mini|Blick auf Tisensmini|Schloss KatzenzungenTisens ([]; italienisch Tesimo) ist eine italienische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in Südtirol. Sie liegt im Etschtal südlich von Meran.
Besonders bekannt ist die Gemeinde durch die Tisner Edelkastanien. Jährlich findet dazu ein großes Fest im Oktober statt, welches den Namen „Keschtnriggl“ trägt.
Geographie Die Gemeinde Tisens befindet sich im Burggrafenamt im Etschtal zwischen Meran und Bozen auf der orographisch rechten, westlichen Talseite. Die beiden größten Siedlungen, der Hauptort Tisens () und Prissian (), sowie die Weiler Grissian () und Naraun () liegen erhöht in einer Mittelgebirgslandschaft (Tisner Mittelgebirge). Nur ein relativ kleiner Teil des Gemeindegebiets erreicht die Sohle des Etschtals. Im Süden grenzt die Ortschaft Schernag () unmittelbar an den Ortskern von Nals. Im Westen steigt das Gemeindegebiet zu Höhenzügen der Nonsberggruppe an. Dort befinden sich zwei Bergfraktionen: Gfrill () liegt direkt an der Straße zum Gampenpass (), der einen Übergang zum Deutschnonsberg bzw. ins Nonstal vermittelt; Platzers (), durch den Tisner Gall () deutlich vom Etschtal abgesetzt, ist die höchstgelegene Siedlung der Gemeinde. Seine höchsten Punkte findet Tisens am Kleinen Laugen () und an den nördlichen Ausläufern des Mendelkamms.
Geschichte Prähistorische Höhensiedlungen fand man auf Kasatsch und dem Kirchbühel von St. Christoph. Naraun gilt als ältester Siedlungsplatz Südtirols. Die Funde reichen bis in die Jungsteinzeit zurück und enden im Frühmittelalter.
1889 wurde in St. Christoph bei Tisens eine Bronzeaxt mit rätischer Inschrift aus der Hallstattzeit (5. Jh. v. Chr.) entdeckt; sie befindet sich heute am Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum.Karl M. Mayr: Der älteste Tisner mit Namen. Bronxeaxt mit rätischer Inschrift aus der Gegend von Tisens. In: Der Schlern 29 (1955), S. 42–43 (Digitalisat).Eintrag im Thesaurus inscriptionum Raeticarum: A digital edition of the Raetic inscriptions, abgerufen am 17. Dezember 2025.
Das älteste Schriftzeugnis des Ortsnamens ist aus dem späten 8. Jahrhundert. Paulus Diaconus zählte in seiner Historia Langobardorum eine Reihe von Festungen auf, die durch die Franken 590 n. Chr. zerstört worden waren. Unter den Orten ist auch „Tesana“ verzeichnet.Paulus Diaconus: Historia Langobardorum, Lib. III, Cap. 31 Die zweite Nennung erfolgte erst 1194 als „in plebe Teseni supra Nals“.Franz Huter (Bearb.): Tiroler Urkundenbuch. Abt. I, Band 1: Die Urkunden zur Geschichte des deutschen Etschlandes und des Vintschgaus bis zum Jahr 1200. Innsbruck: Ferdinandeum 1937, S. 269f., Nr. 482. 1221 ist „Tisin“ beurkundet.
1964 wechselte die Fraktion Sirmian ihre Gemeindezugehörigkeit von Tisens zu Nals.Wenn Grenze Bad und Klo trennt. In: Dolomiten, 27. Februar 2025, S. 11.
Politik Bürgermeister seit 1945: Matthias Schwienbacher: 1945–1956 Matthias Knoll: 1956–1964 Josef Hillebrand: 1964–1967 Johann Egger: 1967–1990 Andreas Fabi: 1990–1992 Thomas Knoll: 1992–2010 Urban Mair: 2010–2014 Christoph Matscher: 2014–2025 Christoph Holzner: seit 2025
Bevölkerung Tisens ist gemäß den erhobenen Sprachgruppenzugehörigkeitserklärungen bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen eine weitgehend deutschsprachige Gemeinde. Als Berechnungsgrundlage der folgenden Prozentwerte wurden die gültigen Erklärungen von Personen mit italienischer Staatsbürgerschaft herangezogen. Verteilung nach Sprachgruppenzugehörigkeits- bzw. Sprachgruppenzuordnungserklärungen Sprache 1981 1991 2001 2011 2024 Deutsch 99,16 % 98,82 % 98,47 % 97,71 % 96,62 % Italienisch 0,66 % 0,89 % 1,35 % 1,96 % 3,10 % Ladinisch 0,18 % 0,30 % 0,18 % 0,34 % 0,28 %
Bildung In der Gemeinde gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Zu diesen gehören ein Kindergarten in Prissian und eine Grundschule im Hauptort Tisens. Während in der Gemeinde keine Mittelschule angesiedelt ist, besteht hingegen mit der Fachschule für Hauswirtschaft „Frankenberg“ ein weiterführendes Angebot.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Historische Bauwerke
Fahlburg Pfeffersburg (auch Ruine Kasatsch genannt) Schloss Katzenzungen mit der Versoaln-Rebe Zwingenburg Maria-Himmelfahrts-Kirche St. Hippolyt Wehrburg St.-Christoph-Kirche St.-Martins-Kirche St. Nikolaus in Gfrill St.-Sebastians-Kirche in Platzers St. Jakob in Grissian, laut dortiger originaler Inschrift am 12. Mai 1142 von Bischof Hartmann von Brixen geweiht
Besondere Veranstaltungen Keschtnriggl – bekanntes Kastanienfest Tisner Kirchtag Prissianer Gasslfest Grissianer Kirchtag
Themenwege Filzkunstwanderweg im Tisner Wald Erlebniswanderweg im Tisner Wald Besinnungsweg zu den sieben Sakramenten in Grissian Besinnungsweg zum lichtreichen Rosenkranz in Naraun Schlossrundweg in Prissian
Verkehr Für den Kraftverkehr ist Tisens in erster Linie durch die SS 238 erschlossen, die von Lana zum Gampenpass ansteigt und dabei das Gemeindegebiet durchquert. Weiters kann man Tisens über die LS 10 erreichen, die bei Vilpian von der MeBo abzweigt, zunächst Nals durchquert und dann steil ansteigend nach mehreren Kehren Prissian und den Hauptort erschließt.
Persönlichkeiten Carl Andrian (1680–1745), Jesuit und Historiker Ambrosius Steinegger (1833–1913), Benediktiner, Abt des Klosters Muri-Gries 1897–1913 Michael Gamper (1885–1956), Priester und Publizist
Weblinks
Gemeinde Tisens Landschaftsplan der Gemeinde Tisens. Abteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung, Autonome Provinz Bozen – Südtirol (PDF-Datei)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Südtirol Kategorie:Gemeinde in Südtirol Kategorie:Nonsberggruppe Kategorie:Ersterwähnung im 8. Jahrhundert