolizei (Sitz: Leipzig), das Polizeiverwaltungsamt (Sitz: Dresden) und die Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) in Rothenburg zugeordnet.
+ Territoriale Struktur der Polizeidirektionen (nur Polizeivollzugsdienst) Struktur 1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2012 Struktur seit 1. Januar 2013 Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien Autobahnpolizeirevier Bautzen Polizeirevier Weißwasser Polizeirevier Görlitz Polizeirevier Niesky Polizeirevier Zittau Polizeirevier Löbau Polizeirevier Hoyerswerda Polizeirevier Kamenz Polizeirevier Radeberg Polizeirevier Bautzen Polizeirevier Bischofswerda Polizeidirektion Görlitz Polizeirevier Weißwasser Polizeirevier Görlitz Polizeirevier Zittau-Oberland Polizeirevier Hoyerswerda Polizeirevier Kamenz Polizeirevier Bautzen Polizeidirektion Dresden Polizeirevier Dresden-Mitte Polizeirevier Dresden-Blasewitz Polizeirevier Dresden-West Polizeirevier Dresden-Nord Polizeirevier Dresden-Südost Polizeirevier Dresden-Nordwest Polizeidirektion Dresden Polizeirevier Dippoldiswalde Polizeirevier Dresden-Mitte Polizeirevier Dresden-Nord Polizeirevier Dresden-Süd Polizeirevier Dresden-West Polizeirevier Großenhain Polizeirevier Meißen Polizeirevier Pirna Polizeirevier Riesa Polizeirevier Sebnitz Polizeidirektion Oberes Elbtal-Osterzgebirge Autobahnpolizeirevier Oberes Elbtal-Osterzgebirge Polizeirevier Meißen Polizeirevier Pirna Polizeirevier Riesa Polizeirevier Sebnitz Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge Autobahnpolizeirevier Chemnitz Polizeirevier Annaberg Polizeirevier Aue Polizeirevier Chemnitz-Mitte Polizeirevier Chemnitz-Ost Polizeirevier Chemnitz-Süd Polizeirevier Chemnitz-West Polizeirevier Döbeln Polizeirevier Freiberg Polizeirevier Glauchau Polizeirevier Limbach-Oberfrohna Polizeirevier Marienberg Polizeirevier Mittweida Polizeirevier Rochlitz Polizeirevier Stollberg Polizeidirektion Chemnitz Autobahnpolizeirevier Chemnitz Polizeirevier Annaberg Polizeirevier Aue Polizeirevier Chemnitz-Nordost Polizeirevier Chemnitz-Südwest Polizeirevier Döbeln Polizeirevier Freiberg Polizeirevier Marienberg Polizeirevier Mittweida Polizeirevier Rochlitz Polizeirevier Stollberg Polizeidirektion Südwestsachsen Autobahnpolizeirevier Reichenbach Polizeirevier Aue Polizeirevier Auerbach Polizeirevier Plauen Polizeirevier Werdau Polizeirevier Zwickau Polizeidirektion Zwickau Polizeirevier Auerbach Polizeirevier Glauchau Polizeirevier Plauen Polizeirevier Werdau Polizeirevier Zwickau Polizeidirektion Leipzig Polizeirevier Leipzig-Innenstadt Polizeirevier Leipzig-Mitte Polizeirevier Leipzig-Nord Polizeirevier Leipzig-Nordost Polizeirevier Leipzig-Südwest Polizeirevier Leipzig-Südost Polizeirevier Leipzig-West Polizeidirektion Leipzig Autobahnpolizeirevier Leipzig Polizeirevier Borna Polizeirevier Delitzsch Polizeirevier Eilenburg Polizeirevier Grimma Polizeirevier Leipzig-Nord Polizeirevier Leipzig-Südost Polizeirevier Leipzig-Südwest Polizeirevier Leipzig-Zentrum Polizeirevier Oschatz Polizeirevier Torgau Polizeidirektion Westsachsen Autobahnpolizeirevier Westsachsen Polizeirevier Borna Polizeirevier Delitzsch Polizeirevier Döbeln Polizeirevier Eilenburg Polizeirevier Grimma Polizeirevier Markkleeberg Polizeirevier Torgau
Die sächsische Polizei stellte zum 1. Januar 2009, wie fast alle anderen Länder, von der Farbe Grün auf Blau um.
