mini|Luftbild 2006 mini|Lahnstein – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian dem Jüngeren 1655 mini|Panorama 2018
Lahnstein ist eine große kreisangehörige Stadt im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie liegt an der Mündung der Lahn, die fünf Kilometer südlich von Koblenz in den Rhein mündet. Die Stadtteile liegen im Rheintal und auf den Höhen der Ausläufer des Westerwaldes und des Taunus. Lahnstein ist Luftkurort mit Kurzentrum. Die Stadt wurde im Rahmen einer Gebietsreform in Rheinland-Pfalz am 7. Juni 1969 aus den bis dahin eigenständigen Städten Niederlahnstein und Oberlahnstein gebildet. Sie ist Sitz des Amtsgerichts Lahnstein. Teile der Stadt gehören seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Geographie Stadtgliederung Die Stadt Lahnstein besteht aus den beiden früheren eigenständigen Städten Oberlahnstein und Niederlahnstein; zu Oberlahnstein gehören 24 Gemeindeteile (Altes Forsthaus, Aspich, Biebricherhof, Buchenberg, Buchholz, Burg Lahneck, Deutschherrnhütte, Forsthaus Oberlahnstein-Wolfsbusch, Forstmühle Friedland, Friedrichssegen, Grenzloch, Haus Jungfried, Heinrichshof, Hof Kirchheimersborn, Hof Neuborn, Koppelstein, Lahnstein auf der Höhe, St. Martin, Süßgrund, Viktoriabrunnen, Hof Wintersberg, Ziegelfeld und Weißensteinermühle), zu Niederlahnstein weitere fünf Gemeindeteile (Allerheiligenberg, Auf Ahl, Hohenrhein, Im Lag und Lahnbergerhof).
Klima Der Jahresniederschlag beträgt 673 mm.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD
Geschichte
Eisenbahn mini|Lahnmündung um 1910 Ein erster Streckenabschnitt der Lahntalbahn von Oberlahnstein bis Bad Ems wurde am 1. Juli 1858 eröffnet. Am 11. August 1856 wurde das erste Teilstück der Nassauischen Rheinbahn von Wiesbaden nach Rüdesheim eröffnet. Wegen der schwierigen Bauarbeiten wurde die Strecke erst am 22. Februar 1862 bis Oberlahnstein und am 3. Juni 1864, nachdem seit 1862 die erste Eisenbahnbrücke über die Lahn erbaut wurde, bis Niederlahnstein verlängert.
Nachdem das Herzogtum Nassau den Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 an der Seite Österreichs verloren hatte, wurde es von Preußen annektiert. Das nun preußische Lahnstein begann bis 1869 mit den Arbeiten zum Anschluss seiner Eisenbahn an die preußische Rechte Rheinstrecke. Seit 1873 verbindet eine Straßenbrücke über die Lahn die heutigen Stadtteile Ober- und Niederlahnstein. Die Brücke, die zuletzt 1997 durch einen Neubau ersetzt wurde, erhielt 2008 den Namen Rudi-Geil-Brücke nach dem Lahnsteiner Politiker Rudi Geil. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Lahnstein im Rahmen der Rheinlandbesetzung zwischen 1918 und 1929 von französischen Truppen besetzt.
Im Zweiten Weltkrieg war Lahnstein, aber vor allem die Eisenbahninfrastruktur, 1944 und 1945 Ziel alliierter Luftangriffe.
Geschichte nach dem Zusammenschluss der beiden Städte Zur Geschichte der zuvor eigenständigen Städte siehe Ober- und Niederlahnstein.
Am 7. Juni 1969 erfolgte im Rahmen einer Gebietsreform in Rheinland-Pfalz der Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Städte Ober- und Niederlahnstein zur Stadt Lahnstein.
Zwischen 1971 und 1975 entstand unter dem letzten Bürgermeister der Stadt Oberlahnstein, Kurdirektor Fritz Berlin, auf Initiative des Lahnsteiner Kaufmanns Ernst Wagner (1920–1986) das neue Kurzentrum Lahnstein auf der Höhe mit Thermalbad und Kurklinik. Die Anerkennung als „Heilquellen-Kurbetrieb“ erfolgte 1975. 1977 bis 1991 war Max Otto Bruker ärztlicher Leiter der Kurklinik. Am 30. März 1977 wurde Lahnstein auf der Höhe ein eigener Ortsteil von Lahnstein, 1998 folgte dann die Anerkennung als „Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“. Nach Stilllegung des Thermalbades 2006 fiel dieser Titel jedoch im Jahr 2014 wieder weg.
Im Rahmen des Ausbaus der B 42 zur Ortsumgehungsstraße wurde 1979 die Lahntalbrücke und der Lahnecktunnel fertiggestellt. Die Kulturdenkmäler der Stadt gehören seit 2002 zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.
Seit 2024 wird die Lahntalbrücke umgehend saniert.
