Die Gabler-Saliter Bankgeschäft AG, kurz: Gabler-Saliter-Bank (ehem.: Saliterbank) ist eine seit knapp 200 Jahren inhabergeführte Privatbank aus dem Allgäu. Das vollständig im Besitz der Unternehmerfamilie Gabler befindliche Bankhaus ist auf die Geschäfte der Immobilienwirtschaft spezialisiert und verwaltet das Familienvermögen. Die Privatbank zählt mit ihrer knapp 200-jährigen Geschichte zu den ältesten noch aktiven Privatbanken in Deutschland. Das Bankhaus betreibt neben dem Stammhaus in Obergünzburg Geschäftsstellen in Kempten, Babenhausen und Pforzheim.

Bankgeschäfte Die Bank finanziert überwiegend gewerbliche Immobiliengeschäfte, -entwicklungen und Sanierungen über kurze und mittelfristige Darlehen. Zudem bietet die Bank Verbraucherzwischenfinanzierungen an. Seit einigen Jahren kommt zudem die spezialisierte Betreuung von Haus- und Immobilienverwaltungen hinzu. Im Verwalter- und im Finanzierungsbereich ist die Bank im gesamten Bundesgebiet tätig. Die Betreuung von Vermögen wird auch Kunden außerhalb des Familienkreises angeboten.

Am Stammhaus in Obergünzburg und an den Geschäftsstellen Kempten und Babenhausen werden die üblichen Spar- und Kontodienste sowie der Handel mit Edelmetallen angeboten.

Geschichte 18. Jahrhundert Die Ursprünge der Gabler-Saliter-Bank gehen bis auf das Jahr 1713 zurück. In diesem Jahr heiratete Johann Georg Gabler in Obergünzburg die Tochter des Saliterers Sebastian Feigele und übernahm das mühsame Geschäft der Salpeter-Gewinnung, aus dem zu dieser Zeit Schwarzpulver hergestellt wurde. Um die Einnahmen zu erhöhen, begann die Familie, bei den umliegenden Bauern erworbene Butter zu haltbarem Butterschmalz zu sieden. Das Schmalz wurde bald bis in die Schweiz und ins Elsass verkauft.

19. Jahrhundert 1828 ist der erste Kredit der Privatbank belegt: Johann Michael Gabler der Ältere (1794–1862) verlieh 100 Gulden zu vier Prozent. Diese Kreditvergabe wird als Geburtsstunde der Bank betrachtet. Schuldner war ein Johann Baptist Wassermann. Dessen Nachfahren zählen noch heute zu den Kunden der Allgäuer Privatbank.

Noch bis 1838 verlieh Johann Michael Gabler ausschließlich eigenes Kapital. Dann folgte der Start des Einlagengeschäfts: Ein Landarzt namens Wankmüller legte erstmals Geld gegen Zins an. 1855 übernimmt Johann Baptist Gabler das florierende Geschäft. Dies bestand nun neben der Schmalzsiederei und im Großhandel der gefertigten Produkte auch in der Verwaltung des Grundbesitzes und im Bankwesen. Im Bankgeschäft setzte er durch den Verkauf von Pfandbriefen und Obligationen neue Akzente.

Im Jahr 1885 übernahm Johann Michael Gabler der Jüngere (1858–1936) die Leitung der Bank von seinem Vater. Er volontierte nach der Handelsschule im Bankhaus Baron von Stetten in Augsburg. Seit 1891 war er Mitglied im Konsortium zur Gründung der Münchner Bank. Zudem war er an dem Geldhaus persönlich mit 200.000 Goldmark beteiligt.

20. Jahrhundert Das Hauptgeschäft nach Ende des Ersten Weltkrieges war der Verkauf von Pfandbriefen und die Hereinnahme von Spareinlagen. Ab 1936 trat mit den Brüdern Hans Xaver Gabler (1891–1973) und Otto Gabler (1894–1974) die nächste Generation in die Unternehmensleitung ein.

