mini|Amtliche Namensänderung von 1936 Bergen-Enkheim ist seit dem 1. Januar 1977 der östlichste Stadtteil von Frankfurt am Main. Bergen-Enkheim hat Einwohner (Stand Dezember 2024).

Zum Stadtteil gehören die Wohnsiedlungen von Bergen und Enkheim sowie ein Gewerbegebiet mit dem Hessen-Center. Einen großen Anteil der Fläche des Stadtteils nimmt außerdem der Frankfurter Grüngürtel ein. Von den sieben Frankfurter Naturschutzgebieten liegen drei (Am Berger Hang, Enkheimer Ried und Mühlbachtal), von den drei Frankfurter FFH-Gebieten liegen zwei (Am Berger Hang, Berger Warte) in Bergen-Enkheim.

Der Stadtteil ist für sein reges Vereinsleben bekannt und hat unter den Frankfurter Stadtteilen die höchste Anzahl an Vereinen. Einst mit Weinbergen bedeckt, gilt heute die Südseite des Berger Rückens (Berger Hang) als eine gesuchte Wohnlage.

Der Stadtteil Bergen-Enkheim ging aus der ehemaligen Gemeinde – ab 1968 Stadt – Bergen-Enkheim hervor, der aus den Orten Bergen und Enkheim bestand. Die Geschichte beider Orte ist seit dem Mittelalter eng verbunden. Gemeinsam unter dem Namen Bergen verwaltet wurden sie bereits im Amt Bornheimerberg, in der Zeit der Zugehörigkeit zu Kurhessen und im Kaiserreich. Am 7. November 1936 wurde die Gemeinde schließlich in Bergen-Enkheim umbenannt.Erlass zur Umbenennung der Gemeinde Bergen

Geografie Lage Im Westen grenzt Bergen-Enkheim an Seckbach, im Süden an Fechenheim, im Osten an Bischofsheim im Main-Kinzig-Kreis und im Norden an die Stadt Bad Vilbel, Wetteraukreis sowie die Gemeinde Niederdorfelden, ebenfalls Main-Kinzig-Kreis.

Die Topografie des Stadtteils ist durch den Übergang des Maintals in die ansteigende Wetterau geprägt, den sogenannten Berger Hang als Teil des Berger Rückens. Mit dem Berger Rücken und der nördlich gelegenen Hohen Straße beginnt naturräumlich die Wetterau. An dieser Geländekante, die in West-Ost-Richtung verläuft und damit vorwiegend Südhanglagen bietet, liegen Gartenanlagen und Streuobstwiesen. Bergen ist aufgrund seiner Fernsicht über das östliche Rhein-Main-Gebiet bis zum Odenwald und Spessart als Wohnsitz begehrt.

Am Berger Hang befindet sich eine vom Ornithologen und Naturschützer Sebastian Pfeifer mitgegründete Vogelschutzwarte.

Umgebung Unterhalb des Berger Hangs liegt das sogenannte Enkheimer Ried, eine ehemalige Moorlandschaft. Die Stadt Frankfurt hat dieses etwa achteinhalb Hektar große Gebiet als Naturschutzgebiet ausgewiesen und die Gemeinde Bischofsheim hat es 1976 erweitert. Das Enkheimer Ried liegt in einem Altarm des Mains.

Am südlichen Rand des Naturschutzgebiets Enkheimer Ried befinden sich für Frankfurt am Main außergewöhnliche Alteichenbestände (Enkheimer Alteichen) von 3 bis 4,30 Metern Stammumfang, einem Alter zwischen 250 und 350 Jahren und Höhen zwischen 25 und 35 Metern. Nachgewiesen sind derzeit 30 Einzelexemplare, die sich im Wesentlichen an vier Positionen im rund 23,3 Hektar großen Enkheimer Wald konzentrieren.

