Das Chuenisbärgli (auch Kuonisbergli) ist ein Berg im Berner Oberland. Er liegt oberhalb des Dorfes Adelboden und ist als Austragungsort von Rennen des Alpinen Skiweltcups bekannt.

Weltcuprennen Die Piste am Chuenisbärgli gilt als schwierigste Riesenslalom-Strecke des Weltcups für Herren. Sowohl das Startstück als auch der Zielhang sind extrem steil, dazu ist die Piste schräg abfallend. Auf ihr werden auch Slalom-Rennen ausgetragen.

Der Start des Riesenslaloms liegt auf 1730 m ü. M., jener für den Slalom auf 1473 m ü. M. Die Länge des Riesenslaloms beträgt 1430 Meter, die Länge des Slaloms 592 Meter. Das Ziel befindet sich auf einer Höhe von 1294 m ü. M. Mit rund 35'000 Zuschauern entlang der Strecke und auf provisorischen Tribünen im Zielraum gehören die Rennen in Adelboden zu den meistbesuchten der Welt.

1955 fanden am Chuenisbärgli zum ersten Mal internationale Skirennen statt. Die Bezeichnung «Adelbodner Skitage» wurde 1956 eingeführt. Die Rennen nach Adelboden geholt hat Fred Rubi. Seit 1967 werden die Rennen im Rahmen des Skiweltcups ausgetragen. In den Jahren 1988, 1990, 1993 und 1994 mussten die Rennen wegen Schneemangels an anderen Orten durchgeführt werden. Im Jahr 1998 stand wegen des warmen Wetters und des fehlenden Schnees die Absage des Riesenslaloms zur Diskussion, ehe mit 450 Lastwagenladungen 4000 Kubikmeter Schnee vom gut eineinhalb Stunden entfernten Grimselpass herangefahren wurde, um die Durchführung doch noch zu ermöglichten. Unterdessen wurde das Skigebiet mit Schneekanonen ausgerüstet, damit die Rennen auch ohne natürlichen Schnee durchführbar sind, wie etwa im Jahr 2023. Aufgrund von Auflagen des Weltverbandes FIS wurde 2005 eine neue Vierer-Sesselbahn auf das Chuenisbärgli gebaut. Zuvor existierte während 50 Jahren am selben Ort ein Zweier-Schlepplift. Die Organisation und Durchführung des Events liegt unterdessen bei der Ski-Weltcup Adelboden AG. Zu den Verwaltungsratsmitgliedern gehören u. a. der ehemalige Weltcupfahrer Hans Pieren und die Politikerin Beatrice Simon. Pieren war von 1994 bis 2022 als Rennleiter tätig.

Grundsätzlich wurde in den Anfangszeiten des Weltcups nur ein Riesenslalom, vorerst an zwei Tagen (Montag 1. Lauf/Dienstag 2. Lauf) bzw. dann beide Durchgänge am Dienstag, ausgetragen. Eine Abweichung gab es im Jahr 2000 mit einem Slalom am Sonntag, 20. Februar. 2001 gab es letztmals am Dienstag den Riesenslalom. Seit einschliesslich 2002 werden Riesenslalom und Slalom gefahren, der Termin wurde auf das Wochenende (in der Regel Samstag Riesenslalom, Sonntag Slalom) verlegt.

Rekordsieger ist der Österreicher Marcel Hirscher mit 9 Erfolgen (5 × Slalom, 4 × Riesenslalom), vor dem Schweden Ingemar Stenmark und dem Schweizer Marco Odermatt mit je 5 Siegen (alle Riesenslalom). Odermatt gelang es als einzigem, fünfmal in Folge den Riesenslalom zu gewinnen.

Seit dem Jahr 1982 werden die Rennen direkt im Fernsehen übertragen.Adelbodner Rennen erstmals live. In: Neue Zürcher Nachrichten. 18. Januar 1982, S. 7.