Die Polizei wird von der „Sächsischen Sicherheitswacht“ unterstützt. Dies sind Bürger, die in mehreren Tageskursen geschult werden, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und Hinweise aus der Bevölkerung an die Polizeidienststellen weiterzuleiten. Die Sicherheitswächter sind maximal 40 Stunden im Monat (meist) zu Fuß in Städten und Gemeinden unterwegs und erhalten eine Aufwandspauschale. Sie sind an polizeitypischer Oberbekleidung (Jacke, Hemd) zu erkennen, die das Sächsische Wappen tragen und auf der der Schriftzug „Sächsische Sicherheitswacht“ steht.
Personal Landespolizeipräsident 1991–1992: Fritz Maier 1. Juli 1993–31. Oktober 1998: Hans-Ulrich Herzberg 1998–März 2002: Bernd Groh Dezember 2002–28. Februar 2005: Eberhard Pilz 1. März 2005–30. Juni 2007: Klaus Fleischmann 25. September 2007–30. September 2012 Bernd Merbitz 1. Oktober 2012–30. November 2014: Rainer Kann 1. Dezember 2014–31. Dezember 2018: Jürgen Georgie 1. Januar 2019–31. März 2022: Horst Kretzschmar ab 1. April 2022: Jörg Kubiessa
Präsident der Bereitschaftspolizei 1996–31. Dezember 1999: Horst Wawrzynski 1. Januar 2000–2001: Helmut Lunau 2001–31. Dezember 2004: Paul Scholz 1. Januar 2005–April 2008: Horst Wawrzynski April 2008–28. Februar 2009: Rolf Müller 1. März 2009–Juni 2014: Ulrich Bornmann Juli 2014–31. März 2016: Horst Kretzschmar 1. April 2016–21. September 2018: Horst Schröder 21. September 2018 – 1. Juli 2022: Dirk Lichtenberger seit 12. Dezember 2022: Peter Langer
Präsident des Landeskriminalamtes 1. Dezember 1991–2003: Peter Raisch Juli 2004–März 2011: Paul Scholz April 2011–30. April 2017: Jörg Michaelis 1. Mai 2017–7. April 2021: Petric Kleine 7. April 2021–1. Februar 2026: Sonja Penzel seit 23. Februar 2026: Dirk Lichtenberger
Präsident der Polizeidirektion Zentrale Dienste/Polizeiverwaltungsamt September 1991–31. August 1998: Dieter Hanitsch 1. September 1998–31. Dezember 2004: Andreas Arnold 1. Januar 2005–28. Februar 2009: Jörg Michaelis 1. März 2009–16. Februar 2011: Richard Linß März–Juni 2011: Jürgen Georgie Juli 2011–4. Februar 2015: Dieter Hanitsch September 2015–30. April 2017: Torsten Schultze seit 1. Mai 2017: Jörg Michaelis
Präsidenten der Landespolizeidirektionen/Polizeipräsidien (1990–2004) Chemnitz - 31. Dezember 1999: Wilfried Thewes 1. Januar 2000–31. Dezember 2004: Horst Wawrzynski Leipzig 1. Februar 1993–31. Dezember 1999: Helmut Lunau 1. Januar 2000–31. Dezember 2004: Manfred Schweizer Dresden 1998–2002: Eberhard Pilz
Präsidenten/Leiter der Polizeidirektionen 1990–2004 Aue August 1991–August 1999: Horst Schröder 1. Oktober 1999–31. Dezember 2004: Conny Stiehl Bautzen 3. Januar 2000–31. Dezember 2004: Wolfgang Gunkel Chemnitz 1. August 1999–31. Dezember 2004: Uwe Reißmann Dresden Oktober 1990–September 1991: Andreas Arnold Oktober 1991–1995: Paul Scholz 1995–1998: Eberhard Pilz Freiberg 1991–1992: Hans Schmid 1992–1998: Klaus Geyer