Die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft (DEG) ist ein traditionsreicher Eishockeyclub aus Düsseldorf, zu dessen ursprünglichen Sparten neben Eishockey auch Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Eisstockschießen gehörten. Die DEG spielt nach dem Abstieg aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL) – zu deren Gründungsmitgliedern sie zählte – seit der Saison 2025/26 in der DEL2.

Die DEG wurde insgesamt achtmal Deutscher Meister und ist der einzige Club, der seit Gründung der Bundesliga 1958 bzw. der DEL 1994 viermal in Folge Deutscher Meister wurde (1990–1993)Eishockey News Sonderheft 2018/19, Seite 12–13 und hält mit 14 Playoff-Seriensiegen in Folge (1990–1994) einen bis heute gültigen Rekord.Eishockey News Playoffs 2019, Seite 6–7 Ferner konnte bei der letzten Meisterschaft 1996 ebenfalls ein Rekord aufgestellt werden: In 13 Playoff-Partien erzielte die DEG 66 Tore; der Schnitt von 5,08 Toren pro Spiel ist nach wie vor unerreicht. (Alle Angaben: Stand Ende der DEL-Spielzeit 2024/25)

Zwischen 2001 und 2012 trat die DEG infolge eines Namenssponsorings nach außen als DEG Metro Stars auf. Die Profiabteilung ist seit 1997 in einer eigenständigen Spielbetriebsgesellschaft, der DEG Eishockey GmbH organisiert. Der Stammverein ist mit 26 % an der GmbH beteiligt. Die weiteren Anteilseigner sind Stephan Hoberg mit 30,8 %, Daniel Völkel mit 24,9 %, Harald Wirtz mit 12,5 %, sowie eine Erbengemeinschaft des am 17. Februar 2023 verstorbenen Peter Hoberg mit 5,8 %.Neu-Strukturierung bei der DEG Eishockey GmbH: Harald Wirtz übernimmt 25 % der Anteile! deg-eishockey.de, 21. März 2022Die DEG trauert um Gesellschafter Peter Hoberg deg-eishockey.de, 22. Februar 2023DEG Eishockey GmbH begrüßt neuen Gesellschafter! deg-eishockey.de, 27. September 2023 Die Nachwuchs- und Amateurabteilung ist weiterhin im Stammverein organisiert. Die traditionellen Vereinsfarben der DEG sind Rot-Gelb.

1997 wurde die Inlinehockeyabteilung der Düsseldorfer EG in den Verein DEG Rhein Rollers e. V. ausgelagert.

Geschichte Die frühen Jahre (1935–1945) Die Düsseldorfer Eislauf-Gemeinschaft wurde am 8. November 1935 auf Initiative des Düsseldorfer Stahlindustriellen und Sportmäzens Ernst Poensgen gegründet. Bereits am 26. September 1935 wurde das Richtfest des neuen Eisstadions an der Brehmstraße gefeiert, das nach Berlin und München das dritte deutsche Eisstadion und die achte Eissportstätte Europas war – neben London, Paris, Wien, Budapest und Zürich. Zu diesem Zeitpunkt fasste das Stadion 8000 Zuschauer.DEG Superstar: 40 Jahre Düsseldorfer Eislaufgemeinschaft e. V. / in Zsarb. mit der DEG e. V. Textbeitr.: Karl-Heinz Wanders, Dr. Günther Sabetzki, Karl-Theo Kels. Dasbach Verlag, Taunusstein 1976

mini|120px|Ernst Poensgen – Erbauer des Eisstadions und DEG-Vereinsgründer (Bild von 1926) Am 23. November fanden hier die ersten beiden Eishockeyspiele tatt. Der vielfache deutsche Meister und nationale Spitzenmannschaft, Berliner SC, spielte zweimal gegen ein Team aus Amsterdam und siegte mit 7:1 und 4:2. Mit von der Partie war einer der ersten deutschen Stars – Gustav „Justav“ Jaenecke. Der zu seinem Karriereende insgesamt 13-fache Deutsche Meister beeindruckte das Düsseldorfer Publikum sofort und begeisterte es für den Sport.

Weitere Spiele sorgten für eine erste Eishockey-Euphorie. Gastmannschaften aus dem Mutterland der Sportart, Kanada, zeigten Kostproben ihres Könnens. Die DEG spielte gegen nicht mehr existente Mannschaften aus dem Bergischen Land wie Remscheid oder Radevormwald, die seinerzeit dank der kälteren Winter noch auf zugefrorenen Dorfweihern trainieren konnten.

