mini|Museum of Modern Art in New York City (Foto: 2005) Das Museum of Modern Art (MoMA) in New York City beherbergt eine der weltweit bedeutendsten und einflussreichsten Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Das Museum liegt im Stadtteil Midtown im Stadtbezirk Manhattan an der 53rd Street zwischen der Fifth und Sixth Avenue. Die Sammlung umfasst Werke der Architektur und des Design, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen, Photographien, Drucke, Illustrationen, Filme und Elektronische Medien. Zudem gehört eine 300.000 Bände umfassende Bibliothek zum Museum of Modern Art. Im Jahr 2016 verzeichnete das Museum 2.788.236 Besucher; es gehört zu den meistbesuchten Kunstmuseen der Welt. mini|MoMA, Innenansicht (2022) mini|Ausstellungsraum (2022)

Geschichte Die Gründung des Museum of Modern Art geht auf Lillie P. Bliss, Mary Quinn Sullivan und Abby Aldrich Rockefeller zurück, die in den späten 1920er Jahren erkannten, dass in den USA neben den kunsthistorisch orientierten Museen eine Einrichtung für Moderne und Zeitgenössische Kunst fehlte. Es wurde am 7. November 1929 unter Leitung des Gründungsdirektors Alfred Barr eröffnet. Das Museum wurde gut vom Publikum aufgenommen und wechselte in den folgenden zehn Jahren drei Mal das Gebäude, um mehr Ausstellungsfläche zur Verfügung zu haben. 1939 bezog das Museum of Modern Art das Gebäude in Midtown Manhattan, das noch heute der Standort des Museums ist. Architekten waren Edward Durell Stone und Philip Goodwin, die mit dem minimalistischen Gebäude den ersten modernen Museumsbau schufen.

Unter der Leitung Barrs etablierte dieser eine Konzeption und Organisation des Museums, die eine Aufteilung des Museums in verschiedene Abteilungen für die verschiedenen Kunstgattungen vorsah. Diese Einteilung wurde während der weiteren Expansion der Sammlung beibehalten und weiter gestärkt. Die Zahl der Kunstwerke stieg rapide von acht Drucken und einer Zeichnung zu Beginn des Museums auf über 150.000.Artikel zur Geschichte moma.org, abgerufen am 15. Juli 2008. Zudem wurden Filme und eine beträchtliche Zahl von Standbildern aus Filmen erworben. In den 1950er und 1960er Jahren wurde das Gebäude nach Plänen des Architekten Philip Johnson erweitert. 1983/84 wurde das Museum unter der Leitung des Architekten César Pelli renoviert, der Ausstellungsraum verdoppelt und der in den Museumskomplex integrierte Wolkenkratzer Museum Tower errichtet, in dessen unteren Etagen sich weitere Ausstellungsräume befinden. Zwischen 2002 und 2004 wurde das Museum unter Leitung des japanischen Architekten Yoshio Taniguchi für 960 Millionen Dollar umgebaut und erweitert. Am 20. November 2004 wurde das Museum of Modern Art wiedereröffnet.

Im Jahr 2011 erwarb das MoMA ein angrenzendes Gebäude, in dem das American Folk Art Museum untergebracht war und ließ es 2014 abreißen, um Platz für eine geplante Erweiterung der Ausstellungsfläche zu schaffen. Für 450 Millionen US-Dollar wurden ein neuer von Diller Scofidio + Renfro entworfener Anbau errichtet und neue Galerieräume im Sockel des benachbarten neu erbauten Wolkenkratzers 53W53 geschaffen. Im Rahmen des Baus von 53W53 war das Museum of Modern Art von Juni bis Oktober 2019 geschlossen, um die neuen Ausstellungsräume im Sockel des Wolkenkratzers fertigzustellen und Renovierungsarbeiten durchzuführen. Mit der Wiedereröffnung am 21. Oktober 2019 hat sich die Galeriefläche des MoMA um 4400 m² auf die Gesamtfläche von 65.800 m² erweitert. Direktor des Museums war von 1995 bis 2025 Glenn D. Lowry.The New York Times Glenn Lowry, MoMA Director, Will Continue Through 2025, 16. November 2018. Nachfolger wurde im September 2025 der seit 2007 im MoMA tätige Schweizer Kunsthistoriker Christophe Cherix, zuletzt Kurator für Zeichnung und Druckgrafik.New York: Christophe Cherix wird neuer MoMA-Direktor, Monopol-Magazin, abgerufen am 3. April 2025

Sammlung Die Sammlung des Museum of Modern Art umfasst über 150.000 Werke der Architektur und des Design, Zeichnungen, Gemälde, Skulpturen – unter anderem von Alice Aycock, John Baldessari, Louise Bourgeois, Alexander Calder, Henry Moore, Claes Oldenburg, Eduardo Paolozzi –, Photographien, Drucke und Illustrationen. Dazu kommen etwa 22.000 Filme, vier Millionen Standbilder aus Filmen, sowie Videokunst wie von Valie Export, Lutz Mommartz, Pipilotti Rist und Julian Rosefeldt und weitere Elektronische Medien.

