Absam ist eine österreichische Gemeinde in Tirol mit Einwohnern (Stand ). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Hall in Tirol. Absam ist ein Pilgerort am Jakobsweg, dessen Wallfahrtskirche im Jahre 2000 zur Basilica minor erhoben wurde.

Geografie Absam liegt am Rande des Karwendelgebirges in der Nähe der mittelalterlichen Stadt Hall in Tirol und der Landeshauptstadt Innsbruck auf einer Höhe von Höchster Punkt der Gemeinde ist der hohe Große Bettelwurf. Absam gehört zu den MARTHA-Dörfern.

Berghütten Bettelwurfhütte Hallerangeralm Hallerangerhaus

Gemeindegliederung Die Gemeinde Absam besteht aus der einzigen Katastralgemeinde und Ortschaft Absam, Ortsteile sind Absam Dorf und Eichat.

Nachbargemeinden

Geschichte Ortsgeschichte In der Zeit von 995 bis 1005 wird der Ort erstmals in den Traditionsbüchern des Hochstifts Brixen als „Abazânes“ bzw. „Abazanes“ genannt. Die Herkunft des Ortsnamens ist nicht ganz sicher:

Das Wort kann eine Eindeutschung vom vulgärlateinischen Flurnamen *abbatiani = ‚dem Abt gehöriges Flurstück‘ sein. Die Genese: *abbatiani > Abazanes > Absan > Absam. Das Wort kann auf den keltischen Personennamen Abudios zurückgehen und als Ausgangswort *Abudianos (‚beim Landgut des Abudios‘) haben.

In der Absamer Gegend setzte schon früh die Industrialisierung ein, besonders durch den Salzabbau im Halltal.

Marienerscheinung von 1797 Am 17. Jänner 1797 entdeckte die Bauerstochter Rosina Puecher an einer Fensterscheibe ein Marienbildnis, das einem schwarzen Kupferstiche ähnlich war. Es wurde bestätigt, dass der Hausbewohner nichts damit zu tun habe. Man hob den Fensterflügel aus und brachte ihn nach Innsbruck zur Untersuchung. Die Tatsache, dass genau in dieser Zeit großer Not (Seuche und Franzosenbelagerung) das Bildnis der Madonna im Glase sichtbar wurde, wurde als göttliches Zeichen gedeutet.

Seither kamen und kommen unzählige Wallfahrer, um bei der Absamer Muttergottes Trost und Hilfe zu erbitten.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Melans mini|Schloss Krippach mini|Pfarrkirche Absam-Eichat mini|Sankt Magdalena im Halltal, im Hintergrund die Hüttenspitze

Schloss Melans Schloss Krippach Basilika St. Michael: Am 24. Juni 2000 wurde die Pfarrkirche mit dem Patrozinium hl. Michael zur Basilika minor erhoben. Am rechten Seitenaltar befindet sich das seit dem 24. Juni 1797 verehrte Gnadenbild der Muttergottes. Viele Votivtafeln in der Basilika zeugen von erhörten Gebetsanliegen. Absam ist wegen des Gnadenbilds Marienwallfahrtsort, daher wird die Basilika oft Marienbasilika genannt, obwohl die Basilika selbst nicht dem Patrozinium der Gottesmutter anvertraut ist. Pfarrkirche Absam-Eichat Ehemaliges Kloster Sankt Magdalena im Halltal Alte Schmiede Absam Absam-Schanzen

Wirtschaft und Infrastruktur Sport Wintersportmöglichkeiten: Rodelbahn, Absam-Schanzen und Langlaufloipen Wanderweg von Absam ins Halltal, wo sich das ehemalige Kloster St. Magdalena und Relikte des Salzbergbaus befinden.

Verkehr

Eisenbahn: Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Pläne einer Überlandstraßenbahn, welche Absam und die restlichen MARTHA-Dörfer an Innsbruck angebunden hätte. Diese wurde nie gebaut, jedoch ging 1909 die Lokalbahn Innsbruck–Hall in Tirol in Betrieb, ohne Anbindung an Absam. Der nächste Bahnhof befindet sich in Hall, welcher über die Ortsbusse erreichbar ist. Straßenverkehr: Die Dörferstraße (L8) führt über die MARTHA-Dörfer nach Hall und Innsbruck. Von dieser zweigt sich die Gnadenwalder Straße (L225) nach Gnadenwald und Fritzens ab.