Der „Quellenwanderweg“, der in Seckbach beginnt und über den Lohrberg nach Bergen-Enkheim führt, ist Teil des Frankfurter Grüngürtels. Er verweist auf die zahlreichen, am Berger Hang austretenden Quellen. Mit dem Mühlbachtal besitzt Bergen-Enkheim zudem das kleinste Naturschutzgebiet Frankfurts.

Geschichte Bergen war innerhalb der Grafschaft Hanau-Münzenberg ein bedeutender Ort. Nach dem Erwerb Bornheims durch Frankfurt 1481 besaß Bergen eine zentralörtliche Funktion innerhalb des hanauischen Amtes Bornheimerberg, da das Grafschaftsgericht daraufhin 1484 nach Bergen verlegt wurde.

Enkheim war ein Teil der gemeinsamen Dorfschaft Bergen.

Die Gemeinde Bergen-Enkheim, die bis 1936 Bergen hieß, gehörte zum Landkreis Hanau und erhielt am 31. August 1968Heimatmuseum Frankfurt Bergen-Enkheim e. V. (eingesehen am 25. Mai 2025) das Stadtrecht. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Bergen-Enkheim zum 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz der Stadt Frankfurt als neuer Stadtteil zugeschlagen.

Einwohnerzahlen mini|400px|Einwohnerentwicklung von 1830 bis 2016 – blau vor, rot nach der Eingemeindung Nach 1830 bis 1975:Karl-Heinz Heinemeyer: Geschichte – Landschaft – Persönlichkeiten im Spiegel der Straßennamen in Bergen-Enkheim. S. 226 f. Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1830 1.606 1945 ~6.093 1834 1.783 1946 7.210 1840 1.954 1950 8.130 1846 2.051 1953 8.937 1852 2.168 1956 9.145 1855 2.140 1960 9.790 1858 2.193 1961 10.158 1862 2.296 1962 10.861 1871 2.546 1963 11.014 1875 2.825 1964 11.641 1880 3.163 1965 12.788 1885 3.387 1966 13.617 1890 3.704 1967 14.109 1895 3.915 1968 14.536 1900 4.393 1969 15.310 1910 5.323 1970 14.722 1919 5.552 1971 15.881 1925 6.038 1972 15.880 1930 6.150 1973 15.885 1933 6.311 1974 15.767 1935 6.429 1975 15.563 1939 6.326 Anmerkungen:

Nach der Eingemeindung: Jahr Einwohner 1977 14.721 1980 14.136 1985 14.482 1990 15.746 Jahr Einwohner 1994 16.096 2015 17.913 2016 18.129 2016 18.080

Politik Ortsbeirat

Stimmenanteile der Parteien in Prozent Jahr Wbt. WBE CDU SPD Grüne BFF Linke FDP 1997 k. A. 43,2 31,1 13,2 7,6 4,8 2001 54,5 5,5 39,8 29,8 12,0 8,4 4,5 2006 48,9 12,0 36,0 22,1 12,9 11,4 5,6 2011 51,3 18,3 29,3 17,8 23,3 5,6 3,4 1,9 2016 48,2 27,3 26,6 18,6 12,8 7,0 4,7 3,0 2021 51,5 26,9 24,7 13,0 18,6 4,6 5,7 6,4 2026 55,6 20,8 30,0 14,8 18,3 5,7 5,4 4,6

Sitzverteilung Jahr Gesamt WBE CDU SPD Grüne BFF Linke FDP 1997 19 9 6 3 1 2001 19 1 7 6 2 2 1 2006 19 2 7 4 3 2 1 2011 19 4 6 3 4 1 1 2016 19 5 5 4 2 1 1 1 2021 19 5 5 2 4 1 1 1 2026 19 4 6 3 3 1 1 1

