Rednitzhembach (fränkisch: HembachE. Wagner: Stadt und Landkreis Schwabach, S. 30. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: hęmbɒ.) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt 18 Kilometer südlich der Städteachse Nürnberg–Fürth, fünf Kilometer südöstlich von Schwabach und sechs Kilometer nördlich von Roth. Im Südosten liegt der Staatsforst Soos.

Gemeindegliederung Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Igelsdorf (Dorf) Oberfichtenmühle (Weiler) Plöckendorf (Pfarrdorf) Rednitzhembach (Kirchdorf) Unterfichtenmühle (Einöde) Untermainbach (Dorf) Walpersdorf (Dorf) Weihersmühle (Einöde)

Die Einöde Steinbruch ist wüst gefallen.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Rednitzhembach und Walpersdorf. Die Gemarkung Rednitzhembach hat eine Fläche von 5,958 km². Sie ist in 2791 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2134,63 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Oberfichtenmühle, Plöckendorf und Unterfichtenmühle.

Gewässer Durch Rednitzhembach fließt die Rednitz, in die als rechter Zufluss der Hembach und von links der Mainbach münden. Weiterhin nimmt die Rednitz am nordöstlichen Rand des Gemeindeteiles Plöckendorf als Vorfluter die gereinigten Abwässer der Kläranlage Rednitzhembachs auf. Das Gemeindegebiet Rednitzhembachs wird östlich vom Main-Donau-Kanal, Kilometer 81 bis 83 West, begrenzt.

Geschichte Erste Besiedelung Um das Jahr 1000 v. Chr. gab es im heutigen Gemeindeteil Untermainbach eine urnenfelderzeitliche Siedlung. Das fand die Naturhistorische Gesellschaft Nürnberg bei Grabungen in den 1930er und 1970er Jahren heraus. Dabei wurden in Untermainbach drei sehr gut erhaltene Brillenspiralen und ein Bronzebeil gefunden.

Neuzeit mini|Kirche mit Wandmalereien Der Ort wurde 1345 als „Retzenhennebach“ erstmals urkundlich erwähnt. Benannt wurde der Ort nach der Rednitz und dem Hembach.E. Wagner: Stadt und Landkreis Schwabach, S. 30 f.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 184.

Die Grundherrschaft gehörte 1450–1603 der Nürnberger Patrizierfamilie Zollner vom Brand, die das Herrenhaus erneuern ließ und vermutlich auf dem Grund des Herrensitzes die Kirche erbauen ließ, in der bedeutende spätmittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit nach 1470 erhalten sind.Kirchengeschichte Von 1603 bis 1811 gehörte der (nicht mehr erhaltene) Herrensitz den Behaim.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Rednitzhembach 31 Anwesen, eine Pfarrkirche und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Schwand aus. Grundherren waren das Richteramt Schwand (1 Eineinhalbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Ganzhof, 2 Tafernwirtschafts-Ganzhöfe, 2 Zweidrittelhöfe, 2 Halbhöfe, 1 Gut mit Schmiede, 5 Gütlein, 3 Zapfenwirtschafts-Leerhäuser, 8 Leerhäuser, 1 Haus, 1 Mahl- und Sägmühle) und der Nürnberger Eigenherr von Behaim (1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 1 Leerhaus, 1 halbes Leerhaus, 1 Haus).F. Eigler: Schwabach, S. 415f. Es gab 29 Untertansfamilien, von denen 27 ansbachisch und 2 nürnbergisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 446.

Von 1797 bis 1808 unterstand Rednitzhembach dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Rednitzhembach gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Rednitzhembach, Oberfichtenmühle, Plöckendorf, Steinbruch und Unterfichtenmühle, zu der II. Sektion Igelsdorf, Untermainbach, Walpersdorf und Weihersmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Rednitzhembach, die mit der I. Sektion deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Rednitzhembach zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).F. Eigler: Schwabach, S. 480 f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,962 km².

Eingemeindungen Am 1. Januar 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Walpersdorf eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Rednitzhembach Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2010 2015 2022Einwohner 444 579 530 544 482 456 418 434 395 430 421 406 412 472 489 527 618 677 1142 1146 1681 1263 5447 6953 6908 6834 7077HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 55 57 71 70 73 72 92 302 390 1395 1997 2107Quelle Für die Gemeinde Rednitzhembach inklusive Oberfichtenmühle, Plöckendorf und Unterfichtenmühle Im Historischem Gemeindeverzeichnis werden abweichend 578 Einwohner für die Gemeinde angegeben.

Ort Rednitzhembach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2021Einwohner 341 476 402 358 304 313 400 638 716 709 903 1517Häuser 39 41 53 53 67 94 132 250 Quelle

Politik Gemeinderat und Bürgermeister Der Rednitzhembacher Gemeinderat hat 20 Sitze, über deren Verteilung bei den Kommunalwahlen entschieden wird. Die letzte Kommunalwahl fand am 15. März 2020 statt. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,5 %.

Erster Bürgermeister ist seit 1996 der parteilose Jürgen Spahl (2020 mit 87,6 % im Amt bestätigt), der die Gemeindefinanzen konsolidierte und die Gemeinde seit 2003 schuldenfrei stellte. Dieses Ziel wurde u. a. durch die Gründung der Gemeindewerke Rednitzhembach GmbH erreicht, die einen Teil der kommunalen Aufgaben (z. B. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, Friedhofswesen) übernahmen.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist Weiß-blau-weiß.

