mini|Altbau und Eingangssituation mit dem Küppersbau von 1976 mini|350px|Lageplan mit dem Neubau von 2022 mini|350px| Das Josef Albers Museum Quadrat ist ein städtischer Museumskomplex im Stadtgarten von Bottrop, der zuerst als Heimatmuseum gegründet und später für die international bedeutende Sammlung des in Bottrop geborenen Künstlers Josef Albers mehrfach erweitert wurde. Die Adresse 46236 Bottrop, Im Stadtgarten 20 wurde 2021 in Anni-Albers-Platz 1 umbenannt.

Geschichte 15 Jahre, nachdem der rasant wachsende Bergbauort Stadtrechte bekam, begann 1934 eine heimatkundliche Sammeltätigkeit in Räumen des damaligen Marienhospitals. Die Bestände wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg kam Arno Heinrich nach Bottrop, der sich autodidaktisch zum Fossilienkenner herangebildet hatte und 1957 zum amtlichen „Pfleger für kulturgeschichtliche Altertümer für den Stadtkreis Bottrop“ bestellt wurde. 1958 fand er bei Gladbeck das einzige fast vollständige Skelett des Waldwisents in Europa. 1961 bezogen dieser Sensationsfund und die bedeutenden Sammlungen Heinrichs das neu gegründete Heimatmuseum in der ehemaligen Villa von 1903.Zur Geschichte des Sammlungsbereichs auf der Homepage des Museums

Eine noch vergleichsweise kleine Schenkung eigener Werke durch Josef Albers im Jahr 1970, als ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen wurde, nahm diese zum Anlass, einen großzügigen Neubau für ein Kunstmuseum zu planen. Sein Architekt war der Bottroper Baudirektor Bernhard Küppers, der mit dem am 4. September 1976 eröffneten Neubau Prinzipien des Bauhauses folgte. Sein Name Quadrat bezieht sich als Huldigung an den Künstler und sein Hauptwerk, die Bilderserie Homage to the Square, auf den entsprechenden Grundriss der Gebäude. Noch vor der Eröffnung des Museums verstarb Josef Albers im März 1976 in Amerika. Seine Witwe Anni übergab 1979 dem Museum über 300 Werke (85 Gemälde, 250 Grafiken) als Schenkung, so dass bald eine Erweiterung des Museums beschlossen wurde, die das Haus noch stärker auf Josef Albers und sein Werk fokussierte. Am 25. Juni 1983 wurde dieser wiederum von Küppers auf quadratischem Grundriss konzipierte Bau eröffnet. Um Sonderausstellungen zeigen zu können, ohne die Dauerpräsentation einzuschränken, bessere klimatische Verhältnisse zu schaffen und Raum für die Museumspädagogik, das Kunstdepot und eine Werkstatt zu gewinnen, wurde ab 2016 eine zusätzliche Erweiterung entwickelt, die am 18. Oktober 2022 als „Josef-Albers-Galerie“ eröffnet wurde.

Museumsleiter Gründungsdirektor des Kunstmuseums war Ulrich Schumacher, Sohn des zum Informel gerechneten Malers Emil Schumacher. Ihm folgte ab 1. März 2003 der Detmolder Heinz Liesbrock, der das Museum bis zu seinem Ruhestand leitete.http://www.kunstmarkt.com/pagesmag/kunst/_id47651-/news_detail.html?_q= Leitungswechsel Zum 1. Oktober 2022 übernahm Linda Walther die Leitung des Quadrats.

Auszeichnungen Die deutsche Sektion der AICA wählte 2006 das Quadrat zum „Museum des Jahres 2006“. Die Jury würdigte das Haus für das „intelligente und von modischen Tendenzen des Kunstmarktes unabhängige, seit über 30 Jahren konsequent verfolgte Ausstellungs- und Sammlungsprogramm“. Im Oktober 2023 wurde der Erweiterungsbau nach Entwürfen von Gigon / Guyer und dem pbr Planungsbüro mit dem Arc Award der Schweizer Baudokumentation in der Kategorie Freizeit & Lifestyle ausgezeichnet.Stadt Bottrop Kultur und Bildung vom 27. Oktober 2023: Museum Quadrat gewinnt Schweizer Architekturpreis, abgerufen am 27. Oktober 2023 2023 wurde der Erweiterungsbau – Josef-Albers-Galerie – vom BDA Nordrhein-Westfalen mit dem Architekturpreis Vest Recklinghausen und Gelsenkirchen und 2024 mit dem Architekturpreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.BDA Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 7. Juni 2024

Architektur Museum für Ur- und Ortsgeschichte Die heimatgeschichtlichen Sammlungen sind seit 1962 in der denkmalgeschützten ehemaligen Villa des ersten Bottroper Amtsgerichtsleiters, einem schlichten zweigeschossigen Putzbau mit Sandsteinsockel aus dem Jahr 1903 untergebracht. Von 2011 bis 2013 wurde dieser Museumsbereich baulich saniert, ab 2013 auch die inhaltliche Ausgestaltung der Innenräume erneuert.