Bürgermeister mini|Bürgermeistergalerie aus dem Heimatmuseum Namentlich bekannte Bürgermeister bis 1976: 1835–(1840) Herr Ewald (1841–1845) Herr Buchenhorst (1845–1854) Herr Becker (1857–1886) Herr Völp 1886–1917 Ludwig Klemann 1917–1923 Paul Hübner 1923–1931 Philipp Heinrich Zinß 1931–1933 Philipp Puth 1933–1945 Carl Fey 1945 Oskar Schubert (kommissarisch) 1946–1966 Fritz Schubert 1966–1976 Rudolf Fey (bis 31. Dezember 1976)

1977 Eingemeindung nach Frankfurt am Main. Die Jahreszahlen in Klammern sind nicht gesichert.Karl-Heinz Heinemeyer: Geschichte – Landschaft – Persönlichkeiten im Spiegel der Straßennamen in Bergen-Enkheim. S. 225.

Wappen

Kultur Literatur mini|Stadtschreiberhaus mit Namensschildern der Stadtschreiber Die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim mbH verleiht ab 1977, den jährlich – bereits seit 1974 – vergebenen Literaturpreis „Stadtschreiber von Bergen“. Verliehen wird er am Freitagabend vor der Eröffnung des Berger Markts durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim. Erster Stadtschreiber 1974–1975 war der deutsche Schriftsteller Wolfgang Koeppen (1906–1996). Die Auszeichnung gilt als angesehenster Stadtschreiberpreis im deutschsprachigen Raum.

Ein beliebter – in Bergen-Enkheim gebürtiger – Mundartdichter war Martin Dietz (19. September 1901 bis 23. November 1955): „Wann ich muol sterwe …“ u. a.

Conrad Weil (1893 bis 1960), ein Heimatdichter, schrieb das volkstümliche Theaterstück Der Schelm von Bergen.

Über den Schelm von Bergen und das gleichnamige Rittergeschlecht der Schelme von Bergen gibt es verschiedene Sagen und literarische Arbeiten. Das älteste Gedicht stammt von Isaac von Sinclair (1811), des Weiteren gibt es sowohl ein Gedicht von Heinrich Heine als auch ein Stück von Carl Zuckmayer dazu. Sogar Mark Twain rezipierte die Sage 1880 in seinem Erlebnisbericht A Tramp Abroad.

Für Lesefreunde bietet Bergen-Enkheim ferner eine Bibliothek, eine unabhängige Buchhandlung sowie einen öffentlichen Bücherschrank.

Sehenswürdigkeiten Bergen hat einen durch historische Bauwerke geprägten Stadtkern. Hervorzuheben ist das gotische Rathaus von Bergen, in dem seit 1959 das Heimatmuseum Bergen-Enkheim untergebracht ist. Es wurde seit 1300 in verschiedenen Bauphasen errichtet.

Ein Zeugnis der alten Stadtmauer Bergens bildet der Weiße Turm, ein spätgotischer Wehrturm, der 1472 zusammen mit der Berger Stadtmauer errichtet wurde. Ebenfalls aus dem Mittelalter stammt die Schelmenburg (auch Wasserburg Gruckau genannt) am östlichen Rand des Berger Ortskerns. Im Stammsitz der durch Dichtung und Sagen bekannten Schelme von Bergen, heute ein barockes Wasserschlösschen, befindet sich die Jugendmusikschule und verschiedene Vereine.

Für die Kulturdenkmäler des Ortsteils siehe Liste der Kulturdenkmäler in Frankfurt-Bergen-Enkheim.

Auch gibt es eine Reihe von Stolpersteinen.