Unter den Nationalsozialisten hatte die Gabler-Saliter-Bank aufgrund der „politischen Unzuverlässigkeit“ der Bankinhaber sowie der Aufrechterhaltung von Geschäftsverbindungen zu jüdischen Bankhäusern einen schweren Stand. Es gab enge geschäftliche Verflechtungen mit dem Bankhaus H. Aufhäuser in München, seit 2022 die Bank Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG. Martin Aufhäuser (1875–1944) wurde der Partner von Johann Michael Gabler dem Jüngeren, insbesondere im Wertpapier- und Anleihegeschäft. 1939 musste Martin Aufhäuser ins Ausland fliehen.

Dennoch überstand die Bank auch den Zweiten Weltkrieg mit einigen Bargeldreserven. Durch die Währungsreform 1948 sank das Eigenkapital dann kurzfristig auf einige hunderttausend Mark ab. Durch den großen persönlichen Einsatz der Brüder gelang jedoch – insbesondere durch die Vermittlung von Hypotheken zur Finanzierung des Wiederaufbaus – erneut der erfolgreiche Neustart. Unter den Brüdern Hans Xaver Gabler (1891–1973) und Otto Gabler wurde die Bank 1971 in eine rechtlich selbständige Kommanditgesellschaft, Gabler-Saliter Bank KG, umgewandelt.

Nach vollzogener Trennung von Milchwerken und Bank übernahm Dr. Jörg Gabler (1931–2025) im Jahr 1973 die Leitung der Gabler-Saliter Bank KG in fünfter Generation. Sein Bruder, Rupert Gabler, Mitinhaber der Bank seit 1973, verstarb Ende 1997. In den 70er- und 80er-Jahren finanzierte die Bank im Allgäu und der Region zahlreiche Modernisierungen landwirtschaftlicher Betriebe inklusive der Neuanschaffung von Landmaschinen.

1992 eröffnete die Bank eine Filiale in Kempten, im Mai 1993 übernahm die Gabler-Saliter-Bank die Stammfiliale der Fürst-Fugger-Privatbank in Babenhausen. Ab 1994 stieg Stefan Gabler, Sohn von Dr. Jörg Gabler, als sechste Generation die Unternehmensführung ein. Die Jahre bis zur Jahrtausendwende waren stark vom technischen Fortschritt in der Bankenwelt sowie der Umstellung von Deutscher Mark auf Euro geprägt.

21. Jahrhundert 2001 kam erstmals in der Unternehmensgeschichte ein familienexterner Vorstand zur Unternehmensführung hinzu. Zudem wuchs die Bank bis 2003 auf über 40 Mitarbeiter und rund 10.000 Kunden an.

Mittlerweile kann die Bank auf eine fast 200-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken. Zum 25. Oktober 2016 firmierte die bis zu diesem Zeitpunkt als Kommanditgesellschaft geführte Bank in eine Aktiengesellschaft um. Alle Aktien befinden sich in Besitz der Familie Gabler.

Seit Anfang 2021 ist mit Fritz Rupert Gabler (* 1989) und seit 2022 mit Johann Gabler (* 1994) die siebte Generation in der Unternehmensführung tätig. Dr. Jörg Gabler trat zum Jahresende 2024 in den Ruhestand ein und verstarb 2025. Er galt bis zu seinem Ruhestand als ältester aktiver Bankier der Welt. Ab 2021 etablierte die Gabler-Saliter-Bank in Pforzheim einen neuen Standort. 2025 wurde dann die Repräsentanz samt eigener Räumlichkeiten eröffnet. Hierfür hat die Bank die denkmalgeschützte Stadtvilla "Alte Apotheke mit Offizin" in Pforzheim-Brötzingen fachgerecht saniert. Das Gebäude aus der Gründerzeit ist laut Denkmalschutzamt der Stadt "nach umfassenden Kriegsverlusten die letzte komplett erhaltene Stadtvilla der historischen Stilepoche in Pforzheim".

Technik Die Gabler Saliter Bankgeschäft AG ist dem genossenschaftlichen Rechenzentrum der Atruvia angeschlossen und nutzt als Kernbankensystem deren Software agree21.

Die Bank ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken und dessen Einlagensicherungsfonds, sowie im Geldautomaten-Verbund Cashpool.

Tochterunternehmen Saliter-Immobilien GmbH, Obergünzburg (Immobilienmakler)

Weblinks Website der Gabler-Saliter Bankgeschäft AG

Einzelnachweise

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