Katja Seizinger (jetzt Katja Weber, * 10. Mai 1972 in Datteln, Nordrhein-Westfalen) ist eine ehemalige deutsche Skirennläuferin. Ihre Skiclubs waren die Skizunft Katzenbuckel und der SC Halblech im Ostallgäu. Mit 36 Weltcupsiegen ist sie eine der erfolgreichsten Athletinnen der Weltcupgeschichte und vor Maria Höfl-Riesch die beste Deutsche. Sie ist dreifache Olympiasiegerin, gewann einen Weltmeistertitel und entschied zweimal den Gesamtweltcup für sich. Hinzu kommen der neunmalige Gewinn einer Weltcup-Disziplinenwertung und ein Juniorenweltmeistertitel. Seizinger wurde dreimal zur deutschen Sportlerin des Jahres gewählt (1994, 1996, 1998).

Biografie Sportkarriere Das Skifahren lernte Katja Seizinger im Odenwald am Katzenbuckel, einem Berg in der Nähe ihres damaligen Wohnortes Eberbach. Sie besuchte das Gymnasium Hohenschwangau.Südwest Presse vom 13. Februar 2010: Luca Schaller wandelt auf Spuren von Katja Seizinger 1986 siegte sie beim Trofeo Topolino., abgerufen am 15. Mai 2018. Drei Jahre später nahm Seizinger zum ersten Mal am Weltcup teil und belegte am Ende Rang 44. 1990 erreichte sie einen zweiten Platz im Super-G. 1991 wurde sie bei den Weltmeisterschaften in Saalbach-Hinterglemm, Österreich, Fünfte sowohl in der Abfahrt als auch in der Kombination. Im selben Jahr gewann sie ihr erstes Weltcuprennen, den Super-G in Santa Caterina Valfurva, Italien.

Bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville gewann sie die Bronzemedaille im Super-G. Sie gewann in diesem Jahr außerdem den Abfahrts-Weltcup. 1993 gewann sie die Goldmedaille im Super-G bei den Weltmeisterschaften in Morioka, Japan. 1994 wurde sie Olympiasiegerin in der Abfahrt bei den Olympischen Winterspielen in Lillehammer, Norwegen. Sie wurde darüber hinaus erstmals zur Sportlerin des Jahres gekürt.

Bei den Weltmeisterschaften 1996 in der Sierra Nevada gewann sie die Silbermedaille in der Abfahrt und wurde in derselben Saison Gesamtweltcup-Siegerin. Katja Seizinger wurde in diesem Jahr wiederum zur deutschen Sportlerin des Jahres gewählt. Bei den Weltmeisterschaften 1997 in Sestriere (Italien) wurde sie jeweils Zweite im Super-G und in der Kombination.

Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano, Japan, gewann sie nach 1994 abermals die Abfahrts-Goldmedaille und verteidigte damit den Olympiasieg in einer alpinen Speed-Disziplin erfolgreich, was zuvor noch niemandem gelungen war (Alberto Tomba hatte 1988 und 1992 im Riesenslalom gesiegt). Außerdem ist sie die erste alpine Skirennläuferin, die einen Olympiatitel erfolgreich verteidigen konnte. Ihren insgesamt dritten Olympiasieg holte sie am Tag darauf in der Kombination. Dort gab es darüber hinaus einen bisher unerreichten deutschen Dreifach-Triumph: Martina Ertl belegte Rang zwei und Hilde Gerg Rang drei. Katja Seizinger gewann in Nagano außerdem noch die Bronzemedaille im Riesenslalom. Sie wurde auch in dieser Saison Gesamtweltcup-Siegerin, gewann die Einzel-Weltcups in der Abfahrt, sowie im Super-G und wurde zum dritten Mal zur Sportlerin des Jahres gewählt.swr.de: Zudem ist sie eine von vier Rennläuferinnen (neben Lindsey Vonn, Mikaela Shiffrin und Sofia Goggia), der es gelang, drei Rennen innerhalb von drei Tagen zu gewinnen; dies gelang Seizinger im Februar 1996 in französischen Val-d’Isère und im Dezember 1997 im kanadischen Lake Louise.

Beruflicher Werdegang Nach einer längeren Verletzungsphase beendete Katja Seizinger ihre Karriere am 23. April 1999. Seit dem 1. Oktober 1999 ist Seizinger mit Kai-Uwe Weber verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter.spiegel.de vom 2. Oktober 1999, abgerufen am 3. März 2010: Hochzeit - Katja Seizinger ist unter der HaubeBild am Sonntag vom 30. Januar 2010, abgerufen am 3. März 2010: Deutschlands Ski-Heldin - Exklusiv! Katja Seizinger ganz privat - Sie hat sich total ins Privatleben zurückgezogen. Nach Abschluss ihres Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Fernuniversität in Hagen mit dem Diplom im Jahr 2000 absolvierte sie ein Praktikum in einer Heidelberger Steuerkanzlei, für die sie anschließend drei Jahre tätig war. Seit 2003 arbeitet Seizinger bei SüdweststahlFrankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15. Januar 2006, abgerufen am 3. März 2010: Interview - „Mich zu kopieren wäre ein Fehler“, dem Betrieb ihres 2019 verstorbenen Vaters, Hans Seizinger. Von ihm übernahm sie 2008 die Rolle als Aufsichtsratsvorsitzende der Badischen Stahlwerke sowie Aufsichtsratsvorsitzende der Südweststahl AG. Außerdem trat Seizinger kurz nach Ende ihrer Skisportkarriere bei Fernsehübertragungen von großen Wintersportereignissen, beispielsweise bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, als Expertin auf.Rheinische Post vom 31. Januar 2001, abgerufen am 3. März 2010: Zweiter Einsatz in Salt Lake City - Katja Seizinger als TV-Expertin