Podestplatzierungen mini|Denkmal mit den Fussabdrücken der Sieger auf dem Dorfplatz Adelboden Riesenslalom mini|upright=1.2|Mit neun Siegen (5×SL, 4×RS) ist Marcel Hirscher der erfolgreichste Rennfahrer auf dem Chuenisbärgli Saison Datum Sieger 2. Platz 3. Platz 1958 1959 1960 1961 1962 Rennen abgesagt. 1963 1963 1964 Rennen abgesagt. 1965 1965 1966 1967 09.01.1967 1968 08.01.1968 1968/69 06.01.1969 1969/70 05.01.1970 1970/71 18.01.1971 1971/72 24.01.1972 1972/73 15.01.1973 1973/74 21.01.1974 1974/75 13.01.1975 1975/76 12.01.1976 1976/77 24.01.1977 1977/78 17.01.1978 1978/79 16.01.1979 1979/80 21.01.1980 1980/81 26.01.1981 1981/82 19.01.1982 1982/83 11.01.1983 1983/84 10.01.1984 1984/85 15.01.1985 1985/86 28.01.1986 1986/87 13.01.1987 20.01.1987 1987/88 19.01.1988 Rennen abgesagt. 1988/89 17.01.1989 1989/90 23.01.1990 Rennen abgesagt. 1990/91 15.01.1991 1991/92 22.01.1992 1992/93 19.01.1993 Rennen abgesagt. 1993/94 18.01.1994 Rennen abgesagt. 1994/95 04.02.1995 1995/96 16.01.1996 1996/97 14.01.1997 1997/98 13.01.1998 1998/99 12.01.1999 1999/00 19.02.2000 Abbruch im 1 DG wegen des anhaltenden dichten Schneefalls. 2000/01 09.01.2001 2001/02 05.01.2002 2002/03 14.01.2003 2003/04 07.02.2004 2004/05 11.01.2005 2005/06 07.01.2006 2006/07 06.01.2007 2007/08 05.01.2008 2008/09 10.01.2009 2009/10 09.01.2010 Abbruch im 1 DG wegen dichten Nebels. 2010/11 08.01.2011 2011/12 07.01.2012 2012/13 12.01.2013 2013/14 11.01.2014 2014/15 10.01.2015 2015/16 09.01.2016 Rennen wegen schlechten Wetters abgesagt. 2016/17 07.01.2017 2017/18 06.01.2018 2018/19 12.01.2019 2019/20 11.01.2020 2020/21 08.01.2021 09.01.2021 2021/22 08.01.2022 2022/23 07.01.2023 2023/24 06.01.2024 2024/25 12.01.2025 2025/26 10.01.2026

Slalom Saison Datum Sieger 2. Platz 3. Platz 1955 1956 1956 1957 1957 1958 1959 1960 1961 1962–1999 Rennen nicht ausgetragen. 1999/00 20.02.2000 2000/01 Nicht im Weltcup-Kalender. 2001/02 06.01.2002 2002/03 Nicht im Weltcup-Kalender. 2003/04 08.02.2004 2004/05 Nicht im Weltcup-Kalender. 2005/06 08.01.2006 2006/07 07.01.2007 2007/08 06.01.2008 2008/09 11.01.2009 2009/10 10.01.2010 2010/11 09.01.2011 2011/12 08.01.2012 2012/13 13.01.2013 2013/14 12.01.2014 2014/15 11.01.2015 2015/16 10.01.2016 2016/17 08.01.2017 2017/18 07.01.2018 2018/19 13.01.2019 2019/20 12.01.2020 2020/21 10.01.2021 2021/22 09.01.2022 2022/23 08.01.2023 2023/24 07.01.2024 2024/25 11.01.2025 2025/26 11.01.2026

Bestenlisten Aktualisiert am 11. Januar 2026 Riesenslalom Name Sieger 2. Platz 3. Platz Top 3 1 5 3 1 9 2 5 0 1 6 3 4 1 1 6 4 3 2 1 6 5 3 1 2 6 6 3 1 1 5 7 3 0 1 4 8 3 0 0 3 9 2 1 1 4 10 2 1 0 3 2 1 0 3

Slalom Name Sieger 2. Platz 3. Platz Top 3 1 5 3 2 10 2 2 1 5 8 3 2 0 3 5 4 1 2 1 4 5 1 1 2 4 6 1 1 1 3 7 1 1 0 2 1 1 0 2 1 1 0 2 1 1 0 2

Gesamt (mindestens 2 Siege) Name Sieger 2. Platz 3. Platz Top 3 1 9 4 3 16 2 5 3 1 9 3 5 0 1 6 4 3 3 3 9 5 3 2 1 6 6 3 1 2 6 7 3 0 1 4 8 3 0 0 3 9 2 4 6 12 10 2 1 1 4 11 2 1 0 3 2 1 0 3 2 1 0 3 14 2 0 3 5 15 2 0 2 4

Alp Im Sommer wird das Chuenisbärgli als Alp mit 24 Hektaren Weideland genutzt. Es ist in Privatbesitz. Besetzt wird es mit Kühen, Rindern, Kälbern und Ziegen. Die Bestossung sind 23 Stösse in 84 Tagen oder 19 Normalstösse. Über einer offenen Feuergrube werden in traditioneller Handarbeit etwa 600 kg Käse produziert, der grösste Teil Berner Alpkäse. Die Alphütte von 1946 dient im Winter als Bergrestaurant.

Weblinks

Website des Vereins Weltcup Adelboden Übersicht aller Weltcuprennen in Adelboden auf fis-ski.com Alporama: Alp Porträt Kuenisbärgli

Einzelnachweise

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