Partnergemeinden Bardolino (Norditalien)

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Evangelische Pfarrkirche evangelische Pfarrkirche mit spätgotischen Wandmalereien Theater RednitzhembachTheater Rednitzhembach Rednitzhembacher Kunstweg mit über 50 Kunstobjekten Rathaus-Galerie und Foyer-Galerie: Im Rednitzhembacher Rathaus und im Foyer des Gemeindezentrums finden regelmäßig mehrwöchige Ausstellungen verschiedener Künstler und Kunstrichtungen statt. das Metzgerkreuz bei Rednitzhembach, ein Sühnekreuz südlich von Rednitzhembach das Hafnerkreuz in Rednitzhembach, das Replikat eines Steinkreuzes am nördlichen Ortsrand von Rednitzhembach über 30 Bau- und 15 BodendenkmälerListe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Rednitzhembach

Veranstaltungen Kirchweih am vierten Wochenende nach Pfingsten Fischerfest des Hembacher Fischereivereins e. V. (drittes Wochenende nach Pfingsten) Klassik-Open-Air am Kunstweg am ersten Samstag der Sommerferien Weinfest rund um das Gemeindezentrum mit der Partnergemeinde Bardolino und dem Rednitzhembacher Gewerbeverein, Anfang bis Mitte September Adventsmarkt rund um das Gemeindezentrum am Samstag vor dem Ersten Advent „Lichterschiffchenfahren“ der Freiwilligen Feuerwehr am Ersten Advent Lebendiger Adventskalender während der Adventszeit

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Staatsstraße 2409 führt an Plöckendorf vorbei zur Anschlussstelle 56 der Bundesautobahn 6 (3,5 km nordwestlich) bzw. über Pfaffenhofen nach Roth (5,8 km südlich). Die Kreisstraße RH 1 führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 2 und darüber hinaus nach Schwand (3 km östlich).

Der S-Bahn-Haltepunkt der S 2 in Rednitzhembach liegt in der Nähe des Gemeindezentrums. Die Bahnstrecke ist dreigleisig, wobei nur ein Gleis für beide Richtungen der S-Bahn-Linie zwischen Roth, Nürnberg Hauptbahnhof, Feucht und Altdorf (bei Nürnberg) nutzbar ist. Buslinien verkehren nach Schwabach, Schwanstetten und Wendelstein, darüber hinaus existiert ein Rufbus, der verschiedene Haltestellen in der Gemeinde anfährt.

Medien Die einzige regionale Tageszeitung in Rednitzhembach ist das Schwabacher Tagblatt. Für den Bereich „Lokales“ ist die in Schwabach ansässige Redaktion zuständig. Der restliche und überwiegende Teil der Zeitung wird von den Nürnberger Nachrichten geliefert.

Monatlich erscheint das Rednitzhembacher Gemeindemagazin „bürgerbrief“. Das Heft (durchschnittlich 24 bis 28 Seiten) ist kostenlos, wird an jeden Haushalt der Gemeinde verteilt und enthält die aktuellen Informationen aus dem Rathaus, von den Rednitzhembacher Vereinen und der Wirtschaft.

Bildung In Rednitzhembach gibt es eine Grund- und Mittelschule mit angeschlossenem Hort und Mittagsbetreuung. Die Schule ist außerdem sowohl eine offene als auch gebundene Ganztagesschule, verfügt über eine Praxisklasse und Übergangsklassen für Kinder von Migranten und Asylbewerbern.

Zur katholischen Kirchengemeinde gehört die von ehrenamtlichen Mitarbeitern betriebene katholische öffentliche Bücherei, die über ein breitgefächertes Angebot unterschiedlicher Medien verfügt.

Ferner gibt es in Rednitzhembach eine Außenstelle der Volkshochschule des Landkreises Roth, die zahlreiche Kurse und Veranstaltungen anbietet.

Kindertagesstätten Rednitzhembach hat drei Kindertagesstätten – zwei konfessionelle (Trägerschaft evangelische bzw. katholische Kirchengemeinde) und eine nicht konfessionelle (AWO-Trägerschaft), denen jeweils Krippengruppen angeschlossen sind.

Vereine und Gewerbe Gewerbe In Rednitzhembach gibt es zwei Gewerbegebiete:

Gewerbegebiet Nord: Das Gewerbegebiet Nord ist vollständig genutzt Gewerbegebiet Süd: Das Gewerbegebiet Süd hat eine Gesamtfläche von über 250.000 m². Freie Flächen stehen noch zur Verfügung (Stand Februar 2024)

Vereine Insgesamt gibt es in Rednitzhembach 55 Vereine (Stand Februar 2024).Auflistung der Vereine auf der Webseite der Gemeinde Rednitzhembach

Ehrenbürger Johann Schrödel, von 1908 bis 1933 Bürgermeister von Rednitzhembach Pfarrer Johann Spies, von 1962 bis 1991 katholischer Pfarrer in Plöckendorf, heute Rednitzhembach; organisierte das katholische Leben in Rednitzhembach und schuf das Kirchenzentrum mit Kindergarten Elisabeth Slowenski, Gemeinderätin, Gründerin des Rednitzhembacher Theatervereins, Verfasserin von heimatgeschichtlichen Schriften und Prosa

Literatur Monographien

Sibylla Hauser: Kriegsjahre in unserem Dorf (Rednitzhembach im Zweiten Weltkrieg, mit s/w Abbildungen), 1997.

Artikel

Weblinks

Gemeinde Rednitzhembach

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Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Roth Kategorie:Ort an der Rednitz Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1345 Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Ort am Hembach (Rednitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Roth