Das Sana Klinikum Offenbach, vormals Klinikum Offenbach, davor Städtische Kliniken Offenbach, ist eines von zweiKrankenhäusern in Offenbach am Main und wird von der Klinikum Offenbach GmbH betrieben, welche von der Sana Kliniken AG und der Stadt Offenbach gehalten wird. Es befindet sich am Starkenburgring und ist ein Krankenhaus der Maximalversorgung. Im Jahr 2015 hatte es einen Umsatz von 173,3 Millionen Euro.
Das Klinikum ist seit 1974 Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das derzeitige Krankenhausareal erstreckt sich über 110.000 Quadratmeter.
Geschichte 1850 bis 2009 Das in 1850 erstmals gebaute Hospital befand sich nahe dem Hauptbahnhof auf dem Areal Kaiserstraße/Geleitsstraße. Bedingt durch die beengten Flächenverhältnisse wurden 1891 bis 1894 Pläne für ein neues Stadtkrankenhaus südlich der Eisenbahnstrecke Frankfurt – Bebra erarbeitet und dann auf dem heutigen Gelände an der Sprendlinger Landstraße umgesetzt. Seinerzeit zählte das Stadtkrankenhaus Offenbach zu den modernsten Europas, die Baupläne fanden 1900 Beachtung auf der Weltausstellung in Paris. mini|Der Zentralbau von 1974, (Fotografie von Juni 2008) mini|ohne|Das frühere Hauptgebäude um 1910 In den kommenden Jahren wurden zahlreiche Erweiterungsbauten errichtet, um dem wachsenden medizintechnischen Fortschritt mit neuen Geräten und Verfahren gerecht zu werden. Während der beiden Weltkriege wurden große Gebäudeteile zerstört und nicht wieder aufgebaut.
1974 erfolgte die Fertigstellung eines neuen Zentralbaues im das Stadtbild dominierenden, der Zeit entsprechenden Erscheinungsbild. Durch die neu geschaffenen Platzkapazitäten war es der Klinik möglich, neue medizinische Abteilungen zu gründen. Die Johann Wolfgang Goethe-Universität erkannte daraufhin 1974 das Stadtkrankenhaus Offenbach als Akademisches Lehrkrankenhaus an. 1984 kam es im Kellerarchiv des Gebäudes zu einem Brand; das Krankenhaus wurde komplett evakuiert und die Patienten auf umliegende Kliniken verteilt.Dokumentation über den Brand im Offenbacher Stadtkrankenhaus, F.A.Z.-Stadtfernsehen, 1984 Im Anschluss wurde der Zentralbau renoviert. Seit 2005 firmieren die früheren „Städtischen Kliniken Offenbach“ unter „Klinikum Offenbach GmbH“. Im November 2009 wurde ein Gedenkstein für die mindestens 123 Menschen aufgestellt, die im Krankenhaus Offenbach unter der nationalsozialistischen Rassenhygiene zwangssterilisiert wurden.
Neubau 2010 Der Zentralbau aus dem Jahr 1974 wurde infolge Investitionsstaus als stark sanierungsbedürftig eingestuft, die Schätzung der Sanierungskosten belief sich auf annähernd 125 Millionen Euro. Bei veranschlagten 142 Millionen Euro bei einem Neubau entschieden sich Stadt und Land Hessen für den Neubau des Klinikgebäudes. mini|ohne|Der Neubau von 2010 Nach einem Entwurf des Architekturbüros Wörner Traxler Richter wurde ein kammförmig angeordnetes siebengeschossiges Gebäude auf dem Areal des ehemaligen Parkhauses errichtet. Es bietet Platz für 700 Planbetten. Die drei unteren Geschosse sind für die Operationssäle, medizinische Versorgung und Therapie vorgesehen, während die oberen Etagen von den unterschiedlichen Stationen genutzt werden. Unter einer verringerten Verweildauer der Patienten wurde die Bettenanzahl von ursprünglich rund 1.000 auf später etwa 900 – davon etwa 720 im Neubau – herabgesetzt. Der Umzug in den Neubau fand im Juni 2010 statt, die tatsächlichen Kosten beliefen sich auf 180 Millionen Euro. Das alte Zentralgebäude soll abgerissen werden, um Platz für Erweiterungsflächen zu schaffen. Vorerst bleibt es allerdings als provisorische Unterkunft für die Labors und die Apotheke bestehen. Die Räumlichkeiten der ehemaligen Kinderklinik werden umgebaut und dem Klinikbetreiber Mediclin für ein neurologisches Rehabilitationszentrum zur Verfügung gestellt.