Gegen die Kanadier wurde ein bemerkenswertes 1:1 herausgespielt; Gerüchten zufolge liefen die Gäste wegen des am Vorabend konsumierten Altbiers betrunken auf. Die DEG spielte gegen die Nationalmannschaft der USA, und es fanden Endrunden der deutschen Eishockeymeisterschaft in Düsseldorf statt.Stephan Müller: Deutsche Eishockeymeisterschaften 1912–2000, Libri Books on Demand 2000 Auch der Eiskunstlauf kam nicht zu kurz – im Olympiajahr 1936 gastierte die gesamte Weltelite an der Brehmstraße.

Der erste DEG-Trainer war ein Tschechoslowake, dessen Name nicht mehr bekannt ist. Ihm folgte der Kanadier Robert A. „Bobby“ Bell, unter dem die erste Mannschaft und die Jugend der DEG erstmals auf professionellem Niveau trainiert wurde. Bell, einst selbst Spieler für Kanada, soll wegen der Liebe in Düsseldorf geblieben sein.Ulf May, Frieder Feldmann, Stefan Sporken: Unsere Brehmstraße – Geschichte und Geschichten um das Eisstadion, Düsseldorf 2006

Als erste Eishockeyspieler der DEG-Vereinsgeschichte gelten: Hans Seyppel, Horst „Opa“ Orbanowski (ein gebürtiger Düsseldorfer und bereits mehrfacher Nationalspieler und Deutscher Meister mit Berlin), dessen Bruder Kurt Orbanowski, Bernd Rickmann, Jochen Hake und Werner Lucas. Als Gastspieler blieben Toni Wiedemann vom EV Füssen und Walter Schmidinger vom SC Riessersee bei der DEG, da man ihnen zusätzlich zum Trainingsbetrieb Arbeitsplätze in ihren Berufen anbieten konnte. Als weitere Spieler wurden Freiherr Fabian von Massenbach, Günter Thelen und Manfred Trippe an den Verein gebunden.

Für ein Monatsgehalt von 375 Reichsmark für Trainer Bell wurde trainiert, zudem wurde die Jugendarbeit forciert. So rekrutierte Bell junge Spieler, meist gegen den Willen der Eltern, aus dem Lager der Eiskunstläuferabteilung, da diese gute Schlittschuhläufer waren. Zudem achtete er auf gute schulische Leistungen seiner Schützlinge; eine schlechte Note hatte Trainingsverbot zur Folge. In dieser Zeit erreichte die DEG achtbare Erfolge im Kampf um die deutsche Meisterschaft, so wurde der noch junge Verein mehrfach Dritter. 1938 wurde die DEG punktgleich mit dem Berliner SC Deutscher Vizemeister hinter dem SC Riessersee. Hinter den damals erfolgreichen Teams, Rekordmeister Berlin mit den Topspielern Gustav Jaenecke und Rudi Ball, der als einer der besten Clubs Europas galt, und dem SC Riessersee aus Garmisch-Partenkirchen, war die DEG in Deutschland seinerzeit die Nummer drei. In der Saison 1937/38 gelang der DEG zudem der erste Titelgewinn. Im internationalen Wettbewerb um den Westeuropapokal setzten sich die Düsseldorfer gegen Teams aus den Niederlanden und Belgien durch.Hockeyweb: Der Westeuropapokal: Als Düsseldorf, Krefeld und Köln international ganz oben standen

Weitere prägende DEG-Spieler der 1930er Jahre waren Torwart Max Rohde, der aus dem Baltikum stammende Lowka Dawidow, Helmut Becker, Günter Brückner, Roman Kessler, Kurt Dicker, Lucien Brühl, Hans Gutgesell, Hans-Walter Rahrbach, Hans Walter, Klaus Walter, Rolf Tobien, Walter Tobien, sowie die Herren Leonards und Blumberg. Der erfahrene Horst Orbanowski, der Vereinsgründer Poensgen bei dem Aufbau des Teams unterstützt hatte, wuchs zum Führungsspieler und zur rechten Hand von Trainer Bell heran. Auch die Eiskunstläufer unter der Leitung von Stadionleiter Werner Rittberger, selbst Vizewelt- und elffacher Deutschen Meister sowie Trainer des Düsseldorfer Nachwuchses, (heute vor allem durch den nach ihm benannten Sprung Doppelter Rittberger bekannt), begeisterten das Publikum durch gute Leistungen.

