Ahmad Ibn Fadlān ibn al-ʿAbbās ibn Rāschid ibn Hammād () war der arabischeM. Canard: Ibn Faḍlān. In: Encyclopaedia of Islam. Leiden 2003. III:759a. „He was probably not an Arab by birth.“ Autor des Reiseberichts über eine Gesandtschaft des Kalifen al-Muqtadir, die am 21. Juni 921 von Bagdad zum Hof der Wolgabulgaren aufbrach und dort am 11. Mai 922 ankam.

Sein Reisebericht

Nach 922 verfasste Ahmad ibn Fadlan seinen umfangreichen Reisebericht über die Reise einer arabischen Gesandtschaft zu den Wolgabulgaren, den nördlichen Nachbarn der Chasaren, und den warägischen Rus, mit eindrucksvollen Schilderungen ihrer Lebensgewohnheiten, Kultur und Religion. Ibn Fadlan besuchte zunächst Buchara und die choresmische Hauptstadt Kath, bevor er (mit rund 3000 Kamelen und 5000 Begleitern) von Gurgandsch aus das Ustjurt-Plateau durchquerte und schließlich die Gegend um Bolgar an der Wolga erreichte.

Dieser Reisebericht ist – von den ersten Exzerpten von Christian Martin Joachim Frähn abgesehenIbn Foszlan’s und anderer Araber Berichte über die Russen älterer Zeit. St. Petersburg 1823; und: Die ältesten arabischen Nachrichten über die Wolga-Bulgharen aus Ibn Foszlan’s Reiseberichte. St. Petersburg 1832 – erstmals durch die Edition des Geographischen Wörterbuchs von Yāqūt ar-Rūmī im Druck zugänglich gemacht worden.Kitāb muʿǧam al-buldān (Geographisches Wörterbuch). Hrsg. von Ferdinand Wüstenfeld. Leipzig 1866–1870 Denn Yāqūt, der Ibn Fadlans Bericht irrtümlich als eine „Risala“ (Sendschreiben) bezeichnet, zitiert diesen detaillierten Reisebericht im Artikel über die Rus, Chasaren und Wolgabulgaren („bulghar)“ seitenlang und, wie er schreibt, „Wort für Wort“.

Der respektvoll und lebendig geschriebene Reisebericht, der 1923 von dem baschkirischen Gelehrten Ahmed Zeki Velidi Tokan in einer Bibliothek in Mashad (Nordostiran) in einer unvollständigen Abschrift entdeckt wurde, stellt bis heute eine der wichtigsten Quellen zu den frühen Rus wie auch zu den Chasaren, Wolgabulgaren und anderen Völkern der von ihm bereisten Regionen dar.

Der französische Mediävist Jacques Heers stützt sich bei seiner Darstellung des mittelalterlichen Sklavenhandels und der in Europa im 9. und 10. Jahrhundert bestehenden großen Sklavenmärkte, auf denen vorwiegend noch nicht christianisierte Slawen als Handelsgut in die islamische Welt angeboten wurden, auf die Schilderungen Ibn Fadlans und zitiert:

Die Waräger, die bei den Bulgaren ankommen, am Ufer der Wolga lagern, ihre mit Gefangenen beladenen Schiffe an den Uferhängen befestigen und große Holzhäuser bauen, sind für ihn „die schmutzigsten Geschöpfe Gottes“. Gleichzeitig preist er jedoch ihre physische Erscheinung: "Ich habe niemals körperlich perfektere Menschen gesehen: Groß wie Dattelpalmen, blond, rötlich". Sie bringen vor allem für den Verkauf bestimmte slawische Gefangene, aber auch begehrte Felle für die muslimischen Kaufleute mit. In jedem ihrer Häuser befinden sich zwischen 10 und 20 Personen. Jacques Heers zitiert weiter Ibn Fadlan:

Literarische Wirkung Der amerikanische Schriftsteller Michael Crichton benutzte Ibn Fadlans Reisebericht für seinen 1976 erschienenen Roman Die ihre Toten essen (später Schwarze Nebel, Original Eaters of the Dead), der später unter dem Titel Der 13te Krieger verfilmt wurde. In dem Roman geben die ersten drei Kapitel Teile des tatsächlichen Reiseberichtes Ibn Fadlans wieder, während im Folgenden Crichton in Ibn Fadlans Schreibstil eine fiktive Geschichte von der Reise zu den Wikingern erzählt, die er aber aus erzähltechnischen Gründen als Übersetzung von Originalmanuskripten präsentiert. Die Geschichte wird dabei mit Elementen der Beowulf-Sage vermischt.

Rick Riordan erwähnt in der Magnus Chase eine Walküre namens Samira al-Abbas, die, genau wie ihr Verlobter Amir Fadlan, Nachkommen Ibn Fadlans sind.

Siehe auch Saqaliba

Literatur Carl Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Zweite den Supplementbänden angepasste Auflage. Band. 1. Brill, Leiden 1943,. S. 261 M. Canard: Ibn Faḍlān. In: Encyclopaedia of Islam. Leiden 2003. III:759a. Christian M. Fraehn: Ibn-Foszlan’s und anderer Araber Berichte über die Russen älterer Zeit, Hamburg 1976 (= Hamburger philologische Studien, 39), Reprint der Ausgabe St. Petersburg 1823, ISBN 3-87118-216-8; . Hans-Peter Hasenfratz: Die Germanen. Religion, Magie, Kult, Mythus. Erftstadt 2007, ISBN 978-3-86756-006-1 (darin S. 13–25 „Wie ein Muslim Germanen sah und erlebte“ mit kommentierten Auszügen aus dem Reisebericht). A. Zeki Velidi Togan: Ibn Fadlan’s Reisebericht. Abhandlungen für die Kunde des Morgenlandes. Band 24, Nr. 3, Leipzig 1939. Neudruck in der Reihe Islamic Geography, Band 168. Frankfurt a. M. 1994. James E. Montgomery: Ibn Faḍlān and the Rūsiyyah. In: Journal of Arabic and Islamic Studies, 2000, 3; uib.no

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Einzelnachweise

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