Interimsverwaltung und Verkauf an die Sana Kliniken AG Im August 2011 übernahm der Berliner Klinikkonzern Vivantes die Leitung des überschuldeten und defizitär arbeitenden Klinikums. Der bisherige Geschäftsführer wurde entlassen und Stellen wurden abgebaut. Ziele dieser Maßnahmen waren die „dauerhafte Sicherstellung des Versorgungsauftrages und einer qualitativ hochwertigen Krankenversorgung“ sowie eine organisatorische Optimierung mit dem Ziel, das Krankenhaus wettbewerbsfähig zu halten. Der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) erhoffte sich, dass nach einem 50-Millionen-Euro-Zuschuss die Stadt die Schulden ihres Krankenhauses übernehmen würde. Die Stadt Offenbach suchte 2012 mittels eines Markterkundungsverfahrens nach einem Kooperationspartner oder Käufer für ihr neues Klinikum, um es im Frühling 2013 verkaufen zu können. Die drohende Insolvenz konnte im November 2012 von der Stadt Offenbach und der hessischen Landesregierung abgewendet werden. Der Käufer des Klinikums soll den Abriss nicht mehr benötigter Bauten finanzieren, die Stadt Offenbach im Gegenzug Schulden und Altlasten in einer Höhe von 250 bis 450 Millionen Euro übernehmen.
Das Klinikum Offenbach wurde durch Beschluss der Offenbacher Stadtverordneten vom 2. Mai 2013 gegen einen symbolischen Euro im Juli 2013 an die Sana Kliniken verkauft. Im Juni 2013 gab das Bundeskartellamt seine Zustimmung zu dem Verkauf.Kartellamt genehmigt Verkauf des Klinikums Offenbach. Auf: kma-online.de. Vom 11. Juni 2013, abgerufen am 30. März 2016. Sana hat 90 % der Anteile an der Klinikum Offenbach GmbH erworben, die Stadt Offenbach hält eine Sperrminorität von 10 %, die ihr Mitspracherechte in wichtigen strategischen Belangen garantiert. Sana setzte zur Sanierung vor allem auf personelle Sparmaßnahmen. So erfolgte die Ausgliederung des Personals von Reinigung, Catering, Transportdiensten und Pforte in Sana-Tochterfirmen.
2015 lag der Umsatz bei 173,3 Millionen Euro. Dabei wurde ein Gewinn von 1,1 Millionen Euro erzielt. Die Zahl der stationären Patienten in diesem Zeitraum stieg auf 37.513. In der Notaufnahme wurden 2015 etwa 62.000 Patienten versorgt.
Kliniken und Institute mini|Dr. Erich-Rebentisch-Zentrum mini|Das von Adolf Bayer entworfene Verwaltungsgebäude Das Sana Klinikum Offenbach am Main besteht neben den Verwaltungs- und Versorgungsabteilungen aus 27 Fachkliniken, zwei Belegabteilungen und verschiedenen Instituten:
Kliniken Adipositas Chirurgie und Metabolische Chirurgie Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie Endokrine Chirurgie Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie und Interventionelle Endoskopie Gefäßchirurgie und Gefäßzentrum Gynäkologie und Geburtshilfe Hämatologie und Onkologie Kardiologie, Internistische Intensivmedizin und Allgemeine Innere Medizin Kinder- und Jugendmedizin Kinderchirurgie Mund -, Kiefer - und Plastische - Gesichtschirurgie, Kopf- und Hals-Chirurgie Neurochirurgische Klinik und Ambulanz Neurologie Nephrologie, Rheumatologie und Hypertensiologie Interdisziplinäre Notfallmedizin Palliativmedizin Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzten Pneumologie Psychiatrie und Psychotherapie Strahlenklinik Thoraxchirurgie Refluxzentrum und Funktionelle Chirurgie Robotische Chirurgie Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie Urologie und Kinderurologie Wirbelsäulenorthopädie und Rekonstruktive Orthopädie Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde Belegabteilung für Orthopädische Chirurgie
Institute Krankenhausapotheke Krankenhaushygiene Institut für Labormedizin Physikalische Therapie Radiologie und Nuklearmedizin
Blockheizkraftwerk Das Sana Klinikum Offenbach bezieht seine Wärmeenergie aus einem Blockheizkraftwerk, dessen 95 Meter hoher KaminKamin des Blockheizkraftwerks des Sana Klinikums Offenbach am Main, auf emporis.com zu den markantesten Bauwerken in Offenbach zählt.
Persönlichkeiten Erich Rebentisch sen. und Erich Rebentisch jun. Ernst Rebentisch Herbert Lewin leitete von 1949 bis 1967 die Frauenklinik; Berufung erst nach einem antisemitischen Skandal im städtischen MagistratMayor, Deputy Mayor of Offenbach Resign Following Inquiry into Anti-semitic Incident. In: JTA. 14. November 1949 (englisch) Reinhold Latzke leitete ab 1966 für 32 Jahre das Klinikum Helmut Nier, ärztlicher Direktor ab 2001, gestorben 2006. Nach ihm ist im Neubau des Klinikums der Helmut-Nier-Saal benannt.
Weblinks
Offizielle Website Strukturierter Qualitätsbericht für das Berichtsjahr 2011 (PDF; 2,7 MB) gemäß § 136b Sozialgesetzbuch V
Einzelnachweise
Offenbach Offenbach Kategorie:Unternehmen (Offenbach am Main) Kategorie:Bauwerk in Offenbach am Main Kategorie:Unternehmensgründung 1850