Einwohnerstatistik
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen mini|Firmengelände von Zschimmer & Schwarz in Oberlahnstein, um 1940
Lahnsteiner Brauerei, Brauerei Zschimmer & Schwarz, Hersteller von Spezialchemie Philippine-Saarpor, Kunststoffverarbeiter CSS Draht Schmidt, Hersteller von Drähten und Metallförderbändern
Verkehr mini|Karte der Bahnanlagen im Großraum Koblenz mini|Straßenkarte Raum Koblenz mini|Bahnhof Niederlahnstein an der rechten Rheinstrecke sowie der Lahntalbahn mini|Bahnhof Friedrichssegen, ein Lahnsteiner Stadtteil Schienenverkehr
Auf der rechten Rheinstrecke verkehren die Züge der RB 10 der VIAS Verkehrsgesellschaft von Frankfurt Hbf über Frankfurt-Höchst, Wiesbaden Hbf, St. Goarshausen, Koblenz Hbf und Koblenz Stadtmitte nach Neuwied. Bahnhof Oberlahnstein und Bahnhof Niederlahnstein an der Bahnstrecke Köln–Wiesbaden Auf der Lahntalbahn, über welche Lahnstein durch die Stationen Niederlahnstein und Friedrichssegen angeschlossen ist, verkehren die Züge der Linie RB 23 der Deutschen Bahn AG unter dem Namen Lahn-Eifel-Bahn von Limburg (Lahn) über Diez, Bad Ems, Koblenz Hbf, Koblenz Stadtmitte, Andernach und Mendig nach Mayen Ost. Am Bahnhof Niederlahnstein hält zusätzlich der durch die DB Regio betriebene RE 25 (Lahntalexpress), welcher von Koblenz Hbf über Niederlahnstein, Bad Ems, Diez, Limburg (Lahn), Weilburg und Wetzlar nach Gießen verkehrt. Es existierte eine Strecke der Nassauischen Kleinbahn ab dem Bahnhof Oberlahnstein zum Bahnhof Nastätten im Taunus.
Straßenverkehr
Über die B 42 auf der rechten Rheinseite und über die B 260 (genannt: die Bäderstraße) nach Bad Ems und Nassau bis Niederwalluf bei Wiesbaden. Brücken: Die Lahn überqueren die Lahntalbrücke (B 42), die Rudi-Geil-Brücke (L 335) zwischen Ober- und Niederlahnstein, die Lahnbrücke Friedrichssegen sowie zwei Eisenbahnbrücken. Köln-Düsseldorfer Rheinschiffe legen an in Oberlahnstein in den Rheinanlagen.
Öffentliche Einrichtungen Bildung
Grundschulen Goethe-Schule in Oberlahnstein Schiller-Schule in Niederlahnstein Grundschule Friedrichssegen
Realschulen und Realschule plus Realschule Lahnstein in Oberlahnstein
Förderschulen Freiherr-vom-Stein-Schule in Oberlahnstein
Gymnasien Marion-Dönhoff-Gymnasium in Oberlahnstein (früher: Staatliches Neusprachliches Gymnasium Oberlahnstein) Privates Johannes-Gymnasium Lahnstein in Niederlahnstein
Berufsschulen Berufsbildende Schule (BBS) in Oberlahnstein
Volkshochschulen VHS Lahnstein
Medizinische Versorgung
St. Elisabeth Krankenhaus Medizinisches Zentrum Lahnhöhe
Sonstiges Rittersturz-Kaserne der Bundeswehr Kulturbüro Rheinland-Pfalz Geschäftsstelle der LAG Soziokultur und Kulturpädagogik und Träger des Freiwilligen Sozialen Jahrs Romantischer Rhein Tourismus GmbH
Politik Stadtrat
Der Stadtrat in Lahnstein besteht aus 32 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Stadtrat:Wahlband Kommunalwahlen 2019 - Verbandsgemeindeebene - Endgültige Ergebnisse auf wahlen.rlp.de Wahl SPD CDU Grüne FDP FBL ULL Gesamt 2024 6 11 3 2 4 6 32 Sitze 2019 7 9 5 2 3 6 32 Sitze 2014 9 13 3 1 3 3 32 Sitze 2009 8 11 2 2 7 2 32 Sitze 2004 8 13 2 1 8 – 32 Sitze FBL = Freie Bürgerliste Lahnstein e. V. ULL = Unabhängige Liste Lahnstein e. V.
Bürgermeister Lennart Siefert (ULL) wurde am 16. Januar 2022 Oberbürgermeister von Lahnstein. Bei der Direktwahl am 26. September 2021 war er als einer von drei Bewerbern mit einem Stimmenanteil von 52,8 % für acht Jahre gewählt worden.
Sieferts Vorgänger Peter Labonte (CDU) hatte das Amt seit Januar 1998 ausgeübt, stand nach seiner dritten Amtszeit aber nicht erneut zur Wahl.