mini|Detail des ersten Baus von Bernhard Küppers, 1976 (Foto: 2012) Die Quadratbauten von Bernhard Küppers Die Besucher betreten das Museum über eine breite, ins Obergeschoss führende Treppe, die ins mittlere der drei diagonal gestellten Quadrate führt, die seit der Eröffnung 1976 dem Haus seinen populären Namen gegeben haben. Das tief liegende Erdgeschoss mit seinen Café- und Funktionsräumen ist eine Stahlbetonkonstruktion, im Obergeschoss mit Foyer und Ausstellungsräumen herrschen raumhohe Außenverglasungen des Stahlskeletts vor, die ungehinderten Blick in die Parklandschaft erlauben und zum angestrebten meditativen Museumserlebnis beitragen sollen. Der Architekt der Erweiterungen von 1976 und 1983, der Bottroper Stadtbaumeister Bernhard KüppersRoland Günter: Anklage und Vision.Das Quadrat - Ein Museum in Bottrop für den Bauhausmeister Josef Albers von Bernhard Küppers, Essen 2006. strebte so eine gewisse Entmaterialisierung der Architekturräume im Sinne einer Öffnung nach draußen, eine Wechselwirkung zwischen innen und außen an.Bernhard Küppers: Ein Museum für Josef Albers, aus der Sicht eines Architekten., in: Josef Albers Museum Bottrop, Bottrop 1983, S. 11

Auch die zweite Erweiterung durch Küppers aus dem Jahr 1983, erreichbar über eine Brücke aus Stahl und Glas, beruht in ihrer baulichen Form auf dem Quadrat als wesentlichem Element der Gestaltung. Der Grundriss für den Neubau wurde aus einem Quadrat von 28 x 28 m entwickelt, in das im Zentrum ein kleineres Quadrat von 14 x 14 m eingestellt ist. Über dem kleineren Quadrat ist ein innerer höherer Raum errichtet, als großer Ausstellungsraum.Küppers, S. 10. mini|Die an den Bau von 1983 anschließende Erweiterung von 2022 (Foto: 2023)

Die Josef-Albers-Galerie Die bislang letzte Erweiterung schloss im Nordosten des Stadtgartens einen weiteren zweigeschossigen Baukörper der durch Brückengänge verbundenen Pavillongruppe an. Das Zürcher Büro Gigon/Guyer Architekten war aus einem Wettbewerb von 2016, zu dem 25 Büros eingeladen worden waren, als Sieger hervorgegangen. Die von ihnen entworfene Josef-Albers-Galerie wurde am 18. Oktober 2022 eröffnet.Stadt Bottrop Kultur und Bildung vom 19. Oktober 2022: Feierstunde eröffnet Neubau und Ausstellung, abgerufen am 20. Oktober 2022Stadt Bottrop - Quadrat vom 3. August 2021: Die Josef Albers Galerie, abgerufen am 24. März 2022 Ihre Architektur weicht vom Küppers-Bau in der „quadratlosen“ Grundrissanordnung, der dunklen, metallisch anmutenden Außenhaut und deren Geschlossenheit deutlich ab. Gleichwohl fügt sie sich mit ihrer klaren, orthogonalen Formensprache harmonisch in das Museumsensemble ein.Anke Geldmacher: Dezente Präsenz. Erweiterungsbau Josef Albers Museum Quadrat in Bottrop. In: Deutsche Bauzeitung, 12.2022, S. 14–20.Präsentation des Architekturbüros zum Neubau

Sammlungen mini|Mammut in der Eiszeithalle (Mammuthus primigenius). Bei Bauarbeiten am Rhein-Herne-Kanal in den 1960er-1970er Jahren freigelegt und mit Teilen von sechs individuellen Mammuten und Rekonstruktionen ergänztes Skelett. (Foto: 2022) Ur- und Ortsgeschichte Der älteste Bau des Museums, eine alte Villa, beherbergt Sammlungen zur Natur- und Siedlungsgeschichte der Region, zur Ortsgeschichte (Heimatmuseum) und eine bergbaubezogene Mineraliensammlung. Die Sammlung mit Exponaten seltener eiszeitlicher Tiere und von Werkzeugen aus der Zeit des Neandertalers gehört zu den bedeutendsten in Europa.Hartmut Polenz: Die Archäologischen Sammlungen und Museen im Ruhrgebiet. In: Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, , Jg. 2002, Heft 2, S. 9–16, hier S. 11–12. Im Mittelpunkt derEiszeithalle steht ein Skelett eines Mammuts. Viele der Exponate wurden bei Bauarbeiten während der industriellen Besiedlung des Ruhrgebietes gefunden, beispielsweise beim Bau von Straßen, Talsperren, Kanälen oder Schachtanlagen. Die Naturgeschichte und damit die erdgeschichtliche Entwicklung von der Karbonzeit bis zur nachindustriellen Morphologie der Gegenwart wird dann auf rund 200 Quadratmetern im Erdgeschoss der Villa präsentiert. Das Obergeschoss widmet sich der historischen Stadtentwicklung von der Ur- und Frühgeschichte (Schwerpunkt das Urnengräberfeld am Westring) über das Mittelalter mit bedeutenden Herrensitzen bis zur Industrialisierung und der modernen Stadtgeschichte.

