mini|Katholische Filialkirche St. Maria Magdalena mini|Katholische Valentinikapelle
Unterleiterbach (bambergisch: (Ünda)läddäbochD. Fastnacht: Staffelstein, S. 218. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: (ündɐ)lädɐbǫx.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Zapfendorf im Landkreis Bamberg (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Unterleiterbach hat eine Fläche von 3,332 km². Sie ist in 745 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4473 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Weihersmühle.
Geografie Das Kirchdorf liegt am Leiterbach, einem linken Zufluss des Mains, in dessen Talgrund sich der Ort noch befindet. Im Osten steigt das Gelände um 80 Höhenmeter an. Unmittelbar westlich verläuft die Bahnstrecke Bamberg–Hof, etwas weiter östlich die Bundesautobahn 73. Die Staatsstraße 2197 führt nach Zapfendorf (2,5 km südlich) bzw. nach Ebensfeld (3,2 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße LIF 8 (1,7 km westlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahre 796 erstmals urkundlich erwähnt. Damals wurden dem Kloster Fulda Güter geschenkt. Eine Kirche bestand schon 1346. Im Jahre 1500 kam die Valentin-Kapelle hinzu. Zwischen 1738 und 1740 wurde eine neue Kapelle nach den Plänen von Johann Jakob Michael Küchel errichtet.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Unterleiterbach mit der Weihersmühle aus 50 Anwesen. Das Hochgericht übten die Grafen von Brockdorff zu Schney und Unterleiterbach im begrenzten Umfang aus, sie hatten gegebenenfalls an das bambergische Centamt Zapfendorf auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übten die Grafen von Brockdorff aus. Grundherren waren die Grafen von Brockdorff: 1 Schloss mit Wirtschaftshof, 4 Höfe, 4 Halbhöfe, 2 Viertelhöfe, 11 Sölden, 1 Gut, 6 Tropfhäuser, 1 Schulhaus, 1 Mühle; die Pfarrei Ebensfeld: 2 Sölden, 1 Gütlein, 3 Häuser, 1 Wirtshaus mit Brauhaus; die Freiherren von Guttenberg zu Kirchlauter: 2 Sölden, 2 Gütlein, 1 Haus, 2 Tropfhäuser; die Bamberger Patrizierfamilie Zollner vom Brand: 4 Gütlein; die Gemeinde: 1 Haus.H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 108.
Im Jahre 1802 kam Unterleiterbach an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Unterleiterbach gebildet, zu dem Weihersmühle gehörte. 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterleiterbach, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Lichtenfels zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Lichtenfels. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und das Rentamt Rattelsdorf für die Finanzverwaltung, bis 1866 das Rentamt Staffelstein neu gebildet wurde (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 165. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 3,334 km².
Am 1. Januar 1978 wurde die Gemeinde Unterleiterbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Zapfendorf eingemeindet.
Baudenkmäler In Unterleiterbach gibt es 18 Baudenkmäler: Kellergasse 1: Wohnstallhaus und Fachwerkstadel eines Winkelgehöfts, Kreuzigungsgruppe Kellergasse 9, Maßdorfer Straße 1, Reifengarten 5, Sankt-Magdalenen-Weg 2, Schloßstraße 19, 20 und 21: Bauernhäuser Maßdorfer Straße 7: Schulhaus Maßdorfer Straße 9: St. Maria Magdalena Michael-Küchel-Straße 6: Valentinikapelle Sankt-Magdalenen-Weg 1: Wohnhaus Sankt-Magdalenen-Weg 4: Ehemaliges Verwalterhaus des Schlosses Schloßstraße 1: Schloss Unterleiterbach Schloßstraße 19: Stadel Zwei Kreuzsteine, zwei Kruzifixe Dorfbrunnen
Bodendenkmäler In der Gemarkung Unterleiterbach gibt es vier Bodendenkmäler, darunter: Burgstall Unterleiterbach
Einwohnerentwicklung Gemeinde Unterleiterbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 359 360 375 386 401 389 396 384 402 391 374 396 390 407 389 387 383 402 405 525 477 469 461 517HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 58 71 78 72 73 74 77 92 Quelle
Ort Unterleiterbach Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2010 2024Einwohner 350 391 390 383 380 378 464 455 510 524 635 608 556Häuser 57 77 72 73 76 91 138 Quelle
Religion Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch. Bis zum Jahr 2006 gehörte Unterleiterbach zur Pfarrei Ebensfeld. Mit Gründung der neuen Seelsorgebezirke entschieden sich die Gläubigen der Filiale Unterleiterbach zur Umpfarrung in die Pfarrei Zapfendorf, da sie auch politisch zur Gemeinde Zapfendorf gehören.
Verkehr Eine Fußgängerfähre über den Main bestand in Unterleiterbach mindestens seit dem 17. Jahrhundert. Fuhrwerke benutzten eine Furt, die nach einer Mainkorrektur 1896 nicht mehr genutzt werden konnte. In der Folge errichtete die Gemeinde 1897 eine Holzbrücke, die aber wegen der Mainhochwässer im Winterhalbjahr abgebaut wurde. Eine feste Brücke entstand schließlich 1913/1914 bei Mainkilometer 415 nach einem Entwurf von Friedrich von Emperger mit einer Spannweite von 53 Metern. Es war eine massive Bogenbrücke, bestehend aus durch Beton umschnürtes Gusseisen, mit einer angehängten Fahrbahn. Die Mainbrücke wurde im Zweiten Weltkrieg leicht beschädigt und 1984 für einen Ersatzneubau gesprengt.Thomas Gunzelmann: Die Unterleiterbacher Mainbrücke. Ein verschwundenes Technikdenkmal am Obermain, S. 179–186 (PDF)
An der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt wurde der Betriebsbahnhof Unterleiterbach errichtet.
Literatur Dietmar Absch, Günter Dippold: Dorf-Leben. Politik, Glaube und Kultur im Wandel. 1200 Jahre Unterleiterbach. Unterleiterbach 2000 (Inhalt; PDF; 134 kB); darin u. a: Thomas Gunzelmann: Ein erhaltener Abschnitt einer fürstbischöflich-bambergischen Chaussee bei Unterleiterbach, S. 176–178 (PDF) Thomas Gunzelmann: Die Unterleiterbacher Mainbrücke. Ein verschwundenes Technikdenkmal am Obermain, S. 179–186 (PDF)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Zapfendorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 796 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1977 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg