Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im März 2004.

Tagesgeschehen

Montag, 1. März 2004 Arlon/Belgien: Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mädchenmörder Marc Dutroux, seine Ex-Frau Michelle Martin und zwei mutmaßliche Komplizen beginnt. Dutroux wird vorgeworfen, 1995 und 1996 sechs Mädchen entführt, vergewaltigt und zum Teil monatelang festgehalten zu haben. Vier der Opfer im Alter von 8 bis 19 Jahren starben an den Torturen. Berlin/Deutschland: Die Erhöhung der Tabaksteuer tritt in Kraft. Eine Schachtel in Normal­größe mit etwa 20 Zigaretten kostet nun bis zu 3,60 Euro. Einerseits sollen die Mehreinnahmen dem Gesund­heits­system zugutekommen, um die Mehrkosten der gesundheitlichen Folgen des Tabakrauchens mitzufinanzieren, andererseits einen Beitrag für die gestiegenen Aufwendungen zur Inneren Sicherheit und Terrorabwehr nach den Ereignissen vom 11. September 2001 leisten. Der Gesetzgeber will Tabakrauchen durch den höheren Preis unattraktiver machen, insbesondere für Jugendliche. Eine weitere Erhöhung der Steuer soll am 1. Dezember folgen. Moskau/Russland: Präsident Wladimir Putin schlägt den Politiker Michail Fradkow als neuen Ministerpräsidenten von Russland vor. Port-au-Prince/Haiti: Eine über 300 Mann starke Friedenstruppe mit Soldaten aus Frankreich, Kanada und den Vereinigten Staaten wird in dem Land stationiert, das sein Staatspräsident Jean-Bertrand Aristide gestern fluchtartig verließ.

Dienstag, 2. März 2004 Berlin/Deutschland: Königin Beatrix der Niederlande würdigt während ihres Staatsbesuchs die Verdienste des Bundespräsidenten Johannes Rau um die deutsch-niederländische Freundschaft. Berlin/Deutschland: Die Bundesregierung wird bei der argentinischen Justiz die Auslieferung des mit internationalem Haftbefehl gesuchten ehemaligen argentinischen Staatschefs Jorge Videla und zweier Offiziere beantragen. Ihnen wird vorgeworfen, am Verschwinden und an der Ermordung zweier deutscher Studenten während der Zeit der Militärdiktatur von 1976 bis 1983 beteiligt gewesen zu sein. Hamburg/Deutschland: Der Vorstand des FDP-Landesverbands tritt wegen des schlechten Abschneidens der Partei bei der Wahl zur Bürgerschaft am 29. Februar geschlossen zurück. Heidelberg/Deutschland: Gunther von Hagens, bekannt als Schöpfer der Ausstellung „Körperwelten“, wird wegen des missbräuchlichen Führens des Professorentitels zu einer Geldstrafe verurteilt. Kerbela/Irak: Bei einer Serie von Anschlägen kommen 178 schiitische Pilger ums Leben, die aus Anlass der Aschura-Gedenkfeiern in die Stadt gekommen waren. Es ist das blutigste Massaker seit Kriegsende. Kourou/Französisch-Guayana: Die Raumsonde Rosetta der europäischen Weltraumorganisation ESA startet an Bord einer Trägerrakete vom Typ Ariane 5 zu ihrer zehnjährige Reise zum Kometen Tschurjumow-Gerassimenko. Mainz/Deutschland: Die „Initiative Brennstoffzelle Rheinland-Pfalz“ beginnt. Das Projekt soll die Brennstoffzellen­technologie fördern, mit der aus Propan elektrischer Strom hergestellt wird. München/Deutschland: Die Sozialarbeiterin, Rollstuhlfahrerin und Journalistin Anita Knochner wird zur neuen Behindertenbeauftragten in Bayern ernannt. Vereinigte Staaten: In neun US-Bundesstaaten führt die Demokratische Partei Vorwahlen für den Nominierungsparteitag ihres Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl im November durch. Dabei vereinigt Senator John Kerry weitere Delegiertenstimmen auf seine Person. Vereinigte Staaten: Die Weltraumorganisation NASA gibt bekannt, dass ihre Mars-Sonde Spuren entdeckte, die auf die vergangene Existenz von Wasser auf dem Mars schließen lassen. Die Wassermenge sei groß genug gewesen, um Leben zu ermöglichen. Der seit zwei Tagen im Exil lebende ehemalige haitianische Präsident Jean-Bertrand Aristide behauptet, er sei von den Vereinigten Staaten mit Waffengewalt gezwungen worden, sein Amt niederzulegen und Haiti zu verlassen.

Mittwoch, 3. März 2004 Raleigh/Vereinigte Staaten: John Edwards zieht sich aus dem Rennen um die Nominierung des Kandidaten der Demokratischen Partei für die Präsidentschaftswahl im November zurück. Da Senator John Kerry die meisten Vorwahlen gewann und die Delegierten der einzelnen Bundesstaaten sich in der Regel an die basisdemokratische Entscheidung ihrer Heimat halten, ist das Rennen praktisch entschieden. Sollte Kerry zum nächsten US-Präsidenten gewählt werden, gilt Edwards als möglicher Anwärter auf den Posten des Vize-Präsidenten.

Donnerstag, 4. März 2004 Berlin/Deutschland: Die Spitzen von CDU, CSU und FDP einigen sich auf Horst Köhler, nicht zu verwechseln mit dem Künstler Guildo Horn, der bürgerlich ebenfalls Horst Köhler heißt, als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) verkündet, dass Gesine Schwan auf Vorschlag der Rot-Grünen Koalition ebenfalls für das Amt kandidieren wird. Die Mehrheit in der Bundesversammlung liegt auf Seiten von CDU, CSU und FDP. Moskau/Russland: Die Polizei nimmt vor einer Moschee unmittelbar nach dem Ende des Gottesdiensts etwa 80 Besucher vorübergehend fest.

Freitag, 5. März 2004 Berlin/Deutschland: Das erste Treffen der politischen Vereinigung Wahlalternative 2006 findet im Haus des Deutschen Gewerkschaftsbunds statt.

Samstag, 6. März 2004 Kabul/Afghanistan: Unbekannte erschießen Mohammad Isah, den Direktor der Hilfsorganisation Roter Halbmond. Vatikanstadt: Bundespräsident Johannes Rau würdigt im Verlauf einer 20-minütigen Privataudienz bei Papst Johannes Paul II. dessen Beitrag zur Überwindung der Deutschen Teilung. Der Papst lobt die Deutschen dafür, dass sie auch die Menschen in ärmeren Ländern an ihrem Wohlstand teilhaben lassen.

Sonntag, 7. März 2004 Athen/Griechenland: In Griechenland finden Parlamentswahlen statt. Nach elfjähriger Regierungszeit der PASOK erhält die Partei Nea Dimokratia mit ihrem Spitzenkandidaten Kostas Karamanlis die meisten Stimmen. Karamanlis wird voraussichtlich neuer Ministerpräsident Griechenlands. Bagdad/Irak: Mindestens zehn Raketen schlagen in der Innenstadt in der Nähe des Hauptquartiers der Alliierten ein. Einige der Raketen seien am Westufer des Tigris detoniert. Hagen/Deutschland: Das Sparkassen­hochhaus „Langer Oskar“ wird gesprengt. Klagenfurt/Österreich: Jörg Haiders Partei FPÖ gewinnt die Landtagswahl in Kärnten. Er wird voraussichtlich erneut Landeshauptmann. Lahti/Finnland: Im Ski-Langlauf gewinnt mit René Sommerfeld erstmals ein Athlet des Deutschen Skiverbands den Gesamtweltcup. Vor den letzten beiden Weltcup-Rennen liegt er mit 269 Punkten Vorsprung uneinholbar in Führung. Salzburg/Österreich: Bei den Landtagswahlen im Land Salzburg wird die SPÖ stärkste Partei. Sie wird vermutlich erstmals die Landeshauptfrau stellen.

Montag, 8. März 2004 Bagdad/Irak: Der Regierende Rat des Irak hat heute eine provisorische Verfassung für das Land unterzeichnet. Sie gilt mit der Machtübergabe der amerikanischen Streitkräfte, die für den 30. Juni 2004 geplant ist.

Dienstag, 9. März 2004 München/Deutschland: Der Präsident des Fußball-Bundesligisten 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, ist zusammen mit seinem Sohn Karl-Heinz jun. verhaftet worden. Sie sollen bei der Bauauftragsvergabe des neuen Münchner Stadions Bestechungsgelder kassiert haben.

Mittwoch, 10. März 2004 Bonn/Deutschland: Die Deutsche Telekom kommt wieder in die Gewinnzone. Istanbul/Türkei: Auf eine Freimaurerloge wird ein Selbstmordanschlag verübt. Vereinigte Staaten: Lee Boyd Malvo wird in Virginia wegen seiner Beteiligung an den so genannten Beltway Sniper Attacks, bei denen im Oktober 2002 10 Personen im Großraum von Washington, D.C. erschossen wurden, zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Todesstrafe bleibt ihm, anders als seinem Komplizen John Allen Muhammad, erspart, da er zur Tatzeit minderjährig war.