Ausgestellt werden im Museum of Modern Art unter anderem Design-Objekte des täglichen Bedarfs wie Stühle (z. B. Rietvelds Zickzack-Stuhl) oder der von Ferdinand Porsche fälschlich als seine eigene Entwicklung ausgegebene, in Wirklichkeit von Béla Barényi bis in alle Einzelheiten entworfene VW Käfer.Auswahl von Highlights des Bereichs Architektur und Design des Museum of Modern Art Abgerufen am 15. Juni 2008 Weiterhin werden Zeichnungen von Künstlern wie Paul Cézanne, Edgar Degas, Natalja Gontscharowa, Wassily Kandinsky und Egon Schiele. Darunter befinden sich Werke von Pablo Picasso, Piet Mondrian, Jean Arp und Andy Warhol.

Die Gemäldesammlung umfasst Werke des Impressionismus und Spätimpressionismus von Paul Cézanne, Vincent van Gogh und Paul Gauguin. Mit Ernst Ludwig Kirchner und Oskar Kokoschka sind zudem Werke des deutschen bzw. österreichischen Expressionismus vertreten. Weiterhin gehören Bilder Gustav Klimts, Henri Matisses, Marc Chagalls, Salvador Dalís, René Magrittes und Pablo Picassos zur Sammlung. Mit Jackson Pollocks Werken gehören Werke des Action Painting und Abstrakten Expressionismus zur Sammlung. Mit Roy Lichtensteins Girl with BallBild: Girl with Ball von Roy Lichtenstein sind Pop-Art-Werke vertreten. Ein weiteres ausgestelltes Gemälde ist Gold Marilyn MonroeBild: Gold Marilyn Monroe von Andy Warhol von Andy Warhol. Ebenso sind Werke bedeutender autodidaktischer Künstler wie Henri Rousseau, Morris Hirshfield, Séraphine Louis, Bill Traylor, André Bauchant, Camille Bombois, Scottie Wilson, Alfred Wallis und John Kane Teil der Sammlung.

Seit 2012 sammelt das MoMA Computerspiele als Teil der Design-Abteilung. Die ersten 14 Spiele waren: Pac-Man (1980), Tetris (1984), Another World (1991), Myst (1993), SimCity 2000 (1994), Vib-Ribbon (1999), Die Sims (2000), Katamari Damacy (2004), EVE Online (2003), Dwarf Fortress (2006), Portal (2007), flOw (2006), Passage (2008) und Canabalt (2009).MoMA: Video Games: 14 in the Collection, for Starters, 29. November 2012 Im Juni 2013 folgten Pong (1972), Space Invaders (1978), Asteroids (1979), Tempest (1980), Yars’ Revenge (1981) und Minecraft (2011), sowie die Spielkonsole Magnavox Odyssey. Zu den für die folgenden Jahre geplanten Ergänzungen gehören: M.U.L.E. und Super Mario Bros.

Sonderausstellungen mini|Eines der berühmtesten Fotos der Ausstellung The Family of Man: Migrant Mother (1936) von Dorothea Lange

Von Beginn an bildeten Sonderausstellungen zu bestimmten Kunststilen, Kunstgattungen sowie dem Werk einzelner Künstler einen Schwerpunkt der Museumsarbeit. Viele dieser Ausstellungen haben – im doppelten Sinn des Wortes – Kunstgeschichte geschrieben, indem sie Kunstströmungen museal entdeckten und neue Begriffe prägten. Die wichtigsten dieser Ausstellungen sind: Machine Art (1934), Cubism and Abstract Art (1936; mit dem berühmten Entwicklungsschema von Alfred Barr auf dem Cover), Fantastic Art, Dada Surrealism (1936), Sixteen Americans (1959), The Art of Assemblage (1961; die den Begriff der Assemblage in die Kunstliteratur einführte) und The Responsive Eye (1965; gilt als museale Gründungsausstellung der Op-Art). Eine weitere berühmte und sehr populäre Ausstellung war The Family of Man von 1955, in der Photographien gezeigt wurden, die in ihrer Gesamtheit die Menschheit umfassend abbilden sollten. Anschließend ging diese Schau auf Welttournee.

