Dracula, auch bekannt als Dracula-Reihe, ist eine mehrteilige Adventure-Computerspielreihe, bestehend aus den Einzeltiteln Dracula: Resurrection, Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte (The Last Sanctuary), Dracula 3: Der Pfad des Drachen, Dracula 4: The Shadow of the Dragon und Dracula 5: The Blood Legacy. Die ursprünglich von Wanadoo entwickelten Spiele beruhen inhaltlich und thematisch auf Passagen des populären Romans Dracula von Bram Stoker. Während der zweite Teil eine direkte Fortsetzung des ersten Teils darstellt, knüpft Teil 3 nur noch lose an seine beiden Vorgänger. Der zuletzt erschienene vierte und fünfte Teil erzählen ebenfalls eine eigene Geschichte und stellen zwei Teile eines zusammengehörigen Spiels dar. Dracula Resurrection und Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte erschienen für die PlayStation 1. Die restlichen Dracula-Spiele erschienen dann nur noch auf dem PC.

Spielprinzip

Die Spiele der Dracula-Reihe sind First-Person-Adventures. Die Kamera zeigt das Geschehen aus der Sicht des Spielers, der sich mittels der Maus einen 360°-Überblick über seinen Standort verschaffen kann. Der jeweilige Raum wird nicht in Echtzeit berechnet, sondern ist komplett vorgerendert. In der Mitte des Bildschirms befindet sich ein dort fixierter Cursor. Ruht dieser über einem Gegenstand, einem NPC oder einem Ausgang wie einer Tür oder einer Straße, so verändert er seine Form, und der Spieler kann eine kontextbezogene Interaktion starten. Die Spielwelt besteht aus einzelnen Räumen, die über Ausgänge miteinander verbunden sind; klickt der Spieler in einem Raum auf ein Ausgangssymbol, gelangt er zum zugeordneten neuen Raum und kann sich so von Ort zu Ort durch die Spielwelt navigieren. Bewegliche Gegenstände können in einem sogenannten Inventar verstaut und von dort aus mit anderen Gegenständen kombiniert werden, beispielsweise ein Schlüssel mit einer Tür.

Spieleübersicht

Nr. Jahr Titel Studio Publisher 1 1999 Dracula: Resurrection Index+ 15px 15px Buka, Dreamcatcher, Index+, 15px Microïds 2 2000 Dracula: The Last Sanctuary Wanadoo 15px Anuman, Canal+ Multimedia, 15px Cryo, Dreamcatcher, 15px Microïds 3 2008 Dracula 3: The Path of the Dragon Kheops Studio Akella, Microïds 4 2013 Dracula 4: The Shadow of the Dragon Koalabs Studio 15px 15px Anuman, 15px Microïds 5 2013 Dracula 5: The Blood Legacy Koalabs Studio 15px Anuman, 15px 15px Microïds

Bereits im Jahr 2000 erschienen die Teile 1+2 in einer von Wanadoo (Europa) bzw. The Adventure Company (Nordamerika) veröffentlichten Kompilation. Die beiden Teile wurden außerdem 2004 in der von Electronic Arts publizierten Kompilation The Vault of Darkness zusammen mit drei Electronic-Arts-Spielen wiederaufgelegt. 2009 wurden die bisher dahin veröffentlichten drei Teile der Serie vom Münchner Zweitverwerter Morphicon zu einer Trilogy (Dracula Trilogy) zusammengefasst. 2013 wurden alle fünf Teile durch Morphicon in einer „Collector's Edition“ veröffentlicht.Gameplorer.de:

Spiele

Dracula: Resurrection

1897 nahe dem kleinen Karpatendorf Borgo in Siebenbürgen. Die aus dem Roman bekannten Geschehnisse haben sich größtenteils wie beschrieben abgespielt. Anwalt Jonathan Harker hat gemeinsam mit seinem Freund Quincey P. Morris und seiner Verlobten Mina den Vampir Graf Dracula gefunden und kann diesen nach Auflauern in einem Hinterhalt vernichten. Die Harkers kehren nach London zurück, wo Mina sieben Jahre später noch immer an den Folgen des Vampirbisses leidet. Sie beschließt auf eigene Faust nach Transsilvanien zurückzukehren, um das Martyrium zu beenden. Jonathan folgt ihr.

In Borgo angekommen versucht Harker in Draculas Schloss zu gelangen. Dies stellt ihn vor Probleme, da zum einen die Dorfbewohner den Grafen sowie die Vorgänge im Schloss fürchten und Draculas Handlanger zum anderen die Zugangswege überwachen. Harker gelangt an einen mysteriösen Drachenring und stößt nach Hinweisen auf einen Geheimgang, der ihn im weiteren Verlauf schließlich zum Schloss führt, wo Mina sich in der Gewalt von Dracula befindet.