Wirtschaft und Infrastruktur Ortsansässige Unternehmen In Bergen-Enkheim haben Nord-Micro (Luft- und Raumfahrt), Sun Chemical (Druckfarben für Lebensmittelverpackung) und der deutsche Innovationscampus des französischen Gase-Herstellers Air Liquide ihren Sitz. Im örtlichen Gewerbeverein sind 140 Unternehmer organisiert. Mit dem Hessen-Center befindet sich eines der größten Einkaufszentren der Stadt in Bergen-Enkheim. mini|links|hochkant=2|Hessen-Center und Industriegebiet in Enkheim

Infrastruktur und Veranstaltungen Zu den sportlichen Einrichtungen gehören ein umfangreiches, öffentliches Hallen- und Freibad mit 50-Meter-Sportbecken, Sprungbecken und Sportzentrum, eine moderne Leichtathletikanlage, ein Tennisclub mit neun Außenplätzen sowie Frankfurts modernster Innenhalle, die auch von Nichtmitgliedern gemietet werden kann, ein Pumptrack, eine E-Kartbahn sowie ein Naturschutzgebiet mit kleinen Seen und kilometerlangen bewaldeten Spazier-, Lauf- und Radwegen, dem Enkheimer Ried.

Regelmäßige Sportveranstaltungen schließen einen Volkslauf, einen Triathlon sowie einen großen Sport- und Spaßtag für Kinder und Jugendliche ein. mini|Riedbad, von der Freibadseite aus mini|Kneipp-Anlage am Riedbad

Am Wochenende vor dem ersten Dienstag im September findet jedes Jahr der Berger Markt statt, bei dem der Stadtschreiberpreis zum Stadtschreiber von Bergen verliehen wird.

Jedes Jahr richtet der Gewerbeverein Bergen-Enkheim eine Gewerbeschau und den Weihnachtsmarkt in der Berger Altstadt aus.

Bildung Bergen-Enkheim bietet Bildungsangebote, die von der frühkindlichen Betreuung über Grund- und weiterführende Schulen bis zur Musikschule reichen. Die Entwicklung des Schulwesens spiegelt das Wachstum der ehemals selbstständigen Gemeinde wieder: Während Enkheim bereits 1838 seine erste Volksschule am Neuen Weg erhielt (abgelöst 1870 durch einen Bau in der Triebstraße 6 und 1901/02 durch das Schulhaus am Kirchweg, das bis 1968 als Volksschule diente),Karl-Heinz Heinemeyer: Geschichte – Landschaft – Persönlichkeiten im Spiegel der Straßennamen in Bergen-Enkheim. 1997, S. 234. entstanden die heutigen Schulen im Wesentlichen in der Nachkriegszeit.

Bergen-Enkheim hat zwei Grundschulen: die Schule am Hang in Enkheim und die Schule am Landgraben in Bergen. mini|Schule am Hang im Bau Die Schule am Hang (Am Bächelchen 23) wurde von 1955 bis 1957 als „symbolische Verbindung zwischen Bergen und Enkheim“ erbaut und am 29. April 1957 eingeweiht; 1964 wurde sie erweitert. Seit 2021 wird die Schule für 45 Millionen Euro saniert und erweitert; nach Abschluss der Arbeiten (voraussichtlich Juli 2026) soll sie Platz für 550 Schüler bieten. mini|Außenansicht der Schule am Landgraben Die Schule am Landgraben (Landgraben 2) ist mit rund 180 Schülern eine der kleinsten Grundschulen Frankfurts. Sie trägt seit 2007 das Zertifikat „Musikalische Grundschule“. Jahrzehntelang prägten Übergangscontainer aus dem Jahr 1970 das Schulgelände, bis diese durch einen modernen Passivhaus-Neubau ersetzt wurden.

Die Schule am Ried (Barbarossastraße 65) wurde 1972 als kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe eröffnet. Sie vereint Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweig unter einem Dach und versteht sich als Stadtteilschule für Bergen-Enkheim und die angrenzenden Viertel. Mit rund 1.400 Schülern und 140 Lehrkräften ist sie die größte Schule im Frankfurter Osten. Ein Erweiterungsbau (Richtfest Dezember 2022, Kosten: 26,5 Millionen Euro) umfasst eine Aula mit Glaskuppel, eine Mensa für 750 Schüler sowie Unterrichtsräume für die Oberstufe.