Andere Ausstellungen waren Four German Printmakers: Max Klinger, Lovis Corinth, Christian Rohlfs, and Otto Dix aus dem Jahr 1991, Frank Lloyd Wright: Architect und Three Masters of the Bauhaus: Lyonel Feininger, Vasily Kandinsky, and Paul Klee aus dem Jahr 1994. 1999 fanden unter anderem die Ausstellungen Alfred Hitchcock: Behind the Silhouette, Different Roads: Automobiles for the Next Century und Fame After Photography statt.

Daneben ist das Museum selbst Thema von Ausstellungen. So wurden während des Museumsumbaus von 2002 bis 2004 212 herausragende Meisterwerke zunächst in Houston und dann vom 20. Februar bis 19. September 2004 in der Neuen Nationalgalerie in Berlin unter dem Titel „Das MoMA in Berlin“ ausgestellt. Einige Exponate befanden sich zudem vorübergehend in einer Außenstelle des MoMA, dem angegliederten P.S.1 im New Yorker Stadtteil Queens. Weiterhin verleiht das Museum of Modern Art auch Bilder für andere Ausstellungen.

Filmkunst ab 1935 Haidee Wasson widmet sich in ihrer Dissertation (Kommunikationswissenschaft) „Modern Ideas About Old Films: The Museum of Modern Art’s Film Library and Film Culture, 1935-39“ den Gründungsjahren des ersten nordamerikanischen Filmarchivs, der Film Library (dt.: Filmbibliothek) ab 1935.

Die Britin Iris Barry,siehe Iris Barry in der englischsprachigen Wikipedia. Hingewiesen sei auf Filmkritikerin und Mitbegründerin der 1925 gegründeten London Film Society wurde als erste Kuratorin eingesetzt mit ihrem Ehemann John Abbott als Direktor, 1947 wurde sie selbst Direktorin. Wie Wasson schildert, schien die Idee von Film und Hollywood-Film als Kunstform und die der Erhaltung oder Ausstellung von Filmen vielleicht nicht revolutionär, aber doch „seltsam“ und wurde Gegenstand öffentlicher Debatten. In den 1930er Jahren hatte die neue Muse Film ihre Befürworter,Zu nennen auch Terry Ramsaye. was schon mal mit utopischen Ideen und aufklärerischen Hoffnungen einherging, und man fand sich zwischen Anspruch und Unterhaltungvgl. Wasson, S. 113: „the high/low cultural distinctions that characterised the period“. Wasson, S. 6: „Populists scowled at the highbrow inflections of a ‘film museum’. Museum trustees expressed open distaste for film’s commercial taint.“ und den Ländern wieder.vgl. Armstrong: „[…] torn between competing American attitudes towards what the cinema could be.“ Mit dem Ende des Stummfilms und Hollywood in seiner kommerziellen Blüte war dieses technische Massenmedium im Begriff, einer von Europa ausgehendenFrick (siehe Weblinks), S. 58. Sie geht auch zurück bis zur Errichtung des britischen Imperial War Museums ab 1917, S. 49. Neubewertung unterzogen zu werden (propagandistische Zwecke nicht ausgenommen), zwar fand die Einrichtung eine Art (hoch-)kulturellen Aufwind vor,Bordwell, S. 23 f. andererseits wurde es dem Film Library intern nicht durchweg leicht gemacht.

Teilweise besaßen die Regisseure die Rechte an ihren Filmen gar nicht, noch waren sie immer interessiert daran. Schon aus Platzgründen wurde in den Jahren zuvor das Filmmaterial recycelt, die Filmrollen in den Ozean geworfen oder abgegeben. Denkwürdigerweise sind eher Stücke aus der frühesten Stummfilmzeit erhalten, die oftmals verkauft wurden. Es setzte sich in diesen Tagen 16 mm durch, einerseits Amateurformat, andererseits aber auch als Sicherheitsfilm. Die Idee der Konservierung des Filmmaterials kam überhaupt erst später auf.

Erst durch die Finanzierung der Rockefeller-Stiftung stand die Film Library wirtschaftlich auf sicheren Füßen. Buxton zufolge richteten sich die Verantwortlichen bei Rockefeller an Erwägungen aus wie: Rockefeller zahlte ab 1935 an das MoMA, gerade weil die Filmindustrie der Wertschätzung (heute würde man von FandomLord Bernstein: The fans who made film history. In: The Times, 23. Oktober 1975, S. 11, über seine Film Society (1925). sprechen) und der Wissenschaft unzugänglich war.Baxton, S. 4, vgl. S. 5. Mit einiger Überzeugungsarbeit beteiligten sich auch die großen Studios. 1936 handelte Barry eine Vereinbarung mit Paramount, MGM und anderen aus, auf eigene Kosten Kopien von Negativen für Bildungszwecke fertigen zu dürfen.Bandy, S. 27 f.