Öffentlicher Verkehr: Folgende VVT-Linien der Ledermair Verkehrsbetriebe und Firma Innbus (IVB) verkehren von und nach Absam und den Ortsteil Eichat: : Hall – Eichat – Gnadenwald : Hall – Mils – Eichat – Hall : Hall – Eichat – Mils – Hall : Innsbruck – Rum – Thaur – Absam – Hall : Innsbruck – Rum – Thaur – Absam – Eichat : Innsbruck – Rum – Thaur – Absam – Eichat – Hall : Innsbruck – Rum – Thaur – Absam – Eichat (Nachtbus: Eine Fahrt unter der Woche, Fünf am Wochenende)

Politik

Gemeinderat Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder, bis 1998 17 Mitglieder. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 1998 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 7 ÖVP, 5 SPÖ, 2 FPÖ, 2 Absamer Liste und 1 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2004 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 SPÖ, 5 Absamer Liste ÖVP, 4 Für Absam ÖVP und 2 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SPÖ, 5 ÖVP und 2 GRÜNE. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2016 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 10 SPÖ, 4 ÖVP, 3 ZUKA Philipp Gaugl, 1 GRÜNE und 1 FPÖ. Mit den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen in Tirol 2022 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 8 ÖVP, 8 SPÖ, 2 GRÜNE und 1 BFA.

Bürgermeister

1992–2004 Michael MayrParte Michael Mayr Altbürgermeister und Ehrenbürger von Absam. Gemeinde Absam, 2019. 2004–2021: Arno Guggenbichler (Bürgermeister Arno Guggenbichler und Team – SPÖ und Parteiunabhängige) seit 2021: Manfred Schafferer (Bürgermeister Arno Guggenbichler und Team – SPÖ und Parteiunabhängige)

Wappen Das 1965 verliehene Gemeindewappen zeigt eine Geige und das Gnadenbild der Basilika. Das Instrument erinnert an einen der berühmtesten Söhne der Gemeinde, den Geigenbauer Jakob Stainer, das Gnadenbild verweist auf die Marienerscheinung von 1797, die Absam zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte Tirols werden ließ.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

2021: Arno Guggenbichler, Altbürgermeister Jahr: Michael Mayr, Altbürgermeister

Söhne und Töchter der Gemeinde

Franz Colleselli (1922–1979), Volkskundler Franz Fischler (* 1946), ehemaliger EU-Kommissar, Politiker, Minister Josef Holzhammer (1850–1942), Politiker, Mitglied des Abgeordnetenhauses 1908–1911, Abgeordneter zum Tiroler Landtag 1919–1925 Wolfgang Kattnig (* 1963), Triathlet Sigmund Kripp (* 1928), Sozialpädagoge Johannes Obleitner (1893–1984), Bildhauer und Maler Sebastian Ruf (1802–1877), Priester, Psychologe und Lokalhistoriker Walpurga Schindl (1826–1872), Schriftstellerin Jakobus Stainer (1619–1683), Geigenbauer Max Weiler (1910–2001), Maler

Personen mit Bezug zur Gemeinde Josef Feistmantl (1939–2019), Rennrodler, Olympiasieger Doppelsitzer 1964 Andreas Linger (* 1981) und Wolfgang Linger (* 1982), Rennrodler, Olympiasieger Turin 2006 und Vancouver 2010 Karl Obleitner junior (* 1929), Bildhauer und Maler Ernst Vettori (* 1964), Skispringer und Olympiasieger 1992 Pia Maria (* 2003), Sängerin und Teilnehmerin für Österreich beim Eurovision Song Contest 2022 Lukas Greiderer (* 1993), Olympia-Bronzemedaillengewinner 2022, HSV Absam Bergisel-Tirol

Sonstiges mini|Bildungszentrum der Sicherheitsakademie Absam In Absam befindet sich die Andreas-Hofer-Kaserne des österreichischen Bundesheeres. Absam ist der Standort des Bildungszentrums der Sicherheitsakademie in Tirol Absam ist Ort der Handlung des Films Der Goldene Nazivampir von Absam 2 – Das Geheimnis von Schloß Kottlitz Die Gemeinde ist Mitglied im Klimabündnis Tirol. Die Freiwillige Feuerwehr Absam erhielt im Jahr 2014 den zweiten Platz beim internationalen Conrad-Dietrich-Magirus-Preis für ihre außergewöhnliche Leistung beim Waldbrand auf dem Hochmahdkopf 2014. Sie wurde nur von der Feuerwehr aus Rio de Janeiro geschlagen. Den dritten Platz belegte die Feuerwehr der Insel Lampedusa.Auszeichnung: Platz Zwei für Feuerwehr Absam auf ORF vom 22. November 2014, abgerufen am 22. November 2014.

Literatur Michael Laimgruber, Heinz Moser, Peter Steindl (Red.): Absam. Herausgegeben von der Gemeinde Absam, 2008. Ingrid Rittler: Hausbriefe – eine Auswertung des Hausarchivs vom „Stindl“ in Absam. In: Andreas Oberhofer, Brigitte Strauß (Hrsg.): Bäuerliche Archive in Tirol. Perspektiven der Dokumentation, Erforschung und Erhaltung (= Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs. Band 54). Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2025, ISBN 978-3-7030-6664-1, S. 195–217.

Weblinks

Offizielle Website Gemeinde Absam: Offizielle Webseite der Gemeinde in der Tourismusregion Hall-Wattens

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung im 10. Jahrhundert Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Innsbruck-Land