Der Verwaltungskreis Berner Jura () im Kanton Bern wurde auf den 1. Januar 2010 gegründet. Er gehört zur Verwaltungsregion Berner Jura, deren einziger Kreis er ist, und umfasst 39 Gemeinden auf  km² mit zusammen Einwohnern (Stand: ).

Im Jahr 2000 waren von den Bewohnern 83,0 % französischsprachig, 10,2 % deutschsprachig und 2,5 % italienischsprachig.

Das Regierungsstatthalteramt hat seinen Sitz in Courtelary.

Das für den Verwaltungskreis Berner Jura zuständige erstinstanzliche Gericht in Zivil- und Strafsachen ist das Regionalgericht Berner Jura-Seeland mit Hauptsitz in Biel.

Geschichte Im Zuge der bernischen Verwaltungsreform, durch welche aus den 26 Amtsbezirken zehn Verwaltungskreise geschaffen wurden, entstand der Verwaltungskreis Berner Jura per 1. Januar 2010. Er wurde aus den Gemeinden der Amtsbezirke Courtelary, Moutier und La Neuveville gebildet.

Per 24. November 2013 wurde im Berner Jura und im Kanton Jura abgestimmt, ob der Berner Jura beim Kanton Bern bleiben oder mit dem jetzigen Kanton Jura einen neuen Kanton bilden soll.Andrea Kucera: Jura-Frage: Charmeoffensive der jurassischen Regierung. In: Neue Zürcher Zeitung. 5. Juni 2013, abgerufen am 22. August 2013.Simon Thönen: Jura-Abstimmung: Perrenoud warnt vor taktischen Ja-Stimmen. In: Der Bund. 9. Juli 2013, abgerufen am 22. August 2013. Dabei konnte jede Gemeinde im Nachgang nochmals einzeln abstimmen mit dem potentiellen Resultat von Enklaven und einer Aufteilung des Verwaltungskreises. Ausser der Gemeinde Moutier, die das Projekt unterstützte, entschied sich der gesamte Berner Jura mit 71,8 Prozent gegen eine Fusion mit dem Kanton Jura.

Am 18. Juni 2017 stimmte die Gemeinde Moutier erneut über den Verbleib im Kanton Bern oder über den Wechsel in den Kanton Jura ab. Bei einer Stimmbeteiligung von 88 Prozent sprachen sich die Stimmberechtigten mit 2067 (51,7 Prozent) zu 1930 Stimmen (48,3 Prozent) für den Kantonswechsel aus. Die Abstimmung wurde am 5. November 2018 durch die Regierungsstatthalterin des Berner Juras für ungültig erklärt, nachdem Beschwerden wegen Unregelmässigkeiten beim Urnengang eingereicht worden waren. Dies führte am 9. November 2018 zu einer grossen Protestdemonstration der Pro-Jurassier. Am 29. August 2019 bestätigte das Verwaltungsgericht des Kantons Bern die Ungültigkeit der Abstimmung. Am 12. September 2019 beschlossen die Pro-Jurassier, das Urteil nicht vor das Bundesgericht weiterzuziehen, damit eine neue Abstimmung schnellstmöglich stattfinden könne.

Die erneute Abstimmung in Moutier fand am 28. März 2021 statt, wobei die Bundesbehörden das gesamte Prozedere begleiteten und überwachten – ein in der Schweiz einmaliger Vorgang. Das Ergebnis fiel noch deutlicher zugunsten eines Kantonswechsels aus, mit 2114 (54,9 Prozent) zu 1740 Stimmen (45,1 Prozent).

Die Gemeinde Moutier wechselte per 1. Januar 2026 zum Kanton Jura. Am 24. November 2023 haben die Regierungen der Kantone Bern und Jura das dafür notwendige Konkordat unterzeichnet. Nach der Behandlung desselben in den beiden Kantonsparlamenten wurde es am 22. September 2024 den Stimmberechtigten beider Kantone zur Abstimmung vorgelegt und angenommen. Die Bundesversammlung hat dem Kantonswechsel am 21. März 2025 zugestimmt. Der Ständerat hat dabei den entsprechenden Bundesbeschluss einstimmig, der Nationalrat mit 174 zu 14 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen. Die Ablehnungen und Enthaltungen kamen aus der SVP-Fraktion. Mit dem Wechsel wurden die in Moutier ansässigen Verwaltungseinheiten in andere Orte des Berner Juras verlegt, z. B. nach Tavannes.

Regierungsstatthalter 2010–2017: Jean-Philippe Marti, SP seit 2018: Stéphanie Niederhauser, FDP

Gemeinden Stand Gemeindeliste: 1. Januar 2026, Stand Einwohnerzahl:

Wappen Name der Gemeinde Deutscher Name der Gemeinde Einwohner Fläche in km² Einwohnerpro km² 35px|Belprahon Belprahon Tiefenbach 35px|Champoz Champoz 35px|Corcelles Corcelles (BE) 35px|Corgémont Corgémont 35px|Cormoret Cormoret 35px|Cortébert Cortébert 35px|Court Court 35px|Courtelary Courtelary 35px|Crémines Crémines 35px|Eschert Eschert Escherz 35px|Grandval Grandval Granfelden 35px|La Ferrière La Ferrière 35px|La Neuveville La Neuveville Neuenstadt 35px|Loveresse Loveresse 35px|Mont-Tramelan Mont-Tramelan Bergtramlingen 35px|Nods Nods Nos 35px|Orvin Orvin Ilfingen 35px|Perrefitte PerrefitteBeffert 35px|Péry-La Heutte Péry-La Heutte Büderich (Péry) 35px|Petit-Val Petit-Val Kleintal 35px|Plateau de Diesse Plateau de Diesse Tessenberg 35px|Rebévelier RebévelierRuppertswiler 35px|Reconvilier ReconvilierRokwiler 35px|Renan Renan (BE)Rennen 35px|Roches Roches (BE) 35px|Romont Romont (BE)Rothmund 35px|Saicourt Saicourt 35px|Saint-Imier Saint-ImierSankt Immer 35px|Sauge Sauge 35px|Saules Saules (BE) 35px|Schelten Schelten 35px|Seehof Seehof 35px|Sonceboz-Sombeval Sonceboz-Sombeval 35px|Sonvilier SonvilierSumwiler 35px|Sorvilier SorvilierSurbelen 35px|Tavannes Tavannes Dachsfelden 35px|Tramelan TramelanTramlingen 35px|Valbirse Valbirse 35px|Villeret Villeret Total (39)

Veränderungen im Gemeindebestand

2014: Fusion Plagne und Vauffelin → Sauge 2014: Fusion Diesse, Lamboing und Prêles → Plateau de Diesse 2015: Fusion La Heutte und Péry → Péry-La Heutte 2015: Fusion Bévilard, Malleray und Pontenet → Valbirse 2015: Fusion Châtelat, Monible, Sornetan und Souboz → Petit-Val 2026: Die Gemeinde Moutier wechselt zum Kanton Jura

Weblinks

Gemeinden (Communes) und Regierungsstatthalteramt (Préfecture) Verwaltungskreis Berner Jura (L’arrondissement administratif du Jura bernois) auf der Website des Kantons Bern Projekt «Avenir Berne romande» des Kantons Bern zur Aufwertung des Berner Juras

Einzelnachweise

Berner Jura