mini|Plan des gallischen Oppidums Bibracte Als (lat. für „befestigte Landstadt“) bezeichneten die Römer befestigte Siedlungen. Im Mittelalter wurde unter einem oppidum oder opidum eine kleine stadtähnliche Siedlung mit Marktfunktion verstanden, der jedoch das Stadtrecht fehlte.
Römische Zeit Der Begriff wurde von den Römern für stadtartige Siedlungen sowohl innerhalb M. T. Cicero: 1,4: Thessalonice wird als bezeichnet als auch außerhalbSallust: 12–45: nennt die numidischen Thirmida, Cirta, Vaga u. a. m. der Grenzen des Römischen Reiches verwendet.
Im Gegensatz zu anderen lateinischen Begriffen für Stadt, wie , oder , sagt die Bezeichnung nichts über den Rechtsstatus aus. Deshalb werden nicht zuletzt die Städte der sogenannten Barbaren in den römischen Quellen als bezeichnet. Besonders bekannt sind bis heute die von Julius Cäsar in seinem beschriebenen keltischen , etwa Bibracte.Gaius Iulius Caesar: I,23 Aber auch die stadtartigen Siedlungen der Veneter, HistrierTitus Livius: , VI,40–41: Erwähnung der in Istrien und Illyrer wurden von den Römern so genannt.
Wegen der Ecktürme und Tore wurden die Carceres, die Starttoranlagen im römischen Circus, auch Oppidum genannt.Marcus Terentius Varro: De lingua latina 5.32
Mittelalter Im Mittelalter wurde der Begriff in lateinischen Texten noch bis in das 14. Jahrhundert für eine stadtähnliche Siedlung mit Marktfunktion verwendet, wobei für den gleichen Ort zur selben Zeit oft auch die Begriffe oder gebraucht wurden. In der Siedlungsforschung werden sie als Minderstädte bezeichnet, weil ihnen unter anderem die Befestigung (Burg als Siedlungskern oder Stadtmauer) und das volle Stadtrecht fehlte. In zeitgenössischen Quellen Brandenburgs werden sie Städtchen/Städtlein (z. B. stedeken) bzw. Flecken/Marktflecken genannt.
Die Befestigung eines oppidums bzw. Marktes erfolgte nicht wie die einer Stadt mit Mauern und steinernen Türmen, sondern mit Graben und Palisaden als „lichtem Zaun“.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1950, ; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Neustadt an der Aisch 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 294.
Wissenschaftlicher Fachterminus In Vor- und Frühgeschichte und Archäologie werden die meist befestigten stadtartigen Siedlungen der Kelten der späten Eisenzeit, der La-Tène-Zeit, in Anlehnung an die Beschreibungen Cäsars als Oppidum bezeichnet.
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Kategorie:Infrastruktur des Römischen Reiches Kategorie:Archäologischer Fachbegriff (Kelten)