Wappen
Banner und Flagge 40px Banner: „Das Banner ist weiß mit einem durchgehenden roten Kreuz, belegt mit einem gelben sechsspeichigen Rad.“ 100px Hissflagge: „Die Flagge ist weiß mit einem durchgehenden roten Kreuz, belegt mit einem gelben sechsspeichigen Rad.“
Partnerschaften Seit 1956 ist Kettering die englische und seit 1967 Vence die französische Partnerstadt von Lahnstein. 1978 kamen das westafrikanische Ouahigouya und 1990 Hermsdorf in Thüringen hinzu. Seit April 2016 besteht mit der italienischen Stadt Montesilvano die fünfte Partnerschaft dieser Art.
Konfessionsstatistik Mit Stand vom 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 54,7 % römisch-katholisch, 25,3 % evangelisch und 19,9 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik – Stadt Lahnstein Stand Juni 2005 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um einen Prozentpunkt gesunken. Ende März 2026 hatten 34,5 % der Einwohner die katholische Konfession und 17,7 % die evangelische. 47,8 % gehörten anderen Konfessionen oder Glaubensgemeinschaften an, waren ohne Angabe oder gemeinschaftslos.Gemeindestatistik Lahnstein, abgerufen am 15. April 2026
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burg Lahneck mini|Schloss Martinsburg mini|Altes Rathaus mini|Pfarrkirche St. Martin in Oberlahnstein mini|Hexenturm am Salhofplatz mini|Johanniskirche mini|Wirtshaus an der Lahn mini|Lahnmündung in Niederlahnstein mini|Barbarakirche in Niederlahnstein
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Lahnstein
Oberlahnstein Burg Lahneck Erbaut um 1226 vom Mainzer Kurfürst und Erzbischof Siegfried II. von Eppstein mit einem 29 m hohen fünfeckigen Bergfried. Spornburg mit Rittersaal, Burgkapelle, Burgküche, Turmbesteigung usw. Stündliche Führungen durch die Burg von Ostern bis Allerheiligen. Burgrestaurant. Hier kreuzen sich die Wanderwege Rheinhöhenweg, Lahnhöhenweg, Jakobsweg (Lahn-Camino von Wetzlar nach Oberlahnstein und weiter nach Kaub) und Rheinsteig von Wiesbaden nach Bonn. Die Städtische Bühne Lahnstein veranstaltete einige Jahre lang Theateraufführungen, die sogenannten Burgfestspiele, im Seitenhof der Burg.
Schloss Martinsburg Erbaut 1298 von den Mainzer Kurfürsten als Zollburg und Teil der Stadtbefestigung. Mehrfach umgebaut, zahlreiche barocke Elemente. Heute sind hier Privatwohnungen, eine Arztpraxis, eine Münzprägewerkstatt und ein Fastnachtsmuseum.
Stadtmauer Mit Hexenturm (1324) (darin das Museum der Stadt Lahnstein) und Resten eines fränkischen Königshofes (977) am Salhofplatz. Teile der alten Oberlahnsteiner Stadtbefestigung findet man darüber hinaus an vielen anderen Stellen, z. B. in der Hintermauergasse, wo sich im um 1700 erbauten Stadtmauerhäuschen eine Zweigstelle des Stadtmuseums befindet.
Altes Rathaus Sehr gut erhaltener Fachwerkbau aus dem 15. Jahrhundert in Oberlahnstein. Bis 2015 Sitz des Stadtarchivs, das sich heute im Gebäude der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Schule am Kaiserplatz befindet.Stadtarchiv Lahnstein
Katholische Pfarrkirche Sankt Martin Spätromanische Türme um 1190, gotischer Chor, barockes Mittelschiff, neugotische Seitenschiffe; wertvolle Stumm-Orgel von 1742–1744.
Hospitalkapelle St. Jakobus Romanische Jakobskapelle auf dem Jakobsweg – hier wurden bei Ausgrabungen die Gebeine eines Santiago-Pilgers gefunden, in Höhe der Hüfte war eine Jakobsmuschel beigegeben worden.
Wenzelkapelle Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert, in dem am 20. August 1400 der römisch-deutsche König Wenzel von Luxemburg abgesetzt wurde. Die Kapelle musste 1903 einer Eisenbahnlinie weichen. 1905 wurde der Chor unter Verwendung des originalen Material in der Nähe aufgebaut und mit einer Vorhalle versehen.
Evangelische Kirche Neuromanische Saalkirche aus den Jahren 1872–75, Spitzhelm mit gotischen Eckfialen, romanisches RundbogenportalEvangelische Kirche Oberlahnstein bei regionalgeschichte.net abgerufen am 27. Juni 2018
Limes Die Spuren des römischen Grenzwalls gegen die Germanen finden sich auf einer Länge von 8 km im Oberlahnsteiner Stadtwald.
Stadthalle Lahnstein