Josef-Albers-Museum Die Dauerausstellung im ersten Erweiterungsbau zeigt einen bedeutenden Teil der weltweit größten Sammlung von Werken des Bottroper Ehrenbürgers und Sohnes der Stadt, Josef Albers. Sie umfasst Werke des Bauhauskünstlers seit den frühen expressionistischen Werken, Selbstporträts, Landschaftsdarstellungen, Glasarbeiten, Resopalgravuren bis zu den berühmten „Huldigungen an das Quadrat“,Zurzeit im hinteren Galerietrakt ausgestellt. in denen er sich mit dem Phänomen der Farbe auseinandergesetzt hat. 2013 wurden sieben weitere Gemälde angekauft, die durch seine Reisen nach Mexiko inspiriert sind. 2015 erwarb das Museum 27 seiner Fotomontagen aus den 1930er bis 1950er Jahren.

Josef-Albers-Galerie Das Museum besitzt schon länger Arbeiten von Künstlern, die mit Albers befreundet waren oder seiner konstruktiven oder Konkreten Kunst nahestehen. Inzwischen verschob sich der Fokus des Ausstellungsprogramms und der Sammeltätigkeit auf jüngere Künstler und Fotografen, die als von Albers beeinflusst gelten können (siehe unten die Liste der Sonderausstellungen). Einmal im Jahr findet auch eine Ausstellung mit Werken von Bottroper Künstlern statt.

mini|Im Skulpturenpark, vorne: Max Bill, „Einheit aus drei gleichen Volumen“, 1968. (Foto: 2009)

Skulpturenpark Rund um die im Bottroper Stadtgarten stehenden Museumsgebäude befindet sich der frei zugängliche Skulpturenpark Quadrat Bottrop. In ihm sind Skulpturen von unter anderem Max Bill, Walter Dexel, Hermann Glöckner, Friedrich Gräsel, Douglas Abdell, Erwin Heerich, Ernst Hermanns, Donald Judd, Norbert Kricke, Marcello Morandini, Hans Steinbrenner und Bernar Venet ausgestellt.

Sonderausstellungen 2025/26: 50. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen mit Einzelpräsentation Gereon Krebber. Ins Grüne 2025/26: Robert Smithson in EuropaWDR 3 (Westdeutscher Rundfunk) Mosaik vom 26. September 2025: Ausstellung "Robert Smithson in Europa, abgerufen am 30. September 2025 2025: Color Everywhere 2024/25: 49. Jahresausstellung Bottroper Künstler und Einzelpräsentation Rebecca Bujnowski 2024/25: in Kooperation mit der Kunsthalle Düsseldorf: Sheila Hicks 2024: Sammlung² 2024: Catherine Cramer. The Long goodbye 2023/24: 48. Jahresausstellung Bottroper Künstler:innen mit der Einzelpräsentation Monika Lioba LangStadt Bottrop Kultur und Bildung vom 24. November 2023: Bottroper Künstler gestalten Jahresausstellung, abgerufen am 24. November 2023 2023/24: Kochen, Putzen, Sorgen. Care-Arbeit in der Kunst seit 1960Ruhr Universität Bochum vom 8. November 2023: Ausstellung Care-Arbeit in der Kunst seit 1960, von Arne Dessaul, abgerufen am 9. November 2023 2023: Quadrat Bottrop. Die Sammlung 2022/23: 47. Jahresausstellung Bottroper Künstler, Einzelpräsentation Luft, Licht, Linie von Petra LamersStadt Bottrop vom 25. November 2022: Jahresausstellung schöpft aus dem Vollen , abgerufen am 27. November 2022 2022/23: zur Eröffnung des Erweiterungsbaus: Josef Albers. Huldigung an das Quadrat 2022: James Howell. Resolution and Independence. MalereiWAZ vom 8. April 2022: Ausstellung: Nachdenken über die Farbe Grau im Bottroper Museum Quadrat, von Kai Süselbeck, abgerufen am 9. April 2022 2021/22: 46. Jahresausstellung Bottroper Künstler, mit der Einzelausstellung Evelina Velkaitė 2021: Patrick Faigenbaum. Fotografien 1974 – 2020 2021: Joseph Egan und Anton Himstedt. Common Ground 2020: Bernhard Fuchs. Mühl 2020: Laurenz Berges. 4100 Duisburg. Das letzte Jahrhundert