Erfolge Olympische Spiele Albertville 1992: 3. Super-G, 4. Abfahrt, 8. Riesenslalom Lillehammer 1994: 1. Abfahrt Nagano 1998: 1. Abfahrt, 1. Kombination, 3. Riesenslalom, 6. Super-G

Weltmeisterschaften Saalbach-Hinterglemm 1991: 5. Abfahrt, 5. Kombination Morioka 1993: 1. Super-G, 4. Abfahrt, 12. Riesenslalom Sierra Nevada 1996: 2. Abfahrt, 5. Riesenslalom, 5. Kombination Sestriere 1997: 2. Super-G, 2. Kombination, 5. Abfahrt, 5. Riesenslalom

Weltcupwertungen Katja Seizinger gewann 1996 und 1998 den Gesamtweltcup, dazu kommen neun weitere Siege in Disziplinenwertungen. Saison Gesamt Abfahrt Super-G Riesenslalom Slalom Kombination Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 1989/90 44. 27 – – 12. 25 39. 1 – – 21. 1 1990/91 15. 79 13. 34 4. 33 29. 5 – – 12. 7 1991/92 3. 937 1. 523 3. 234 10. 180 – – – – 1992/93 2. 1266 1. 604 1. 371 7. 234 58. 7 7. 50 1993/94 3. 1195 1. 482 1. 416 6. 258 49. 13 19. 26 1994/95 2. 1242 3. 445 1. 446 9. 206 19. 95 4. 50 1995/96 1. 1472 2. 485 1. 545 2. 410 39. 32 – – 1996/97 2. 1424 5. 405 2. 474 2. 420 19. 125 – – 1997/98 1. 1655 1. 520 1. 445 6. 295 12. 193 2. 140

Weltcupsiege Katja Seizinger errang insgesamt 76 Podestplätze, davon 36 Siege (16 × Abfahrt, 16 × Super-G, 4 × Riesenslalom): Abfahrt Datum Ort Land 11. Januar 1992 Schruns Österreich 25. Januar 1992 Morzine Frankreich 7. März 1992 Vail USA 15. Januar 1993 Cortina d’Ampezzo Italien 26. Februar 1993 Veysonnaz Schweiz 3. März 1993 Morzine Frankreich 14. Januar 1994 Cortina d’Ampezzo Italien 6. März 1994 Whistler Kanada 16. März 1994 Vail USA 15. Dezember 1995 St. Anton am Arlberg Österreich 3. Februar 1996 Val-d’Isère Frankreich 30. November 1996 Lake Louise Kanada 4. Dezember 1997 Lake Louise Kanada 5. Dezember 1997 Lake Louise Kanada 17. Dezember 1997 Val-d’Isère Frankreich 31. Januar 1998 Åre Schweden

Riesenslalom Datum Ort Land 20. März 1993 Vemdalen Schweden 6. Januar 1996 Maribor Slowenien 9. März 1996 Hafjell Norwegen 26. Oktober 1996 Sölden ÖsterreichSuper-G Datum Ort Land 7. Dezember 1991 Santa Caterina Italien 20. Dezember 1992 Lake Louise Kanada 20. März 1993 Åre Schweden 15. Januar 1994 Cortina d’Ampezzo Italien 9. März 1994 Mammoth Mountain USA 11. Dezember 1994 Lake Louise Kanada 19. März 1995 Bormio Italien 13. Januar 1996 Garmisch-Partenkirchen Deutschland 2. Februar 1996 Val-d’Isère Frankreich 4. Februar 1996 Val-d’Isère Frankreich 7. März 1997 Mammoth Mountain USA 13. März 1997 Vail USA 29. November 1997 Mammoth Mountain USA 6. Dezember 1997 Lake Louise Kanada 18. Dezember 1997 Val-d’Isère Frankreich 24. Januar 1998 Cortina d’Ampezzo Italien

Juniorenweltmeisterschaften Alyeska 1989: 2. Super-G, 3. Riesenslalom Zinal 1990: 1. Super-G, 2. Abfahrt, 2. Riesenslalom, 2. Kombination, 16. Slalom

Deutsche Meisterschaften Seizinger wurde dreimal Deutsche Meisterin: 2 × Super-G (1989 und 1996) 1 × Riesenslalom (1998)

Auszeichnungen Deutsche Sportlerin des Jahres 1994, 1996 und 1998 Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports 2018

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Einzelnachweise

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