Mit dem Zweiten Weltkrieg endete vorerst die Eishockey-Euphorie. Wegen der Verdunkelung durfte nur noch nachmittags gespielt werden, die Lieferung von Ausrüstungsgegenständen aus Kanada wurde spärlicher. Die Spieler mussten sich mit immer abenteuerlicheren Eigenkreationen aus Pappe und Stoff behelfen. Im Frühjahr 1943 gab es während eines Spiels Luftalarm. Spieler und Zuschauer brachten sich in Sicherheit, das Stadion jedoch wurde von zwei kleinen Bomben an der Nordseite getroffen. Nach der Entwarnung wurde kurzerhand der Schutt weggeräumt und die Veranstaltung verspätet fortgesetzt. 1944 wurde das Eisstadion durch weitere alliierte Bombenangriffe allerdings so schwer beschädigt, dass eine Sportveranstaltung nicht mehr durchführbar war. In der letzten deutschen Meisterschaft vor Kriegsende, die 1944 überwiegend als Durchhalteveranstaltung für die Bevölkerung noch halbwegs durchgeführt wurde, erreichte die DEG Platz drei. In den beiden Vorjahren mussten die Titelkämpfe jeweils abgebrochen werden. Es war eine der letzten Sportveranstaltungen überhaupt, am 4. August 1944 gab der Nationalsozialistische Reichsführerring für Leibesübungen NSRL bekannt, dass sämtliche Reichsmeisterschaften im deutschen Sport eingestellt werden.

Trainer Bobby Bell, zwischenzeitlich auch Trainer des SC Riessersee und einer Mannheimer Mannschaft sowie Reichstrainer der deutschen Eishockeynationalmannschaft, wurde im belgischen Abbeville in den Wirren der Nachkriegstage 1945 unter nie geklärten Umständen ermordet. Einige Quellen sprechen von einer standrechtlichen Erschießung, andere davon, dass er als angeblicher Nazi-Spion verhaftet, verurteilt und hingerichtet wurde.Eishockey Hall of Fame Deutschland

Nach dem Krieg (1945–1960) mini|Logo der seinerzeitigen DEG Metro Stars (am Eingang des Eisstadions an der Brehmstraße, dem Spielort von 1935 bis 2006) – Foto von 2006

Nach den Verwüstungen des Krieges, die das Eisstadion und den gesamten Stadtteil Düsseltal sehr mitgenommen hatten, gab es wichtigere Probleme als den Sport. Kurze Zeit später formierte „Opa“ Orbanowski mit den überlebenden Spielern Kessler, Dicker, Hillmann, Ulrich, Becker, Trippe, Rahrbach und Torwart Rohde ein erstes DEG-Nachkriegsteam. Trotz zahlreicher Schutträumungsaktionen auch der Spieler ging es mit dem Wiederaufbau des Stadions an der Brehmstraße nicht recht voran. Andernorts entstanden neue Eishockeyzentren. Krefeld, wo Mäzen Willi Münstermann es durch seine guten Beziehungen zu den Alliierten geschafft hatte, das Stadion an der Hindenburgstraße (heute Westparkstraße) notdürftig wiederherzustellen, und Bad Nauheim, wo die amerikanischen Truppen ein Eisstadion unter dem Namen Colonel-Knight-Stadion eröffneten.

Die DEG trainierte in Krefeld, wo dem Verein ab Dezember 1945 Gastrecht gewährt wurde. Am 19. und 20. Januar 1946 gab es die erste Nachkriegsveranstaltung in Krefeld. Neben Eiskunstlauf und Eisschnelllauf standen zwei Eishockeybegegnungen Krefelder EV gegen die Düsseldorfer EG auf dem Programm (Ergebnisse aus DEG-Sicht 0:7 und 2:1).

Das Team reiste mit dem Zug zu Spielen gegen andere wiederentstandene Teams durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland, unter anderem nach Bad Nauheim. Da es dort noch keine Mannschaft gab, spielte die DEG gegen den Münchner SC (2:1). Anschließend ging es zum oftmaligen Vorkriegsgegner SC Riessersee. Der SCR gewann das Spiel mit 8:2, auch weil der Verein inzwischen über bessere Möglichkeiten verfügte, die Spieler (unter anderem Alt-Star Gustav Jaenecke, der den Krieg überlebt hatte und aus Berlin gekommen war) mit Lebensmitteln zu versorgen und zu trainieren. Die DEG wurde beim Empfang und beim Abschied gefeiert, nicht zuletzt weil sich die nach Bayern evakuierten Rheinländer zu einem Heimattreffen zusammengefunden hatten.