Donnerstag, 11. März 2004 Madrid/Spanien: Bei einer Serie von Bombenanschlägen im morgendlichen Berufsverkehr auf das Eisenbahnnetz der spanischen Hauptstadt werden 191 Menschen getötet und 1.500 Menschen verletzt. Zunächst wird die ETA verdächtigt, später bekennt sich jedoch das Terrornetzwerk Al-Qaida zum Anschlag.

Freitag, 12. März 2004 mini|150px|Demonstration in Barcelona, Spanien New York/Vereinigte Staaten: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ordnet an, das Vermögen von Charles Taylor einzufrieren, der von 1994 bis 2003 als Präsident von Liberia amtierte. Damit soll ihm die Möglichkeit genommen werden, den Friedensprozess seit Ende des liberianischen Bürgerkriegs durch die Verteilung seiner Gelder an frühere Mitstreiter zu gefährden. Seoul/Südkorea: Das Parlament Südkoreas beschließt die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen den amtierenden Präsidenten Roh Moo-hyun, das allerdings scheitert. Spanien: In mehreren spanischen Städten gehen Millionen Menschen auf die Straße, um gegen den Terroranschlag am Vortag zu demonstrieren.

Samstag, 13. März 2004 Saarbrücken/Deutschland: Die Delegierten der Landesschülervertretungen gründen die Ständige Konferenz der Landesschülervertretungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Sestriere/Italien: Beim Weltcup-Finale des alpinen Ski-Sports gewinnt der Österreicher Hermann Maier zum 4. Mal die Gesamt-Weltcup-Wertung durch eine umstrittene Absage des entscheidenden Riesenslalom-Wettbewerbs. Bei den Frauen sichert sich die überragende Skirennläuferin des Winters, Anja Pärson aus Schweden, den Gesamt-Weltcup.

Sonntag, 14. März 2004 Adscharien/Georgien: Aslan Abaschidse, Regierungschef in der zu Georgien gehörenden Autonomen Republik Adscharien, verweigert dem georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili die „Einreise“. Abaschidses Politik war in die Kritik geraten, dabei unterstützte die georgische Führung die Seite der Kritiker. Wenig später lenkt Abaschidse ein und gewährt Georgien die Kontrolle über adscharische Einrichtungen. Madrid/Spanien: Die Spanische Sozialistische Arbeiterpartei (PSOE) hat mit ihrem Spitzenkandidaten José Luis Rodríguez Zapatero überraschend die Parlamentswahl 2004 in Spanien gewonnen, da die Bevölkerung offenkundig die wahltaktische Informationspolitik der konservativen Regierung bezüglich der Madrider Zuganschläge missbilligte. Moskau/Russland: In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl wird Präsident Wladimir Putin von der Partei Einiges Russland mit über 71 % der Wählerstimmen im Amt bestätigt. Moskau/Russland: Der Ausstellungskomplex Manege brennt bis auf die Grundmauern nieder. Zwei Feuerwehrmänner kommen bei den Löscharbeiten ums Leben. Vatikanstadt: Papst Johannes Paul II. ist seit 25 Jahren und fast fünf Monaten im Amt und hat damit das drittlängste Pontifikat der Kirchengeschichte geschafft.

Montag, 15. März 2004 Washington, D.C./Vereinigte Staaten: Forscher des California Institute of Technology stellen ihre Forschungsergebnisse über ein neu entdecktes Objekt im Sonnensystem vor. Das Objekt befindet sich hinter der Umlaufbahn des Pluto und wurde Sedna getauft. Sedna wurde bereits am 14. November 2003 entdeckt. Ulm/Deutschland: Anlässlich des 125. Geburtstags von Albert Einstein hat Bundespräsident Johannes Rau an die vom Nobelpreisträger vorgelebte ethische Verantwortung von Wissenschaftlern erinnert.

Dienstag, 16. März 2004 Kerbela/Irak: Ein deutscher und ein niederländischer Wasserbauexperte sowie zwei Iraker werden bei einem Überfall ihres Fahrzeuges nahe der Stadt Kerbela getötet. Ein weiterer Deutscher wird verwundet.

Mittwoch, 17. März 2004 Bagdad/Irak: Bei der Explosion einer Autobombe wurde das Mount Lebanon Hotel im Zentrum Bagdads zerstört. Dabei kamen mindestens 27 Menschen ums Leben und 41 wurden verletzt. Hamburg/Deutschland: Die Hamburgische Bürgerschaft wählt Ole von Beust (CDU) zum zweiten Mal zum Ersten Bürgermeister. Die CDU bildet die Regierung diesmal allein.