mini|Luftaufnahme von Whitby und Hafen Whitby ist eine Kleinstadt in der englischen Unitary Authority North Yorkshire. Sie befindet sich im Nordosten der Grafschaft an der Mündung des Esk in die Nordsee und ist ein bedeutender historischer Küstenort. Laut Volkszählung hatte Whitby 2022 insgesamt 13.135 Einwohner.
Geschichte Whitby Abbey wurde 657 n. Chr. von König Oswiu von Bernicia als Doppelkloster für Männer und Frauen gegründet.
Im Jahr 664 fand die Synode von Whitby statt, die unter anderem die Berechnung des christlichen Osterdatums festlegte, nach der Ostern immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang am 21. März fällt. Diese Regelung für den beweglichen Feiertag setzte sich in ganz Europa durch und gilt bis heute. Die historischen Entscheidungen sind durch die Geschichtsschreiber Beda Venerabilis und Æddi Stephanus belegt.
Seefahrt Hafen Der Hafen von Whitby dient vor allem einer größeren Fischereiflotte. Darüber hinaus bietet er eine geschützte Anlaufstelle für Schiffe zwischen dem englischen Nordosten und der südlichen Nordsee bei einem der zahlreichen Nordseestürme. Ursprünglich verwaltet von den Mönchen des Klosters, gibt es bereits beurkundete Beschwerden über den Zustand der damaligen Hafenanlagen aus Eiche aus dem Jahr 1541. In den folgenden Jahrhunderten folgten zahlreiche Ausbauprogramme, die jedoch immer nur zu unbefriedigenden Ergebnissen führten und oft am Geldmangel scheiterten. Das Parlament in London erließ diverse Gesetze, die Reeder verpflichteten, sich am Hafenausbau zu beteiligen, jedoch auch mit eher wechselhaftem Erfolg. Die heutige Gestalt stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1905, als J. Watt Sandeman & Son neue 160 Meter lange Kaianlagen bauten, den Fluss Esk ausbaggerten und ein Fischterminal errichteten. Das Fischterminal wurde 1957 durch einen Neubau ersetzt.Robert William Rennison: Civil engineering heritage; London: Telford, 1996, ISBN 0-7277-2518-1, S. 138–139.
James Cook Die Stadt war Ausbildungsstätte für einen der bedeutendsten Seefahrer Großbritanniens, James Cook. Die Schiffe seiner zahlreichen Seereisen wurden hier gebaut, und auch die bedeutende Südseereise von 1768 nahm hier ihren Anfang. Die Schiffe Whitby Cats oder Whitby Colliers, robuste Kohletransporter, die hier nach norwegischen Vorbildern gebaut wurden, nutzte Cook für alle seine Südseereisen. Das Haus der Familie Walker, in dem Cook seine Lehre machte, beherbergt heute das „Captain Cook Memorial Museum“. Sein Denkmal überblickt den Hafen der Stadt.
Bram Stoker Als Bram Stoker 1890 in Whitby residierte, diente die kleine Stadt als Inspiration und Kulisse für sein Meisterwerk Dracula, das 1897 veröffentlicht wurde: Bei seiner Reise nach England landete Graf Dracula mit seinem Schiff in Whitby. Die Stadt hat daher ein Dracula-Museum. Folgende Beschreibung von Stoker hat auch heute noch Gültigkeit, da es keine großen baulichen Veränderungen mehr gab:
Tourismus mini|Walknochenbogen mini|Ausblick auf den Strand von Runswick Bay Die Stadt ist heute ein typisch englischer See-Erholungsort mit charaktervollen alten Gebäuden, Museen und den Ruinen der Abtei, die auch schon Bram Stoker so beeindruckt haben. Wenn man vom Hafen zur St Mary’s Church und zu Whitby Abbey will, muss man erst 199 Stufen erklimmen. Dies war ehemals besonders für die Sargträger eine Tortur, weswegen mehrere Plattformen zur Rast eingebaut wurden.
Acht Kilometer nördlich von Whitby findet sich Runswick Bay, eine kleine malerische Bucht mit hellem Sandstrand, die 2020 in einer Umschau der Sunday Times unter 50 Lokalitäten zu „Britanniens bestem Strand“ gekürt wurde. Gelobt wurden vor allem das ungestörte Ambiente und der schöne Ausblick.
Zweimal im Jahr findet das Whitby Gothic Weekendhttps://www.whitbypark.co.uk/whitby-goth-weekend statt, ursprünglich ein Fest für Angehörige der Gothic-Kultur. Einmal jährlich (August) findet ein Folk-Festivalhttps://www.whitbyfolk.co.uk/ statt.
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Persönlichkeiten
Saint Hilda, Hilda von Whitby (614–680), Äbtissin Dorothy Ripley (1767–1832), Missionarin und Schriftstellerin William Scoresby (1789–1857), Seefahrer und Forscher Thomas Rymer Jones (1810–1880), Zoologe und Anatom Walter Grimshaw (1832–1890), Schachkomponist William Bateson (1861–1926), Genetiker Margaret Storm Jameson (1891–1986), Schriftstellerin George Leo Watson (1909–1988), Mathematiker John Beckwith (1918–1991), Kunsthistoriker David Lyth (* 1940), Astrophysiker und Kosmologe Arthur Brown (* 1942), Rocksänger John Shipley, Baron Shipley (* 1946), Politiker (Liberal Democrats), Mitglied des House of Lords Samuel Barnett (* 1980), Schauspieler Catherine Taylor (* 1989), Orientierungsläuferin Beth Mead (* 1995), Fußballspielerin
Literatur Alison Binns: Dedications of Monastic Houses in England and Wales 1066–1216; Woodbridge: Boydell & Brewer, 1989, ISBN 0-85115-521-9. David Knowles, R. Neville Hadcock: Medieval Religious Houses, England and Wales. 2. Auflage. London: Longman, 1971, ISBN 0-582-11230-3. Roy Midmer: English Medieval Monasteries (1066–1540); London: William Heinemann, 1979, ISBN 0-434-46535-6. Nikolaus Pevsner: Yorkshire – The North Riding; Harmondsworth: Yale University Press Academic, 1966, ISBN 0-300-09665-8. Bram Stoker: Dracula; Ware 1993.
Musikvideo Das Musikvideo zu Holding Back the Years der britischen Band Simply Red wurde in Whitby gedreht. In der Handlung des Videos durchlebt Mick Hucknall seine Kindheit und Jugend, dabei werden auch Zwischenszenen eingeblendet.
Weblinks
Website der Stadt (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in North Yorkshire (Unitary Authority) Kategorie:Literarischer Schauplatz