Der Landkreis Sankt Ingbert war ein Landkreis im Saarland. Zum Kreis gehörten 19 Bürgermeisterämter mit 27 Gemeinden, von denen sieben zu Ämtern zusammengefasst waren. Dazu zählten die beiden Städte St. Ingbert und Blieskastel. Der Landkreis wurde 1902 als bayerisches Bezirksamt Sankt Ingbert gegründet.
Geographie Der Landkreis grenzte 1973 im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Saarbrücken, Ottweiler und Homburg. Im Süden grenzte er an das französische Département Moselle.
Geschichte Das Bezirksamt Sankt Ingbert wurde am 1. Oktober 1902 aus Teilen des bayerischen Bezirksamtes Zweibrücken gegründet, nämlich aus dem Amtsgericht (zugleich Distrikt) St. Ingbert und denjenigen Gemeinden des Amtsgerichts Blieskastel, die den Distrikt gleichen Namens bildeten.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Bezirksamt aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages von Deutschen Reich abgetrennt und mit den preußischen Kreisen des Saarbeckens als Saargebiet unter Völkerbundmandat gestellt. 1935 gelangte der Kreis nach der Volksabstimmung zurück zum Deutschen Reich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Saarland 1947 bis 1956 ein teil-souveräner Staat unter französischer Aufsicht und kam nach Ablehnung des Saarstatuts am 1. Januar 1957 zur Bundesrepublik Deutschland.
Am 1. Januar 1974 wurde der Landkreis im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform im Saarland aufgelöst und zusammen mit dem Landkreis Homburg und dem Ort Rentrisch, jedoch ohne die Orte Ensheim, Eschringen und Schnappach, die an den Regionalverband Saarbrücken fielen, in den Saar-Pfalz-Kreis (heutige Schreibweise: Saarpfalz-Kreis) eingegliedert.
Religionen Die evangelische Minderheit im Gebiet des ehemaligen Landkreises St. Ingbert gehörte seit der Union 1818 wie in der gesamten Pfalz zur Vereinigten Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche der Pfalz mit dem Konsistorium in München, wurde 1848 davon rechtlich unabhängig und erhielt ein eigenes Konsistorium in Speyer.
Die katholische Bevölkerung gehörte zum Bistum Speyer.
Einwohnerzahlen Die Einwohnerzahlen des Bezirksamts bzw. des Kreises betrugen
Jahr 1902 1919 1939 1952 1961 1970 1972 Einwohner 36.000 46.009 60.243 66.041 75.739 82.039 81.700
Politik Landräte 1902–1917: Paul Dexheimer (Bezirksoberamtmann) 1917–1920: Ludwig Blaß (Bezirksoberamtmann)
1920–1929: Otto Maurer 1929–1938: Wilhelm Wolfer 1938–1942: Walter Unckrich (auftragsweise) 1942–1943: Otto Bühler (kommissarisch als Landrat von Homburg) 1943–1944: Heinrich König 1944–1945: Herbert Erwin „Philander“ Hassenkamp (vertretungsweise) 1945–1946: Andreas Grieser 1946: Reinhold Gelzleichter (kommissarisch)Zur Person vgl. . 1947–1956: Willi Eisel 1946: Adolf Eisemann 1956–1965: Josef Hager 1965–1973: Albert Schwarz
Wappen 100px|rahmenlos|rechts Das Wappen wurde zum 60. Jahrestag des Kreises von der Landesregierung verliehen.
Blasonierung Schild durch einen silbernen Pfahl, mit einem mit der Krümme rechtshin gewendeten roten Abtstab belegt, gespalten. Vorn ein nach links gewendeter, golden gekrönter, rotbezungter silberner Löwe in blauem mit silbernen Fußwiderspitzkreuzen bestreutem Feld, hinten in Schwarz ein rot gekrönt und -bezungter, bewehrter goldener Löwe.
Wappenbegründung Das Wappen ist zweimal gespalten und zeigt im linken Feld (vom Betrachter aus) den Löwen der Grafschaft Saarbrücken mit den Kreuzen, der sich aus Courtoisie dem im rechten Feld (vom Betrachter aus) stehenden goldenen Pfälzer Löwen zuwendet. Das mittlere Feld zeigt einen Abtstab.
Die Kreisfarben waren Blau-Weiß.
Gemeinden Zum Landkreis gehörten folgende Gemeinden: frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis Aßweiler Blieskastel Saarpfalz-Kreis Ballweiler Blieskastel Saarpfalz-Kreis Bebelsheim Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Blieskastel (Stadt) Blieskastel (Stadt) Saarpfalz-Kreis Bierbach Blieskastel Saarpfalz-Kreis Biesingen Blieskastel Saarpfalz-Kreis Blickweiler Blieskastel Saarpfalz-Kreis Bliesmengen-Bolchen Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Ensheim Saarbrücken Regionalverband Saarbrücken Erfweiler-Ehlingen Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Eschringen Saarbrücken Regionalverband Saarbrücken Gersheim Gersheim Saarpfalz-Kreis Habkirchen Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Hassel St. Ingbert Saarpfalz-Kreis Heckendalheim Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Herbitzheim Gersheim Saarpfalz-Kreis Niederwürzbach Blieskastel Saarpfalz-Kreis Oberwürzbach St. Ingbert Saarpfalz-Kreis Ommersheim Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Ormesheim Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Reinheim Gersheim Saarpfalz-Kreis Rohrbach St. Ingbert Saarpfalz-Kreis Rubenheim Gersheim Saarpfalz-Kreis St. Ingbert (Kreisstadt) St. Ingbert (Mittelstadt) Saarpfalz-Kreis Schnappach Sulzbach/Saar Regionalverband Saarbrücken Wittersheim Mandelbachtal Saarpfalz-Kreis Wolfersheim Blieskastel Saarpfalz-Kreis Wörschweiler Homburg (Kreisstadt) Saarpfalz-Kreis Die beiden Gemeinden Alschbach und Lautzkirchen wurden am 1. April 1937 nach Blieskastel eingemeindet.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Januar 1957 wurde dem Landkreis anlässlich des Beitritts des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland das Unterscheidungszeichen IGB zugewiesen. Es wurde bis zum 28. Februar 1974 ausgegeben. Für die Dauer eines Monats war es nicht erhältlich. Seit dem 1. April 1974 wird es in der Mittelstadt Sankt Ingbert, die heute zum Saarpfalz-Kreis gehört, ausgegeben.
Literatur Heimatbuch des Kreises St. Ingbert (Saar). Ein Volksbuch für Heimatkunde, hrsg. vom Landrat des Kreises St. Ingbert. St. Ingbert 1954
Weblinks Bezirksamt St. Ingbert bei saarpfalz-kreis.de
Einzelnachweise
Sankt Ingbert Sankt Ingbert Kategorie:Geschichte (Saarpfalz-Kreis) SanktIngbert Kategorie:Aufgelöst 1974