Im Schloss stößt Harker auf einige Zauberbarrieren, die ihm das Vorankommen erschweren – sowie im Kerker auf die verbannte Hexe Dorko, eine frühere Gefährtin von Dracula. Diese wird durch einen Fluch am Verlassen des Kellers gehindert und bietet Harker einen Pakt an: Jonathan soll Dorko ein bestimmtes Amulett beschaffen, welches ihren Fluch symbolisiert. Dafür will die Hexe Harker zu Mina führen, die von Dracula in einem Gewölbe im Dachgeschoss festgehalten wird.

Harker muss viele Rätsel lösen und Banne brechen und gelangt so schließlich in den Besitz des Amuletts, welches von Draculas Gefolgsdamen bewacht wird. Dorko führt Harker dann wie versprochen in das Gewölbe von Mina, schließt diesen aber ein, um beide Dracula zu opfern. Mittels eines Da-Vinci-Fluggerätes kann Harker aus dem Schloss entkommen und Mina in Sicherheit bringen.

Dracula: The Last Sanctuary

London, 1904. Die Handlung setzt eine Woche nach Dracula: Resurrection ein: Jonathan Harker ist mit Mina aus Draculas Schloss entkommen. Das Mädchen befindet sich wegen ihres Vampirbisses und der damit verbundenen Aussetzer in Behandlung bei Harkers Freund Dr. John Seward, der eine Irrenanstalt leitet.

Während Seward Mina kuriert, begibt sich Harker nach Carfax, ein Landhaus in der britischen Hauptstadt, welches Dracula als dessen Behausung in England dient und das in direkter Nachbarschaft der Anstalt liegt. Nachdem Harker es geschafft hat, dieses und ein vom Grafen geleitetes Kino zu vernichten, schlägt Dracula mit gleicher Münze zurück. Er beißt auch Seward und entführt Mina nach Transsilvanien, da er keine Herberge mehr in London hat. Harkers einziger Anhaltspunkt sind der Drachenring sowie Hopkins, ein Insekten vertilgender Insasse der Klinik, der eine Vorliebe für Mina hegt und Jonathan auf die Spur des Grafen führt.

Harker gelangt erneut nach Borgo und in Draculas Schloss, wo er auf die Legende des Heiligen Sankt Georg stößt – sowie die Hexe Dorko. Diese will ihm diesmal helfen, wird aber von Draculas Gefolgsdamen umgebracht. Im Sterben gibt sie ihm den entscheidenden Hinweis, wie Jonathan den Vampirfürsten besiegen kann: verbindet man den Drachenring mit einem bestimmten Edelstein, ist die Macht des Vampirs gebrochen. Dieser Stein befand sich im Besitz von General Radu, dem Bruder von Dracula.

Harker schafft es, diesen Stein zu beschaffen und Dracula nach Bewältigung etlicher Fallen und Rätsel zum Rückzug in dessen letzte Zufluchtsstätte zu zwingen: eine verzweigte Gruft unterhalb eines Bergfrieds. Mittels des Eherings gewinnt er Mina zurück und vereinigt Radu’s Stein mit dem Drachenring. Dracula und seine Gefolgsdamen werden vernichtet und Mina von dem Fluch befreit.

Dracula 3: The Path of the Dragon

Vatikan, 1920. Vater Arno Moriani von der Heiligen Ritenkongregation erfährt durch Kardinal Felicio Briganti, dass er in das zur Diözese Alba Iula gehörende Dorf Vladoviste geschickt werden wird um Informationen über die vor einigen Monaten verstorbene Martha Calugarul, eine Wissenschaftlerin und Kandidatin zur Heiligsprechung, zu beschaffen. Das Verfahren soll schnell über die Bühne gebracht werden, da durch die kürzliche Annexion von Transsylvanien durch Rumänien die Katholiken zur Minderheit geworden sind. Eine lokale Heilige werde das Vertrauen der regionalen Katholiken in die Kirche und sich selbst stärken.

Nach Morianis Ankunft in Vladoviste erzählt ihm Ozana, die Inhaberin der Gastwirtschaft, in welcher er während seines Aufenthaltes lebt, dass Calugarul ihren Sohn, Ariel, in Zeiten schwerer Krankheit durch die Bezahlung einer Kur an der Küste gerettet habe. Im Gasthaus trifft Moriani auch auf Janos Pekmester, einen Professor in mittelalterlicher Geschichte, welcher in Vladoviste ist um die Ruinen des in der Nähe befindlichen „Schloss des Zwielichts“ zu untersuchen. Er erfährt zudem etwas über Calugaruls Lebensgeschichte: Nachdem sie eine Wissenschaftlerin wurde, fiel sie einem Unfall im Labor zum Opfer und trug daraufhin einen Schleier, um eine entstellte Gesichtshälfte zu verbergen. Später arbeitete sie mit Professor Heinrich von Krüger aus München an einer Krankheit namens „P Syndrom“. Während des Krieges blieb sie in Vladoviste und kümmerte sich um die Verwundeten auf beiden Seiten. Sie starb im Schlafe, scheinbar durch Erschöpfung, kurz nachdem der Krieg endete.

Am nächsten Tag trifft Moriani einen Reporter namens Stephan Luca. Dieser erzählt ihm, dass Calugarul wegen ihres Kampfes gegen das Böse ermordet wurde. Er zeigt Moriani einen Brief von Calugarul an ihn, in welchem sie von vermehrt auftretenden Todesfällen durch unerklärlichen Blutmangel berichtet. Ebenfalls zeigt er Moriani Calugaruls medizinische Berichte, in welchen sie von Patienten berichtet, welche schlafwandeln und aggressiv auf Knoblauch reagieren. All diese Patienten hatten laut Luca zum Zeitpunkt des Todes zwei kleine Hämatome am Hals und die „P Anomalie“ war im Blut aufzufinden. Ariel war ein solcher Patient, aber er erholte sich schnell, nachdem Calugarul ihn aus Vladoviste fortgeschickt hatte. Sie begann daran zu glauben, dass ein Vampir im Dorf sein Unwesen trieb und begab sich auf den „Pfad des Drachen“ um ihn zu finden. Moriani folgert daraus widerwillig, dass Calugarul aufgrund ihres Glaubens an Vampire und dem Praktizieren von Okkultismus niemals heiliggesprochen werden könne.

Er ruft daraufhin Kardinal Briganti an. Dieser sagt ihm er solle den Calugarul-Fall schließen und stattdessen mit einer Untersuchung, mit dem Ziel einen Gegenbeweis zur Existenz von Vampiren aufzustellen, beginnen. Briganti erklärt, dass der Vatikan seit der Veröffentlichung von Bram Stokers „Dracula“ ein enormes Erstarken des Glaubens an Vampire beobachtet hat und diesem unbedingt entgegenwirken will. Um dies zu erreichen, muss Moriani eine entsprechende Erläuterung eines anerkannten Wissenschaftlers und Historikers sichern. Luca hingegen beharrt darauf, dass Dracula kein fiktionaler Charakter, sondern ein reales Lebewesen ist und der Pfad des Drachen zu seinem Aufenthaltsort führt.

Moriani ruft Professor von Krüger an, welcher erklärt, dass das „P Syndrom“ eine Unstimmigkeit im Blut ist, welche Symptome produziert, die denen, welche mit Vampiren in Verbindung gebracht werden sehr ähneln und er momentan an einem Serum zur Heilung arbeite. Am nächsten Tag macht sich Moriani auf den Weg nach Budapest, um dort Professor Irina Boczow, die weltweit größte Expertin für Vampirismus, zu treffen. Boczow klärt Moriani über die Geschichte des Vampirismus auf und offenbart ihm, dass sie selbst an reale Vampire glaube. Sie händigt ihm daraufhin das Buch "Die Herren des Zwielichts" aus, welches besagt man müsse den Pfad des Drachen bestehen, um ein Vampir zu werden. Das Buch spekuliert, dass Vlad Țepeș selbst den Pfad in seiner Jugend bestritt. Boczow erzählt Moriani zudem, dass das Buch von der Thule-Gesellschaft verfasst wurde, einer bösen Organisation mit viel Macht.

Zurück in Vladoviste entscheidet sich Luca dazu den Pfad des Drachen allein zu bestreiten. Am Abend schreibt Moriani seinen Bericht über Vampire. Am nächsten Morgen wird Luca im Nebenraum aus nächster Nähe erschossen aufgefunden und Moriani beschließt den Pfad des Drachen zu gehen um sich selbst dem Bösen, welches das Dorf bedroht, entgegenzustellen. Ausgehend von Briefen Calugaruls an Luca begibt er sich in eine Gebirgsregion in der Türkei, in welcher Vlad Tepes ehemals gefangen gehalten wurde. Dort findet er heraus, dass die Gefangenen als Nahrung für eine im Wald lebende Kreatur zurückgelassen wurden, sodass diese die naheliegenden Dörfer verschone. Vlad jedoch war nicht als Opfergabe für diese Kreatur bestimmt.